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    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Verliebt in meine lehrerin

Weg hier

Natürlich sitze ich am Abend wieder daheim am PC. Ich weiß nicht recht, ob ich Nicola in die ganze Geschichte einweihen oder noch warten soll. Sie hat mir gerade eine Mail geschrieben, dass sie zu Hause angekommen ist. Ich bin beruhigt – vorerst! Wirklich schlimm werden die Dinge, wenn sich mein Gewissen darum reißt, Klarheit zu bekommen. Morgen werde ich Nicola wieder unterrichten müssen. Gerade überprüfe ich den Online-Status einiger Foren-Kandidaten. Mir bleibt nur das Mitlesen. Ich sehe mich also weiter in der Ordnerstruktur der Foren um. MR. UND MRS. AUßENSEITER – BITTE STIMMT AB. Drei neue Einträge. Nein, das darf nicht sein! „WEN WÜRDET IHR NIEMALS AUF EINE PARTY EINLADEN?“ schrieb GOLEM und setzte einen dicken, fetten Smiley dahinter. Kann ich meinen Augen noch trauen oder befinde ich mich in einem ganz schrecklichen Traum, aus dem es im Moment kein Erwachen gibt? „Von der Alten bekommt die immer eine Sonderbehandlung. Wer weiß schon, wie die zu ihren guten Noten kommt“ steht da wahlweise noch harmlos geschrieben. Ich fliege über Buchstaben, die sich wie schwarze Magie zu Worten winden. Ihr Zauber ist feige und abscheulich. Wie lange geht das wohl schon so? Es schmeckt mir alles gar nicht. Nicola, die Arme. Schon seit ich sie kenne, frage ich mich, warum sie den größten Teil ihrer Schulzeit allein unterwegs ist und erst jetzt begreife ich, wieso sie nie einen Zugang zu dem Großteil ihrer Mitschüler hätte bekommen können. Da steht alles. Sie wird also gemieden, wo es nur geht, zumindest von Einigen. GOLEM gehört mit 100%iger Wahrscheinlichkeit dazu. Hat sie wirklich zu gute Noten? Das kann nicht sein. Im Unterricht fällt sie nicht mehr oder weniger auf wie andere Schüler auch. Okay, wenn ich als Lehrerin eine verlässliche Antwort im Unterricht haben möchte, weiß ich genau, dass ich sie fragen kann, wenn der Rest der Klasse schläft. Ich dachte immer, dass es wohl nur bei mir so ist. Dem muss ich nachgehen, doch wie frage ich andere Lehrer über Nicola aus, ohne dass sie Verdacht schöpfen? Wohl oder übel muss ich mir die Krankheitssituation zu Nutze machen. Ich möchte vorbereitet sein und der Dinge harren, die diesbezüglich noch auf mich zukommen könnten. Zum Glück ist es mir für den Augenblick vergönnt, im Konjunktiv zu denken. Seit ich diese Foren entdeckt habe, existieren ein paar Probleme mehr für mich. Nur habe ich keinen blassen Schimmer, inwieweit diese exotisch klingenden Gestalten im Netz auch eine Gefahr für uns sind. Was genau wissen sie? Gut, für den Moment nehme ich an, dass alles Getippte ihrerseits eine reine Spekulation ins Blaue ist. Diese Feststellung hat etwas Beruhigendes, wohingegen sie nicht wirklich hilft, alles Andere zu verdrängen, was ich gelesen und erlebt habe. Dennoch wird mir an der einen oder anderen Stelle Angst. Immer mehr wird mir bewusst, dass ich geradewegs in ein Doppelleben renne. Mein Verdacht bestätigt sich jeden erbärmlichen Tag auf’s Neue und noch mehr, seit ich hier mitlese. Ich war noch niemals in meinem Leben so ziellos unterwegs wie ich es jetzt gerade bin. Stets wusste ich mit mir und meiner Umwelt umzugehen und vielleicht liegt es genau daran, dass ich noch nie an solch elementare Fragen gedacht habe, die mich jetzt schlaflos im Dunkel stehen lassen. Eine Verkettung von unwirklichen Entscheidungen führte dazu, dass sich drei Fragezeichen in meinem Kopf verdoppelten. Aus dem Verdoppeln wurde im Laufe der Zeit verdreifachen usw. Auch für Nicola ist diese Situation nicht leicht. Erst einmal bin ich froh, dass sie wieder gut zu Hause angekommen ist, doch ich bin diejenige, welche eine gewisse Verantwortung an den Tag legen sollte. Dieser Pflicht komme ich seit geraumer Zeit nicht mehr nach, zumindest was Nicola angeht. Mich beschäftigt der Gedanke, mir von all dem Chaos eine Auszeit zu gönnen. Die Foren haben ihren Teil dazu beigetragen. Vielleicht sollte ich einen Versetzungsantrag ernsthaft in Erwägung ziehen. Ich meine, wo soll diese Straße ins Nirgendwo enden? Mein altes Leben habe ich so gut wie weggeschmissen. Das Neue kann ich unter diesen Umständen wohl kaum so, wie es jetzt ist, weiterführen. Ich bin zu einer Entscheidung gezwungen, ob sie mir schmecken mag oder nicht. In erster Linie bin ich Lehrerin. Ich gehe tagtäglich meinem Job nach und dazu gehört es auch, ab und an Sympathie zu empfinden. Das möchte ich gar nicht bestreiten. Mehr als das sollte niemals stattfinden. Der Abstand von allem, sowohl von Nicola als auch von Stefan, scheint Früchte zu tragen. Es hilft mir, wenn ich allein und niemandem zur Rechenschaft verpflichtet bin. Es ist deprimierend, so schrecklich sensibel zu sein. Ich habe keine rechte Ahnung, was aus den vergangenen Wochen für mein weiteres Leben Relevanz besitzt. Möglicherweise ist es schlicht und einfach die Tatsache, dass ich eine erotische Erfahrung mit einer Frau gemacht habe, sie genießen und im Spiegelbild meines Verlangens festhalten konnte. Zufällig war diese Frau meine Schülerin. Diese Erfahrung nimmt mir niemand mehr und wer weiß schon, welche