@Gast: Danke für deine Antwort. Ich muss sagen, dass es mich wirklich aufgemuntert hat. Ich hoffe so sehr, dass sie mir irgendwann nochmals schreibt. Wenn nicht, dann werde ich wohl nachfragen, warum nicht. Ich habe ja ihre Mailadresse.
In meinen Gedanken finde ich die Idee ganz schön, sie auf ein "Date" einzuladen. Vielleicht Kaffee- oder Eisessen gehen. Nur ich glaube, ich bin dafür zu schüchtern. Es wird kein Problem sein, sie einfach mal zu fragen, glaub' mir. Aber mich dann wirklich mit ihr zu treffen... ich werde vor Aufregung kein Wort herausbekommen. (Ich stelle mir gerade vor, wie es zum Beispiel ist, im Kino neben ihr zu sitzen und Popcorn zu teilen... komische Vorstellung, könnte ich mich aber mit anfreunden :-D).
Kannst du mehr über die besagte Freundin erzählen? Wie sie den Kontakt aufgebaut hat? Wie sie die Lehrerin gefragt hat, ob sie mit ihr in die Theateraufführung geht? Ich hoffe, das ist okay.
Liebe Emilie,
so wie Du hier rüberkommst, bist Du ein spannender, liebenswerter Mensch- bestimmt ist es sehr schön, sich mit Dir zu unterhalten.
Manchmal hilft es, soch vorher Themen und was man sagen möchte -nur für den Fall, dass man kein einen Blackout hat- zu überlegen. Mit dieser "Versicherung" in der HInterhand ist dann oft schon viel von der Unsicherheit weg und das Gespräch läuft wie von selbst, ohne dass man auf die vor-überlegten Themen zurückgreifen muss.
Ich habe zwei Freundinnen, die mit ehemaligen Lehrerinnen befreundet sind.
Ich selbst bin auch mit einer ehemaliger Lehrerin befreundet- allerdings war ich in diese weder verliebt, noch habe ich für sie geschwärmt. Ich hattte sie auch nur kurz in der Kollegstufe im Unterricht.
Vielleicht erstmal dazu:
Es gab ganz simpel einige Berührungspunkte (ein Projekt an der Schule, eine "Zusammenarbeit" in einem Schüler -Lehrer Gremium und ein gemeinsames Hobby) aus denen sich ein sehr netter, unkomplizierter Kontakt ergab. Ich hatte schon zu Schulzeiten auch privaten Kontakt von dem ich gar nicht sagen könnte, dass eine von uns danach gefragt hätte...-er hat sich einfach ergeben. Nach dem Abi war die Beziehung schon so, dass klar war, dass wir weiter in Kontakt bleiben. Alles ganz leicht und selbstverständlich. Inzwischen sind wir befreundet, so wie das in einer normalen Freundschaft ist. Mit gegenseitig melden, über Privates sprechen, schöne Dinge unternehmen etc.
Ich denke, dass das so lief und so unkompliziert, schön, tief und normal ist, hat viel damit zu tun, dass ich eben nicht verliebt war oder geschwärmt habe. Sie war für mich einfach eine nette Frau auf der gleichen Wellenlänge, bei der es aber nicht so bedeutend war, ob wir uns nun anfreunden und ob der Kontakt besteht oder nicht. Ich weiß nicht, aber ich denke, das hat sie gespürt und konnte so sicher sein, dass die Aufgabe der professionelle Distanz risikolos möglich sein würde, da wir nicht verstrickt waren und sind.
Meine beiden Freundinnen waren verliebt in die jeweiligen Lehrerinnen.
Die eine hat, wie gesagt nach dem Abi gefragt, ob die Lehrerin mit ihr in die Aufführung geht. Sie hat nichts von ihren Gefühlen gesagt und solche Killersätze wie "sie sind mir so wichtig, ich will sie nicht verlieren" vermieden, sondern sie persönlich gefragt. Wie genau, weiß ich gar nicht, aber ich nehme an, wie es ihre Art ist: mit viel mitreißender Begeisterung für das Stück. Danach hat sie sie noch in eine Bar eingeladen und sich halt bemüht, dass es ein schöner und lustiger Abend wird.
