also die depressionen kommen nicht durch ihn. sie kommen auch nicht durch die situation. ich hatte ja die depressionen schon bevor ich ihn kennengelernt habe.
Davon bin ich auch ausgegangen. Ich gehe aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sogar davon aus, dass eine unbewältigte Depression, und es kann ja durchaus auch manchmal eine versteckte, eher unbewusste und noch nicht eingestandene Depression sein, sogar zielsicher in eine unglückliche Beziehung und auch dort in einen Stillstand führen kann.
die große sehnsucht, die ich habe, ist vielleicht der wunsch, die liebe, die ich zu mir selbst nicht habe, von ihm zu bekommen.
aber auch diese these von mir ist wiederum mit vorsicht zu genießen. die wahrheit ist nie einfach herauszufinden und auf eine art habe ich sehr sehr viel selbstliebe.
Ja, das ist wohl wahr, so ganz einfach ist es nicht, eher komplex...
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Aber ich meine, das Kompensieren der fehlenden Selbstliebe gehört zumindest mit dazu, so dass man in einer verzweifelten Situation halt auch nach Rettung von außen schaut. Das ist ja sicher nicht verwerflich, sondern zutiefst menschlich. Bei mir war das ein Anteil an meinem Desaster gewesen, dessen bin ich mir heute sehr sicher. Wie du ganz richtig schreibst, meine Depression beinhaltete auch nicht, dass ich grundsätzlich keine Eigenliebe mehr gehabt hätte, so war es nicht.
Aber sehr wesentlich war gewesen, dass ich in weiten Bereichen mit meinem eigenen Leben nicht zufrieden gewesen bin. Dass die Liebe darin einfach darin fehlte und dass ich so einiges aus der Vergangenheit noch nicht ausreichend verarbeitet hatte. Auch an der Selbstliebe hat es mir durchaus gemangelt. Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mir das auch eingestehen konnte. Ich vermute, das zieht dann auch andere Menschen an, denen es ganz ähnlich geht. Die das vielleicht nur auf eine individuell etwas andere Art kompensieren. Die aber auch Defizite bei der Selbstliebe haben. Und das ergibt eine ungünstige Kollusion, so ist meine Erkenntnis daraus heute. Denn dann spielt der Rettungsgedanke im Außen eine zu dominierende Rolle. Das führt dann schnell in eine Überfrachtung der Beziehung, die sehr leicht zum Idealisieren des anderen führt. Zumal er ja auch sehr gut vom eigenen Desaster ablenkt.
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stillstand ist allerdings tatsächlich schädlich und da bin ich im moment. seit wochen habe ich meine wohnung nicht aufgeräumt und nichts für mein studium gemacht. habe mich auch nicht um soziale kontakte gekümmert.
So ist es mir auch ergangen und nach der Trennung wurde das auch erstmal noch viel schlimmer. Da kamen eben die Anteile in mir zutage, die schon immer gefehlt haben, eben die mangelnde Selbstverantwortung und Selbstliebe für mich selbst. Und die starke Fixierung auf den anderen, die mit der Zeit immer stärker geworden ist, das hatte meinen übrigen sozialen Kontakten auch nicht gut getan. Man steht dann erstmal vor einem sozialen und emotionalen Trümmerhaufen und tut sich schwer, die jetzt deutlich sichtbaren Überreste des Scheiterns aufzufegen.
Meine erst Erkenntnis daraus war aber, diese hatte ich zum Glück sehr bald schon nach der Trennung, dass es höchste Zeit wird, dass ich an mir selbst arbeite, dass ich meine Defizite angehe, die zu der Depression geführt haben. Damit es später mal anders werden kann. Ich denke, die Anziehung im Außen kommt nicht von ungefähr und die Vernachlässigung seiner selbst auch nicht. Mir war klar, dass ich zunächst die Depression auflösen musste, das hat mir vor allem geholfen, diese schwierige Lage erst einmal zu akzeptieren.
denke schon, dass es eine beziehung werden kann. aber vielleicht erst wenn es mir besser geht.
habe irgendwie probleme herauszufinden was meine bedürfnisse überhaupt sind.
Vielleicht ist das ja die wichtigste Frage überhaupt, worauf wir eine Antwort finden sollten. Damit lässt es sich viel zielgerichteter leben, denke ich. Und dementsprechend sorgen wir auch dafür, dass unsere Bedürfnisse besser erfüllt werden, und das zieht ja vielleicht auch ganz andere Menschen an? Ich glaube, das gehört irgendwie alles zusammen. Ohne ausreichende Selbstliebe gibt es halt auch keine Liebe zu einem anderen Menschen, das ist eher eine süchtige und destruktive Liebe, die mehr aus Entbehrungen besteht als aus Erfüllung der Bedürfnisse, die ja jeder Mensch hat.
Es ist sogar heute noch so, dass ich meine Beziehung jederzeit dort wieder aufnehmen könnte, wo ich sie beendet habe. Es ist nicht so, dass es in ihr an einem tiefen inneren Verständnis füreinander gefehlt hätte. Und es hat auch nicht an der gegenseitigen Zuneigung gefehlt. Aber es war halt unter diesen unseren Voraussetzungen, und das galt ja für beide Seiten, absolut nicht möglich, mehr daraus zu machen.
Es ist ja auch nicht gut, wenn sich nur eine Seite weiterentwickelt und die andere nicht oder es ein großes Ungleichgewicht gibt. Und selbst wenn es bei beiden Seiten eine Weiterentwicklung gibt, dann heißt das ebenfalls noch nicht, dass die damaligen Gründe für die Beziehung überhaupt noch bestehen bleiben. Man kann sich auch auseinanderentwickeln. Ich möchte eben offen sein für alles, was mir in Zukunft begegnet. Und neue Inhalte im Leben, neue Werte für mich selbst, das habe ich ja jetzt schon. Ich bin schon nicht mehr derselbe Mensch wie damals, der ich in dieser Beziehung gewesen bin, die ja auf Abhängigkeit beruhte.
Na ja, du musst es halt selbst wissen, wie dein Weg sein wird, ob mit oder ohne ihn, ob es möglich ist oder nicht. Es sind nur meine Erlebnisse und Erkenntnisse daraus, die ich hier aufschreiben kann. Aber vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen. Mir hat so manches inzwischen auch wieder einen neuen Auftrieb gegeben. Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, eine solche Beziehung mit ständigen Warten zu führen. Du bist jedenfalls keineswegs allein damit.
😉
Viele Grüße
Traumatisierter