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Unendlich traurig - warum hat er das getan?

  • Starter*in Starter*in trauermaus
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    traurig
Hallo ihr Lieben!
Weiter geht´s mit meinem Bericht:

Nachdem mein Mann mir äußerst knapp mitgeteilt hatte, dass er sich für mich entschieden hatte, schöpfte ich zaghaft die Hoffnung, dass sich jetzt endlich alles beruhigen würde. Ich wollte alles tun, damit es meinem Mann leicht fallen würde, sich in den "Alltag" wieder einzufinden. Aber irgendwie lief irgendetwas enorm schief. Je mehr ich mich um meinen Mann bemühte, umso unzugänglicher wurde er. Hatten wir während der vorangegegangenen Krisenzeit, wenn auch erfolglos, täglich miteinander geredet, so war jetzt plötzlich absolut kein Gespräch mehr möglich. Er zog sich in sich selbst zurück und war wieder so unausstehlich, wie zu dem Zeitpunkt, bevor alles aufgeflogen war. Ich litt immer mehr unter der Situation und jedes Gespräch, das ich führen wollte, blockte er rigoros ab. Zwei Wochen versuchte ich alles menschenmögliche um an ihn ranzukommen, erfolglos.
Ich ahnte, dass er mich für die Entscheidung, die er getroffen hatte verantwortlich machte und bot ihm an, ihn freizugeben. Ich flehte ihn sogar an, endlich einen Schlusstrich zu ziehen, unter diese Ehe, die er doch offensichtlich gar nicht mehr führen wollte. Er meinte daraufhin immer nur, wir, die Tagesmutti und ich, hätten eine Entscheidung haben wollen, nun hätten wir sie, das müsse reichen.

Schliesslich war ich so verzweifelt, dass ich eine riesige Dummheit beging. Wegen meiner Schlafstörungen und meines desolaten psychischen Zustandes hatte ich vom Arzt vor kurzem Beruhigungsmittel und Schlafmittel bekommen. Sechs Wochen hatte ich die Hölle erlebt, Qualen durchgestanden und ein Ende war nicht abzusehen. An einem Abend, als mein Mann zu einer Vereinssitzung war und die Kinder schliefen, löste ich alle Tabletten in einem Glas Wasser auf und trank es aus. Dann legte ich mich auf´s Sofa und wartete darauf, dass alles vorbei gehen würde. Und da bekam ich plötzlich eine wahnsinnige Angst zu sterben. Irgendwie wollte ich mit einemmal gar nicht mehr sterben. Voller Panik rief ich bei meiner Freundin an und sagte ihr, was ich gerade getan hatte. Sie war total schockiert, fragte was und wieviel ich genommen hätte und sagte mir, ich solle sofort den Finger in den Hals stecken, Wasser trinken, erbrechen,, immer wieder. Dann sagte sie, sie würde jetzt sofort meinen Mann anrufen und mich dann gleich zurückrufen. Wenn ich nicht ans Telefon gehen würde, würde sie den Notarzt anrufen. Sie rief mich dann gleich wieder zurück und blieb solange am Telefon, bis mein Mann da war. Er wollte sofort den Rettungswagen rufen, aber ich wollte das nicht. Inzwischen hatte ich einen Großteil wieder erbrochen und außerdem war mir das ganze hochgradig peinlich. Mein Mann war plötzlich wie umgewandelt, war fürsorglich und liebevoll.

An nächsten Tag führten wir dann ein Gespräch, das Ergebnis war aber wiederum nichts handfestes. Die Beziehung zur Tagesmutti war zwar beendet, die Trennung von mir wollte er auch nicht, aber eine "Ehe" im herkömmlichen Sinne wollte er auch nicht mit mir führen. Da kam es mir denn auch wie ein blanker Hohn vor, als er mich dann einmal traurig fragte: "Muschilein, wo hast du nur dein Lachen gelassen?" Irgendwie muss ich wohl die Pointe bei dieser ganzen Geschichte total verpasst haben, ich konnte beim besten Willen an meiner Situation aber auch rein gar nichts dermaßen erheiternd finden, dass man mir das Dauergrinsen mit dem Meißel hätte aus dem Gesicht holen müssen. Er war dann natürlich mal wieder sehr verschnupft als ich ihm genau das antwortete, er hatte doch nur sagen wollen, dass er meinen Hurmor und meine frühere unbeschwerte Art vermisste. Ja, was stellte der gute Mann sich denn vor, hallooo!!!
Nochmals zwei Wochen ging dieser hickhack weiter, es hatte sich absolut nichts geändert. Ich hing nach wie vor in der Luft, wusste nicht woran ich war. Allerdings hatte mein "Suizidversuch" mich auch schwer ins Grübeln gebracht. Mir war klar geworden, dass nur ich diesen Zustand beenden konnte und dass das zwingendst notwendig war, wenn nicht eines Tages doch etwas ganz schlimmes passieren sollte. Zudem gab meine Freundin mir ordentlich "Zunder" liess mir keine Ruhe und drängte mich geradezu penetrant dazu, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, da mein Mann offensichtlich nicht gewillt war, etwas zu ändern. Und so suchte ich mir dann heimlich eine Wohnung.

