ich kann sehr gut verstehen, wie schwer es fällt, den kontakt definitiv abzubrechen. schon der gedanke daran hat mir den mageninhalt umgedreht. und trotzdem führte zumindest bei mir nichts daran vorbei, auch wenn ich noch nicht mit mir zufrieden bin, denn restlos gelungen ists mir noch nicht. es geht mir seither aber besser, mein selbstwertgefühl ist wieder gestiegen. dieses wechselbad von überglücklich bis tief betrübt hatte manchmal was manisch-depressives. ich fand es furchtbar, wollte aber nie einsehen, dass das einzig richtige der kontaktabbruch sein muss. und auch da stehen uns unsere gefühle total im weg. versteht sie denn überhaupt, wie enttäuscht du warst, marol? vielleicht hättest du dasselbe bei einer anderen freundin, in die du nicht verliebt bist, getan. das geht dort, weil eine vertrauensbasis vorhanden ist. und ihr etwa gleich viel voneinander erwartet. bei deiner lehrerin hingegen übersteigen deine ansprüche die ihrer. das ist kein vorwurf, es hängt alles mit diesen gefühlen zusammen. du erwartest zwangsläufig viel mehr als von einer normalen freundschaft. ich bsp. komme immer zu spät. meine freunde wissen das. aber wehe, sie kam mal zu spät, da hab ich wieder 100 sachen reininterpretiert. wir sind viel zu "sensibel", um uns auf eine normale freundschaft einzulassen. und auch viel zu anstrengend und unterwürfig. ja, ein lächeln macht glücklich, aber du bist viel mehr wert! es braucht doch ein bisschen mehr, um eine frau wie dich zu entzücken. klar kann dich das freuen, aber deswegen im 7. himmel schweben und dann wieder am rande der verzweiflung zu stehen, wenn sie dich "nur" umarmt und "nur" 2 minuten zeit hat, weil sie vielleicht ein geschenk für ihren mann oder ihre kinder braucht, da diese heute geburtstag haben und es einfach knapp wird, wenn sie jetzt noch länger mit dir spricht. und ausserdem ist es ihr arbeitsort, ich bleibe auch nie länger als nötig auf arbeit. nicht, weils mir nicht gefällt, sondern weil ich einfach feierabend möchte.
es geht auch nicht um die einzelne sache, weshalb man den kontakt abbricht. sondern um dich als mensch. sich so von der stimmung oder dem handeln eines anderen menschen abhängig zu machen ist nicht gut.
klar, man kann sagen "so schlimm ists bei mir ja nicht". aber doch beschäftigt es uns genug, um fast jeden tag in einem hilferuf-forum zu schreiben. wie schön sie heute wieder war etc. und dass man ja nur freundschaft will. bullshit. solange man hoffnung hat, will man immer mehr als nur freundschaft. und genau das meine ich mit dem selbstwertgefühl: man stellt seine eigenen starken bedürftnisse für einen kompromiss zurück, der vorne und hinten nicht passt. und hofft dann, dass es irgendwann mal doch zu mehr kommen könnte, weil man ja davon ausgeht, dass die zeit für uns arbeitet. man will jemand für sie sein und zerstört damit jede grundlage, meiner meinung nach.
es beginnt schon damit, dass man ja nicht aufdringlich sein möchte. wenn du aber mehr willst, musst du dich deswegen aber ständig verstellen und kannst nicht du selbst sein. das geht nicht gut auf die dauer. schon allein der gedanke "soll ich jetzt schon wieder schreiben oder fühlt sie sich dann eingeengt?" überlege ich mir bei meinen freundinnen nie, weil die verhältnisse geklärt sind. wenn ich mich einmal mehr melde als üblich, bin ich mir sicher, dass sie sich nicht belästigt fühlen, weil es auf gegenseitigkeit beruht.
und dass sich die gefühle irgendwo im äther verflüchtigen, ist auch wunschdenken. man kann nicht von einer droge loskommen, indem man sie weiterhin konsumiert. es ist so brutal, wie einfach.
und ja, eure lehrerinnen sind vielleicht alle anders als meine und ihr seid anders als ich. das sind faule ausreden, die nicht zählen dürfen, das sind entschuldigungen, rechtfertigungen, die ihr nicht braucht. wir sind auch so super frauen, ohne die bestätigung einer älteren ehemaligen lehrerin, die vielleicht nur ihren job gut machen wollte und nicht wusste, worauf sie sich da einlässt.