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Verliebt in meine lehrerin

Hallo Herzchen,

ich verstehe denn Sinn deiner Beiträge nicht. Der letzte Kontakt mit deiner ehemaligen Lehrerin ist wie lange her? Deine letzte Nachricht liegt gerade Mal zwei oder maximal drei Woche zurück!
Du erwartest doch nicht allen Ernstes, dass sie dir sofort zurück schreibt und mit dir eine Teeny-Freundschaft eingeht.
Ich denke, du solltest dir klar machen, dass sie erwachsen ist, jede Menge beruflich zu tun und noch ein Privatleben hat! Sie ist unverbindlich nett zu dir, mag dich als Mensch wahrscheinlich gerne leiden, aber warum sollte sie eine Beziehung mit ihrer ehemaligen Schülerin eingehen????
Gruselig, da darf man als LehrerIn anscheinend nicht zu nett sein, weil irgendwelche verknallten SchülerIn mehr darin sehen wollen.

Stell dir vor, sie würde jedem/r ehemaligen SchülerIn, den/die sie mag, sofort zurückschreiben. Dann würde sie zwangsläufig ihre Arbeit vernachlässigen und/ oder kein Privatleben mehr haben!

Du bist eine nette Bekannte für sie, ein Mensch, den man gelegentlich tirfft, von dem man gerne weiß, wie es ihm geht, aber sicher nicht eine beste Freundin oder gar die Partnerin!

Warum suchst du dir zum Vergucken nicht gleichaltrige Kontakte?

Entschuldige die ehrlichen und vllt für dich harten Worte! Aber du verrennst dich da in etwas und interpretierst ihr nettes Verhalten völlig über! Deine Hoffnungen trüben die Realität und deine Erwartungen sind total überzogen!

Ich wünsche dir, dass du dich bald in jemanden aus deiner Altersklasse verliebst und glücklich wirst!

LG

Wow danke für den „Schlag ins Gesicht“ 😀
Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, was es daran nicht zu verstehen gibt.
Es ist nicht so, dass ich ihr jeden zweiten Tag schreibe und sofort eine Antwort erwarte!
Die Nachricht, um die es mir hier eigentlich geht, ist schon Monate her.
Zwischendurch hatte ich ihr nochmal geschrieben. Allerdings befinden sich zwischen den einzelnen Nachrichten immer große Zeiträume von zahlreichen Wochen.

Wenn schon ehrliche Worte, dann beziehe dich am besten auch nur auf wahre Fakten.
Als wirklichen Teenager würde ich mich mit fast 19 Jahren nicht mehr bezeichnen. Sie ist im Übrigen 28...deswegen kann man hier jetzt nicht von einem riesigen Altersunterschied sprechen.
Darüberhinaus bin ich mir sicher, dass sie nicht mit dutzenden Schüler/-innen bei Facebook schreibt.


Gruselig, da darf man als LehrerIn anscheinend nicht zu nett sein, weil irgendwelche verknallten SchülerIn mehr darin sehen wollen.

Erstens denke ich, dass ihr Verhalten den Bereich von Nettigkeit/ Höflichkeit schon fast überschreitet. Zweitens sollte man dann wohl am besten zu keinem mehr nett sein, weil jeder Mensch dies falsch interpretieren könnte. 😉

Deine Hoffnungen trüben die Realität und deine Erwartungen sind total überzogen!
Wenn du von meinen überzogenen Erwartungen sprichst, frage ich mich doch welche du meinst? Ich denke, ich erwarte nicht zu viel, wenn ich der Ansicht bin, dass man sich innerhalb von 3 Monaten mal hätte zurückmelden können.


Entschuldige die ehrlichen und vllt für dich harten Worte!
Eigentlich bin ich froh über ehrliche Worte, allerdings habe ich das Gefühl, du stellst mich hier als 13-Jähriges Mädchen dar, das ihrer Lehrerin am Rockzipfel hängt und im Minutentakt Nachrichten abschickt.


Ich wünsche dir, dass du dich bald in jemanden aus deiner Altersklasse verliebst und glücklich wirst!
Glaube mir, ich würde mir auch wünschen, dass ich mich aus jemandem aus meiner Altersklasse verlieben könnte. Das funktioniert aber leider nicht so einfach. Ich fühle mich leider überhaupt nicht zu Gleichaltrigen hingezogen...es besteht einfach kein Interesse.


@Gast
Ja, man kann eindeutig von Liebe sprechen...