Ich hatte auch Glück, innerhalb von 4 Wochen bekam ich eine schöne Wohnung, dank seiner Schwester, die mir die Wohnung unter ihr vermittelte. Ich organisierte den Umzug und "neue" gebrauchte Möbel, da ich aus meinem alten Leben aber auch rein gar nichts mitnehmen wollte. Ich wollte überflüssigen Ballast abwerfen und dazu gehörte nicht nur mein Mann, sondern auch das Sofa auf dem er gesessen hatte, der Tisch an dem er gegessen hatte, das Bett in dem er geschlafen hatte, usw.
Einen Tag vor meinem Auszug sagte ich ihm dann Bescheid. Ich hatte vorher nichts gesagt, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mich nicht wieder von ihm einwickeln lassen würde und auch seine Schwester hatte ihr Schweigegelübde gehalten. Das Überreden hätte ihm gelingen können, da ich ihn einfach zu sehr liebte und ich hätte dann weiterhin in der Luft gehangen.

Er fiel natürlich aus allen Wolken, dachte, ich wollte ihn bluffen, um endlich etwas entscheidendes von ihm zu hören. Als ihm dann aufging, das es Ernst war, versuchte er natürlich, mich umzustimmen, machte mir Hoffnung. Aber ein Zurück gab es für mich nicht mehr. Nicht nur um meinetwillen, sondern erst recht wegen der Kinder, die einfach schon viel zu viel mitbekommen und folglich auch gelitten hatten, musste dieser Schritt sein.

Hier zunächst einmal wieder Ende, der nächste Teil ist aber bereits fast fertig gestellt.
 
Moin moin,
eigentlich wird mir richtig schlecht, wenn ich missis Berichte lese, denn ich habe das Gefühl ich bin wieder am 12.3.06 und den nachfolgenden Wochen angelangt, missis Du schreibst, wenn es auch bei mir nur Monate und nicht Jahre waren, meine Geschichte. Ich bin so verwirrt. Soll jetzt um Gottes willen nicht heißen dass Du damit aufhören sollst. Ich bestehe darauf, dass Deine Geschichte in meinem Thread bis zum Ende geschrieben wird - schließlich soll sie ja mal irgendwann mir gewidmet werden 😀 - da bin ich eigen! 😛 . Schönes Wochenende. Trauermaus.
 
Guten Morgen, liebe Trauermaus!

Ich habe bis eben gerade ordentlich in die Tasten gehauen und darf aufatmend verkünden: ich habe fertig! 😀

Meine Geschichte in Forenformat ist fertiggestellt, und ich werde die letzten Teile nun also in den nächsten Tagen nach und nach einstellen, damit es nicht zuviel auf einmal wird.Es sind insgesamt noch drei Teile.

