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Verhalten im Vorstellungsgespräch

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Gast Nina

Gast
Liebes Forum!

Ich habe nächste Woche ein Vorstellungsgespräch. Eigentlich bin ich nicht sehr nervös deswegen, aber mein letztes Vorstellungsgespräch lief meiner Meinung nach nicht besonders gut und deshalb möchte ich hier einmal nachfragen, ob ihr vielleicht Tipps oder Anregungen für mich habt.

Letztes Mal war es zum Beispiel so, dass das Gespräch vom Arbeitgeber so begonnen wurde: "Nun erzählen Sie doch mal von sich..." - und bei mir war erstmal der Kopf total leer. Mir ist einfach nichts eingefallen, was ich hätte erzählen können, was nicht sowieso schon im Anschreiben oder Lebenslauf stand. Was würdet ihr zu dieser Aufforderung sagen? Mit etwas allzu spezifischem oder etwas, was "einstudiert" wirkt, wie z.B. "ich würde total gerne hier arbeiten, weil ..." kann ich ja auch nicht kommen.

Allgemein war das letzte Vorstellungsgespräch weniger so eine klassische "Befragung" (was sind ihre Stärken, etc.), wofür man ja viele Tipps findet, sondern eher ein "Geplauder", und ich wusste oft nicht, ob es jetzt angebracht ist, z.B. näher auf meine Lebenssituation einzugehen (zB. ob ich mit jemandem zusammenlebe oder was ich für Hobbys habe oder sowas) oder ob ich z.B. erzählen sollte, wie es in meinem jetzigen Job so ist, was ich für Aufgaben hab, etc. (der Job hat nichts mit dem zu tun, für den ich mich jetzt bewerbe). Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mich besonders interessant dargestellt habe, und bin jetzt etwas ratlos. Ich denke, ich kann gut reagieren und auf Fragen antworten, und habe auch selber Fragen über das Unternehmen und die Arbeit gestellt, die mich auch wirklich interessiert haben... aber dieses freie Erzählen, das liegt mir nicht so.

Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen oder Tipps mit mir teilt 🙂
 
Hallo,

ich kann dir nicht garantieren, ob das stimmt, aber ich war mal in einer Berufsvorbereitung und da hatten wir auch Übungen für Vorstellungsgespräche und deine hier gestellte Frage kam auch darin vor.
Und die Lehrerin oder Betreuer oder wie man sie da nennt, meinte dann, dass man dass Antwortet, was schon im Lebenslauf steht, nur bisschen abgewandelt. Z.b. Erzählst du dass du in der oder der Stadt aufgewachsen bist, dass du auch hier zu Schule gegangen bist und deinen Abschluss gemacht hast. Vielleicht erwähnst du auch dass du auch noch ältere /jüngere Geschwister hast und wenn sie jünger waren auf sie aufgepasst hast (zeigt Verantwortungsbewusstsein). Dann in welchen Bereich du deine Ausbildung gemacht hast und wo du Praktikum gemacht hast (das zeigt auch dass du für unterschiedliches offen bist und nicht direkt abgeneigt bist) usw.
Sozusagen ist es dan dein schriftlicher Lebenslauf, nur von dir aus Erzählt.
Bei Hobbys sollte man vorsichtig sein oder man lässt sie ganz aus, es sei den es hat auch etwas in der Richtung vom Beruf zu tun. Im Lebenslauf ist es nach meinem Wissen auch nicht mehr Pflicht dies anzugeben.

Wie geschrieben, ich kann dir dass jetzt nicht garantieren, aber dass hatte man uns damals geraten.

Liebe grüße
 
Die Frage "erzählen Sie mal was über sich" kommt eigentlich ganz oft vor. Da kannst Du Dich gut drauf vorbereiten.

Einerseits geht es dabei darum, jemanden etwas aufzulockern und einen leichten Gesprächseinstieg zu finden. Andererseits darfst Du nicht davon ausgehen, daß in einem Vorstellungsgespräch unbedingt jeder Dein Anschreiben und Deinen Lebenslauf im Kopf hat. Gerade wenn mehrere am Tisch sitzen oder mehrere Gespräche an einem Tag oder über mehrere Tage verteilt stattfinden, ist es für alle Beteiligten hilfreich, wenn der Bewerber noch mal eben die wesentlichen Punkte seines Lebenslaufs zusammenfasst. Oft hat die Bewerberauswahl auch bereits einige Wochen vorher stattgefunden, so daß man die Unterlagen nicht mehr so im Kopf hat. Und gerade in unterbesetzten Abteilungen wegen Personalmangel ist nicht unbedingt die Zeit, vor jedem Gespräch noch mal alles wieder durchzulesen. Da weiß man dann oft nur noch, daß man vor 2 Wochen einen guten Grund gesehen hat, diesen Bewerber einzuladen. Und ist dankbar, wenn der sich noch mal präsentiert.

