Hm, eine Theorie...
Zu meiner Mutter hab ich auch ein gutes Verhältnis, daran kann es nicht liegen. 😉 Aber bei mir ist es ja auch nicht so, dass es diese starke körperliche Anziehung gibt, bzw. gibt es die schon, aber in dem Sinn, dass ich einfach nur bei ihr sein und ihr nah sein will. Ich liebe sie (auf deine Frage Faith😉), und ich benehme mich zweifelsohne als wäre ich verliebt und vielleicht bin ich das auch irgendwie, aber nicht sexuell motiviert.
Gut, aber woran liegt es? 😕
Ich glaube, was neulich schon diskutiert wurde im Zusammenhang mit Einzelnkindern, dass ich dadurch, dass ich sehr lange Einzelkind war, und immer so viele Erwachsene um mich rum hatte, die mir jederzeit ihre volle Aufmerksamkeit geschenkt haben, auf jeden Fall in dieser Richtung geprägt wurde. Der Austausch mit Kindern war mir dann oft zu langweilig oder ich fand die Gleichaltrigen so unvernünftig und dadurch anstrengend, so dass ich mich lieber mit Älteren beschäftigt habe. Durch den intensiveren Kontakt zu Erwachsenen entwickelt sich ein Kind natürlich auch schneller als andere, was diesen Effekt noch verstärkt.
In der Schule hab ich mich schon immer gerne und lange mit Lehrern unterhalten und ich kam mit den meisten auch sehr gut aus, was wohl mit den bereits erwähnten positiven Eigenschaften vieler Lehrer zusammenhängt und damit, dass ich zeitweise in derart chaotischen Klassen war, dass ich froh war, wenigstens einen vernünftigen Menschen am Pult sitzen zu haben. 😉
Gut, das alles erklärt, warum ich Lehrer generell mag, aber bei ihr ist es etwas anderes, etwas besonderes. Zwischen uns gibt es ein solches Grundvertrauen, das irgendwie von Anfang an da war, und wie sie sagt "Diese absolute Annahme; dass man weiß, dass der andere einen annimmt, egal, was man tut."
Die Ausgangssituation dieser Aussage war etwas schwierig, es ging darum, dass ich sie nicht in meiner Prüfung haben wollte, weil ich dann so nervös wäre und sie meinte, das würde sie traurig machen und das hätte für sie was mit Vertrauen zu tun -dann der Satz mit der absoluten Annahme-. 😱 Ich konnte sie letztendlich noch davon überzeugen, dass das für mich nichts mit Vertrauen zu tun hat, und dass ich ihr vertraue. Aber den Satz "egal, was man tut" fand ich schon krass im Nachhinein, weil er sich ganz offensichtlich auf mich bezog und darauf, dass sie wohl denkt, ich müsste mir doch dieser Annahme ihrerseits bewusst sein. Aber könnte ich eine solche Annahme von ihr erwarten? Kann man das von irgendjemandem erwarten "egal, was man tut"? Ist es "vernünftig", jemanden so anzunehmen?
Umgekehrt ist es jedenfalls genauso, egal, ob es vernünftig ist, oder nicht 😉 und ich denke schon, dass es daran liegt, dass wir uns in vielem recht ähnlich sind und das ziemlich schnell erkannt haben. Zudem sehe ich in ihr auch Stärken, die ich in gewissen Maße selbst habe oder vielleicht noch entwickeln kann, aber in denen sie mir natürlich aufgrund des Alters um einiges voraus ist. Ich sehe ihre Lebenserfahrung ebenfalls als sehr bereichernd an, aber vor allem ist es glaub ich die Art zu denken, die uns verbindet. Die Bereitschaft, den Blickwinkel zu ändern und die Dinge von allen möglichen Seiten zu beleuchten. Die kritische Selbstreflektion und das ständige Bestreben, besser zu werden, vor allem, ein besserer Mensch zu werden.
Ich will jetzt nicht sagen, dass mir das gelingt und sie sagt selbst von sich, sie könnte gar nicht so gut (also so ein guter Mensch)sein, wie XY. Sie ist ja ziemlich streng, was ich toll finde, aber sie ist geradezu erschrocken, wenn sie hört, dass Schüler vor ihr Angst hätten und fühlt sich als schlechterer Mensch, nur weil sie sich nicht alles gefallen lässt. Natürlich hat sie auch ihre Macken, aber ich hab mal ein schönes Zitat gelesen, das hieß:
"Wir bewundern die Menschen wegen ihrer Stärken, aber wir lieben sie wegen ihrer Schwächen."
Und sie ist ein guter Mensch! Ihr ganzer Charakter, ihre Art zu denken und zu handeln, also alles, was ich bis jetzt von ihr weiß inklusive Schwächen ist so liebenswert, dass ich sie immer lieben werde, "egal, was sie tut". 🙂
Und zur Frage "Woran merkst du, dass dich jemand liebt?":
Daran, dass er dich dazu bringt dich selbst zu lieben. 🙂