G
Gelöscht 135933
Gast
Mein Freund und ich sind 30 & 34 und seit 14 Jahren zusammen. In unserem Leben bzw. vor allem in seinem wird sich in einigen Monaten vieles ändern. Er muss aus gesundheitlichen Gründen seinen Traumjob, den Job seines Lebens aufgeben. Das fällt ihm unglaublich schwer, weil er diesen Job eigentlich bis an sein Lebensende machen wollte. Das klingt sehr widersprüchlich, aber es ist Segen und Fluch zugleich. Ich möchte nicht genau sagen, was er beruflich macht, aber es ist etwas künstlerisches. Das geht nur mit vollem Einsatz und verlangt einiges von einem ab. Das kann er nicht mehr. Er ist nicht krank, aber wenn er so weitermachen würde, dann würde es ihn wahrscheinlich auf Dauer krank machen. Ich akzeptiere seine Entscheidung vollkommen und unterstütze ihn, so gut ich kann.
Das heißt für ihn, aber auch für mich wird sich dadurch einiges ändern. Im Moment ist es so, dass er zwar viel von zuhause arbeitet, aber zeitweise mal für einen Tag oder auch mehrere Tage unterwegs ist. In Zukunft wird er fast ausschließlich zuhause arbeiten. Ich bin aber auch 2-3 Tage pro Woche im Homeoffice. Wir haben keine riesige Wohnung. Er hat zwar ein Arbeitszimmer, weil er mehr Platz zum arbeiten braucht, aber dennoch werden wir dann viel aufeinander hocken. Ich gehe auch davon aus, dass er mindestens anfangs sehr darunter leiden wird, dass er seinen jetzigen Job nicht mehr machen kann und dementsprechend seine Laune ausfallen wird. Wie es finanziell dann aussehen wird, kann man jetzt noch nicht sagen.
Es gibt in unsere Beziehung zwei Vorgeschichten, weswegen ich mir jetzt schon solche Sorgen mache.
Wir hatten vor etwa 8 Jahren eine schlimme Beziehungskrise. Es war eigentlich nur noch Hass zwischen uns. Die bloße Anwesenheit des anderen hat schon für schlechte Laune gesorgt, und wir haben uns eigentlich nur noch blöd angemacht. Ein normaler Umgang oder normale Gespräche waren damals undenkbar. Wir wollten unsere Beziehung trotzdem nicht beenden und haben uns dann für eine dreimonatige Pause (keine Trennung!) entschieden. Ich bin für die Zeit zu meinen Eltern gezogen, und wir hatten so gut wie keinen Kontakt. Wir haben die 3 Monate durchgezogen, obwohl es die schlimmste Zeit war. Wir haben beide so sehr gelitten und festgestellt, dass die Liebe doch noch da ist und ein Leben ohne den anderen unvorstellbar ist. Es läuft seitdem alles wieder super und keine spur von einer Krise. Wir waren damals sehr jung und hatten so etwas wie Paartherapie nicht auf dem Schirm. Das wäre vielleicht die bessere Lösung gewesen, aber wir haben es auch so geschafft.
Und dann kam Corona, Lockdown usw. Ich hatte damals aufgrund der Umstände wieder Angst um unsere Beziehung. Es wurde sehr schnell klar, dass er aufgrund der Maßnahmen fast gar nicht mehr arbeiten kann. Wir hatten auf Corona-Hilfen gehofft, aber er hat aufgrund eines "Schlupflochs" keine bekommen. Das war eine Katastrophe. Er hat kaum noch Geld verdient, aber für seinen Job brauchte er weiterhin Geld. Das ist etwas schwer zu erklären. Er musste weiter investieren, um nach dem erhofften Ende von Corona da weiter zu machen, wo er aufgehört hat. Es konnte ja keiner ahnen, wie lange es dann letztendlich gedauert hat. Er konnte sich das aber eigentlich nicht leisten.
Es gab dann zwei Optionen. Die erste wäre gewesen, dass er pausiert, sich einen anderen Job sucht und dann irgendwann versucht, weiter zu machen. Das wäre aber sehr schwer gewesen. Die zweite Option hatte mit mir zu tun. Ich wurde dafür stark kritisiert, und er wurde auch böse beschuldigt, aber das habe ich alleine aus vollem Herzen entschieden. Er musste sich keinen anderen Job suchen. Er hat so viel Geld wie möglich in unseren Haushalt gebraucht, und den Rest habe ich übernommen. Finanziell habe ich uns zum größten Teil durch diese Zeit gebracht. Außerdem haben wir gemeinsam entscheiden, dass er unsere Ersparnisse für eine Eigentumswohnung für seine Arbeit nutzen darf. Wir waren kurz davor, uns eine zu kaufen, wir haben bis heute keine, das Geld ist weg. Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Befürchtungen sind letztendlich nicht wahr geworden. Wir sind als starkes Paar durch die Zeit gegangen, obwohl es vor allem für ihn schwer war.
Jetzt steht uns wieder eine schwierige Zeit bevor. Es könnte wieder einen Einschlag in unsere Beziehung geben, und vielleicht ist es irgendwann einer zu viel. Es ist aktuell, wie gesagt, alles super. Keine Beziehungsprobleme. Wolke, 7. In meinem Kopf sind dennoch viele Gedanken. Ist es dumm, jetzt schon darüber nachzudenken? Ist es gut, jetzt schon darüber nachzudenken? Sollte man lieber abwarten, ob es zu Problemen kommt? Ist es sinnvoll, vielleicht schon über Paartherapie nachzudenken oder schon zu machen? Sollte man lieber warten, bis es wirklich Probleme gibt? Ist es dann vielleicht schon zu spät? Das kreist alles aktuell in meinem Kopf. Zum einen sind es eventuell zukünftige Hirngespinste, aber ich weißt nun mal, wie es ist, wenn man seine Beziehung fast kaputt macht, und das will ich nicht nochmal erleben.