@Tree,twicetoldtales, Luciette und FranzyLovesBilly
- wie unfassbar herzlos!
- genau das war auch mein erster Gedanke! Ich denke auch, dass das Alter nicht ausschlaggebend ist für Freundschaft oder Liebe. Ich hoffe natürlich immer noch, dass ich irgendwann eine Antwort darauf bekomme. Aber wie ihr schon geschrieben habt, mir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten...und wenn sie wirklich keinen Kontakt mehr will, muss ich wohl versuchen sie irgendwann zu vergessen. Auch wenn ich noch nicht ganz weiß, wie das funktionieren soll :/ Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
Danke für eure lieben Worte! 🙂
LG
 
hallo herzchen,
deine ehemalige lehrerin scheint ja sehr beschäftigt zu sein! unter anderem auch damit, dass du nicht merkst, dass sie die nachrichten direkt liest und danach wieder als ungelesen markiert. herrlich! ich weiss, dass gewisse leute das so machen, damit sie zu einem (meist sehr viel) späteren zeitpunkt die nachricht dann nochmals lesen um sie beantworten zu können-bloss hat das ganze dann erheblich an aktualität verloren. und andere wollen das gefühl vermitteln, nicht unmittelbar verfügbar zu sein, aber sind doch so neugierig und bedienen sich dieser "nicht gelesen" funktion

also ich nutze diese Funktion, um Nachrichten, die ich gelesen habe, aber nicht direkt beantworten kann oder will, nicht zu vergessen/ nicht im Wust der Nachrichten zu übersehen.
"Gelesene" Nachrichten verschwinden ja irgendwann im Orkus....
 
Erstens denke ich, dass ihr Verhalten den Bereich von Nettigkeit/ Höflichkeit schon fast überschreitet. Zweitens sollte man dann wohl am besten zu keinem mehr nett sein, weil jeder Mensch dies falsch interpretieren könnte. 😉

Liebes Herzchen,

dass Lehrer Liebensbeziehungen zu (ehemaligen) Schülern eingehen ist zwar wahrscheinlich nicht unbedingt häufig, aber kommt vor.
Ich selbst hatte nach dem Abi eine solche Liebesbeziehung zu einer ehemaligen Lehrerin- es ist also möglich (wenn, wie gesagt, nicht die Regel oder gar häufig).

Jeder Mensch muss auch seine Erfahrungen selbst machen.....
ich möchte nur -ohne allzu sehr ins Detail zu gehen (das wäre mir zu persönlich bzw. der Wiedererkennungswert zu hoch)- an dieser Stelle anmerken, dass das, was sich aus Deiner jetzigen Perspektive wie die Erfüllung der kühnsten Träume ausnehmen muss, nicht unbedingt gut sein muss.

Ich bin zwar um eine Erfahrung reicher. Eine Erfahrung, die sicher auch wunderschön war. Aber nicht nur und nicht dauerhaft.
Unterm Strich hat mir diese Beziehung nicht gut getan.

Pass gut auf Dich auf und höre immer auf Dein Bauchgefühl.
 
Hallo ihr Süßen

Ich habe mich nun registriert. Kannsein, dass der gleiche Beitrag nochmals als Gast erscheint, dann übergeht ihn einfach.

ich danke euch nochmals für alles. Auch wenn wir uns nicht kennen und ich tolle Freunde habe, die für mich da sind, tut die Resonanz von euch wirklich sehr gut.

An LochSocke: Wenn es Lehrerinnen sind, die ein gutes Herz haben, dann würden sie mit Sicherheit zu deiner Beerdigung kommen. Es ist eigentlich gang und gebe, dass die Schule an solchen Anlässen teil nimmt. Aber hoffen wir, dass es nie der Fall sein wird.

Cherry123😀u wolltest wissen, wie ich reagiert hätte, wenn Marie mir gesgat hätte, dass sie in mich verliebt ist? Nun ja, bei mir ist das natürlich etwas anders, da ich ihre Gefühle erwidert hätte...was ich ja von deiner Lehrerin nicht weiß. Jetzt denke ich, ich hätte mich darauf eingelassen und die letzte Zeit mit ihr genossen. Realistisch gesehen, hätte ich versucht, mich zu beherrschen, bis sie aus der Schule ist. Aber allein das Geheimnis zu wissen, dass wir in einander verliebt sind, fände ich sehr spannend und aufregend;-)
Ich hatte einmal eine Schülerin in meiner Klasse, die mir ihre Liebe gestanden hat. Sie war ein sehr nettes Mädchen, aber eben nicht mehr für mich. Zuerst habe ich sie einfach in den Arm genommen, ohne viel zu sagen. Ich hab sie zu mir nach hause eingeladen, wir hatten ein langes Gespräch, in der ich ihr klar gemacht habe, dass es nicht auf Gegenseitigkeit beruht (ich hatte zu der Zeit noch meinen Freund). Die Kleine war tagelang sehr geknickt, hatte dicke verheulte Augen, aber sie konnte durch das Gespräch und meine Reaktion besser damit abschließen, auch wenn es lange dauerte. Heute treffen wir uns regelmäßig und wir fallen uns jedesmal in die Arme. Das ist jetzt vier Jahre her. Sie sagt, dass ich immer ihre große Liebe sein werde, aber sie ist mir sehr dankbar. Wenn sie es mir nicht gesagt hätte, würde sie sich heute noch unter ihrem Panzer verstecken und still trauern.

Ihr müsst eurer Lehrerin ja nicht direkt sagen, dass ihr in sie verliebt seid. EInfach eine Geste, sei es eine Karte oder eine Umarmung. Teilt ihr mit, dass sie ein toller Mensch ist. Glaubt mir, jede Lehrerin der Welt freut sich darüber! Aber ich weiß, man muss natürlich den Mut aufbringen das zu tun.
Wer von euch, hat denn seiner Lehrerin schon die Liebe gestanden und wie hat sie reagiert? Das würde mich sehr interessieren.