Ich weiss, unsere Situation gleicht sich außerordentlich, da wäre es doch eigentlich nicht verwunderlich, wenn sie auch gleich enden würde. Das hoffe und wünsche ich für dich, Trauermaus. Als ich damals über deinen Thread sozusagen gestolpert bin und mich in die ersten Seiten eingelesen hatte und schliesslich nicht eher aufhören konnte, bis ich deine ganze Geschichte gelesen hatte, da dachte ich immer wieder, das kann doch nicht angehen, dass es solche Parallelen gibt. Bei jeder von dir geschilderten Situation, die ich aus meiner eigenen Erfahrung kannte, hätte ich dir am liebsten sofort etwas dazu geschrieben, aber ich wäre ja um Monate zu spät damit gekommen.
Und so dachte ich dann, egal, schreib ihr jetzt deine eigene Geschichte in Kurzform, und wenn sie diese Parallelen ebenso als gleichend empfindet und an deiner Geschichte Interesse hat, führe das ganze ein wenig weiter aus. Na ja, und genau das tue ich ja nun gerade. 😉
Und da ich mit der Forenvariante ja nun fertig bin, könnte ich ja eigentlich mal ganz unverbindlich mit der Buchform beginnen. Doch, ich werde mir über´s Wochenende schon mal überlegen, wie ich das abfassen will, in Ich-Form, als Erzählung, in Tagebuchform, als Roman, welche Namen ich statt der Realnamen verwenden will, etc...
Und vor allem, wie ich die Widmung formulieren werde. 😀
 
hallo liebe trauermaus,
hattest du ein schönes we?
meins war ziemlich langweilig und unspektakulär.

und auch ein liebes hallo an misses. bin schon sehr gespannt auf deine weiter geschichte. du gibst uns große hoffnung, dass so eine beschissene krise doch zu meistern ist, ohne sich selbst komplett aufgeben zu müssen.
lg.
guilty
 
trauermaus meinte:
Ich bestehe darauf, dass Deine Geschichte in meinem Thread bis zum Ende geschrieben wird ...

Hey Missis,

bin auch dafür 😀 Interessiert mich sehr.

Missis meinte:
Meine Geschichte in Forenformat ist fertiggestellt, und ich werde die letzten Teile nun also in den nächsten Tagen nach und nach einstellen, damit es nicht zuviel auf einmal wird.Es sind insgesamt noch drei Teile.

Kann es noch nicht finden. Hat das seine Richtigkeit? Wo genau hast Du Deine Geschichte hinterlegt?

Daniela
 
Hallo Daniela!

Der Rest der Geschichte ist fertig, ich habe sie aber, weil es so viel ist nochmals in drei Teile trennen müssen, die ich nun nach und nach einstelle. Ich werde also hier jetzt das nächste Teil anhängen.

Trauermaus, ich hoffe, du hattest ein ebenso schönes Wochenende wie ich, in Guiltys Thread habe ich eben einen Bericht dazu abgeliefert, vielleicht interessiert es dich, oder auch euch anderen. Nach einem ziemlich blöden Streit wegen einem Verlängerungskabel haben wir eine Versöhnung erlebt, dass es mir noch immer ganz schwach in den Knien wird, wenn ich daran denke.

Hier folgt nun der nächste Teil meiner Geschichte:

Nachdem ich mich in der neuen Wohnung eingerichtet hatte, suchte mein Mann mich auf, nachdem er anscheinend drei Tage bockig war und vergeblich auf einen Anruf von mir gewartet hatte. Er wolle gerne die Kinder sehen und mit mir über das Finanzielle reden, nahm er zum Vorwand. Es war ganz schön merkwürdig, den eigenen Mann, den man liebt, als Gast zu Besuch zu haben. Plötzlich gab es da so eine eigenartige Distanz, nichtmal unangenehm. Wir besprachen also wie es finanziell nun aussehen sollte. Er bot einen großzügigen Kindesunterhalt an, den ich akzeptierte und wollte auch mir Unterhalt zahlen. Das lehnte ich allerdings konsequent ab. Unser Jüngster war gerade eingeschult worden und so hatte ich mir eine Arbeit im Ort gesucht, die mit den Schulzeiten der Kinder variabel war, so dass ich auf kein Geld von ihm angewiesen war.
Mit der kam ich zur Ruhe, ich litt zwar unter der Trennung, aber das war bei weitem nicht so unerträglich, wie der vorherige Zustand. Auch die Kinder lebten sichtlich auf.

