Hallo zusammen!
nachdem ich mich jetzt schon etwa ein Jahr mit meinen Gefühlen, von denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob es überhaupt Verliebtsein oder Liebe ist, rumquäle, bin ich jetzt froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein. Ich habe über dieses Problem letzte Woche auch zum ersten Mal mit meiner Therapeutin geredet, da ich gerade dabei bin, meine Essstörung zu überwinden. Naja, das tut hier eigentlich nichts zur Sache.
Also, bei mir fing die ganze Geschichte an, als ich in der 10. Klasse war, da war ich 16. Eigentlich hatte ich diese Lehrerin auch schon in der 9. Klasse, aber da war alles noch ganz normal. Jedenfalls war es dann in der 10. Klasse so, dass ich irgendwann anfing, sie anders wahrzunehmen. Ich erinnere mich noch ein prägnantes Ereignis aus einer Unterrichtsstunde und daran, dass ich sie hinterher irgendwie mit anderen Augen gesehen habe. Ich glaube, diese Gefühle fingen mit Bewunderung oder Respekt an, aber leider blieb es nicht dabei. Ich denke, es ging dann weiter "bergab", als ich wegen meiner GFS etwas mehr mit ihr zu tun hatte und später, als sich herausstellte, dass sie zu ihrer Studienzeit Schwedisch gelernt hatte, was bei mir einen wunden Punkt getroffen hat, da ich zu dem Zeitpunkt auch schon länger mit dem Gedanken spielte, Schwedisch zu lernen. Daraufhin habe ich sie darauf angesprochen und sie hat mir ihre alten Bücher ausgeliehen. Später habe ich sie dann gefragt, ob wir ab und zu Mails schreiben könnten, da sie die einzige Person darstellte, die ich kannte, die Schwedisch konnte. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich zu jenem Zeitpunkt noch zwischen meinem Wunsch, Schwedisch zu lernen, und dem Bedürfnis, mehr Kontakt zu ihr zu haben, unterscheiden konnte. Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Neuseeland gegen Ende des Schuljahrs, wobei ich ernsthaft überlegt habe, zu Hause zu bleiben, damit ich noch ein bisschen mehr Zeit mit ihr gehabt hätte, weil sie in der Kursstufe nicht mehr meine Lehrerin sein würde, kamen dann die Sommerferien und dann fing die Kursstufe an. Die ersten zwei Wochen war ich so beschäftigt mit dem neuen System, dass ich erstmal recht ausgelastet war. Nach etwas Zeit jedoch fühlte ich mich wieder stark von der Situation in der Schule belastet, da ich sehr wenige/keine wirklichen Freunde dort habe und nachdem ich sie einmal wieder auf dem Gang gesehen habe, kamen die ganzen Gefühle wieder hoch. Ich fühlte mich einerseits so happy wie selten, andererseits gleichzeitig traurig und enttäuscht, weil das mit dem Mailschreiben nie so wirklich gut geklappt hatte, aber ich trotzdem nicht von meinen Gefühlen für sie loskam. Jedenfalls habe ich dann in einer großen Pause meinen Mut zusammengenommen und bin zu ihr hin, um mich für meine Mails zu entschuldigen, da ich mich im Nachhinein irgendwie dafür geschämt habe. Jedenfalls war es richtig schön, wir haben uns nett unterhalten und ich habe mich richtig gut gefühlt. Daraufhin habe ich es quasi zu einer Gewohnheit gemacht, sie jede Woche einmal bei ihrer Pausenaufsicht zu besuchen und auf diesen "Termin" habe ich mich immer schon die ganze Woche gefreut, furchtbar war es nur, wenn es dann einmal nicht geklappt hat. Irgendwann wurde mir klar, dass das Ganze schon lange nicht mehr "normal" ist und ich habe auch mit meinen Eltern geredet, die mir dazu geraten haben, den Kontakt ganz abzubrechen. Mit einer letzten Mail habe ich ihr das dann auch gesagt und mich nochmals für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigt, wobei sie mir antwortete, sie habe sich nie von mir belästigt gefühlt, doch sei die Pause nicht gerade die beste Gelegenheit sich zu unterhalten, da sie ihrer Aufsichtspflicht nachkommen müsse, und bei meinen Problem könne sie mir nicht helfen, doch prinzipiell stehe sie als Ansprechpartner zur Verfügung. Naja, jedenfalls hatte ich bis letzte Woche seit fast einem halben Jahr keinen Kontakt, aber es ist einfach kein bisschen besser geworden. Ich kann nicht damit abschließen. Eine meiner eigenen Theorien ist, dass mein Freundesproblem noch hinzukommt und ich mich vielleicht auch einfach nach Nähe sehne, die man mit einer sehr guten Freundin teilt, die bei mir jedoch nicht vorhanden ist.
So, um zu meinem aktuellen Dilemma zu kommen: Ich weiß nicht, ob ich dieser ehemaligen Lehrerin etwas mehr über mein "Problem" mit ihr erzählen soll, um dadurch vielleicht besser damit abschließen zu können. Einerseits habe ich Angst, mich völlig zu blamieren bzw. ihr später nie wieder in die Augen sehen kann, andererseits habe ich das Gefühl, ich drehe langsam ein bisschen durch, wenn ich das nicht irgendwann mal gelöst kriege. Ich komme mir echt bescheuert vor, wie viel Zeit ich damit verbringe, an sie zu denken und irgendwelchen Tagträumen nachzuhängen. Sie ist in meinen Gedanken, wenn ich in der Schule bin, obwohl ich sie ja nicht mal mehr als Lehrerin habe, vor dem Schlafengehen, manchmal in meinen Träumen. Mir ist das Ganze irgendwie auch peinlich, und es fällt mir schwer, mit meiner Familie darüber zu reden, weshalb ich dieses anonyme Forum so toll fand.
Tut mir leid, dass es so viel geworden ist. Ich hoffe, irgendjemand nimmt sich trotzdem die Zeit, das durchzulesen. Ich würde mich unglaublich über ein paar kleine Ratschläge freuen!