Bedeutung sie für mich haben wird. Je länger ich mich mit diesen Dingen beschäftige, desto mehr erschlägt mich meine Rationalität. Ich frage mich manchmal, ob alles erst so schlimm werden muss, bis sich meine Liebe zur Einfachheit meldet. Es scheint mir als sei sie spezialisiert auf solche Situationen. Was hält mich also davon ab, mir ein paar Tage AOK-Urlaub zu gönnen, mich ins Auto zu setzen und die Welt zu erkunden? Vorerst muss ich mich selbst neu kennen lernen und es hat mir noch nie geschadet, mich ab und an wieder neu zu erfinden. Zugegeben, ich bin nicht mehr 20 Jahre jung, doch meine Spontanität habe ich mir hoffentlich erhalten. Wage Pläne winden sich in Gedanken zu einem Meer aus Angst, Freude und Neugier. Endlich bin ich soweit, einen Entschluss nicht nur gedanklich zu fassen, sondern gleichwohl bereit, ihn auch in die Tat umzusetzen. Wahrscheinlich ist es der pure Egoismus, der mich dazu treibt. Es fiel mir schon immer schwer, egoistisch zu sein. Es liegt nicht in meiner Natur, doch diesmal geht kein Weg daran vorbei. Eine alte Freundin von mir wohnt in der Schweiz. Wir sehen uns sehr selten, aber sie bot mir des Öfteren an, dass ich sie besuchen kommen kann, wenn mir danach ist. Nun ist es wohl an der Zeit, teilweise zu meinen Wurzeln zurückzukehren. Sie hat immer ein offenes Ohr für mich. Wir stehen uns nahe, wenn es einem von uns schlecht ergeht, können über fast alles reden und wer weiß, vielleicht erzähle ich ihr die ganze Wahrheit, so wie sie war und ist. Einen Teil davon wird sie eh erfahren, spätestens dann, wenn sie nach Stefan fragt. Ich bin mir sicher, dass alles gut wird. Früher war es Nadine, die mich in schwierigen Zeiten auffing, mir Halt gab und heute sehen wir uns viel zu selten. Sollte es mir gefallen, werde ich nie wieder zurück kommen und mir einen neuen Job suchen. Ich sollte lockerer werden und die Dinge einfach geschehen lassen. Sie haben eh ihre eigene Dynamik, wie ich bereits mehr oder weniger schmerzlich erfahren durfte. Alles in mir strebt nach Veränderung. Diesmal will ich mir nicht selbst im Wege stehen. Gerade entdecke ich den Mut zur Lebendigkeit. Ich weiß genau, wo ich mit Nadine landen werde, wenn ich sie nach so langer Zeit wiedersehe. Wir werden die guten alten Zeiten aufleben lassen und sicher am ersten Abend in einer Bar versacken. Das habe ich schon seit Längerem nicht mehr gemacht. So langsam werden meine Gedanken und ich Freunde. Ich hoffe nur, dass wir auch Verbündete werden, die den Pakt für’s Leben schließen, ihn mit Wehmut begießen und die Erinnerungen einfach als Vergangenheit akzeptieren. So sieht er nun aus, mein Masterplan. Jedoch werde ich das beklemmende Gefühl nicht los, dass es nicht der Einzige sein wird. Schließlich hatte ich schon Unzählige davon und auf keinen war so richtig Verlass. Aber wo denke ich hin. Genau das soll sich ja ab heute ändern. Nur weiß ich noch nicht, wen ich mein Vorhaben erzählen soll und ob überhaupt. Ist es gerechtfertigt, morgen meine Sachen zu packen und niemandem etwas zu sagen oder sollte ich vorher mit Nicola reden? In mir steigt diese klägliche Angst empor, die ich schon aus dem Krankenhaus kenne. Ich wollte ihr schon so einige Male beibringen, was genau mich zur Zeit beschäftigt, wie es um mich und mein Leben bestellt ist, jedoch habe ich nie wirklich den Mut dazu gehabt, obwohl ich es mir felsenfest vorgenommen hatte. Ihre traurigen Augen hätte ich nicht ertragen können. Leidig denke ich an morgen und ein eventuell stattfindendes Gespräch mit ihr. Was sollte ich ihr schon sagen? „Du wirst von mir zwei Wochen nichts hören, nichts lesen und überhaupt?“ Zu Erklärungen bin ich ihr gegenüber nicht verpflichtet. Deshalb werde ich einfach fahren. Sie wird sich sicher bei mir melden. Dann kann ich immer noch agieren. Aus der Welt bin ich schließlich nicht, nur eben mal weg zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, für mich aber genau der Richtige. Ich will frei sein. Genau das, was ich jahrelang im Käfig des Lebens nicht sein konnte. Single bin ich ja sowieso und nun dazu berufen, die Welt zu erkunden. Ich lege es jetzt fest, dass es so ist. Es fühlt sich wahrhaftig für mich an. Nicola und Stefan sind Vergangenheit. Sollte ich „vorerst“ sagen? Die Foren überfordern mich. Ich muss nachdenken und brauche Zeit – Zeit, die ich mit mir allein verbringe. Das Gefühl werde ich nicht los, dass mir die berechnende Kaltschnäuzigkeit gerade recht kommt, um mich neu zu sortieren. Auf meine Instinkte scheint ja noch Verlass zu sein, auch wenn es derzeit das Einzige ist, worauf ich zählen kann. Aber immerhin etwas. Sie helfen mir dabei, ich selbst zu sein. Komisch ist es schon, wenn ich nach einer gewissen Zeit, alles Geschehene mit Abstand betrachte und das gerade jetzt, wo ich die blöden Foren gefunden habe. Sicherlich ist es eine Form von Verarbeiten. Nur fehlt mir noch jemand, der mir gut zuredet, mich in meinem Vorhaben bestärkt und mir in den Hintern tritt, wenn ich erneut in Versuchung kommen sollte, im Abseits zu spielen. Nein, das möchte ich mir nicht ausmalen. Zu tief sitzt es schon in mir und ich bin überaus froh, wenn ich daran etwas ändern kann. Selbst ist die Frau.

