Was mich an der Diskussion etwas aufregt, geht leider an der Frage der Threaderstellerin vorbei, wenn es zu sehr OT ist, kann man das ja vielleicht abtrennen, @Mods.
Ich finde es absurd, wenn sich hier hingestellt wird und gesagt wird "Eltern machen Fehler, aber Kinder machen auch Fehler"!! Klar, wenn es um erwachsene Kinder geht, dann kann man sagen Menschen machen Fehler.
Aber wenn sich erwachsene Eltern "Fehler" bei Kindern leisten, dann ist es m.M.n. vollkommen nachvollziehbar und vollkommen in Ordnung, wenn sich Kinder dann, wenn sie sich durch Volljährigkeit oder Entwicklung und ggf. therapeutische Aufarbeitung von ihren Eltern gelöst haben, abwenden.
Eltern haben als Erwachsene ihren (ich rede im Folgenden von minderjährigen) Kindern eine ganz besondere Sorgfalt und Verantwortung. Ihnen werden verletzbare, nackte, unschuldige Wesen überlassen (ja, leider ist es jedem erlaubt, Eltern zu werden), die sich nicht selber schützen, ernähren, kleiden können, die noch keine autonomen Schutzmechanismen haben, die zerbrechlich sind und schnell gebrochen werden.
Und da nützt es gar nichts, wenn sich ein Eltern dann irgendwann hinstellt und sagt "ja, sorry, ich wusste es damals nicht besser, aber hey, ist doch schon sooo lange her und schau, Du lebst doch noch *zwinkerzwinker* und Fehler machen wir doch alle?!? Kannst Du Dich noch erinnern, als Du mit 7 Jahren die neue weiße Wand mit Deinen Wachsmalern verschönert hast (hier beliebigen Kinderunfug einfügen)??? Man, war ich wütend, da ist mir die Hand auch ausgerutscht, aber Du siehst, Fehler machen wir alle!!“
Eltern müssen ertragen, dass Kinder "Fehler" machen, es gehört zu ihrer Entwicklung. Kinder (kleine) dürfen undankbar sein, sie dürfen launisch sein, sie dürfen laut, chaotisch, frech, schmutzig, egoistisch sein. Sie müssen es sogar. Und das ist nichts, was man als Eltern später in die "aber Du hast auch Fehler gemacht" - Waage werfen kann.
Und hier rede ich ja nur von Kleinigkeiten.
Eltern, die ihre Kinder durch Gewalt, Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung, psychisch, physisch und/oder sexuell, aktiv oder durch Unterlassung, geschädigt haben (und ja, wie ich schon schrieb, dazu zähle ich auch den "kleinen Klaps" und das Anschweigen und das Vorführen vor Geschwistern, Verwandten und Freunden), haben in meinen Augen ihr Elternrecht verwirkt und dürfen sich glücklich schätzen, sollten ihre Kinder ihnen das Verzeihen.
Und Kinder haben ihren Eltern gegenüber genauso das Recht, sie aus ihrem Leben zu streichen wie Erwachsene Freunde oder PartnerInnen "verlassen" dürfen.
Eltern sein ist keine Carte Blanche für Kontakt.
Sorry, liebe
@Sally1966, wenn ich jetzt so von Dir abgekommen bin, aber das Thema bzw. die Einstellung einzelner regt mich auf. Du liest Dich nicht so, als hättest Du Deinen Söhnen bewusst Schaden zugefügt. Vielleicht haben sie sich emotional nicht genug geliebt gefühlt? War Leistung ein grosses Thema bei euch? Hier gab es mal einen sehr langen Thread einer Mutter, ist schon ewig her, die hat irgendwann damit sozusagen Frieden geschlossen, indem sie ihrem Kind einen langen Brief geschrieben hat. Ich glaube, sie schrieb so etwas wie "ich verstehe Dich nicht, aber ich akzeptiere es. Und wenn Du reden willst und wieder Kontakt möchtest, bin ich da." sinngemäß.
Was das Geld angeht, bin ich zwiegespalten. Habt ihr ihnen das Geld quasi als Kredit geliehen, würde ich auf Rückzahlung pochen, ggf. halt in kleinen Raten. Macht es schriftlich, mit einem Ratenplan. Denn jemanden so zu hintergehen, dass ist auch als Kind nicht in Ordnung. Waren es "zugesteckte" Geldbeträge, schreibt sie ab und lasst das in Zukunft.
Geschenke für die Enkel nur noch als Paket, mit freundlichen Karten, vorwurfsfrei.
Lasst die Tür offen, aber lasst sie alleine kommen.
Ich wünsche Dir alles Gute.