In der Folgezeit kam er nahezu täglich, um die Kinder zu sehen. Auch wollte er, so sagte er, sich vergewissern, dass es mir gutginge. Er mache sich Sorgen um mich und außerdem würde er meine Nähe vermissen. Auch wenn wir nun getrennt lebten, er würde darum kämpfen wollen, immer eine Rolle in meinem Leben zu spielen, da er mich mehr als jeden anderen Menschen schätzen würde. Das hatte er damals, als er noch über eine gemeinsame Zukunft mit der Tagesmutti nachdachte auch immer schon gesagt, was mich natürlich unglaublich empört machte. Ich wollte ihn nicht als Freund, ich wollte ihn als Mann und wenn er das nicht geben konnte, wollte ich ihn eben gar nicht mehr in meinem Leben haben. Als ich ihm also nun sagte, ich wollte eigentlich etwas mehr Abstand und er solle die Kinder doch zu sich holen, wenn er sie sehen wolle, bat er mich tags darauf, seine Wäsche zukünftig zu waschen, da die Waschmaschine kaputt sei. Er fand immer irgendwelche Vorwände, um mich aufzusuchen. Mal mussten irgendwelche Papiere unterzeichnet werden, mal brauchte er Hilfe bei Anträgen, mal sollte ich Bankangelegenheiten für ihn regeln usw. Ich liess mich zwar dazu überreden, blieb aber trotzdem immer leicht distanziert und versuchte den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken.
An unserem 9. Hochzeitstag, den ich eigentlich allein verbringen wollte, um nostalgischen Gedanken nachzuhängen, zauberte er ein wahnsinns Dreigängemenü bei sich und holte uns zu sich. Später brachte er uns dann wieder nach hause und in dieser Nacht passierte dann auch was zwischen uns. Ich war natürlich total happy, dachte, nun ist das Eis gebrochen aber Fehlanzeige! Am nächsten Tag wartete ich vergeblich auf ihn und/oder einen Anruf. Da von ihm nichts kam, rief ich ihn am nächsten Tag an und fragte, ob er vorbeikommen würde. Er wand sich regelrecht, sagte schliesslich dann aber zu. Ich wollte natürlich wissen, was denn nun Sache wäre, aber er redete ständig um den heissen Brei herum und trotz aller Bemühungen bekam ich nichts konkretes aus ihm heraus. Stattdessen landeten wir wieder im Bett.

Das geschah in der folgenden Zeit nun häufiger. Was mich aber immer ungemein belastete war die Tatsache, dass er "danach" immer ziemlich bald nachhause fuhr. Es gab kein Schmusen oder gar Reden hinterher, er stand auf, zog sich an und haute nur mit einem Tschüss einfach ab. Ich versuchte mit ihm darüber zu reden, weil ich annahm, dass es ihm vor seiner Schwester peinlich sein würde, wenn sie mitbekäme, dass er bei mir übernachtete. Aber ich bekam einfach nicht heraus, was das Verhalten sollte. Mein Leidensdruck nahm wieder zu. Ich redete mir ein, das müsse doch Liebe sein, sonst würde er nicht mit mir schlafen, andererseits war mir unangenehm bewusst, dass man sich SO keinesfalls einem Menschen gegenüber benimmt, den man liebt. Und wiedereinmal sah ich mich in einer Situation gefangen, die mich schwer belastete und die ich eigentlich auch nicht zwingend beenden wollte, bekam ich doch in diesen Nächten wenigstens ein kleines bisschen Zuneigung von ihm. Das war mehr, als die ganzen Monate zuvor. Aber ich war kreuzunglücklich dabei, da ich mich nur noch auf meinen Körper reduziert sah, denn die ganzen Bemühungen um mich, die er vorher gezeigt hatte, gab es nicht mehr. Er kam, wenn er Lust hatte, manchmal tagelang gar nicht. Auch dieser Zustand zog sich viele, viele Monate hin, ich kann heute nicht mehr sagen, wie lange eigentlich genau. Auf jeden Fall zu lange.