Ich weiß nicht, welcher Umgang mit der Situation gerade richtig ist.
Das heißt für ihn, aber auch für mich wird sich dadurch einiges ändern. Im Moment ist es so, dass er zwar viel von zuhause arbeitet, aber zeitweise mal für einen Tag oder auch mehrere Tage unterwegs ist. In Zukunft wird er fast ausschließlich zuhause arbeiten. Ich bin aber auch 2-3 Tage pro Woche im Homeoffice. Wir haben keine riesige Wohnung. Er hat zwar ein Arbeitszimmer, weil er mehr Platz zum arbeiten braucht, aber dennoch werden wir dann viel aufeinander hocken. Ich gehe auch davon aus, dass er mindestens anfangs sehr darunter leiden wird, dass er seinen jetzigen Job nicht mehr machen kann und dementsprechend seine Laune ausfallen wird. Wie es finanziell dann aussehen wird, kann man jetzt noch nicht sagen.
Es gibt in unsere Beziehung zwei Vorgeschichten, weswegen ich mir jetzt schon solche Sorgen mache.
Wir hatten vor etwa 8 Jahren eine schlimme Beziehungskrise. Es war eigentlich nur noch Hass zwischen uns. Die bloße Anwesenheit des anderen hat schon für schlechte Laune gesorgt, und wir haben uns eigentlich nur noch blöd angemacht. Ein normaler Umgang oder normale Gespräche waren damals undenkbar. Wir wollten unsere Beziehung trotzdem nicht beenden und haben uns dann für eine dreimonatige Pause (keine Trennung!) entschieden. Ich bin für die Zeit zu meinen Eltern gezogen, und wir hatten so gut wie keinen Kontakt. Wir haben die 3 Monate durchgezogen, obwohl es die schlimmste Zeit war. Wir haben beide so sehr gelitten und festgestellt, dass die Liebe doch noch da ist und ein Leben ohne den anderen unvorstellbar ist. Es läuft seitdem alles wieder super und keine spur von einer Krise. Wir waren damals sehr jung und hatten so etwas wie Paartherapie nicht auf dem Schirm. Das wäre vielleicht die bessere Lösung gewesen, aber wir haben es auch so geschafft.
Und dann kam Corona, Lockdown usw. Ich hatte damals aufgrund der Umstände wieder Angst um unsere Beziehung. Es wurde sehr schnell klar, dass er aufgrund der Maßnahmen fast gar nicht mehr arbeiten kann. Wir hatten auf Corona-Hilfen gehofft, aber er hat aufgrund eines "Schlupflochs" keine bekommen. Das war eine Katastrophe. Er hat kaum noch Geld verdient, aber für seinen Job brauchte er weiterhin Geld. Das ist etwas schwer zu erklären. Er musste weiter investieren, um nach dem erhofften Ende von Corona da weiter zu machen, wo er aufgehört hat. Es konnte ja keiner ahnen, wie lange es dann letztendlich gedauert hat. Er konnte sich das aber eigentlich nicht leisten.
Es gab dann zwei Optionen. Die erste wäre gewesen, dass er pausiert, sich einen anderen Job sucht und dann irgendwann versucht, weiter zu machen. Das wäre aber sehr schwer gewesen. Die zweite Option hatte mit mir zu tun. Ich wurde dafür stark kritisiert, und er wurde auch böse beschuldigt, aber das habe ich alleine aus vollem Herzen entschieden. Er musste sich keinen anderen Job suchen. Er hat so viel Geld wie möglich in unseren Haushalt gebraucht, und den Rest habe ich übernommen. Finanziell habe ich uns zum größten Teil durch diese Zeit gebracht. Außerdem haben wir gemeinsam entscheiden, dass er unsere Ersparnisse für eine Eigentumswohnung für seine Arbeit nutzen darf. Wir waren kurz davor, uns eine zu kaufen, wir haben bis heute keine, das Geld ist weg. Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Befürchtungen sind letztendlich nicht wahr geworden. Wir sind als starkes Paar durch die Zeit gegangen, obwohl es vor allem für ihn schwer war.
Jetzt steht uns wieder eine schwierige Zeit bevor. Es könnte wieder einen Einschlag in unsere Beziehung geben, und vielleicht ist es irgendwann einer zu viel. Es ist aktuell, wie gesagt, alles super. Keine Beziehungsprobleme. Wolke, 7. In meinem Kopf sind dennoch viele Gedanken. Ist es dumm, jetzt schon darüber nachzudenken? Ist es gut, jetzt schon darüber nachzudenken? Sollte man lieber abwarten, ob es zu Problemen kommt? Ist es sinnvoll, vielleicht schon über Paartherapie nachzudenken oder schon zu machen? Sollte man lieber warten, bis es wirklich Probleme gibt? Ist es dann vielleicht schon zu spät? Das kreist alles aktuell in meinem Kopf. Zum einen sind es eventuell zukünftige Hirngespinste, aber ich weißt nun mal, wie es ist, wenn man seine Beziehung fast kaputt macht, und das will ich nicht nochmal erleben.
Ich weiß nicht, welcher Umgang mit der Situation gerade richtig ist.