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verrückt/ abhängigkeit/ seelenverwandtschaft

es ist nur ein ganz klein wenig paradox.
liebe deinen nächsten wie dich selbst bedeutet aber streng genommen, dass man zuerst sich selbst lieben muss bevor man andere lieben kann. also man müsste tatsächlich abstand zu anderen menschen einhalten so lange man sich selbst nicht liebt. das problem liegt darin, dass kinder dazu erzogen werden sich selbst abzulehnen und dass man deswegen teilweise sein ganzes leben oder zumindest einen großen teil davon benötigt um die selbstliebe wieder zu finden.

wahre liebe erwartet nichts!

Wow, ich finde, das ist echt super auf dem Punkt gebracht, Delete! 🙂
 
Hallo OnlyHuman,

Eines geht mir aber nicht in meine Birne 😉

Wenn man sich isoliert und sich keine Chance gibt mit anderen zu interagieren, andere lieben zu lernen, lernen sich lieben zu lassen, wie soll man es am Ende bewerkstelligen auf seinen Nächsten zuzugehen?
Oder den Nächsten auf sich zugehen zu lassen?

Wie bekommt man die Selbstliebe wieder raus?🙂

Wie soll durch Isolation "Integration" entstehen?😕

ich glaube, das hast du vermutlich etwas falsch verstanden. Es geht doch nicht darum, sich völlig zu isolieren. Ganz und gar nicht. Es geht um die "süchtige Liebe", um die idealisierte zu einem Partner als Kompensation für die eigentlich fehlende Selbstliebe. Es geht um Abhängigkeit und Verlustangst, was mit Sicherheit keine gute Grundlage ist für jede Beziehung, die unter solchen Voraussetzungen entstanden ist...

Vor allem leiden in einer süchtigen Liebe, die in der Regel sehr symbiotisch geführt wird, zumeist auch alle anderen wichtigen Beziehungen. Weil stets die Angst im Hintergrund mitwirkt, auch wenn man stets geneigt ist, zu glauben, dass es die einzig wahre Liebe ist, so ist sie dennoch für beide Parteien eher ein Strohhalm, an dem sich zwei Ertrinkende festhalten müssen. Solche Beziehungen gibt es leider gar nicht so wenige, ich habe mich mit sehr vielen Betroffenen schon darüber ausgetauscht, die damit irgendwann gescheitert sind, scheitern mussten.

Die Antwort darauf könnte sein, so habe ich es seinerzeit gemacht, die eigenen Erwartungen erstmal sehr zurückzuschrauben.

Sein eigenes Leben erstmal zu sortieren und zu schauen, wo die Defizite, die ich mit mir selbst habe, die ich an einen Partner delegiert habe, denn überhaupt liegen. Und das halt vor allem, ohne einen anderen unbedingt zu brauchen, ohne den ich mich leer fühlen muss. Das bedeutet ja keineswegs, dass ich deswegen völlig einsam und isoliert vor mich hin werkeln muss. Ich habe z. B. meine Freundschaften ganz anders bewertet und viel wichtiger genommen als vorher. Hier habe ich ganz besonders umgedacht, denn ich habe mich früher durch einen völlig idealisierten Beziehungsanspruch sehr in der einen Liebesbeziehung verloren, die Freundschaften haben da ja auch drunter gelitten.

Die Liebe zu einem Partner muss man deswegen ja nicht aufgeben. So denke ich keineswegs Wahre Liebe fordert aber in der Tat nichts. Sie ergibt sich, wenn ich reif genug dafür bin, von ganz alleine, denke ich. Mit Zwang hingegen wird das mit Sicherheit nichts, das ist Abhängigkeit und süchtige Liebe, aber eben keine Liebe zwischen zwei reifen Menschen, die sich gegenseitig bereichern können, aber nicht zwanghaft den anderen brauchen.

Viele Grüße
Traumatisierter
 
Hm
Also Abstand halten zu anderen im allgemeinen ist nicht notwendig sondern nur zu dem "Sucht Subjekt", sorry ist etwas hart formuliert.

Im Prinzip beschreibst du ein ganz normales Verhalten, das in nicht süchtigen Beziehungen Gang und Gebe ist.
Man gibt dem anderen/sich selber Zeit und Raum um die eigenen Gedanken zu sortieren.
Der große Unterschied scheinen die Entzugserscheinungen zu sein, die den leidenden im Grenzfall dazu treiben sich zu weit zurückzuziehen, sich zu isolieren.

Als beteiligter scheint es dann fast unmöglich, dem entgegen zu wirken, die betreffende Person nicht allein zu lassen.
Da jeder eingriff in den Entzug, ein Rückfall heraufbeschwören könnte und somit das Leiden verlängert wird.

Komplizierte Kiste diese Seelenverwandschaft...

Ist denn in einer solchen komplizierten Lage "normale",nicht zwanghafte, Liebe fähig zu existieren?
Liebe verschwindet zwar nicht, aber "flacht" ab, wenn sie keinen Nährboden findet.
Der Entzug dessen scheint aber die wirksamste Lösung zu sein?

Gibt es einen weniger zwanghaften Weg sich gegen die zwanghafte Liebe zu stellen?
Sich trotz allem festhalten zu lassen und dem anderen halt zu geben?

...hm...

Ciao
 
Ist denn in einer solchen komplizierten Lage "normale",nicht zwanghafte, Liebe fähig zu existieren?
Liebe verschwindet zwar nicht, aber "flacht" ab, wenn sie keinen Nährboden findet.
Der Entzug dessen scheint aber die wirksamste Lösung zu sein?

Gibt es einen weniger zwanghaften Weg sich gegen die zwanghafte Liebe zu stellen?
Sich trotz allem festhalten zu lassen und dem anderen halt zu geben?

Ich denke, in einer so komplizierten persönlichen Lage ist die "normale" und nicht süchtige Liebe in der Tat leider nicht fähig zu existieren. Ganz einfach weil die Liebe keine Liebe ist, sondern beim Süchtigen eher eine Kompensation für die eigene fehlende Selbstliebe ist.

Dem liegen ja gerade schlimme Zwänge zugrunde, und diese müssen halt zunächst einmal weg, damit aus der reifen Liebe überhaupt etwas werden kann. Es ist im Grunde nicht anders als beim Alkoholiker, der stets das Vergessen vor sich selbst sucht. Der mus auch erst mal einen kalten Entzug machen, bevor er von seinem Suchtmittel, das ja auch eine Kompensation ist, lassen kann.

Natürlich ist es ein schwieriges Problem, denn der Mensch ist auf Zuwendung angewiesen als soziales Wesen. Es gilt ja nicht, das abzustellen, sondern eher die falschen Vorstellungen von der "Rettung" durch einen geliebten Menschen, was einer Flucht vor sich selbst gleichkommt.

Ich denke, dass es überhaupt nicht nötig ist, deswegen isoliert zu leben, keineswegs. Denn so etwas wie Liebe gibt es ja nicht nur in Partnerbeziehungen. So mancher sucht sie aber nur dort, als gäbe es außerhalb der intimen Partnerschaften rein gar nichts an Zuwendung. Das mache ich heute aber nicht mehr. Denn dahinter steht dann auch immer ein Klammern an etwas, was angeblich sicher ist. Eine Liebesbeziehung ist aber nicht notwendigerweise sicherer als eine Freundschaft. Meiner Erfahrung nach stimmt das ohnehin nicht. Wie dem auch sei, die Sucht muss erst überwunden werden, die Selbstliebe gestärkt werden, sonst wird es mit einer beständigen Beziehung nicht funktionieren.
 

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