Schliesslich musste ich mir schweren Herzens eingestehen, dass er mich geködert hatte. Meinen Schutzwall, den ich begonnen hatte aufzubauen, hatte er mit dem einzigen effektiven Mittel zerbrochen mit dem es ihm möglich war, mit dem In Aussicht stellen von Liebe und Beziehung. Dabei hatte er gar nicht die Absicht, an unserer Beziehung etwas zu ändern, er wollte lediglich seinen Zugriff auf mich nicht verlieren. Doch ich war nicht gewillt, nachdem ich einmal den Ausbruch aus einer derart quälenden Situation geschafft hatte, mich wieder in eine solche drängen und festhalten zu lassen. Und so ging ich zum Gegenangriff über.
Ich telefonierte ihm nicht mehr hinterher und fertigte Anrufe von ihm kurzangebunden ab. Das hatte zur Folge, dass er nun plötzlich wieder ständig unangemeldet vor meiner Tür stand. Auch das vermasselte ich ihm. Ich kündigte ihm an, dass ich künftig seine Wäsche nicht mehr waschen würde, er wüsste, dass ich ihn entweder als meinen Mann, oder überhaupt nicht haben wolle. Freundschaft wäre nicht drin. Und da er nicht mein Mann sein wolle und ich nicht seine Freundin, wären wir nun also getrennte Leute und ich sähe nicht ein, wieso ich für Leute, die mich nichts angehen, die Wäsche waschen sollte.
Außerdem empfände ich es als ausgesprochen lästig und aufdringlich, dass er die Kinder ständig bei mir sehen wolle, er selbst hätte ja schliesslich auch eine Wohnung, dort könnte er mit den Kindern Umgang pflegen, sooft und solange er wolle. Die beiden wären in der Lage, selbständig zu telefonieren und wenn er die beiden sehen wolle, würde ein Anruf reichen und er könne sie dann VOR meiner Tür abholen und VOR meiner Tür auch wieder absetzen. Rumms, das sass erstmal! Mit einem mal war er wieder kleinlaut, suchte Vorwände, um mich zu sehen oder anzurufen, die ich jedoch immer ziemlich gut blocken konnte.

Meine Freundin und einer der Bekannten von früher, der mittlerweile ein absolut lieber guter Freund geworden war, überredeten mich in der Zeit dann auch, mal was zu unternehmen, wenn die Kinder bei meinem Mann waren. Ich hatte eigentlich nicht so recht Lust dazu, mir ging ja immer andauernd unser Beziehungsdrama durch den Kopf, aber letztendlich liess ich mich überreden. Das traf meinen Mann natürlich noch mehr. Statt trauernd zuhause zu hocken, wo er mich ständig "gut aufgehoben" wusste, ging ich jetzt plötzlich unter Leute und entzog mich so seiner Kontrolle. Er suchte selbstredend wieder nach Möglichkeiten, mir das zu vermasseln. Er hätte keine Zeit, die Kinder die ganze Nacht bei sich zu behalten, aber da er sich letztlich damit selbst schadete, kam er dann irgendwann auf die Idee, immer nur noch jeweils eines unserer Kinder zu sich zu holen.

Hier erstmal wieder Schluss, die letzten beiden Teile folgen.

 
So ihr Lieben,

damit der Zusammenhang nicht verloren geht, jage ich den vorletzten Teil meines Berichtes gleich hinterher:

Im Prinzip war mir der so auferlegte "Hausarrest" egal, ich hatte eh nicht so viel Gefallen an den aushäusigen Aktivitäten gehabt, ich war nur ärgerlich, dass er mir damit in mein Konzept gefahren war, es hatte ja eigentlich im Hinblick auf seine Reaktionen doch ziemlich gut funktioniert. Zu der Zeit ergab es sich dann, dass der bereits erwähnte gute Freund von uns, der mich zu den abendlichen "Streifzügen" überredet hatte, öfter mal vorbei schaute. Von unserem damaligen Bekanntenkreis, war er einer, der sich als wirklicher Freund für mich und meinen Mann erwiesen hatte und diese Freundschaft hatte sich im Laufe der Zeit sehr intensiviert. Für mich war er inzwischen zu einem richtig lieben "Männerfreund" geworden, mit dem man über alles quatschen konnte, selbst über Frauensachen und der selbst dann ruhig und verständnisvoll blieb, wenn mich mal wieder mein Frust über die komplette Männerschaft überkam. Wir hatten die ganze Zeit über eigentlich regelmäßigen Kontakt gepflegt, aber nun sahen wir uns häufiger.
Er kam nahezu täglich vorbei, wir unternahmen viel zusammen, fuhren mit den Kindern an den Strand oder in den Freizeitpark und ganz oft brachte er den Kindern und mir etwas mit, oder lud uns zum Essen ein. Endlich kam ich auf andere Gedanken. Dieser ganze Beziehungsfrust rückte ein wenig in den Hintergrund und ich war endlich in der Lage, mich wirklich intensiv mit meiner Situation auseinanderzusetzen. Ich zog Bilanz uns kam zu dem Ergebnis, dass ich meinen Mann zwar nach wie vor liebte, unsere Ehe aber als gescheitert angesehen werden musste. So wie es aussah war ich ihm nicht egal, aber eine Rolle als Frau würde ich in seinem Leben wohl nicht mehr spielen. Und so fasste ich bezüglich unserer Ehe eine letzte Entscheidung, ich beauftragte einen Anwalt mit der Scheidung. Das war mein allerletztes Ass im Ärmel, im Hinterkopf hatte ich immer noch das letzte Fünkchen Hoffnung, wenn er dich wirklich liebt, dann MUSS und wird er jetzt etwas unternehmen. Aber auch dieser Schuss ging in den Ofen, denn mein Mann war dieses Mal zwar merklich schockiert, als er vom Anwalt Post bekam, versuchte auch wieder mich einzuwickeln, aber die letztlich ausschlaggebenden Worte "Ich liebe dich, ich will dich nicht verlieren, ich will wieder eine Ehe mit dir führen" die kamen trotzdem nicht über seine Lippen. Und nicht nur diese Worte, so hatte ich ihm mitgeteilt, sondern auch entsprechende Taten wären notwendig, um jemals wieder in mein Leben treten zu können. Und so wies ich ihn also ab und liess den weiteren Dingen ihren Lauf. Was geschehen sollte würde eben geschehen.
In dieser Zeit ging es mir natürlich wieder mal sehr elend. Ich hatte mit der Scheidung hoch gepokert und das Spiel, und somit auch meinen Mann, endgültig verloren. Ich wusste zwar, dass es so das beste für mich war, ein für alle mal klare Fronten geschaffen zu haben und somit auch den Grundstein gelegt zu haben, endgültig mit dem Thema abschliessen zu können. Trotzdem es tat verdammt weh, fast die Hälfte meines Lebens zu den Akten legen zu müssen. Aber letztendlich hatte ich es aus eigenem Willen geschafft, ich war von allein an dem Punkt angekommen, an dem es nur noch heissen konnte, alles oder nichts. Bedingungslose Liebe ja, bedingungslose Selbstverleugnung NEIN! Darauf war ich auch ein kleines bisschen stolz.

Und nun komme ich zu dem Punkt, den ich neulich nur vage erwähnt habe. Der eigentliche wirkliche Grund, der meinen Mann endgültig aus seiner festgefahrenen Schiene warf und der schaffte, Aktion hervorzurufen, wo alles andere versagt hatte. Ich habe, seit ich begonnen habe meinen Bericht hier niederzuschreiben, immer wieder überlegt, ob ich diesen Grund preisgeben soll. Irgendwie würde ich ihn lieber unter den Tisch fallen lassen, aber ich bin euch Offenheit schuldig. Ihr habt so sehr Anteil an meiner Geschichte genommen und durch unsere ähnlichen Schicksale empfinde ich eine große Verbundenheit mit euch, so dass ich mich nicht nur verpflichtet fühle, euch wirklich rückhaltlos alles offenzulegen, sondern euch auch nicht anders als mit Ehrlichkeit begegnen will. Warum ich das Weglassen dieses Grundes in Erwägung zog, werdet ihr sicherlich gleich verstehen:


Selbstverständlich war mein Männerfreund wie immer zur Stelle, er kümmerte sich rührend um mich, versuchte alles, um mich auf andere Gedanken zu bringen, und immer häufiger gelang ihm das auch. Wir unternahmen weiterhin vieles miteinander. Ich liebte beispielsweise seit je her Pferde, hatte bis ich meinen Mann kennergelernt hatte immer geritten. Mein Männerfreund, dem dies bekannt war, lud mich und die Kinder also kurzerhand auf einen Reiterhof ein, wo wir einen wunderschönen Tag lang gemeinsam auf dem Pferderücken verbrachten, was natürlich für viel Spaß sorgte, da er in seinem ganzen Leben noch nie auf einem Pferd gesessen hatte. Er lud uns in sein Ferienhaus auf Romo ein, wo wir eine herrliche Woche Urlaub verbrachten. Er flog mit uns mit einer gecharterten Cessna nach Rügen zum Kaffeetrinken, bloß weil ich noch nie im Leben geflogen war. Fast täglich brachte er mir nun Blumen oder andere Aufmerksamkeiten mit und auch die Kinder bekamen immer etwas von ihm. Hummer, Kaviar, Krimsekt, Champagner, nie zuvor hatte ich sowas gekostet, nun wurde ich damit förmlich überhäuft. Dieses umsorgt und maßlos verwöhnt werden war etwas ganz neues für mich. Mein Mann war zwar nie geizig gewesen, aber für sowas überflüssiges wie Blumen (die verwelken doch eh) hätte er nie Geld ausgegeben. Er hatte immer die Ansicht vertreten, wenn ich etwas haben wolle, könne ich es mir doch kaufen. Warum es etwas gaaanz anderes gewesen wäre, wenn er es geschenkt hätte, hatte er nie verstanden. Jedenfalls genoß ich die Zeit mit meinem Männerfreund. Er begann, einen festen Platz in meinem Leben einzunehmen. Dass wir ständig zusammen hingen und viel miteinander unternahmen war allgemein bekannt. Auch mein Mann wusste davon, stören tat es ihn aber nicht, schliesslich war mein Männerfreund ja auch sein bester Freund und die beiden trafen sich nach wie vor auch hin und wieder.

