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Vater arbeitslos

Ich verstehe Dich gut. Leider funktioniert sowas in Deutschland. Ich habe einen Arbeitsvertrag in London, da ist sowas völlig unmöglich, sich derart auf Kosten der Allgemeinheit durchzuschnorren. Das englische System finde ich da deutlich gerechter.
Wer weiß, ob Dein Vater nicht auch vor Corona so gearbeitet hat?

Natürlich kann man auch mit 63 noch etwas finden, wenn man motiviert und fleißig ist. Selten war der Markt für Arbeitnehmer so günstig, wie heute, weil der Mangel an Facharbeitern so groß ist.

Du solltest ihm gar kein Geld geben, wenn er Dich offenkundig so anlügt.

Meine Vermutung ist auch das mein Vater sein Alter nur vorschiebt und mir nicht die ganze Wahrheit erzählt.
Er hat sich immer furchtbar über Menschen aufgeregt die er mit finanzieren muss. Heute will er davon nichts mehr hören und hat das angeblich auch nie gesagt. 🙄 Jetzt redet er nachdem Motto wer arbeiten geht ist eh blöd und du wirst eh nur...

So wie mein Vater drauf ist denke ich nicht das ihn jemand einstellen wird...

Ich gebe ihm kein Geld mehr. Trotzdem bin ich leider immer im Konflikt mit mir und möchte nicht das er "leiden" muss. Ich bin mir total unsicher ob er lügt.
 
Für Kinder ist es nicht immer "einfach" zu erkennen und vor allem zu akzeptieren, dass die eigenen Eltern bei genauerem Hinsehen ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Im Alter wird das selten besser. Die sogenannte "Altersmilde" erwischt nicht jeden. Und dann ist da auch noch die Erfahrung beim "alt werden", dass sich nicht wenige Fähigkeiten und Selbstverständlichkeiten schleichend oder in Schüben einfach "davon machen". Manch einem fallen bislang problemlose Dinge scheinbar über Nacht schwer und die Antwort auf das "Warum" klingt irgendwie nach Ausrede.

Und so holt einen als Kind dann zuweilen wie ein Schlag ins Gesicht die Erkenntnis ein, dass die Eltern von einem mehr verlangt oder erhofft haben, als sie selbst zu bringen bereit waren oder heute sind. Das kann so richtig sauer machen und ist auch durchaus nachvollziehbar.

@Nina: Du scheinst sauer zu sein. Das ist verständlich und oft der Punkt, an dem man den eigenen Standpunkt erst einmal überdenken sollte. Deine Argumente klingen vernünftig. Aber was wird jetzt? Ja, einige der Entscheidungen Deines Vaters lassen Zweifel aufkommen und er "sollte" und "müsste" und "könnte" doch! Sich nicht "gehen" zu lassen, sich zu "straffen", oder wie immer man das nennen will, ist doch selten falsch! Du hast das vielleicht von ihm auch schon zu hören bekommen und sicher waren einige dieser "Ratschläge" mehr Schläge, als ein guter und mitfühlender Rat.

Aber nur mal angenommen: was wäre, wenn er wirklich nicht "mehr" kann? Was, wenn die Kraft einfach nicht mehr da ist, um sich zu "straffen"? Der Körper baut immer mal wieder genau an den Stellen ab, an denen man nicht damit rechnet und der Aufwand, dem entgegen zu treten wird immer höher. Diese Erkenntnis wird auch Dir einmal nicht erspart bleiben. Vielleicht lebst Du gesünder, aber der Moment wird kommen.

Nicht selten drängen sich in dieser Phase des Lebens einer Familie die alten Konflikte wieder auf und die Rollen werden getauscht. Nun bist Du @Nina "oben" und er ist es nicht mehr. Das Vertrauen und die Selbstverständlichkeit der eigenen Kinder kann einem das eigene Selbstbewusstsein in einer Form stärken, die man erst erkennt, wenn das Vertrauen schwindet und das ist bei euch nun der Fall.

Du scheinst einen scharfen Verstand und auch einen geschärften Blick für eure Situation zu haben und das ist gut so. Du führst zurecht an, dass auch Du nun Verpflichtungen hast, die Du nicht einfach "canceln" kannst. Vermutlich hat sich Dein Vater mit ähnlichen Worten immer mal wieder "davon gemacht", oder?

