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Vom Beamtentum zur Bohrinsel - Ein Wahnsinn?

Ich hatte dazu mal auf n24 eine Doku gesehen und ich empfand das als mega langweilig. Ich könnte mir nie vorstellen, dort zu arbeiten.
Ist wohl ein Mix aus Langeweile in ruhigen Zeiten und Hektik, wenn mit der Technik was schiefgeht, das Wetter böse wird oder sonstwas passiert. Freizeitmöglichkeiten kann man auf so einer Bohrinsel nämlich knicken, das ist wirklich so, als würde man wochenlang auf einer (räumlich sehr engen) Baustelle leben. Jede Menge Metall, Ölgestank, und außen herum nur grauer Ozean.
 
Und zwischendurch mal ein Arbeitsunfall, Hand ab, Teil vom Bein weg, dann nützt die Kohle auch nix mehr. Habe mal für eine Firma gearbeitet, da war es so krass, dass ich mich echt gewundert habe, dass keiner auf der Arbeit gestorben ist. Dagegen ist ein Job bei der P. ein Ponyhof.
 
Stimmt, muß bei starkem Seegang/Wind nur mal eine Stahltrosse reißen, die unter Spannung steht, weil irgendein Boot oder schweres Teil dran hängt. Das fürchtet jeder Seemann und ist auch auf Bohrinseln nicht ganz unbekannt. Die Enden von so einer reißenden Trosse peitschen dann nämlich zurück, und wehe dem, der davon erwischt wird. Da ist ganz fix ein Körperteil ab, und von der Bohrinsel bis zur nächsten Klinik ist es meistens ziemlich weit.
 
Auf einer Bohrinsel kann man nicht allzu lange arbeiten. Das hält man körperlich nicht jahrzehntelang durch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nach den wenigen Jahren genügend Rücklagen hat, um in Frührente gehen zu können. Auch Gärtner, Maurer und Pflasterer haben meist schon in den Vierzigern den Rücken kaputt. Woran die von ihnen betriebene Schwarzarbeit und damit Mehrbelastung nach Feierabend und an den Wochenenden nicht unschuldig ist. Ich kenne so einen Fall persönlich.

Meines Erachtens ist das eine Schnapsidee. Bei Polizeidienstunfähigkeit ist man besser abgesichert, falls es für den Aufstieg in den h.D. nicht reicht. Bis nach A 11 (das ist natürlich noch g.D.) kommt ohnehin jeder Polizeibeamte. Man kann auch leichter in die Laufbahn der allgemeinen inneren Verwaltung wechseln. Mehrarbeit und Rufbereitschaft kommen dort aber auch vor, gerade jetzt in Corona-Zeiten. Weiß ich auch aus eigener Erfahrung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde super, dass du dir so ausführliche Fragebögen erstellst. Was jedoch fehlt: Wofür brennst du denn? Warum genau willst du den Job denn machen? Gibt es denn nichts, was dir sonst noch einfällt? Was ist deine Passion, wie willst du die Welt ein Stückchen besser machen? Wie genau möchtest du arbeiten und mit wem? Was kotzt dich so richtig an - auch das kann ein guter Hinweis sein und deine Leidenschaft bedeuten.
 
Du hast die Freiheit, um selbst die Richtung deines Lebens zu bestimmen.
Aber wie entscheiden, wenn es zu viele Möglichkeiten gib?
Denn deinen Beruf übst du nicht für dich aus, sondern für andere, um zu begleiten, zu lehren, zu organisieren, zu entwickeln, zu helfen, weil du für andere nützlich bist.
Die Herausforderungen, in die andere dich schicken, sind die Stufen die dich zu dem machen, was du momentan bist als Person.
Je mehr du weißt, um so sicherer die Entscheidung.
Du hast Begabungen, traust ihnen aber noch nicht?
Du Fühlst dich mit deiner jetzigen Tätigkeit am falschen Platz.
Etwas steckt in dir, das wohl noch nicht zur Entfaltung gekommen ist:
 
Auf einer Bohrinsel kann man nicht allzu lange arbeiten. Das hält man körperlich nicht jahrzehntelang durch.
Man darf als Plattformer bereits mit 55 in 100% Rente gehen. "Man" kann durchaus sein ganzes Arbeitsleben auf einer Plattform verbringen und anschliessend gesund seinen Ruhestand geniessen.
 
"Bereits" ist gut. Die Zeit bis 55 kann verdammt lang werden....
Für dieses Leben muß man auch gemacht sein. Man kann schon eher in Rente gehen, denn leisten kann man es sich dann. Aber es ist wirklich so, daß der Vater jahrelang auf einem Bohrturm gearbeitet hat und der Sohn es auch tut. Das geht/ging mehreren Leuten so, es gab einen harten Kern, der zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen ist. Mein Freund hat ja viele Fotos gemacht. Das kann man sogar auf diesen erkennen. Ein Gutteil hat eben auch länger auf der Plattform gearbeitet, als er hätte müssen. Daß es nichts an Freizeitmöglichkeiten gibt dort, stimmt so nicht. Das Essen war keine Sterneküche, aber sehr gut und reichlich. Es gab Zerstreuungsmöglichkeiten, recreation area (Gym, Spiele, Billard etc., Bibliothek, Music Lounge, Fernsehräume mit vielen Videos), sogar ein Spa mit Wannen und so. Es ist alles irre eng und klein und man darf nicht überall alles. Rauchen nur in bestimmten Räumen. Alkohol gab es auch nur in ganz begrenzter Menge.
Das muß man halt mögen. Nicht jeder ist dafür gemacht. Wer es komplett nur fürs Geld macht, wird sich vorkommen, als würde er eine Haftstrafe absitzen.
 

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