Außerdem geht es auch immer darum, vielleicht einen kleinen Blick auf die Persönlichkeit des Bewerbers zu erhaschen, da jedes Unternehmen sich bestimmte Eigenschaften seiner Mitarbeiterschaft wünscht. Z.B. Freundlichkeit, Aufgewecktheit, Ehrlichkeit etc. Und man das in einem Plauderton evtl. eher zu sehen erhofft, als nur im Abfragen von Fachfragen.

Auch Fragen wie "Was wissen Sie über unseren Betrieb", "warum bewerben Sie sich bei uns", "welche Berufserfahrungen haben Sie bisher gemacht", "was prädestiniert Sie gerade für diese Stelle", "was sind Ihre Stärken und Schwächen" kommt sehr oft. Und oft wird dem Bewerber deutlich mehr Raum für die Beantwortung eingeräumt als nur ein zwei Antwortsätze, einfach weil Personalauswahl auch viel über Gefühl geht. Und die Frage, paßt derjenige ins Unternehmen. Dazu muß man ihn dann mal reden lassen und zuhören und sich einspüren in die Persönlichkeit.

Am Besten übst Du solche Ausführungen im Vorfeld, wie Du auch für eine Theatervorstellung proben würdest. D.h. mit einem Gegenüber in Deiner Bewerbungskleidung. Laut. Und nicht nur im Jogger auf dem Sofa leise im Kopf gedacht. Wenn Du Dir nämlich einfach nur auf dem Sofa überlegst, was Du in solch einer Situation antworten kannst, ist die Gefahr eines Blackouts im Bewerbungsgespräch viel größer, weil es sich eben ganz anders anfühlt, am Tisch sitzend mit engen Schuhen und Bluse und einem Gegenüber. Dann greift Dein Gehirn nicht unbedingt auf das zurück, was Du gerne sagen möchtest, einfach, weil es das liegend im Jogger abgespeichert hat.

Was auch gut ist, ist wenn Du Dir mal Zeit nimmst für ein Übegespräch mit einem Gegenüber, der auch wirklich seltsame oder skurrille Dinge fragt, Dich aufs Glatteis führt oder nur Smalltalk macht, so lange bis du entspannt Dich auch auf die unterschiedlichsten Gesprächssituationen und Gesprächsführungen einlassen kannst. Dann ist die Gefahr, daß Du verblüfft schweigst oder rumeierst, weil Du spürst, daß eine Leere in Dir entsteht, geringer.

Wenn Dir das freie Erzählen nicht liegt und Du unsicher bist, Unangemessenes zu erzählen, dann kannst Du auch einfach die Aufforderung zum Erzählen mit einer Frage eingrenzen z.B. "welcher Bereich interessiert Sie besonders?" oder "möchten Sie, daß ich noch mal die wesentlichen beruflichen Stationen wiederhole?" oder "interessiert Sie, wie ich im Privatleben einen Ausgleich zu meiner Arbeit finde, um mich gesund zu erhalten und zu erholen? Z.B. ob ich Sport betreibe?"

Damit machst Du auf eine subtile Art auch deutlich, daß Du keinesfalls bereit bist, Dich über Dein Privatleben aushorchen zu lassen, was auch nicht ok wäre, sondern sämtliche Fragestellungen im Hinblick auf die Berufsausübung beantwortest.

Und auch bei einer Plauderei solltest Du immer im Blick behalten, Dich nicht um Kopf und Kragen zu reden, indem Du Dinge ausplauderst, die Du eigentlich für Dich behalten wolltest. Auch deswegen macht es Sinn, auch solche Plaudereien mal zu üben mit einem Gegenüber, der versucht, Dich aus der Reserve zu locken.

Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg bei Deinem Vorstellungsgespräch.
 
Sowas kannst Du ganz gut einleiten mit: "wie Sie ja schon in meinem Lebenslauf gesehen haben", und dann würde ich kurz meinen beruflichen Weg einmal zusammenfassen. Auch wenn das schon im Lebenslauf steht. Da geht es nicht um Infos, sondern darum, wie Du Dich präsentierst. Ein gegenseitiges Beschnuppern, ob es passen könnte.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Jobsuche!
 
Auf diese Aufforderung "erzählen Sie mal von sich" würde ich erzählen, was mir an meinem Beruf Freude macht, warum ich ihn wählte und welche markanten beruflichen Erlebnisse mich veranlassten, bestimmte Denk- und Verhaltensweisen anzunehmen.

Da diese Aufforderung öfter kommen kann, würde ich das zuhause so oft üben, bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist.

So frei von sich und seinen beruflichen Etappen/Ereignissen erzählen zu können, ist ein Zeichen guter Selbstreflexion. Ich möchte es so sagen: So ein Mensch weiß was er getan hat und warum er tat, was er tat.