Aber ein guter Vater lässt manchmal auch einfach "Milde walten", ist freundlich, wo andere nicht mehr freundlich sind und sieht mehr sein Kind, als das "Problem" und entscheidet hoffentlich eher zu Deinen Gunsten, als nach rationalen Überlegungen. Und nun kehrt sich auch das um. Du kannst "einen alten Esel" mit verbalen "Stockschlägen" zum schneller laufen bewegen. Das geht schon. Er ist an der frischen Luft und zu was nütze, also was spricht dagegen?! Frag mal den Esel.

Ja, vielleicht lügt Dein Vater, manipuliert und drangsaliert Dich und eure Familie. Dann geh auf Abstand, denn dazu hat er kein Recht. Aber vielleicht hat er nun "seine Karre" in den Graben gesetzt und kommt alleine nicht mehr raus und ist zu stolz oder zu verbohrt, um das zuzugeben. Auch das entschuldigt nicht viel, ich weiß. Aber vielleicht wäre etwas mehr "Gnade" mit einem alten Esel angezeigt, der Dir schon so manchen Karren gezogen hat und nun einfach müde und auch ängstlich wird, weil er seine Sicherheit verliert.

Schau, ob da nicht noch mehr an Groll in Dir brodelt und woher dieser Groll wirklich kommt. Dann kannst Du vielleicht etwas "gnädiger" sein oder ganz bewusst Grenzen ziehen, denn auch Du musst nicht alles verstehen und alles hinnehmen. Esel hin oder her.

Wenn mein Vater wirklich unverschuldet arbeitslos geworden ist dann wäre das etwas anderes. Aber ich nehme ihm nicht ab das er leidet. Wenn er leiden würde warum klopft er dann solche Sprüche wie wer arbeiten geht ist selbst Schuld? Das er nie mehr arbeiten gehen will.

Er erwartet das ich ihn mit finanziere ohne etwas dafür zutun. Wenn er kein Geld mehr hat dann muss er seinen Lebenstil anpassen. Dann ist teurer Urlaub und neue Haushaltsgeräte, obwohl die alten noch funktionieren eben nicht mehr drin. Eine billige Waschmaschine von Beko tut es auch. Das muss nicht immer die Miele sein.

Ich habe auch eine Zeit lang jeden € dreimal umgedreht und muss auch jetzt wieder sehr aufs Geld achten. Trotzdem kommen mein Mann und ich durch. Obwohl wir natürlich auch Angst haben es nicht zu schaffen.
Klar würden wir auch lieber einen Urlaub machen oder ich mir neue Klamotten kaufen das ist bloß im Moment nicht mehr drin. Niemals käme ich auf die Idee deshalb andere um Geld zu fragen. Es ist etwas anderes wenn mein Vater kein Geld z.B. für Essen hat. Aber nicht wenn er auf Luxus verzichten muss. Ist auch schwer. Aber nicht lebensnotwendig. Ich weiß selber das Verzicht wirklich nicht immer leicht gewesen ist. Allerdings kenne ich auch die andere Seite. Jetzt wo mir das Geld fehlt und ich die Doppelbelastung mit dem Hausbau habe ist es auch für mich schwer mich wieder umzugewöhnen das weiß ich. Obwohl ich eigentlich weiß das sind Luxusprobleme. Trotzdem kann ich meinen Vater verstehen. Nur überleben reicht nicht.

Ich bezweifle das mein Vater nicht mehr kann. Er will nur nicht.
 
Naja, sagen wir es so, er wird jetzt erstmal noch ganz gut von ALGI leben können als Senior-Ingenieur hat er sicher nicht schlecht verdient. Das läuft irgendwann aus und dann hat er noch ca 1 Jahr bis zur Rente. In seinem Job wird es da tatsächlich schwierig, vlt macht er dann die paar Monate was Anderes.

Kann ihn aber schon verstehen.

Mein Vater hat gut verdient. Allerdings hat er durch meine Mutter angeblich nie Rücklagen bilden können. Da er weiterhin den Heimplatz meiner Mutter finanziert bleiben ihm angeblich nur noch 500€ zum Leben. Meine Mutter kann noch 10-20 Jahre leben.

Er will nichts anderes machen. Dazu ist er sich zu fein...
 
Vielleicht noch ein wenig Hintergrund zur Situation deines Vaters in Deutschland, die du beachten könntest bei deinen Überlegungen.

- Umfangreiche Abfindungen für langjährige Arbeitnehmer sind nur in größeren, meist tariflich gebundenen Betrieben die Regel. Je kleiner der Betrieb wird, desto kleiner fallen die Abfindungen aus. Somit bekommt nicht jeder Ingenieur zwangsläufig eine üppige Abfindung nach etlichen Berufsjahren.