Ja ich werde stark bleiben. Schon alleine für meine Tochter!
Alles Liebe
Sappho


danke für den Tipp !!!!
 
also ich nutze diese Funktion, um Nachrichten, die ich gelesen habe, aber nicht direkt beantworten kann oder will, nicht zu vergessen/ nicht im Wust der Nachrichten zu übersehen.
"Gelesene" Nachrichten verschwinden ja irgendwann im Orkus....

Ich würde mir wünschen, dass meine Lehrerin das auch aus diesem Grund gemacht hat... 😀


@kommtvor
Das hört sich interessant an. Ich habe mir auch schon oft Gedanken gemacht, wie es dann wohl wirklich wäre, wenn ich mit ihr zusammen wäre. Ich bin mir nicht sicher, ob es auch so wäre, wie man sich das immer vorstellt oder ob man dann im Nachhinein enttäuscht wäre, weil die eigenen Erwartungen zu hoch waren.
Darf ich fragen, inwiefern dir die Beziehung nicht gut getan hat ? Ich kann verstehen, wenn du das hier aufgrund des Wiedererkennungswertes nicht öffentlich schreiben möchtest, aber vielleicht magst du mir privat schreiben ?


Liebe Grüße 🙂
 
@kommtvor
Das hört sich interessant an. Ich habe mir auch schon oft Gedanken gemacht, wie es dann wohl wirklich wäre, wenn ich mit ihr zusammen wäre. Ich bin mir nicht sicher, ob es auch so wäre, wie man sich das immer vorstellt oder ob man dann im Nachhinein enttäuscht wäre, weil die eigenen Erwartungen zu hoch waren.
Darf ich fragen, inwiefern dir die Beziehung nicht gut getan hat ? Ich kann verstehen, wenn du das hier aufgrund des Wiedererkennungswertes nicht öffentlich schreiben möchtest, aber vielleicht magst du mir privat schreiben ?

Ein bisschen was kann ich schon schreiben.

Ich habe nach dem Abi begonnen, zu studieren, zog in eine andere Stadt und wir blieben in Kontakt.

Zunächst entwickelte sich eine Freundschaft, schrittweise kamen wir uns aber -über zwei Jahre- immer näher. Vielleicht auch deshalb, weil unsere Wohnorte so weit voneinander entfern waren, dass ein Treffen bedeutete, dass wir gleich ein ganzes Wochenende bei der jeweils anderen verbringen mussten (wollten), damit sich die lange Fahrt lohnte.
So ein Wochenende ist natürlich viel intensiver, als ein Kinobesuch oder ein gemeinsames Kaffeetrinken.

Wir kamen -nach einigem Hin und Her, das ich hier nicht schildern mag- zusammen und ich fühlte mich als glücklichster Mensch der Welt. Wir haben eine sehr glückliche Zeit erlebt. Mehrere Jahre.
Aber mit der Zeit wurde es schwieriger, beschwerlicher.

Besonders zermürbend war, dass meine Freundin unsere Beziehung -aus verschiedenen Gründen, u.a. weil sie früher meine Lehrerin gewesen war und es in ihren Kreisen als NoGo galt, Beziehungen mit ehemaligen Schülern zu führen(und noch mehr Gründe) geheim halten wollte.
Sie beteuerte immer wieder, wie sehr sie mich liebe und brauche und wie glücklich sie sei, aber sie konnte oder wollte nie zu mir stehen.
Da wir gemeinsame Bekannte hatten, und natürlich immer irgendwelche Verbindungen zur ehemaligen Schule denkbar waren (die Welt ist bekanntlich klein) war auch ich gezwungen in meinem eigenen Freundeskreis zu schweigen und zu lügen.
An so etwas wie einen gemeinsamen Alltag mit zusammenziehen war so natürlich auch nicht zu denken.

Nicht gut.

Irgendwann lebten wir dann wieder in der selben Stadt, aber sie bestand darauf, dass wir in getrennten Wohnungen leben.
Gleichzeitig brauchte sie aber ganz viel Nähe, wollte dass wir -weiter im Geheimen- unsere komplette Freizeit miteinander verbringen, reagierte verstört, wenn ich zu viel Zeit mit Freunden verbrachte, oder mal nicht gleich auf ihre Nachrichten antwortete.
Irgendwie waren Nähe, Distanz, Grenzen die ganze Zeit ein Thema und drangen immer mehr in den Vordergrund.
Ich litt zunehmend unter ihrer Wechselhaftigkeit, zog mich etwas zurück.
Eigentlich nur, um mich selbst ein bisschen zu ordnen und dann wieder auf sie zuzugehen.

Sie hielt mein Zurückziehen nicht aus, teilte mir nach kurzer Zeit (2 Wochen) mit, dass sie sich in jemand anderen verliebt habe und beendete die Beziehung.

Wie ich mitbekam wieder eine ehemalige Schülerin.