Ich empfand eigentlich nichts anderes als tiefe Zuneigung und Freundschaft für unseren Freund. Das es bei ihm mehr sein könnte, kam mir nicht in den Sinn. Er war auch anderen Menschen gegenüber, denen er zugetan war immer ausgesprochen großzügig, dass ich da eine Ausnahme bilden könnte war für mich nicht erkennbar. Durch unser stetiges Beisammensein hatte sich eine Vertrautheit entwickelt, die ich für eine "Nichtbeziehung" als nahezu einzigartig bezeichnen würde. Ich denke daran wird es gelegen haben. ES passierte. Ich kann nicht genau sagen wie es eigentlich soweit kam. Die Kinder waren bei meinem Mann, wir hatten mit einigen anderen Leuten gegrillt und als die sich verabschiedet hatten, wollten wir noch ein Glas Sekt als Absacker zusammen trinken, bevor er dann auch nach hause wollte. Es war einfach merkwürdig, da war kein Bauchkribbeln, keine Verliebtheit, irgendwie gar nichts, was eigentlich dazugehören sollte. Trotzdem passierte es. Als er dann später nach hause gefahren war, lag ich die restliche Nacht grübelnd wach.Ich war danach total durcheinander. Ich wusste nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. So tun als ob nichts gewesen wäre? Darüber reden? Ich war wieder mal restlos durch den Wind. Er merkte das am nächsten Tag wohl. Er benahm sich wie immer, erwähnte das ganze mit keinem Wort und so fiel es mir dann es mir leicht, wieder zu meiner gewohnten Unbefangenheit zurückzufinden.

Kurze Zeit später kam von meinem Anwalt die Nachricht, dass der Scheidungsantrag gestellt sei und dass in Kürze der Scheidungstermin anberaumt werden würde. Es würde die nächsten Tage auch noch direkt vom Gericht Post geben.
Das versetzte mir mal wieder einen Depri und mein Männerfreund war sofort da um mich aufzubauen. Wir redeten mal wieder endlos lange längst war es Nacht. Und wieder kann ich nicht erklären, warum es diesmal passierte. Vermutlich brauchte ich einfach menschliche Zuwendung, Zärtlichkeit, vielleicht wollte ich mir selbst auch nur die Endgültigkeit der Scheidung bestätigen, indem ich mich einem anderen Mann hingab, keine Ahnung. Das einzige was ich definitiv wusste, ich wollte keine neue Beziehung und schon gar nicht mit meinem Männerfreund.
Mein Mann hatte inzwischen auch vom Gericht Bescheid, hatte er zunächst wohl immer noch gedacht, ich würde einen Rückzieher machen, so wurde ihm nun klar, dass es ernst wurde. Er meldete sich bei unserem Freund, weil er sich bei ihm mal alles vom Herz reden wollte. Dieses Gespräch lief dann aber ganz anders ab, als er sich das vorgestellt hatte. Mein Männerfreund sagte ihm nämlich klipp und klar, dass es mir todernst mit der Scheidung war, ich würde ihn zwar noch lieben und immer noch leiden, aber durchziehen würde ich es bis zum letzten. Und dann erzählte er ihm, was zwischen uns gelaufen war. Er sagte ihm, er wisse, dass auch mein Mann noch Liebe für mich empfand und darum sollte mein Mann, wenn er was retten wolle in die Puschen kommen und sich grundlegend ändern. Ich würde mich mit Halbherzigkeiten nicht mehr zufrieden geben und wenn mein Mann nicht endlich bei mir mit offenen Karten spielen würde, würde er, mein Männerfreund, sich um mich bemühen. Mein Mann sagte mir später, das habe ihm den größten Schock seines Lebens verpasst. Ich war für ihn schon so gut wie verloren. Die Scheidung UND der andere Mann. Aber es war das, was unser Freund ihm verpassen wollte, ein heilsamer Schock.