LG,
Sternchengast
 
A

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Re: Verliebt in meine lehrerin
Hi zusammen,

Ich habe mich schon ewig net mehr hier gemeldet. Nun ja ich hatte auch vor den Sommerentlassung...also Schulabschluss.

ich habe echt gedacht ich vergesse sie. Aber heute habe ich irgendwie voll das bedürfniss ihr zu schreiben, sie zu sehen.

Man WARUM muss ich sie nur sooo gern haben.

Viele liebe grüße an euch allen.

Melisse
 
ich möchte kampfzwerg und panikprinzessin gegeneinander antreten sehen. schon oder nur allein der namen wegen. danke für die fortsetzung...
grüsse (vorweihnachtliche)
 
wo sind denn die beiträge hin, die nach dem 16 geschrieben worden sind??😕

hier, ich zitiere:

Wichtig: Forum wurde zurückgesetzt!
Liebe Nutzer von hilferuf.de,

wie bereits angesprochen, gab es am Freitag (19.12.) erhebliche Probleme mit der Datenbank, die unter anderem dazu führten, dass ein ganzes Forum verschwunden war.

Leider war es den Technikern nicht möglich, die Datenbankeinträge zu reparieren, so dass es nur die Möglichkeit gab, eine Sicherheitskopie von Donnerstag einzuspielen.

Aus diesem Grund sind alle Einträge, die nach Donnerstag gemacht wurden, verschwunden.

Uns ist klar, dass der eine oder andere darüber sehr sauer sein wird, aber mit derartigen technischen Problemen muss man leider immer leben.

Sorry für die Umstände!

Hat mich auch schon gewurmt, war ja mächtig was los und ich hatte es noch nicht richtig gelesen.....🙄

Frohe Weihnachten an alle und Ein kleines "Kopf hoch" an alle, die das Fest der Liebe ähnlich niederschmettert, wie mich selbst.....🙁
LG
Gast7777
 
Ich wünsche allen im Forum hier ein paar angenehme und erholsame Feiertage. Hohohoooo.

@Gast7777
Fühl dich mal ganz lieb geknuddelt von mir. Du schreibst es ja bereits selbst, "ein kleines Kopf-Hoch". Das wünsche ich dir.