Ich habe lange an dieser Geschichte geknabbert.
 
hallo kommtvor,

danke für deine geschichte- ich hoffe, sie wird für einige im forum hier das ganze thema etwas relativieren und vielleicht auch ein bisschen zuversicht geben. zu sehen, dass eben am anfang alles rosarot ist, keine verbindlichkeiten, keine verantwortung etc, man sieht einfach oft nur das gute und versucht, das schlechte besser darzustellen, als es ist. aber:

am ende ist es eine beziehung zwischen zwei menschen, mit all ihren problemen, mit einer vergangenheit, mit wünschen, vorstellungen und bedürftnissen, mit bestehenden anderen kontakten, die man nicht einfach auf null schalten kann. da wird die zeit zeigen, wie "kompatibel" das ganze ist. ich denke, der springende punkt ist genau dieses "outing". zueinander zu stehen und zu sagen, ja, wir sind ein paar. oder nicht von der "ehemaligen schülerin" zu sprechen, sondern eben von der freundin/partnerin. ich kann mir vermutlich nur annährend vorstellen, wie schwierig es für dich sein musste, vor deinen freunden/familie zu lügen. das ist doch keine gesunde art. es generiert auch diese personenabhängigkeit- huuu, es darf bloss niemand wissen, was da läuft- eine art schräge exklusivität, die auf dauer nicht gesund sein kann. doch, ich möchte mich in der öffentlichkeit mit dir zeigen, ja, es sollen alle wissen, dass wir glücklich miteinander sind. wie hat sich denn deine lehrerin vorgestellt, dass ihr eure gemeinsame freizeit verbringt? im keller oder so?

und dass sie nach 2 wochen schluss gemacht hat, nur weil du nicht mehr nach ihrer pfeiffe getanzt hast (?), finde ich ziemlich bedenklich. und sich innerhalb von 2 wochen in jemand anderen verlieben, seriously?? da stimmt doch einiges nicht...

obwohl ich nie mit meiner lehrerin zusammen war, hat mich diese thematik auch immer wieder beschäftigt, diese alten rollen, die man zwangsläufig aus der schule mitnimmt und die tatsache, dass ich dachte, sie wird mich immer als ihre ehemalige schülerin sehen, ich kann zu gar nichts anderem "werden". sich zu sagen, hey, das ist jetzt nicht mehr schule, das sind zwei eigenständige persönlichkeiten mit eigenen wünschen und vorstellungen. und lernen, dass gewisse dinge nicht so laufen, wie ich es gerne hätte. mich hat es jahre gekostet, mit dem thema endlich abzuschliessen. ich möchte gar nicht mehr daran denken, was ich alles unternommen habe, um endlich loszulassen, wie oft ich mir eingeredet habe, es sei vorbei, ich sei darüber hinweg etc. dann sieht man sich wieder und würde am liebsten heulen, weil eben doch noch nicht alles verarbeitet ist. ein kartenhaus.

heute haben wir einen sehr viel lockerern umgang miteinander. für mich war es ein grossartiger moment zu merken, dass es jetzt tatsächlich endlich vorbei ist. ich war sehr glücklich. ich dachte, dass es nie aufhören würde. der moment, als ich realisierte, dass es für mich ok ist, wenn sie den kontakt abbrechen möchte, war sehr befreiend. natürlich hätte ich es schade gefunden, da ich sie sehr mag, aber etwas hat sich über die jahre eben doch geändert. seitdem habe ich den spruch von bill waterson im kopf "know what's weird? day by day, nothing seems to change. But pretty soon everything is different." zeit verstreichen zu lassen ist etwas sehr mühsames. und auch passiv zusehen zu müssen, warten zu müssen, die zeit verstreichen lassen zu müssen, ohne dass es durch eigenes zutun wirklich (!) besser wird, kann sehr frustrierend sein. aber eben- pretty soon everything is different.
 
hallo kommtvor,

danke für deine geschichte- ich hoffe, sie wird für einige im forum hier das ganze thema etwas relativieren und vielleicht auch ein bisschen zuversicht geben. zu sehen, dass eben am anfang alles rosarot ist, keine verbindlichkeiten, keine verantwortung etc, man sieht einfach oft nur das gute und versucht, das schlechte besser darzustellen, als es ist. aber:

am ende ist es eine beziehung zwischen zwei menschen, mit all ihren problemen, mit einer vergangenheit, mit wünschen, vorstellungen und bedürftnissen, mit bestehenden anderen kontakten, die man nicht einfach auf null schalten kann. da wird die zeit zeigen, wie "kompatibel" das ganze ist. ich denke, der springende punkt ist genau dieses "outing". zueinander zu stehen und zu sagen, ja, wir sind ein paar. oder nicht von der "ehemaligen schülerin" zu sprechen, sondern eben von der freundin/partnerin. ich kann mir vermutlich nur annährend vorstellen, wie schwierig es für dich sein musste, vor deinen freunden/familie zu lügen. das ist doch keine gesunde art. es generiert auch diese personenabhängigkeit- huuu, es darf bloss niemand wissen, was da läuft- eine art schräge exklusivität, die auf dauer nicht gesund sein kann. doch, ich möchte mich in der öffentlichkeit mit dir zeigen, ja, es sollen alle wissen, dass wir glücklich miteinander sind. wie hat sich denn deine lehrerin vorgestellt, dass ihr eure gemeinsame freizeit verbringt? im keller oder so?

