Hallo Mädels!
Ich bin so froh, dieses Forum gefunden zu haben. Es hat mir gut getan eure Beiträge zu lesen und zu merken, dass es vielen so geht, wie mir.
Seit Jahren schon muss ich immer noch an meine ehemalige Lehrerin denken. Sie ist einfach so viel für mich. Nun ringe schon seit Monaten damit ihr einen Brief zu schreiben. Hier der erste Versuch.
Ich weiß, ich werde diesen Brief sowieso niemals abschicken und wenn dann überhaupt nur, wenn mir alles egal ist.
Liebe Frau …!
Wenn Sie diesen Brief nun in den Händen halten, sitze ich wahrscheinlich zitternd und doch hoffend daheim, denn was ich nun schreibe, ist so schwer überhaupt in Worte zu fassen. Worte, die ich schon seit Jahren in meinem Kopf habe und doch nie ausgesprochen, geschweige denn zu Papier gebracht, habe. Es hat mich sehr, sehr traurig gemacht, dass Sie sich nicht mehr bei mir gemeldet haben, denn für mich waren sie eine so wichtige Person. Ich weiß, dass Sie das wahrscheinlich nicht wussten. Wie auch, ich habe es Ihnen ja nie gesagt. Für Sie war ich verständlicherweise eine Schülerin, wie jede andere auch. Leider waren Sie für mich nicht nur eine Lehrerin, wie jede andere. Glauben Sie, ich wäre froh Ihnen das sagen zu können. Aber nein ich kann es nicht. Für mich waren Sie ein so wundervoller und faszinierender Mensch. Ein Mensch, der mich irgendwie angezogen hat und fragen Sie mich nicht warum. Ich weiß es nämlich nicht. Gefühle kann man leider nicht immer definieren. Als ich Sie das erste Mal im Unterricht hatte muss ich gestehen, dass ich Sie nicht sonderlich mochte. Sie erinnerten mich irgendwie an meine damalige sehr strenge Geschichtslehrerin. Aber diese Abneigung änderte sich innerhalb der nächsten drei Stunden. Mit jeder Stunde mehr, wurden Sie mir sympathischer und irgendwann freute ich mich nur noch auf Ihr Stunden. Kaum war der Unterricht vorbei, freute ich mich auf den nächsten. Ich habe es gemocht, wie Sie vor der Klasse standen, wie Sie unterrichtet haben und vor allem wie Sie mich angeschaut haben. Jeder Blick von Ihnen war für mich das Schönste am ganzen Tag. Ich habe immer gehofft, dass Sie mich anderes ansehen und irgendwann habe ich das auch geglaubt. Ich habe mir Hoffnung gemacht. Auch meine beste Freundin sprach mir damals gut zu und bestätigte meine Meinung. Deshalb war ich auch sehr traurig, als ich Sie nach dem Abi nicht mehr sehen konnte. Und so überlegte, wie ich denn möglichst geschickt in Kontakt mit Ihnen bleiben könnte. Ich besorgte also ein Abschiedsgeschenk und überreichte es Ihnen und ich war so froh, wie Sie sich darüber freuten. Dieser Augenblick hat sich so sehr in mein Gedächtnis gebrannt. Tagelang nein Wochenlang konnte ich an nichts anderes mehr denken. Nur an die-sen Moment. Es hat mich so glücklich gemacht Ihre Nähe zu spüren. Näher als in der Schule, aber doch noch so weit weg. Am liebsten hätte ich Sie damals in den Arm genommen, aber ich habe mich nicht getraut. Und so habe ich auch länger nichts mehr von mir hören lassen. Erst später, als ich immer noch an Sie denken musste, schrieb ich Ihnen einen Brief. Nur allgemeines Gerede. Zu mehr hat mir immer er Mut gefehlt. Jeden Tag bin ich dann, wie eine Blöde zum Briefkasten gerannt und hatte dann endlich nach drei langen langen Wochen eine Antwort von Ihnen. Einen sehr schönen und langen Brief. Ich habe Ihn bestimmt 100 Mal gelesen. Aber dann kam einfach nichts mehr. Obwohl ich Ihnen noch zwei Briefe schrieb, bekam ich einfach keine Antwort mehr von Ihnen. Das hat mir fast das Herz gebrochen. Und nun weiß ich heute nach 5 Jahren, dass ich für Sie wohl eben doch nur eine ganz normale Schülerin war. Wenn Sie wüssten wie wichtig Sie mir sind. Sie sind mir einfach das Liebste in meinem Leben. Das sind große Worte, aber ich würde Sie nicht schreiben, wenn ich sie nicht so meinen würde.
Für Immer, Ihre Billiana