Zu Hause

Ich fühle mich angekommen, nur fehlt mir zum vollkommenen Glück ihre Nähe. Silvia. Wie oft habe ich mir diesen Namen die letzten Nächte durch den Kopf gehen lassen. Wie oft flüsterte ich ihn in meinen Träumen. Wie oft konnte ich dadurch zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden. Ich hole tief Luft, lege den leeren Zettel auf den Tisch, geradezu dramatisch, und sage so hörbar und stolz, dass ich mich hätte anschließend ohrfeigen können: „Silvia, für dich.“ Ich kritzle darauf los, obwohl ich noch eine Menge Schulstoff nachholen müsste. Viel Sachliteratur. In Deutsch sogar Gedichte. Ich liebe Gedichte. Schon immer. Im Krankenhaus war es die einzige Möglichkeit, um mit meinen Gedanken in den Dialog zu treten. Wirklich. Es macht so unglaublich frei. In meiner unfreiwilligen Auszeit habe ich zuviel nachgedacht. Mir ist aufgefallen, dass Marina nicht ein einziges Mal im Krankenhaus zu Besuch war. Sie schrieb mir nur „gute Besserung“ und natürlich von ihren Partys, wo sie niemals eine weglassen würde. Wahrscheinlich schon gar nicht wegen mir. Jedenfalls bemerkte sie mich nicht oder tat einfach nur so. Es war ganz merkwürdig. Für die Dauer des Klinikaufenthalts kam ich mir tatsächlich unsichtbar, irgendwie nicht existierend vor. Natürlich kann ich mir das nur einbilden. Letztendlich besteht das halbe Leben nur aus Einbildungen. Vielleicht sollte ich die Sache nicht so eng sehen. Schließlich treffe ich sie morgen in der Schule. Ich glaube ihr, dass sie viel um die Ohren hatte. Aber ich habe das Nicht-Vorhanden-Sein physisch gespürt, wie ein Schmerz, von dem ich wusste, dass ich ihn nur schwer aushalten kann. Ich bin einfach zu empfindlich für derartige Angelegenheiten. Komisch ist es schon, dass es immer nur Silvia war, an die ich mich wenden konnte, wenn ich mit irgendetwas nicht zurecht kam. Aber dennoch habe ich Silvia nie wirklich erzählen können, wie elend und hilflos ich mich fühlte während dieser ganzen Zeit. Sie war da für mich. Das wusste ich und doch war sie so weit entfernt von mir. Sie ist unheimlich attraktiv, hat Humor und ist so feinfühlig. Dabei überstrahlt sie alles und jeden. Jedenfalls sehe ich das so und ich muss wohl froh sein, dass ich mich in ihrem Schatten aufhalten darf. Nach all der Zeit, mit ihren Höhen und Tiefen, verwurzelt meine Seele in ihrer Art zu leben, zu lieben und zu lachen. Sie trägt Sonne im Herzen – meine Sonne. Die Blicke zerfließen jedes Mal auf’s Neue in ihrem warmen Lächeln, surrealistisch real in einem Meer aus Zärtlichkeit, Verlangen und Neugier auf das, was noch folgen mag. Dies gibt unserem Verhältnis, wie auch immer es geartet ist, einen besonderen Kick. In gewisser Weise grenzt es andere, beispielsweise Marina, auch aus. Ich will nicht zu ihnen sondern zu ihr gehören. Sehnlich sind die Wünsche in jener Nacht. Ich denke „jetzt nur nicht heulen“. Das wäre entsetzlich. „Wehe, du heulst!“ Ich bin erwachsen, zumindest fast. Da heult man einfach nicht mehr wie ein kleines Kind. Jetzt nicht. Wehmütig verbanne ich Erinnerungen aus meinem Kopf. Ich sitze also vor diesem Zettel und warte ab. Lieber stelle ich mir nicht die Frage, worauf ich eigentlich warte. Den Stift halte ich irgendwie dämlich in meiner rechten Hand, so als müsse ich nur einen Befehl aussprechen und er würde wie von Geisterhand über den nahezu leeren Zettel wandern, seine Spuren auf dem fast jungfräulichen Papier hinterlassen, um es danach an einem sicheren Ort aufzubewahren oder in Tränen erbärmlich aufzulösen. Ihm sei es vergönnt, eine Geschichte zu schreiben, in der das Gefühl von Liebe hoffnungslos ertrinkt. Unwiderruflich