und dass sie nach 2 wochen schluss gemacht hat, nur weil du nicht mehr nach ihrer pfeiffe getanzt hast (?), finde ich ziemlich bedenklich. und sich innerhalb von 2 wochen in jemand anderen verlieben, seriously?? da stimmt doch einiges nicht...

obwohl ich nie mit meiner lehrerin zusammen war, hat mich diese thematik auch immer wieder beschäftigt, diese alten rollen, die man zwangsläufig aus der schule mitnimmt und die tatsache, dass ich dachte, sie wird mich immer als ihre ehemalige schülerin sehen, ich kann zu gar nichts anderem "werden". sich zu sagen, hey, das ist jetzt nicht mehr schule, das sind zwei eigenständige persönlichkeiten mit eigenen wünschen und vorstellungen. und lernen, dass gewisse dinge nicht so laufen, wie ich es gerne hätte. mich hat es jahre gekostet, mit dem thema endlich abzuschliessen. ich möchte gar nicht mehr daran denken, was ich alles unternommen habe, um endlich loszulassen, wie oft ich mir eingeredet habe, es sei vorbei, ich sei darüber hinweg etc. dann sieht man sich wieder und würde am liebsten heulen, weil eben doch noch nicht alles verarbeitet ist. ein kartenhaus.

heute haben wir einen sehr viel lockerern umgang miteinander. für mich war es ein grossartiger moment zu merken, dass es jetzt tatsächlich endlich vorbei ist. ich war sehr glücklich. ich dachte, dass es nie aufhören würde. der moment, als ich realisierte, dass es für mich ok ist, wenn sie den kontakt abbrechen möchte, war sehr befreiend. natürlich hätte ich es schade gefunden, da ich sie sehr mag, aber etwas hat sich über die jahre eben doch geändert. seitdem habe ich den spruch von bill waterson im kopf "know what's weird? day by day, nothing seems to change. But pretty soon everything is different." zeit verstreichen zu lassen ist etwas sehr mühsames. und auch passiv zusehen zu müssen, warten zu müssen, die zeit verstreichen lassen zu müssen, ohne dass es durch eigenes zutun wirklich (!) besser wird, kann sehr frustrierend sein. aber eben- pretty soon everything is different.



Hallo Pamir,
toller Beitrag, der mir aus der Seele spricht.



@all: ich lese hier schon lange mit. Letzt habe ich mal wieder in ein paar älteren Beiträgen etwas nachlesen wollen und habe festgestellt, dass nicht wenige Schreiber, die enge Freundschaften und Liebesbeziehungen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern aufgebaut haben/hatten und diese Entwicklungen hier manchmal über Jahre geschildert haben, ihr Beiträge im Nachhinein gelöscht haben.
Wie ich sah manchmal mehrere Jahre, nachdem sie sich hier ausgetauscht hatten
Es waren sehr gute Erfahrungen dabei, und sehr schlechte.

SO schade..!!!!
Da stand so viel Lehrreiches, Interessantes, Hilfreiches, Bewegendes........
 
@ *:*Gast*.* mit den schwierigen Fragen und den tiefsinnigen Antworten,

Du glaubst mir nicht? Ich weiß überhaupt nicht (mehr), wie flirten geht, so steinalt bin ich schon.
Ja, Theorie und Praxis gehen manchmal sehr weit auseinander, und meine Schülerin - nennen wir sie mal Annabelle 😉 - ich werde nicht recht schlau aus ihr im Moment. Vielleicht hat sie sich ja auch längst wieder entliebt oder neu verliebt oder was weiß ich. Jedenfalls ist sie sehr distanziert im Moment. Was habe ich nun schon wieder falsch gemacht? Du siehst, das Leben ist auch ohne deine schwierigen Fragen schon schwer genug.
So, so, die Magisterarbeit schreibst du. Deshalb sitzt du so oft vor dieser Kiste. Wahrscheinlich ist dir jede Ausrede recht, nicht daran weiterzuschreiben? Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück dabei. Bleibst du ja wenigstens schreibtechnisch in Übung.
Was ich so mache? Also schon mal keinen Kaffee im Lehrerzimmer trinken, da muss ich dich schon enttäuschen. Erstens schmeckt der nicht und zweitens habe ich für so was gar keine Zeit 😱
Sport sollte ich auch mehr machen, fällt mir da gerade ein, bin aber leider zu faul. Wenn mal nichts anliegt, was selten ist, gehe ich raus, lese oder schreibe was oder denke über das Leben nach. Genug der Antworten?

LG
L.


