mucs
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Nein. Das mag vielleicht für irgendwelches Christengedöns wichtig sein. Aber sicher nicht dafür, gesund zu leben trotz Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung.Diesem Irrtum unterliegen leider Viele. Richtig ist:
Mit Vergebung erteilt man nicht dem "Täter" Absolution, sondern befreit sich selbst! Ich möchte nicht wissen, wie es mir heute ginge, wenn ich meinen Eltern und meinem 1. Ehemann nicht vergeben hätte.
Ich habe mal eine Art Sketch gesehen, nennen wir die Protagonisten "Täter" T und "Opfer" O:
O trug dem T ein schweres Paket (symbolisch für das Verschuldete) hinterher, kam kaum hinterher und mühte sich ab, während T ohne Last fröhlich kreuz und quer durch den Raum hüpfte.
Eine dritte Person kam ins Spiel, in der Hand ein leichtes Päckchen, auf dem "Vergebung" stand.
Dieses Päckchen wurde O zugeworfen. Um es aufzufangen, musste O das schwere Paket fallenlassen.
Ich finde, das ist eine gute Veranschaulichung zum Thema.
Niemand muss einem Täter/einer Täterin verzeihen, um ein gutes Leben zu führen. Es gibt Unverzeihliches, und was das ist muss jeder für sich selber definieren.
Ich für mich weiß ganz genau, was ich wem niemals verzeihen werde und weder zerfrisst es mich noch hält es mich auf.
Ich möchte ergänzen, dass auch aus therapeutischer Sicht mir mehrmals bestätigt wurde, dass ich niemandem verzeihen muss. Weil es einfach unverzeihliche Dinge gibt. Punkt.