- Es gibt in Deutschland kein generelles juristisch verankertes Anrecht auf eine Abfindung. Natürlich kann es hier im Arbeitsvertrag individuelle Regelungen geben. Diese sind aber sehr selten. Rein rechtlich kann ein Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen gekündigt werden unter Einhaltung der Fristen.

- Im Alter deines Vaters ist man für ALG 1 zwei Jahre, statt bei jüngeren Arbeitnehmern nur ein Jahr, empfangsberechtigt. Sollte eine Abfindung gezahlt worden sein, kann es zu einer befristeten Sperre des ALG 1 kommen, allerdings selten mehr als 3 Monate.

- Das ALG 1 beträgt etwa 60% des letzten Nettos, ist allerdings bei Gutverdienern, zu denen dein Vater wahrscheinlich zählte auf ca. 2400 Euro gedeckelt. Das sollte zusammen mit einer kleinen Abfindung jedoch dennoch bis zur Rente mit 65 reichen.

Dass dein Vater nach langem Berufsleben mit 63 nicht mehr arbeiten möchte... nunja... im Alter setzt vor allem auch ein starker Effekt der Gewöhnung ein. In diesem Alter nochmal arbeitstechnisch bei 0 anfangen in einer neuen Firma mit neuen Kollegen... das können viele nicht mehr.
Desweiteren, weißt du denn, wie es ihm in den letzten Jahren beim alten Arbeitgeber gegangen ist? Ein wenig klingt es so, als wäre er gemobbt worden ("Firma wollte ihn loswerden"). Auch das trägt vielleicht etwas mehr zu dem Verständnis seiner Situation bei.

Mein Vater hat bei einem internationalen Großkonzern gearbeitet.

Mein Vater erzählt mir unterschiedliche Dinge von der Arbeit. Ich könnte mir schon vorstellen das er gemobbt worden ist. Er hat das immer damit begründet das sowas in einer Führungsposition normal ist. Außerdem hat ihn immer sehr geärgert das die Kollegen die nie etwas machen und sich immer durchmogel durchkommen. Während er sich abstrampeln muss und dafür einen Tritt in den Hintern bekommt.

Dann gab es Zeiten in denen alles schön war. Er hat von Projekten geschwärmt und sich nach der Arbeit mit Kollegen getroffen.
 
Corona scheint aus deinem Vater einen klassischen Sozialschmarotzer gemacht zu haben.

Du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du ihm kein Geld gibst. Biete ihm vielleicht an, mit ihm die Bewerbungen zu schreiben oder bei Behördengängen zu helfen. Schenk ihm ein Haushaltsbuch mit der Auflage es centgenau zu führen (und zwar jeden Posten einzeln, also nicht "Einkauf 15,37", sondern was er exakt gekauft hat), damit er weiß wohin sein Geld geht und falls er dann nicht mit seinem Geld hin kommt, kontrollier das Buch bevor du ihm hilfst.

Es ist nicht die Aufgabe der Kinder, sich um ihre Eltern zu kümmern. Völlig egal wie alt die Kinder und Eltern sind.

Ich denke auch das mein Vater während Corona gelernt hat das nichts tun ganz schön ist vorallem wenn er dafür noch Geld bekommt.

Mein Vater präsentiert mir seine Bewerbungen... Aber er lässt sich da nicht reinreden. Nein er freut sich noch wenn es ihm gelungen ist sich besonders schlecht darzustellen. Ich fühle mich dann auch... von ihm. Besonders wenn er bei der nächsten Bewerbung ankommt und es angeblich diesesmal ernst meint und dann muss ich wieder so einen Stuss lesen. Oder mir ein vermasseltes Vorstellungsgespräch anhören.

Mein Vater könnte schließlich auch seine Freundin fragen ob die ihm hilft. Obwohl sie weniger als ich verdient.

Also als Akademiker mit passendem Wissen und Kontakten findet er auch mit 63 einen Job,
habe das immer erlebt, bei Ärzten, Anwälten, Lehrern .... weil er ja körpliche nichts leisten muss... und bestimmt auch bei Ingenieuren.
Er will halt nicht mehr.

Das ist der Punkt. Mein Vater könnte. Aber er will nicht. Dann will ich auch nicht mehr zahlen.
 
sehe ich anders.
Es hilft immer der, der kann. Mal so rum, mal anders rum.

Hilfe sollte Gegenseitig sein. Das sehe ich hier nicht.

Ich habe selber wenig womit ich helfen kann.