Liebe Lehrerin,
ich habe Deine Geschichte verfolgt und war sehr berührt von Deiner Tiefe und der liebevollen Achtsamkeit, mit der Du Dir Gedanken um Deine Schülerin gemacht hast.
Wie ist Deine/eure Geschichte denn weiter gegangen?
Herzliche Grüße
 
@ninja
Danke für die Blumen. Aber Geld verdienen mit Schreiben... das schaffen nur die ganz Guten. Ansonsten könnte ich froh sein, wenn das erste Buch ne Nullrechnng wird.

Und ne Fortsetzung gibt's natürlich auch wieder. Viel Vergnügen beim Lesen.

Wohltuender Schmerz
Heute Abend werde ich mir eine Auszeit gönnen. Dazu suche ich in der nächst größeren Stadt einen neu eröffneten, einschlägigen Szeneschuppen auf, von dem ich in der Zeitung gelesen habe. Ich gehe ganz allein hin und ich habe keine Ahnung, ob diese Entscheidung die Richtige ist. Vielleicht projektiere ich meine Gefühle nur auf diese eine Frau, weil sie mir ach so unerreichbar scheint. Vielleicht aber auch nicht. Ich werde es herausfinden. Ich begebe mich auf die Suche nach dem passenden Outfit. Mein Kleiderschrank gleicht einem Chaos, was seines Gleichen erst einmal finden muss. Kurzzeitig überlege ich, Marina einfach Bescheid zu geben, ob sie nicht Lust hätte, mich zu begleiten. Allerdings spricht einfach zuviel dagegen. Welche Erklärung sollte ich ihr abliefern? Nein, zu aufwendig wäre das Drumherumgerede und ich verstricke mich in Annahmen, die ich nie wieder ins rechte Licht rücken könnte. Also belasse ich dieses Vorhaben bei dem, was es ist – eine schlechte Idee. Nachdem ich nun meine Klamottensammlung einmal komplett durchwühlt habe, gelingt es mir doch, etwas Brauchbares überzuwerfen und ich spute mich. Die Adresse des Clubs hat sich vom ersten Anblick in mein Gedächtnis gebrannt. Nach einem langen Fußmarsch und ein paar Busstationen bin ich fast am Ziel. Ich habe nur ein Problem. Der kleine Schisser in mir meldet sich und veranlasst einen riesengroßen Umweg. Okay, ich spaziere nachts gerne ein wenig durch dunkle Gassen. Da überschlägt sich in mir wenigstens dieses beklemmende Gefühl von Verfolgungswahn, was mich letzten Endes doch zu dem Club treibt. Ein letztes Mal durchschnaufen. Ich trete ein und eine Woge des Andersseins strömt mir entgegen. ‚Siehst du’ meldet sich mein Gewissen ‚Alles halb so schlimm’. Die Bar – wo ist die Bar? Noch etwas verklemmt schmeiße ich mich auf einen Barhocker und fange nach meiner Bestellung ganz langsam an, das Lokal mit meinen Blicken zu analysieren. Verdammt! Was meine Augen gerade vorgesetzt bekommen, ist für sie unverbesserlich schrecklich und ich klammere mich nur so an mein Getränk. Sie, in der letzten Ecke sitzend und eine andere Frau legt den Arm um ihre Schultern. Nein, mich entdeckte sie noch nicht. Aber jetzt kann ich Feldstudien betreiben, auch wenn sie schmerzen. Recht angeregt scheint die Diskussion am Tisch in der letzten Ecke. Ich benötige mehr – mehr Alkohol. Sie lächelt. Ob sie sich wirklich wohl fühlt? Warum ist sie hier? Aus dem gleichen Grund wie ich auch? Neben mir lächelt mich eine Frau an und fragt mich, ob ich zu meinem Alkoholpensum eine Zigarette rauchen möchte. Warum eigentlich nicht. Schlimmer kann ja alles nicht mehr werden.
-„Danke, die Dame. Wenn du noch Feuer hättest, wäre ich sehr erfreut. Rauchen kann ich dann allein. Versprochen!“
-„Ja klar, ich bin übrigens Katrin.“
Sie reicht mir Feuer und meine Augen brennen, weil sie heute Abend schon genug davon abbekommen haben.
-„Du siehst irgendwie nicht gut aus. Sorry, wenn das kein Kompliment ist.“
-„Nicht gut. Ja, so könnte man es nennen.“
-„Einen schweren Tag gehabt?“
-„Der ist erst heute Abend schwer geworden. Aber ich komme schon klar.“
-„Bist du öfters allein in der Szene unterwegs?“
-„Nein, ich bin zum ersten Mal hier und sonst habe ich diese Clubs auch gemieden.“
-„Na, heute Abend das erste Mal hier zu sein, ist auch keine Kunst.“ und sie grinst mich dabei an. „Ich bin öfters in solchen Lokalitäten unterwegs und dich habe ich eben noch nie gesehen. Soviel Auswahl hat Frau diesbezüglich nicht. Die Szene ist eher klein aber fein.“
-„Ich kenne mich da weniger aus. Aber vielleicht wird das ja noch.“