zeichnet er den Weg meines Anliegens auf dieses Stück Papier und kümmert sich einen Dreck darum, was danach geschehen wird. Ihm sind Wege bekannt, so grenzenlos und frei. Nur ich habe meine liebe Mühe mit scheinbar unüberwindbaren Barrieren. Hindernisse kennt er nicht. Nur meine Blockaden im Kopf können ihn auf die falsche Fährte bringen. Ein Kampf, doch ich bin bereit für jedes Duell. Ich denke mich weg von den Umständen, die mich besitzen. Nur der Stift, der dämliche Stift, urteilt auf dem weißen Untergrund. Abwegig presst er Erlebtes in ein Raster. Eine Art folgewidriges Muster erscheint in dunkler Schrift. Ich war’s nicht. Er war’s, der Stift, und doch fühlt es sich echt an, was er zu Papier bringt. Eine Offenbarung an Wunschträumen. Fast schon theatralisch fließen sie in schwarzer Tinte dahin, um erst mir und dann ihr begreiflich zu machen, was unfassbar ist. Es fühlt sich an wie ein Stück Selbstfindung, jedes Mal, wenn der Stift den pechschwarzen Verlauf eines Flusses nachahmt, absetzt und von Neuem beginnt. Er kämpft sich durch die schneeweiße, kalte Landschaft und mündet im Delta meiner Illusionen. Ich erlebe mich momentan sehr labil, denn er hat mich in der Hand, macht, was er will und das alles wird morgen bei ihr landen. Aber Flüsse gruben sich über tausende von Jahren durch Gebirge. Dort sind sie entstanden. Na hoffentlich hat jemand den Zeitraffer eingeschaltet, sonst bin ich vorher verkümmert. Warten ertrage ich nicht mehr und bin gezwungen, es doch zu tun. Ich habe die Wahl, keine Wahl zu haben. Das hat auch etwas Beruhigendes an sich. Wenn ich es jemandem erklären sollte, würde er mir entgegnen „du spinnst“. Nicht einmal Verwunderung hätte ich dafür übrig, denn es ist wahrlich beruhigend, wenn man seinem Schicksal wahllos ausgeliefert ist. Eine Entscheidung kann in die Hose gehen, doch so verspüre ich eine Art Gewissheit, dass ich eh keinen Einfluss auf Dinge habe, die beiläufig geschehen und danach einfach so sind, wie sie eben sind. Der Stift klammert sich im Fluss des Schreibens nicht an Erlebten, sondern an die Vorstellung, wie schön alles sein könnte. Mehr und mehr traut er sich, in die Zukunft zu sehen. Er spricht mir wahrlich aus dem Herzen und ist sicher in der Lage, das Gebirge bröckeln zu lassen. Wenn es ihm nicht gelingt, wem bitte schön dann? Kein Wort kennzeichnet den Zustand, wie alles gewesen ist. Nur das, was meiner Phantasie entspringt, strömt machtlos dahin. Morgen kann sie das Blatt nach Belieben drehen und wenden. Jedes Mal wird sie zu dem gleichen Entschluss kommen. Ich sehe nicht das, was einmal war, sondern jenen Tropfen Hoffnung, der womöglich sein könnte. Vielleicht versetzt mich meine melancholische Ader in diese missliche Lage, vielerlei beschönigende Worte aneinanderzureihen und dabei den Bezug zur Realität zu verlieren. Doch diesmal ist es nicht einfach nur Melancholie. Es manifestiert sich irgendwie anders in meiner haptischen Wahrnehmung. Irgendwie existieren verschiedene Facetten von diesem Gefühl. Eigentlich ist es mit den Gefühlen wie mit den Farben. Grün ist nicht einfach nur grün. Im blassen Hellgrün erscheint eine Wiese im Herbst, die kraftlos kurz vor ihrer Auslöschung steht. Ein sattes, dunkles Grün überzieht das Gras im Frühling, das wie wach geküsst in neuer Entschlossenheit erstrahlt, um den Sommer zu überstehen und sich dann langsam wieder blasser diesem hellen, machtlosen Grün hinzugeben. Doch eine Gemeinsamkeit hat wohl jede Art von Grün – grün ist die Hoffnung. Also wie viele, nahezu idiotische Schreiberein muss ich mir noch einfallen lassen, bis sie mich erhört? Nicola – PS.: Ich liebe dich.

