Hallo ihr Lieben.
Ich hab jetzt sehr sehr viele Beiträge in diesem Thread gelesen und eure Geschichten haben mich sehr berührt, ich kann die Gefühle jedes Einzelnen verstehen und habe mich wirklich auf der einen Seite gefreut soviele Menschen zu finden die ähnlich wie ich empfinden, auf der anderen Seite erschrocken, da ich das wirklich niemandem wünschen würde.
Ich glaube helfen kann man mir nicht, vll. kann ich jedoch einigen von euch mit meinen Erfahrungen eine kleine Entscheidungshilfe sein, ich weiß jeder Mensch reagiert anders aber vll. habt ihr ja ähnliche Situationen.
Dann erzähl ich einfach mal - ich hoffe es wird nicht zu lang- ganz offen.
Es war ein Tag im Januar,ich war in der 10.Klasse und 16 (mittlerweile bin ich 17 und in der 11), die Frau um die es geht war meine Klassenlehrerin und unterrichtete meine Klasse in Französisch,ist ungefähr 50 Jahre alt, außerdem macht sie einen Belgien Austausch mit einigen Schülern, darunter auch ich.
An diesem Tag sah ich sie nach der letzten Stunde um ihr ein Buch zurückzugeben was sie mir geliehen hatte.Sie hat sich sehr gefreut dass ich es wirklich zuende gelesen habe- ein französisches Buch- hat mich unglaublich bezaubernd angelächelt und meine Hand genommen und festgehalten.In diesen Sekunden hab ich für mich begriffen was schon das ganze Jahr vorher unausgesprochen in der Luft lag: Ich bin verliebt, in eine Lehrerin, in einen Menschen, in eine Frau.
Das es um eine Frau geht soll jetzt hier nicht betonend herausstechen, ich bin bi und das wusste ich da längst. Es soll mehr dazu dienen, die eigentliche Selbstverständlichkeit dieses Vorgangs zu unterstreichen.
Von diesem Zeitpunkt an hab ich dieses Gefühl, meine Liebe zu ihr akzeptiert, fing an in mein Tagebuch über sie zu schreiben, hab keine Phantasie,keine Idee mehr abgeblockt.Bis kurz vor den Sommerferien hab ich allerdings nie versucht etwas davon in die Realität umzusetzen bzw. mir Gedanken um eine ZukUnft zu machen,
Deshalb bis dahin ganz kurz: Ich war, wie alle hier, nervös in ihrem Unterricht, meine Note in F stieg von 2- auf 1+, ich lieh mir noch öfter Bücher von ihr, suchte wann immer es ging ihre Nähe, ließ sie meine Zuneigung alS Schülerin spüren, und bekam diese von ihr als Lehrerin auch in vollem Maße zurück. Sie mochte mich wirklich mehr als die anderen, hob mich aus der Klasse heraus so oft es ging.Ich hab auch zwei mal mit ihr telefoniert, unter dem Vorwand von schulischen Angelegenheiten, die aber dann im Gespräch ganz unwichtig wurden und wir haben uns über eine Stunde über alles mögliche unterhalten. Sie hat mir auch Komplimente gemacht, ich ihr.Dauert zu lange das alles aufzuführen.
Einige Wochen vor den Sommerferien reichte mir das dann nicht mehr, die Zeit mit ihr als meine Lehrerin war bald vorbei, in der 11 würde ich sie nicht mehr im Unterricht haben.IcH wollte ihr also langsam zeigen was sie mir wirklich bedeutet.
Ich hab ihr Blumen geschenkt und auf ihren Tisch im Lehrerzimmer stellen lassen, ihr ihren Lieblingsnachtisch gemacht (Creme bûlee) und- ihr einen Brief geschrieben.
Darin hab ich ihr gedankt für die schöne Zeit, ihr viele KOmplimente als Lehrerin gemacht, aber auch viele Ansätze von Wahrheit rein gebracht, d.h. ich hab ihr geschrieben was ich für sie fühle, zwischen die Zeilen. Dieser Brief war voll vob meiner Liebe, allerdings immernoch interpretierbar als "mögen", ich hab auch über die Grenzen gesprochen, zwischen Schüler und Lehrer, davon dass wir doch alle Menschen sind, und dass Alter immer noch eine Sache des eigenen Empfindens ist.