Und die entsprechende Reaktion erfolgte dann ja auch umgehend.
Das also war der eigentliche Grund, der meinen Mann eine 180° Wendung hinlegen liess. Ich denke, ihr versteht nun, warum ich lange überlegt habe, ob ich ihn nennen soll. Es ist ja nun nicht gerade rühmlich, was ich da mit unserem Freund getan habe. Andererseits dürft ihr nicht vergesssen, dass ich meine Ehe eigentlich als gescheitert angesehen hatte, wir lebten getrennt und so war es wenn man fünfe gerade sein lässt, ja nicht wirklich ein Ehebruch, den ich begangen hatte, auch wenn die Scheidung noch nicht durch war und ich meinen Mann immer noch liebte.

Hier für heute Ende, der letzte Teil kommt morgen.
 
hi missis,
genau DAS, habe ich mir schon gedacht😀 . soll aber nicht heißen, das ich auch so einen männerfreund hätte und die absicht meinen mann auf diese art und weise zum umdenken anregen will. mein mann hat es, gott sei dank, auch so kapiert, nur mit der ausführung haperts halt ab und zu noch. ich bin aber froh, dass du uns so ehrlich und offen deine geschichte erzählst. und genau das ist es was ich meine. selbst wenn es ersteinmal ein schock ist, "wahrheit währt am längsten". und deswegen.......na du weißt ja😛
guilty

alles klar bei dir trauermaus?
 
Guilty, oh Gott oh Gott, nicht falsch verstehen. 😱
Das mit meinem Männerfreund damals war keine Berechnung von mir, um meinem Mann eine zu geigen! Wenn ich auch bis heute nicht genau analysieren kann, warum das passiert ist, eines weiss ich ganz sicher, dass das nicht der Grund war. Ich denke mal, es war so ungefähr der gleiche Hintergrund, wie mein Mann damals bei der Tagesmutti hatte. Ich war unglücklich, ich hatte resigniert, und vorallem ich fühlte mich alleingelassen. Und dann war da plötzlich jemand, den man absolut gern hatte, der einem half, zur Seite stand, der einen auch mal drückte, wenn man sich mies und allein fühlte...

Doch, ich denke, dass war wirklich der Grund für mich. Also, liebe Guilty, nicht auf dumme Gedanken kommen, du brauchst dazu keinen Männerfreund... ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
hey missis,
dass weiß ich doch😀 . hab´s auch gar nicht falsch verstanden. wollte nur sagen, dass frau halt auch hin und wieder eine bestätigung braucht😀 , und nicht das es ein gutes mittel ist sich zu rächen!!!!!!!!!!!!!!!!!
hab nix falsch verstanden, mach dir mal keine gedanken. bin heute ein bisschen spassig drauf. muss mal alles ein bisschen ins lächerliche ziehn. wollte dir keinen schrecken einjagen. und meine rache, die hatte ich ja eigentlich schon vor 1000 jahren😱 , aber ein tolles gefühl ist es auch jetzt noch nicht. könnte ja auch einfach sagen, ok, mein mann und ich sind quitt, aber so einfach ist´s nu auch wieder nicht.
hab echt nicht vor mir nen männerfreund zu suchen, irgendwie gibt´s die in unserem bekanntenkreis nicht, die sagen mir schon klipp und klar, was sie von mir wollen, igitt und die sind auch alle zum größten teil verheiratet. manchmal denke ich, ich sollte deren ehefrauen mal bescheid sagen. wenn die herren der schöpfung bei mir nicht landen, versuchen sie es mit sicherheit bei einer anderen, und wer weiß wie die gestrickt ist. haben hier ja genug, mit dieser sorte von frauen zu tun (mir eingeschlossen😎 )

viele liebe grüsse und mach dir keine gedanken, bin ein artiges mädchen
guilty
 

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