-„Lass dich nicht mit den Frauen hier ein. Die kennen sich alle. Siehst du die Eine da hinten am Tisch in der Ecke?“
-„Ja, ich sehe sie.“ und wie ich sie sehe. In mir brodelt es und ich warte nur noch auf den Vulkanausbruch.
-„Das ist Spike. Sie ist die Chefin mit einem ausgeprägte Revierverhalten, wenn du verstehst, was ich meine. Leg dich niemals mit ihr an.“
-„Spike… so würde ich höchstens meinen Hund nennen.“
-„Du gibst mir Spaß, Kleine.“ und Katrin wendet sich zur Bedienung. „zwei Martini bitte“.
-„Soll ich mich jetzt schon mit Schnaps zukippen?“
-„Auf den heutigen Abend und dein Wagnis, allein in die Szene zu gehen.“
-„Stößchen, die Dame.“ Langsam fühle ich mich wohler und ein Dorn im Auge wird bleiben.
-„Wie heißt du eigentlich, wenn ich fragen darf?“
-„Nicola“
-„Schöner Name“
-„Ich werde es meinen Eltern ausrichten.“
Unerwartet tut sich etwas am Tisch von Spike. Sie steht auf und geht Richtung Bar. Jetzt erblickt sie mich und setzt ihren erdachten Weg nicht fort, sondern begibt sich zu mir.
-„Du auch hier?“ fragt sie mehr beschämt als verwundert.
-„Wie du siehst, ja.“
-„Ich weiss gar nicht recht, was ich jetzt sagen soll.“
-„Frag mich mal.“
Katrin wirft unterdessen ein „Kennt ihr euch?“ in die Runde und wir antworten synchron mit „Ja, tun wir“. Nun wird es spannend und ich werde alles daran setzen, sie nicht wieder an den Tisch von Spike zu entlassen. „Es tut mir weh, dich so zu sehen“ gebe ich ganz offen preis. „Willst du reden?“ entgegnet sie mir. „Gerne, aber nicht hier drin.“ „Dann lass uns einfach gehen, oder?“ Meine Mundwinkel verziehen sich vorsichtig zu einem Lächeln. „Gute Idee“. Sie geht zurück zu Spike, um ihren Abschied zu verkünden. Innerlich triumphiere ich. Jetzt fällt mir auch die Hunderasse ein. Deutsche Dogge. Ja, das passt und ich muss fürchterlich grinsen. Ich verabschiede mich von Katrin, die mir zuzwinkert. Wir sind gerade zusammen im Dunkel der Nacht angekommen, als mir bewusst wird, dass Deutsche Doggen ein äußerst ausgeprägtes Revierverhalten haben können. Spikey samt Anhang ist uns nämlich gefolgt und ich finde mich an einem Gartenzaun gepresst wieder. Missliche Lage, wie mir meine Empfindungen bestätigen.
-„Spannst du mir etwa die Frau aus?“ bellt sie mich an.
-„Nein, das unternimmst du gerade selbst, denke ich.“
Sie versucht, mich zu schützen, doch irgendwie will Spikey nicht hören und die Leckerlis zur Beruhigung hat wohl auch niemand dabei.
-„Willst du mich für dumm verkaufen?“
-„Hatte ich nicht vor. Aber jetzt, wo du es sagst, werde ich darüber nachdenken.“
-„Ich kann richtig, richtig böse werden, wenn du nicht deine dämliche Klappe hälst.“
-„Ja, mach das. Ich bitte dich darum, mich zu schlagen. Schieß dich selbst ins Abseits. Damit könntest du mir einen wahnsinnigen Gefallen tun.“
Nun ja, nach diesen Worten kann auch der Körpereinsatz meiner Traumfrau nichts mehr daran ändern, dass ich mit dem Gesicht gegen eine Hauswand knalle. Überall nur Blut. Allein der Adrenalinüberschuss hindert mich, den Schmerz noch nicht zu fühlen, doch Operation Spikey ist gelungen. „Aggressionen – heute billig“ kommentiere ich mein ‚wieder auf die Beine kommen’ und ich habe mein Ziel erreicht. „Irgendwann hättest du es sein können. Kommst du mit mir oder willst du hier bleiben?“ frage ich sie im Vorbeilaufen. Spikey meldete sich auch noch einmal zu Wort, doch ich möchte nichts mehr verstehen. Sie läuft mir nach. Ich laufe weiter. Sie folgt mir zwei, drei Häuserblocks weiter. Ich bleibe endlich stehen und lehne mich an eine Hauswand, weil der Schmerz langsam aber sicher spürbar ist. „Lass dich mal ansehen“ erklingt ihre Stimme besorgt.
-„Das sieht nicht gut aus.“
-„Wird schon wieder werden.“ Mit diesen Worten halte ich meinen Kopf.
-„Warum hast du diese Frau so provoziert?“
-„Ich? Mich grundlos gegen einen Zaun zu drücken ist auch nicht gerade die feine englische Art.“
-„Ich weiss… aber du hättest sie einfach reden lassen sollen.“
-„Keinesfalls wollte ich, dass du wieder zu ihr an den Tisch gehst, wenn sie dich genug eingewickelt hätte. Es war einfach die sicherste Methode. Schmerzhaft, doch überaus wirksam. Lass uns bitte von hier verschwinden. Bist du mit Auto?“
