Ich versuche mich da manchmal bei ihm ranzutasten aber ich glaube er kann sich auch noch kein richtiges Bild von der Situation machen. Bei vielen Dingen glaubt er ja sie hat recht, er sieht sie noch nicht kritisch..
Es sieht für mich so aus, als würdest auch du keinen unbeschwerten familiären Umgang mit ihm mehr schaffen. Es gibt hier noch einen anderen Strang, in dem eine TE sich nicht traut, ihren Bruder zu fragen, wann sie sich mal wieder sehen wollen - sie ist da völlig gehemmt. Ähnliches erkenne ich auch bei deinem Umgang mit deinem Sohn - gerade so als habe das Verhalten deiner Frau /seiner Mutter euch allesamt paralysiert.
Kannst nicht wenigstens du versuchen, ein entspanntes Miteinander mit eurem Sohn zu pflegen? Der Junge braucht doch auch fernab von seinem Freundeskreis mal jemanden, mit dem er offen reden kann, was ihn bewegt. Ich würde ihn mir mal schnappen und eine Männertour unternehmen und dann mal fragen, wie es ihm eigentlich geht. Auch ruhig offen, wie er euer Miteinander, euer Leben als Familie empfindet. Ich finde auch, dass man Ross und Reiter benennen kann ohne den anderen schlecht zu machen. Aber wie willst du sonst herausfinden, wie es dem Kind geht? Ob er sich wohl fühlt, ob ihm etwas fehlt. Vielleicht schaffst du es ja sogar, ihm mal von deinem Kummer zu berichten, damit ihn eine eventuelle Trennung nicht völlig überraschend aus den Latschen haut.
Für mich war wichtig, dass meine Tochter mit allem hätte zu mir kommen können. Jederzeit, egal was ist. Dass sie weiß, dass da jemand ist, der ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte hat. Sie hat das oft in Anspruch genommen, mich häufig um Rat gefragt. Gewiss war meine Antwort nicht immer so, wie sie das erwartet hatte. Ich fand aber diese Reflexion wichtig, hab ihr auch gesagt, dass ich nicht allwissend bin und sicher auch nicht mit allem recht habe. Sie hatte aber immer jemanden im Rücken, von dem sie wusste, er hält zu ihr und ist für sie da. Weiß dein Sohn das auch oder denkst du nur, dass er so denkt?