Traumatisierter
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@traumatisierter: d.h. man hält die langeweile einfach erstmal aus und sie wird irgendwann verschwinden wenn man auch die anderen probleme bearbeitet hat?
Genau so ist es. Süchtige Partnerschaften sind eine Kompensation, wenn man es mit sich selbst nicht aushält. Bei mir war es so. Ich habe mich der Langeweile, man kann es auch eine innere Leere nennen, bewußt ausgesetzt. Ich wußte, dass ich da durch muss. Und heute ist es auch so, dass ich sagen kann, dass es sich gelohnt hat. Ich habe wieder mehr zu mir selbst gefunden und ich bin auch autonomer geworden. Die Abhängigkeit von früher habe ich nicht mehr. Ich kann auch heute gut unterscheiden, wer zu einem solchen Verhalten neigt und wer nicht. Letztere kann ich heute besser annehmen, bei den ersteren bin ich vorsichtiger geworden, ich lasse mich davon heute nicht mehr so stark triggern.
ich bin momentan keinem alltagstrott ausgesetzt. ich habe mein studium unterbrochen und tue mir auch keine organisierten hobbys ab. damit geht es mir sehr gut. außerdem habe ich privat regelmäßig kontakt zu jemandem, der sich mit depressionen und schmerz sehr gut auskennt und viel erfahrung in dem bereich hat (auch was unterdrückte gefühle etc. angeht). ich glaube es würde mir im moment auch schaden mit menschen in kontakt zu kommen, die ebenfalls probleme haben. ich bevorzuge es eher bei lust und laune jederzeit raus in die "normale" welt zu können.
Das ist ein guter Ansatz. Ich kann dir nur Recht geben, ich bin auch vorsichtiger geworden bei Leuten, die krasse Probleme haben. Das hat mich ja immer prima von den eigenen Problemen abgelenkt, dem will und muss ich mich aber jetzt auch stellen und das tue ich auch sehr konsequent, schon lange. Das kostet eine Menge Kraft und es wird noch einige Zeit ein Auf und Ab geben, das war mir aber zum Glück völlig klar.
Eine Beziehung würde das gerade in der Anfangszeit kaum überleben, denke ich. Es sei denn, man fällt ins alte Verhalten zurück. Aber dann wäre ein schlimmes Ende und eine erneute Depersonalisation ja wieder vorprogrammiert. Das Gute ist aber, dass es sich für spätere Beziehungen sehr lohnt, sich erstmal um sich selbst zu kümmern. Dann übernimmt man auch mehr Verantwortung dafür, dass man mit anderen Vorzeichen da reingeht. Und inzwischen sehe ich auch wieder das Gute in den funktionierenden Beziehungen, was sich Entwicklung und Beständigkeit nennt, das war viel zu lange weg gewesen. So dass ich kaum noch daran glauben konnte. Aber auch das war nur eine Meinung, die ich ja verändern konnte. Dazu braucht es eben unbedingt andere und bessere Erfahrungen. Damit muss man langsam anfangen, denke ich. Besser ist es auf jeden Fall, erstmal die Erwartungen stark herunterzuschrauben und sich auf die eigenen Brennpunkte zu konzentrieren. Daran, an den vielen Erwartungen, die ja oft nur Kompensation sind, hängt sehr viel, was die späteren Enttäuschungen dann ausmacht. Zumal sie ja ohnehin nicht besonders realistisch gewesen sind, schon durch einen sehr negativ eingetrübten Blick auf die Realität, der auch die entsprechenden Situationen geschaffen hat. 🙄