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Verstand versus Glaube?

Polux

Aktives Mitglied
Ich bin auf diesen Satz von Thomas Jefferson gestoßen der meiner Ansicht nach immer noch hoch aktuell ist:


„Der Mensch hat, sobald er seinen Verstand aufgibt, keinen verbleibenden Wächter mehr vor den monströsesten Absurditäten und ist wie ein Schiff ohne Ruder jedem Windstoß ausgeliefert. Einer solchen Person nimmt die Leichtgläubigkeit, die man ‚Glaube‘ nennt, das Ruder aus den Händen der Vernunft und der Verstand wird zum Schiffbrüchigen“ (Brief an James Smith, 1822).
 

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D

Dr. House

Gast
Richtig so.

Und natürlich auch ein Beweis, dass die Gründerväter kein christliches Land im Auge hatten, als sie die USA gründeten, sondern ein freies.
 
E

EuFrank

Gast
Hallo Polux!

Ich bin auf diesen Satz von Thomas Jefferson gestoßen der meiner Ansicht nach immer noch hoch aktuell ist:


„Der Mensch hat, sobald er seinen Verstand aufgibt, keinen verbleibenden Wächter mehr vor den monströsesten Absurditäten und ist wie ein Schiff ohne Ruder jedem Windstoß ausgeliefert. Einer solchen Person nimmt die Leichtgläubigkeit, die man ‚Glaube‘ nennt, das Ruder aus den Händen der Vernunft und der Verstand wird zum Schiffbrüchigen“ (Brief an James Smith, 1822).
Man darf Verstand und Glaube nicht als Gegner betrachten. Übrigens spreche ich nicht von Aberglauben, wenn ich von Glaube spreche. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Glaube fängt da an, wo uns unsere Erkenntnis nicht mehr weiter bringt. Unser Wissen ist eben begrenzt. So fordert uns unsere Vernunft zB den Glauben an Gott und die Willensfreiheit ab - auch wenn man beide nicht beweisen kann.
 

Sigi

Sehr aktives Mitglied
"Lasst eure Vernünftigkeit allen Menschen bekannt werden" (Philipper 4, Vers 5)

"Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweise von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht. Denn durch diesen erlangten die Männer der alten Zeiten Zeugnis . . ." (Hebräer 11, Vers 1)

Offensichtlich gibt es vierschiedene Arten von Glauben und auch Glauben, der sich auf Vernunft gründet. Daher sprach dein Zitat ja auch von "Leichtgläubigkeit".

Wenn jemand aber einmal einen fest gegründeten Glauben nach obigem Muster hat, kommt es nat. immer wieder vor, dass sein Vertrauen in Anforderungen und Weisheiten dieses Glaubens zu vernünftigen individuellen Feststellungen in Zwispalt kommt.

Sigi
 
B

Benjamin-29

Gast
Bevor dieser Thread schon mit dem zweiten Posting wieder in die altbekannte Richtung abdriftet, sollte man ergänzen, dass Jefferson ein vehementer Verfechter der Religionsfreiheit war.
Ich kann ihn sicher nicht exakt zitieren, aber er hat einmal gesagt, dass niemand Rechenschaft darüber ablegen muss, wie er an was oder wen glaubt. Er war auch selbst Mitglied einer dieser amerikanischen Kirchengemeinden.

Jefferson war also nicht gegen Religion oder Glauben, sondern gegen Menschen, die sich bei ihrer Urteilsbildung nicht vom nüchternen Verstand leiten lassen. Er wollte, dass diese beiden Dinge getrennt werden.
 

FreshDumbledore

Aktives Mitglied
Polux;[URL="javascript:void(0)" meinte:
920718[/url]]Ich bin auf diesen Satz von Thomas Jefferson gestoßen der meiner Ansicht nach immer noch hoch aktuell ist:


„Der Mensch hat, sobald er seinen Verstand aufgibt, keinen verbleibenden Wächter mehr vor den monströsesten Absurditäten und ist wie ein Schiff ohne Ruder jedem Windstoß ausgeliefert. Einer solchen Person nimmt die Leichtgläubigkeit, die man ‚Glaube‘ nennt, das Ruder aus den Händen der Vernunft und der Verstand wird zum Schiffbrüchigen“ (Brief an James Smith, 1822).
Mir hat bezüglich Glaube und Vernunft ein Gedanke von Kant geholfen. Ich stand vor der Frage wie ich damit umgehen soll, dass religiöse Menschen bei manchen Fragen bewusst darauf verzichten ihren Verstand zu benutzen. Ich hatte Probleme damit, dass diese Menschen im Alltag relativ klug agierten, allerdings in Diskussionen total vernagelt waren.

Kant betrachtete den Menschen als praktische Vernunftwesen- fähig zur Vernunft aber nicht durchgehend von ihr geleitet.

Als ich länger darüber nachdachte fiel mir auf, dass ich genau wie religiöse Menschen mich bei bestimmten Fragen nicht der Vernunft bediente sondern mich von anderen Einflüssen lenken lies. Beim Rauchen beispielsweise.

Meiner Meinung nach können Verstand und Glaube sehr friedlich nebeneinander existieren und müssen nicht unbedingt miteinander kämpfen. Von dem her stimme ich dem Zitat von Jefferson nicht zu. Der Mensch hat beides Verstand und Glaube. Und er benutzt es wie es ihm gerade passend erscheint. Aber keinesfalls muss er das eine aufgeben um das andere zu besitzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
E

EuFrank

Gast
Hallo Sigi!

"Lasst eure Vernünftigkeit allen Menschen bekannt werden" (Philipper 4, Vers 5)...
Ich habe mir mal den Urtext angesehen. Dort steht
to epieikex, was man auch mit "Das Gütige" übersetzen könnte. So übersetzt auch Luther.
Die Zürcher Bibel übersetzt mit "Freundlichkeit".

 
E

EuFrank

Gast
Hallo FreshDumbledore!

...
Meiner Meinung nach können Verstand und Glaube sehr friedlich nebeneinander existieren und müssen nicht unbedingt miteinander kämpfen... Der Mensch hat beides Verstand und Glaube... keinesfalls muss er das eine aufgeben um das andere zu besitzen.
Sehe ich auch so.
 

Polux

Aktives Mitglied
ja, ja, ich bin ja auch jemand der eigentlich sagt: 'Ach jeder soll doch glauben was er will, solange er niemand damit belästigt' (vor allem mich nicht :D )

in der letzten Zeit stoße ich immer öfter auf diese 'irgendwas muss es da doch geben' geschwurbels. Daher habe ich mal ein bisschen gestöbert und bin auf dies hier gestoßen:
Diese braven Atheisten (1) | hpd

Ich muss es noch ein paar Mal lesen um evt. 'Rhetoriktricks' zu entdecken, aber schmunzelnd muss ich gestehen - ertappt...:eek:
 

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