-„Nein, bin ich nicht. Gehen wir ab der letzten Busstation zu Fuß? Wir können zu mir. Ich bin allein und so, wie du aussiehst, entlasse ich dich nicht in die Nacht. Vielleicht sollten wir ins Krankenhaus. Immerhin hat dein Kopf gelitten und ich mache mir Sorgen.“
-„Musst du dir nicht machen. Es ist alles okay soweit. Das gibt nur ein blaues Auge und eben viele, viele Fragen. Egal. Lass uns gehen.“
Im Bus angekommen, verfasse ich noch eine SMS an meine Ma, dass ich diese Nacht nicht zu Hause aufkreuzen werde. Marina scheint mir als Ausweg nahezu ideal. An der Endstation ausgestiegen, setzen wir unseren Weg zu Fuß fort. So bescheiden der Verlauf dieser Nacht, so fröhlich klopft mein Herz im Augenblick. Entlang des Weges versucht sie, mich noch mehrmals in Richtung Krankenhaus zu bewegen. Man könne ja nie wissen. Es sei gefährlich. Ich entgegne ihr immer wieder, dass sie mir gerade verdammt wichtig ist und ich keinesfalls diese Nacht von ihr weg möchte. Endlich bei ihr angekommen, kümmert sie sich um mein blutverschmiertes Gesicht, ob ich möchte oder nicht. Sie ist so liebevoll zu mir und es gefällt mir, keine Wahl zu haben. Daran könnte ich mich gewöhnen.
-„Ich erzähle dir jetzt, warum ich in diese Bar gegangen bin. Also…ganz ehrlich…Ich wollte herausfinden, ob ich andere Frauen anziehend finde, weil ich zur Zeit einfach nicht weiss wohin…So, jetzt hast du eine Antwort auf eine Frage, die dich brennend interessiert hat.“
-„Ich bin in die Bar gegangen, um herauszufinden, ob ich eine andere Frau genauso anziehend finden kann wie dich und eigentlich wusste ich die Antwort vorher schon. Du scheinst mir so unerreichbar und doch so nahe.“ gebe ich von mir.
-„Was erwartest du von mir?“
-„Nichts! Ich habe keine Erwartungen. Es wäre überaus schön, welche zu haben. Dann könnten wir uns in endlosen Diskussionen darüber verlieren. Ich hätte einen Anhaltspunkt, um dich nach dem ‚Warum, Wieso und Weshalb’ zu fragen. Habe ich aber nicht. Das Schlimme sind nicht die Erwartungen, sondern die geheimen Wünsche, die niemals in Erfüllung gehen werden, denn täglich werden sie mit ‚geht nicht’, ‚darf nicht’ und ‚wird nie sein’ abgestempelt.“
-„Welche geheimen Wünsche?“ Ihr Blick ist auf einmal so eindringlich.
-„Könnte ich es sagen, wären sie nicht mehr geheim. Vielleicht wären sie dann schon Erwartungen und das möchte ich nicht.“
-„Rede mit mir, Süße.“
-„Ich kann es nicht. Heute Nacht kann ich mich einfach nicht bei dir auskotzen. Verstehst du das nicht?“ Tränen über Tränen schießen über meine Wangen und versickern in ihrem Pullover. Wir halten uns gegenseitig fest und ich spüre dieses behagliche Gefühl, was niemals weggehen wird.
-„Danke, dass du da bist. Es ist schön.“
-„Schreibe mir einen Brief mit all deinen Gedanken – ist das ein Deal?“ Sie streicht mir dabei über meine Wangen.
-„Wäre denkbar. Aber was ist, wenn in diesem besagten Brief steht, dass ich dich will?“ frage ich vorsichtig nach.
-„Trau’ dich. Ich antworte dir auch gerne per Brief. Du könntest genauso viele Abgründe von mir erfahren wie ich von dir.“
-„Okay, das Argument überzeugt mich.“
Wir reden die ganze Nacht und ich muss sagen, es hilft mir so wahnsinnig sehr. Ich habe auch Fragen, die nach einer Antwort suchen und ich nehme mir ganz fest vor, ihr diese Fragen in geschriebener Form zu stellen. Die Nacht ist nun vorbei. Der Tag ruft. Die Schule fängt in wenigen Stunden an und sie fährt mich noch schnell heim, damit ich den Schulbus schaffe und niemand einen Verdacht schöpfen könnte. Was ich allerdings mit meinen Schürfwunden und dem blauen Auge anfange, steht in den Sternen, die ich in der kommenden Nacht befragen werde, auch wenn ich die Antworten in ein paar Stunden bitter nötig hätte. Was soll’s. Die ganze Nacht waren wir am Pläne schmieden, was wohl die glaubhafteste Ausrede wäre. Noch warte ich auf die perfekte Eingebung. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat.

LG,
*.*Gast*.*



Liebe *.*Gast*.*,all Deine Geschichten im Forum sind so wunderbar!
(die zitierte ist ja nur eine von ganz vielen.... *seufz*)
Veröffentlichest Du inzwischen.
 

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