LG; Nordrheiner
 
@bird on the wire:
wow, vielen Dank für diese ausführliche Antwort! Ich hatte wirklich nicht bedacht, dass der Arbeitgeber wohl nicht mehr alle Infos über mich im Kopf hat. Eigentlich logisch.
Der Tipp mit dem Üben ist eigentlich gut, aber bei mir würde dafür eigentlich nur mein Freund in Frage kommen.. und er tut sich leider ziemlich schwer, seine "Rolle" (also die des Arbeitgebers) zu spielen. Aber vielleicht kann ich mir ja auch mal ein paar Sätze und Stichwörter aufschreiben, so wie bei einem Referat in der Schule. Dazu noch eine Frage: ich nehme zu Vorstellungsgesprächen immer was zu Schreiben mit und habe das dann vor mir auf dem Tisch liegen. Manchmal mache ich auch Notizen zu dem, was der Arbeitgeber erzählt. Wäre es verrückt, dort ein paar Stichwörter drauf zu schreiben, und dann während des Gesprächs mal zu "spicken"? Natürlich unauffällig 😉
Wäre es auch ok, eine Gegenfrage zu stellen, wenn die Frage "erzählen Sie von sich" gleich am Anfang kommt? Oder wäre es gut oder schlecht, z.B. nochmal mit den Personalien anzufangen? Also so "Mein Name ist X, ich wohne in Y, komme aber ursprünglich aus Z" oder sowas? Oder ist das doof?

@Nordrheiner:
Danke auch dir! Wäre es nicht komisch, wenn ich gleich als allererstes im Vorstellungsgespräch auf so ein "ernstes" Thema zu sprechen komme? Ich weiss nicht so recht, wie ich es ausdrücken soll. Ich habe bisher beruflich keine besonders klare Linie gefahren.. ich bin aber auch noch ziemlich jung und hatte bisher fast immer nur Anstellungen, in die ich so hineingerutscht bin über Bekannte oder kurze mündliche Vorstellungsgespräche. Ausserdem hat mein Job momentan nichts mit dem zu tun, was ich machen will. Es ist einfach ein Job, in einem Geschäft, nichts besonderes. Deshalb will ich ja wechseln 😉 Hmm.. vielleicht könnte ich ja so anfangen: "Momentan arbeite ich bei XY. Die Arbeit ist zwar interessant und abwechslungsreich (ist sie nämlich wirklich), aber ich möchte beruflich mehr erreichen. Deshalb interessiert mich ihre Firma so" - wäre das ein guter Anfang? Dann könnte ich gleich dazu übergehen, zu erzählen, warum ich gerne bei dem Unternehmen arbeiten würde. Wie fändest du das?
 
Sprich mit fremden Menschen. Klingt blöd, ist aber so. Wenn du an der Bushaltestelle wartest, einfach mal wen anquatschen und ins Gespräch kommen. Oder mal in ein Geschäft gehen und sich über bissl was erkundigen mit den Leuten quatschen.
Heißt Small Talk und ist genau für diese Situationen geeignet: "Leere im Kopf".

Macht es einfacher den Gegenüber als normalen Menschen zu betrachten, der auch nur seinen Tag rumbringen will.
Ich hab meistens über meine vorherigen Jobs gesprochen und was ich gut kann. Das mit den Schwächen habe ich verbunden mit Dingen die ich nicht machen will weils mir nicht liegt. Ist natürlich einfacher wenn man bereits Erfahrung hat und weiß was man will, als wenn man direkt bei Null einsteigt. Aber da gibts doch sicher was aus der Ausbildung, was dir gefallen hat und was dir nicht so gefallen hat.
 
"Nun erzählen Sie doch mal von sich..."

Das ist eine ganz klassische Aufforderung, du sollst deinen Lebenslauf und die Gründe für deine Bewerbung erzählen. Also das, was du schon alles geschrieben hast. Dein Gegenüber hatte keine Zeit oder keine Lust alles zu lesen. Übe das vorher, alle Daten müssen richtig sein und du solltest flüssig erzählen. Du musst damit rechnen, dass dein Gegenüber deinen Lebenslauf vor sich hat und vergleicht.

Bei Fragen zu deiner Lebenssituation und deinen Hobbys musst du aufpassen, es darf nichts im Gegensatz zu deinem Job stehen. Du solltest also nicht sagen du betreibst Leistungssport denn das bedeutet, du hat keine Zeit für die Arbeit. Aber zu sagen, du machst gar keinen Sport, ist auch nicht gut denn das bedeutet, du hältst dich nicht fit und bist daher nicht für die Arbeit geeignet.

Alles Gute
Andreas
 
Ich hatte gerade so ein Coaching und es geht dabei um deine Erfahrungen was du machst was du besonders kannst und was dir wichtig ist. Anfangs nur kurz wo du wohnst Name etc dann Ausbildung dann Erfahrung und ruhig positive Eigenschaften.

3 min ????????
 
Allgemein finde ich es wichtig, dass man sich selbst zuvor klar macht, was man eigentlich will. Es soll nicht nur der Arbeitnehmer zum Arbeitgeber passen, sondern natürlich auch anders herum. Authentisch sein ist das Entscheidende, und sich nicht verbiegen. Mach dir klar, was du willst und schau, ob Arbeitsplatz und -bedingungen dem entsprechen können.
 

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