Sie hat sich sehr sehr lieb und mehrmals für den Brief gedankt, die Frage ob er ihr zu nahe getreten sei, hat sie verneint.Ich glaube aber , dass ich bereits damit bei ihr einen kleinen Schritt zu weit gegangen bin, denn ab da war unser Verhältnis merkwürdig, etwas unsicher auf beiden Seiten, trotzdem vertraut. Man wusste viel über den anderen, Gedanken waren da, aber nicht ausgesprochen.
Am letzten Schultag hat sie mir ein Buch von ihr geschenkt, mit einem perönlichen Text an mich auf der ersten Seite.Sie hat mich auch umarmt. Das waren Momente voller Stille , die letzten mit ihr. Niemand hat etwas gesagt, die Herzen haben gesprochen, ich weiß aber nicht ob sie einander richtig verstanden haben.Ich durfte sie in den Ferien anrufen.Sie hat noch eine Rose vob mir bekommen, auch ohne Worte.
Der Text im Buch war nichts sehr Besonderes, sie hat sich bedankt für mein Engagement, für meinen Mut persöhnlcihes auszusprechen, und mir alles, alles Liebe gewünscht, trotzdem hat er mich zum weinen gebracht.
In den Ferien hab ich sie also angerufen, wir habe wieder über eine Stunde gelacht, erzählt, und sie schließlich gefragt ob ich sie nicht mal besuchen könne. Sie meinte: " Ja gerne, dann trinken wir nen Kaffee!"
Ne Woche später hab ich sie dann wie abgemacht gefragt wann genau, da meinte sie sie könnte doch leider nicht, sie hat zuviel vor.
Das war wirklich sehr schwierig und enttäuschend für mich, und von da ab ist alles erst richtig schlimm für mich geworden.
Die Ferien gingen vorbei, ich muss ja nicht erwähnen, dass ich jeden Tag an sie gedacht hab, auch viel geweint hab, das wisst ihr ja alle, ich sah sie wieder, jetzt nur noch auf den Gängen.Es war ein schönes, sehr gutes Lehrer-Schüler Verhältnis. Ich wollte aber doch mehr.
Ich hab mehr darunter gelitten, wollte unbedingt, dass sie weiß was ich fühle.Also hab ich mich entschlossen es ihr zu sagen.
Wir haben uns nach der Schule getroffen, sind in einen leeren Raum gegangen, ich war total verzweifelt, so aufgeregt, so voller Angst, dass ich fast umgekippt wäre. Sie saß ganz ruhig vor mir und hat mich beruhigt mit ihrer Art mit ihren ruhigen Worten und den blauen tiefen Augen die mich liebevoll angeschaut haben.
Ich hab also gestammelt und geweint und erzählt. Sie hat meine Hand genommen und gestreichelt. Nicht viel gesagt, nur das Nötigste : du weißt ja, dass es nicht geht.Ich bin in einer Beziehung. Es wäre nicht gut für uns.
Ich hab ihr ein Bild geschenkt, ich hab sie gemalt in den Ferien, mit einem Spruch aus einem Lied darauf "Would you know my name if I saw you in heaven?" Sie hat den Satz wiederholt und ja gesagt, mir ganz tief in die Augen geguckt und gesagt, ja das würde sie.
Wir sind dann auseinandergegangen mit ihren Worten, dass sie sich wünscht, dass ich glücklich bin, ich solle doch für sie glücklich sein.
Ich hab sie nicht mehr angerufen, denke aber nach wievor jeden Tag an sie, überlege was ich nur tun kann.
Sie hat dann von einer anderen Lehrerin irgendwas mitbkommen, ich hab mit der anderen darüber gesprochen, dass ich noch HOffnungen hätte - ganz tief in mir drin, ja- und hat mich angesprochen, dass es wirklich nicht geht. Ich hab wieder geweint und sie nur angeschaut.
Mag sein, dass das Wunschvorstellungen sind, aber in ihrem Blick sehe ich etwas ganz anderes, als in dem steckt, was sie sagt.
Naja, das ist jetzt auch einen Monat her, im Mom sehe ich sie leider selten, wir lächeln und nur an.
Sorry, dass es so lang geworden ist.Mein Fazit aus all dem ist: Überlegt euch gut ob ihr mit euren Lehrern wirklich darüber sprechen wollt, ich weiß nicht ob ich das Gespräch nicht bereue..