AW: Verliebt in meine Lehrerin
Jaja, das kenn ich auch alles. Wenn ihr wüsstet, wie oft ich schon in irgendwelche Lehrer von mir verknallt war. Das gehört doch zum Erwachsenwerden und dem Schulleben dazu. Zwei Fälle möchte ich schildern.
1) Das war in der 11. Er war mein Lieblingslehrer und unterrichtete Geschichte. Er war vermutlich doppelt so alt wie ich, aber sah sehr jung aus und hatte was im Köpfchen (auf sowas stehe ich). Ich interessiere mich sehr für Geschichte und so haben wir uns oft darüber unterhalten. Die erste Zeit, wo ich es gemerkt hab, war schlimm. Ich wurde ständig knallrot in seiner Gegenwart, ich grinste wie blöde und zusammenhängende Sätze waren schon gar nicht drin. Ich wußte dass er verheiratet war und dass ich damit keine Chance hatte. Denn ich bin nicht der Mensch, der eine Ehe kaputt macht. Also habe ich meine Schwärmerei einfach hemmungslos genossen. Hatte auch einen Nebeneffekt: Meine Leistungen in seinem Fach schnellten in die Höhe und dementsprechend hatte ich durchgehend eine 1 bis 2+ Aber irgendwann kam der Frust durch und es tat weh, für ihn zu schwärmen. Ich hab dann irgendwann nur noch geheult zu Hause. Als das Schlimmste vorbei war, war da nur noch Melancholie und Traurigkeit. Meine Schwärmerei bekam also etwas Bittersüßes. Klingt vielleicht masochistisch, aber irgendwie genoss ich dieses Bittersüße: Ich hätte ihn gern, kann ihn aber nicht haben. Naja, und dann hatte ich irgendwann die Schule gewechselt und ihn lange nicht gesehen. Ich hab noch seine Nummer und hab der Schule vor etwa 2 Jahren einen Besuch abgestattet. Er war auch da. Er hat sich kein bisschen verändert. UNd ich war immer noch aufgeregt. Aber es ist irgendwie nur noch rein freundsachftlich.
2) Sie war meine Französischlehrerin. 2 Jahre lang. Mitte Dreißig. Sah fantastisch aus: Schlank, immer schicke, moderne Klamotten, schulterlanges braunes Haar. Selbstbewußt, kompetent und schlau. Anfangs hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, aber, ich habs ja bereits gesagt, ich steh drauf, wenn jemand nicht nur sexy sondern auch clever ist. Und so hab ich mich nach und nach in sie verschossen. Dann kam im Grunde das gleiche wie bei Fall 1: Schwärmen, sich peinlich aufführen und es irgendwann aufgeben. Ich weiß nicht, irgendwann klingeln bei mir alle Vernunftglocken: Sie ist eine Frau, sie ist deine Lehrerin. Und ehrlich gesagt, ich hätte schwören können, dass sie lesbisch ist. Ich mein (und das klingt jetzt klischeehaft) sie lebte allein mit 2 Katzen. Muss natürlich nichts heißen.
Sie hats irgendwann gemerkt und ist ab da auf Distanz gegangen. Heute ist sie verheiratet und hat 2 Kinder. Soviel also zum Lesbischsein. Ich habe sie seit 2 Jahren nicht mehr gesehen.
Ich weiß nicht, generell finde ich: Wenn der/die Lehrer/in nicht verheiratet ist und nichts dagegen hat - krallt ihn/sie euch. Aber dein seid entweder diskret oder wartet, bis ihr nicht mehr von ihr/ihm unterrichtet werdet (z.B. Klassen- oder Schulwechsel oder sowas). Mir hat dazu vielleicht der Mut gefehlt und ich bin dazu vielleicht zu vernünftig. Aber ganz ehrlich: Ich habs hinterher bereut. Man sollte es wenigstens auf einen Versuch ankommen und den Menschen von seinen Gefühlen wissen lassen. Irgendwann merkt er oder sie es sowieso, auch wenn er oder sie es nicht zeigt oder zugibt. Und ich mein, was habt ihr schon zu verlieren? Er wird wohl kaum mit euren Klassenkameraden über euch lästern. Mit euren Lehrern vielleicht, aber darüber würd ich mir keine Gedanken machen - im Lehrerzimmer sind die doch schlimmer als 15jährige Mädchen und lästern eh über jeden Schüler. Also, viel Glück und wenn ihr am Ziel seid - genießt es! Es ist eure Zeit und die kommt nie wieder.