Ich kann mir vorstellen, dass das, was die Lehrerin für meine Freundin eingenommen hat ist, dass sie einerseits sehr charmant und witzig ist und andererseits sehr auf ihr Gegenüber eingeht, wirklich zuhört und nachfragt und sich sehr spürbar für ihr Gegenüber interessiert. Jedenfalls war nach dem Abend klar, dass man das auf jeden Fall wiederholen würde und die nächste Idee ging von der Lehrerin aus.
Ab da haben sie erst häufiger kulturelle Veranstaltungen besucht und sind dann auch zu anderen gemeinsamen Aktivitäten übergegangen. Meine Freundin ist einfach ein interessangter, liebenwerter Mensch mit dem man gern zusammen ist und eigentlich hat sie nur eine Chance gebraucht, das der Lehrerin zu zeigen
🙂
Schwierig an dem Verhältnis ist allerdings, dass meine Freundin verliebt ist und das, was früher für sie das Höchste und das Ziel aller Wünsche war : der private Kontakt mit "richtiger" Freundschaft (also nicht nur alle Jubeljahre mal nichtssagende mails) natürlich nicht genug ist. Sie wünscht sich eine Liebesbeziehung und die entspandene Nähe ist ihr bei weitem nicht genug. Sie traut sich nicht, ihr ihre Gefühle zu gestehen, da sie Angst hat, die Lehrerin könnte dann den KOntakt abbrechen.
Die andere Freundin ist ebenfalls verliebt und hatte ebenfalls schon zu Schulzeiten Kontakt. Sie ist "ihrer" Lehrerin im Rahmen einer Kursfahrt am Ende des Schuljahres "näher gekommen", soweit ich weiß ebenfalls über Aufmerksamkeit, nachfragen, spüren: was interessiert sie, zuhören, sie zum lachen bringen- also um es auf den Punkt zu bringen: indem sie den Kontakt so angenehm für die Lehrerin und unkompliziert wie möglich gestaltet hat. Außerdem hat sie die Lehrerin dann "konsultiert" als sie ein Problem hatte. Damals hat sich die Lehrerin dann auch begonnen privat zu treffen. erst nur im Café, dann auch in ihrer Wohnung.
Für meinen Geschmack sah es ein bisschen danach aus, dass meine Freundin das "Problem" -lesbisches coming out mit erstem Liebenskummer .....-mich betreffend- auch dramatischer gemacht hat, als es eigentlich war, nur um die Lehrerin konsultieren zu können. Ein bisschen Drama und große Emotionen und am Ende ein "Erfolgserlebnis" für die Lehrerin, weil meine Freundin alle Ratschläge umgesetzt hat und es ihr dann folgerichtig wieder besser ging und das Problem gelöst war.
Zumindest der Liebeskummer war m.E. mehr gespielt als echt, aber naja....
Immerhin hat es zum Erfolg geführt ;-)
Es kann inzwischen sogar sein, dass meine Freundin nun-einige Zeit nach dem Abi - die Lehrerin mittlerweile nicht mehr so ganz kalt lässt und es immerhin denkbar ist, dass sie die Gefühle meiner Freundin erwidert.
(Da die beiden privat viel zusammen machen, erlebe ich sie auch manchmal zusammen, da ich manchmal mit von der Partie bin. Das Verhalten der Ex -Lehrerin ist zumindest mal uneindeutig und lässt sich durchaus wie "sie hat auch Gefühle" interpretieren. Manches find ich auch total komisch und halte einiges auch für etwas seltsame Nähe-Distanz-Spielchen. Seit meine Freundin ihre Liebe gestanden hat, hat sich auf jeden Fall etwas verändert.)
(Ja, ich sehe den Kontakt ziemlich kritisch, vielleicht auch, weil ich diese Lehrerin kritisch sehe. Sie ist eine von denen, die das Angehimmeltwerden genießen.)
Viele Grüße