Genau... Hartnäckigkeit ist sinnvoll und bis zu einem gewissen Grade unabdingbar, wenn man etwas erreichen will. Oft zahlen sich die Mühen aus, egal um was es im Leben geht. Man kämpft auch gerne, wenn einem etwas oder jemand wichtig ist!
Aber manchmal reicht es einfach nicht aus oder bewirkt das Gegenteil von dem, was man eigentlich wollte. Es ist schwierig den Moment zu erkennen, in dem man sich zurücknehmen sollte, aber auch Loslassen kann eine Lösung sein.
das habe ich mir auch immer gedacht, reaktionen zweiter ordnung. nur folgt das menschliche verhalten nicht den selben regeln wie denen bsp. einer klausur. je mehr man lernt, umso grösser ist die chance des bestehens. ich liebe ansonsten "lineare", einfache zusammenhänge, was mir damals wohl zum verhängnis wurde. meistens ist es dann zu spät und "viel hilft viel" verschlimmert die situation.
um jemanden kämpfen... das ist auf der einen seite sicher sehr schmeichelnd, aber auf der anderen könnte der umkämpfte sich bevormundet fühlen. nicht falsch verstehen, natürlich bin ich nicht der meinung, einen geliebten menschen einfach ziehen lassen- aber wenn jemand nicht mehr will und man versucht dann die person zu überzeugen, nimmt man deren wunsch nicht ernst. dann erwacht das trotzdende kind, das etwas will, was es nicht bekommen wird. und genau dann entstehen solche aktionen, die später peinlich sind. ja, man weiss es in der situation nicht besser und ist getrieben von niederen gefühlen und einer gewissen verzweiflung, ohnmacht, nichts unternehmen zu können. damit muss man lernen klar zu kommen. das schreibt sich jetzt so einfach, ich weiss. ich wünschte mir, damals reifer reagiert zu haben.
ich denke heute, dass es nicht schwierig ist, solche momente zu erkennen. die schwierigkeit liegt vielmehr darin, zu akzeptieren, dass man zu weit gegangen ist. oder dass es zuviel ist. abwehrhaltung ist eine instinktive reaktion, ich denke, sowas kann man als gegenüber schon fühlen oder an gesten ablesen. aber sich dann bewusst werden, dass die ganzen eigenen bemühungen in eine falsche (?) richtung geführt haben, dass quasi alles für die katz gewesen sein soll (so hab ich mich zumindest in diesem moment gefühlt), das ist echt hart. da will man ja auch nicht gleich aufgeben und trotzdem sollte man. es wird nicht besser durch hartnäckiges dranbleiben.
dann besteht auch nochmal ein unterschied zwischen loslassen und akzeptieren, dass kein kontakt mehr da ist. letzteres ist schwarz auf weiss. das ist relativ einfach. das innere loslassen hingegen kann schon lange dauern. aber daran führt wohl kein weg vorbei.
ich denke, im fall einer einseitgen "verliebtheit" hat man gar keine andere wahl als zuerst den kontakt abzubrechen und dann versuchen loszulassen. vermutlich gelingt es nur ganz wenigen, ihre gefühle für eine freundschaftliche beziehung zurückstellen zu können. ich konnte es auf die dauer nicht. es darf nicht sein, dass man von einer person abhängig ist und seine wünsche unterdrückt. das hat sowas aufopferndes. und einen gefallen tut man damit gewiss keinem.
heute würde ich einiges anders angehen, das kann ich aber nur sagen, weil meine rosarote brille seit ein paar jahren in der schublade liegt. ich wüsste nicht, ob es mir im damaligen gefühlssturm gelingen würde, das oben beschriebene auch wirklich umzusetzen.