LG,
Sternchen
 
Komisch ist es schon, dass es immer nur Silvia war, an die ich mich wenden konnte, wenn ich mit irgendetwas nicht zurecht kam. Aber dennoch habe ich Silvia nie wirklich erzählen können, wie elend und hilflos ich mich fühlte während dieser ganzen Zeit. Sie war da für mich. Das wusste ich und doch war sie so weit entfernt von mir. Sie ist unheimlich attraktiv, hat Humor und ist so feinfühlig. Dabei überstrahlt sie alles und jeden.
langlang ists her... (und doch noch nicht so lange, dass ich das nicht zitieren würde)
Dies gibt unserem Verhältnis, wie auch immer es geartet ist, einen besonderen Kick.

dieses wort "geartet"... das klingt so biologisch, der ursprung der arten, das gibt eine evolutiosbedingte trennung (zugegebenermassen mag ich dieses wort nicht, weil sie es oft benutzt hat und ich mir darunter nur negatives vorgestellt habe).
Eine Art folgewidriges Muster erscheint in dunkler Schrift. Ich war’s nicht.

...nur glaubt sie das eben nicht. rückgängig machen ist wohl unmöglich.
Eine Entscheidung kann in die Hose gehen, doch so verspüre ich eine Art Gewissheit, dass ich eh keinen Einfluss auf Dinge habe, die beiläufig geschehen und danach einfach so sind, wie sie eben sind.
nicht nur die beiläufigen... besonnenheit heisst das wort der stunde (oder hätte es geheissen, damals). ich wünschte, ich könnte alles in worte fassen und ad acta legen, wie eine zusammenfassung, bei der man beim schreiben lernt und sie dann weglegen kann.
liebe grüsse
 
QUAAAK @Glaxo 😉
Vielleicht ist es ein Anfang, eine Zusammenfassung in Worte zu fassen und dann wegzulegen... oder es ist ein verzweifelter Versuch. Aber bei den Anfängen bist du ja schon lang nicht mehr.

Nimmst mich hier im Forum einfach so auseinander. tztztz 😎

Lass es dir gut gehen und vielleicht tritt ja tatsächlich Panikprinezssin gegen Kampfzwerg an.

LG,
Sternchen
 

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