Hallo OnlyHuman,
Eines geht mir aber nicht in meine Birne 😉
Wenn man sich isoliert und sich keine Chance gibt mit anderen zu interagieren, andere lieben zu lernen, lernen sich lieben zu lassen, wie soll man es am Ende bewerkstelligen auf seinen Nächsten zuzugehen?
Oder den Nächsten auf sich zugehen zu lassen?
Wie bekommt man die Selbstliebe wieder raus?🙂
Wie soll durch Isolation "Integration" entstehen?😕
ich glaube, das hast du vermutlich etwas falsch verstanden. Es geht doch nicht darum, sich völlig zu isolieren. Ganz und gar nicht. Es geht um die "süchtige Liebe", um die idealisierte zu einem Partner als Kompensation für die eigentlich fehlende Selbstliebe. Es geht um Abhängigkeit und Verlustangst, was mit Sicherheit keine gute Grundlage ist für jede Beziehung, die unter solchen Voraussetzungen entstanden ist...
Vor allem leiden in einer süchtigen Liebe, die in der Regel sehr symbiotisch geführt wird, zumeist auch alle anderen wichtigen Beziehungen. Weil stets die Angst im Hintergrund mitwirkt, auch wenn man stets geneigt ist, zu glauben, dass es die einzig wahre Liebe ist, so ist sie dennoch für beide Parteien eher ein Strohhalm, an dem sich zwei Ertrinkende festhalten müssen. Solche Beziehungen gibt es leider gar nicht so wenige, ich habe mich mit sehr vielen Betroffenen schon darüber ausgetauscht, die damit irgendwann gescheitert sind, scheitern mussten.
Die Antwort darauf könnte sein, so habe ich es seinerzeit gemacht, die eigenen Erwartungen erstmal sehr zurückzuschrauben.
Sein eigenes Leben erstmal zu sortieren und zu schauen, wo die Defizite, die ich mit mir selbst habe, die ich an einen Partner delegiert habe, denn überhaupt liegen. Und das halt vor allem, ohne einen anderen unbedingt zu brauchen, ohne den ich mich leer fühlen muss. Das bedeutet ja keineswegs, dass ich deswegen völlig einsam und isoliert vor mich hin werkeln muss. Ich habe z. B. meine Freundschaften ganz anders bewertet und viel wichtiger genommen als vorher. Hier habe ich ganz besonders umgedacht, denn ich habe mich früher durch einen völlig idealisierten Beziehungsanspruch sehr in der einen Liebesbeziehung verloren, die Freundschaften haben da ja auch drunter gelitten.
Die Liebe zu einem Partner muss man deswegen ja nicht aufgeben. So denke ich keineswegs Wahre Liebe fordert aber in der Tat nichts. Sie ergibt sich, wenn ich reif genug dafür bin, von ganz alleine, denke ich. Mit Zwang hingegen wird das mit Sicherheit nichts, das ist Abhängigkeit und süchtige Liebe, aber eben keine Liebe zwischen zwei reifen Menschen, die sich gegenseitig bereichern können, aber nicht zwanghaft den anderen brauchen.
Viele Grüße
Traumatisierter