Es geht nicht darum das mein Vater nichts mehr hat. Bevor er verhungern würde da hätte ich schon längst geholfen. Aber nicht damit er auf den Urlaub oder teure Haushaltsgeräte verzichten muss.
 
Trotzdem macht mich seine Verhalten wütend, weil er sich ständig bei mir beschwert. Verständnis und Geld erwartet. Ich habe selber nichts übrig, weil mein Mann und ich gerade bauen. Außerdem warum soll ich ihm Geld geben wenn er mir anlügt?
Wenn du selber kaum was hast, dann sage ihm das und gib ihm nichts. Er wird dann schon einsehen, dass bei dir nichts zu holen ist. Ansonsten schalte auf Durchzug oder wechsle das Thema. Das mache ich bei meinen Eltern bei bestimmten Themen auch.
 
Normalerweise sagt man 1x mal das es keine finanzielle Unterstützung gibt und dann ist das Thema durch.
In seinem Alter darf man übrigens gerne mal ans aufhören denken. Nur sollte er dann natürlich auch selbst klarkommen.
 
Corona scheint aus deinem Vater einen klassischen Sozialschmarotzer gemacht zu haben.

Wieso Sozialschmarotzer?
Er hat eine Abfindung bekommen und er bekommt 1 1/2 Jahre ALG I. Das ist Geld aus einer Versicherung, nicht von der Allgemeinheit.

Er ist 63 Jahre und war zeitlebens Ingenieur. Was denkst du was die leisten müssen? Die haben keinen 8 Stunden Tag.

Und den jetzt als Sozialschmarotzer betiteln ist echt heavy...
 
Mein Vater ist 63 und seit Dezember letzten Jahres arbeitslos. Sein Arbeitgeber wollte ihn loswerden angeblich, weil er zu alt ist. Mein Vater war Senior Ingenieur. Das ihn die Firma loswerden wollte ist zumindest seine Variante. Allerdings fing er an sich seit Corona und dem damit verbundenen Home Office zu verändern. Für meinen Vater stand sonst immer Arbeit immer an erster Stelle.
Im Homeoffice lockte er sich Morgens um 07:30 ein und legte sich dann wieder hin und schlief aus. Auch sonst war mit allem anderen außer der Arbeit beschäftigt. Am Laptop saß er eigentlich nur wenn es ein Meeting gab.
Als die Corona Auflagen gelockert wurden gingen die Auslandsreisen wieder los. Auf die mein Vater keine Lust hatte. Die Folge war er ließ sich immer und immer wieder krank schreiben. War ihm egal, weil er ja eh zu alt ist.

Mein Vater hat eine Abfindung bekommen. Allerdings nicht groß. Zumindest behauptet er das. Mein Vater musste die Schulden meiner Mutter bezahlen und ihren Heimplatz. Somit war kein Geld zum zurücklegen übrig. Meine Mutter lebt immer noch im Heim.
Angeblich hat mein Vater nur 500€ im Monat übrig.

Ich zweifle das an. Mein Vater war im Urlaub, hat sich eine neue Spül- und Waschmaschine gekauft und renoviert jetzt das Wohnzimmer. Wir geht das ohne Geld? Seine Freundin verdient ebenfalls wenig.

Mein Vater muss noch 2 Jahre bis zur Rente überbrücken. Beim Arbeitsamt stellt er sich doof. Bewirbt sich extra schlecht, präsentiert sich in Vorstellungsgesprächen schlecht und beschwert sich warum das Arbeitsamt ihn nicht in Ruhe lässt.

Ich weiß selber das er mit 63 nichts mehr finden wird.

Trotzdem macht mich seine Verhalten wütend, weil er sich ständig bei mir beschwert. Verständnis und Geld erwartet. Ich habe selber nichts übrig, weil mein Mann und ich gerade bauen. Außerdem warum soll ich ihm Geld geben wenn er mir anlügt?

Liebe Nina,

dein Vater ist 63 und hat vermutlich mehr als 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Das heißt auch mehr als 40 Jahre bei Wind und Wetter aufstehen und auf Arbeit gehen.
Mit 63 darf man auch schon mal ausgebrannt sein und bedenklich finde ich daher eher, dass du ihm gegenüber so wenig Empathie aufbringst. In manchen Ländern der Erde ist mit 60 Jahren Schluss und da arbeiten die meisten nicht mehr.
Vermutlich ist er auch einfach nur ausgebrannt-.
Dass er Geld von dir verlangt ist natürlich nicht okay. Ich würde an deiner Stelle meine Befindlichkeiten klar artikulieren.
 

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