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Unendlich traurig - warum hat er das getan?

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    traurig
Hallo Trauermaus und alle anderen Betroffenen hier!

Ich habe heute mittag diesen Thread hier entdeckt und mich durch sämtliche Seiten durchgearbeitet und somit einen wunderschönen Gartentag versäumt. Ich muss sagen, es kam alles wieder hoch in mir, alle Gefühle, die ich eigentlich vor langer Zeit schon für bewältigt und abgehakt angesehen habe.
Auch mir ist vor 9 Jahren fast exakt das gleiche wie Trauermaus und vielen anderen, die hier geschrieben haben, passiert. Soviele verschiedene Personen und doch immer fast das gleiche Schicksal.

Bei mir war es die Tagesmutti meiner Kinder, die zugleich auch eine gute Freundin von mir war, mit der mein Mann etwas anfing. Auch er konnte sich nicht entscheiden, obwohl er nur einmalig mit ihr ins Bett gegangen war. Aber er wollte mehr von ihr, andererseits wollte er mich nicht verlieren, so sagte er. Er würde mich als allerliebste Freundin haben wollen und als solch "Freund" würde er immer eine Rolle in meinem Leben spielen wollen, da er sich ein Leben komplett ohne mich nicht vorstellen und ertragen könnte. Ein anderes mal sagte er dann, er hätte seine Liebe zu mir verloren, aber ich wäre ihm nicht egal und er wolle wegen den Kindern keine Trennung. Das war im übrigen die einzige Aussage, bei der er die ganze Zeit über blieb, keine Trennung, in allem anderen widersprach er sich permanent. es gab Tränen auf beiden Seiten, aber keine Entscheidung.

Als ich ihm dann nach einem Monat die Pistole auf die Brust setzte und eine Entscheidung verlangte, oder auf seinen Auszug bestand, schlug er dann verzweifelt sogar vor, wir sollten alle zusammenziehen! Er wollte eben auf keinen fall die Trennung, aber die andere wollte er sich auch nicht aus dem Kopf schlagen. Nachdem ich ihm also dermaßen Druck gemacht hatte, entschied er sich für mich.
Doch unmittelbar danach wurde er immer unzugänglicher. Wo wir vorher noch hatten reden können, verweigerte er plötzlich alle Gespräche, schwieg nur noch und zog sich immer mehr von mir und den Kindern zurück. Auch ich machte den Fehler und versuchte ihm alles recht zu machen, suchte die Schuld bei mir und wusste nicht was ich bloß falsch machte, dass er ein solches Verhalten an den Tag legte.
Dann erkannte ich endlich, dass er nicht aus vollster Überzeugung diese Entscheidung getroffen hatte und dass also ich nun etwas tun musste. Ich bot ihm also an, ihn freizugeben und dass er ausziehen sollte. Wieder begann sein "Bäumchenwechseldichspiel". Ich versuchte ihm klarzumachen, dass er mich seelisch zugrunde richtete, und dass die Trennung, auch wenn sie sehr schmerzlich wäre, mir und den Kindern mehr helfen würde, als dieser unzumutbare Zustand. Ich liebte ihn zwar immer noch über alles, aber ich war nicht bereit, mich durch meine Liebe zum "Liebeskasper" zu machen. Meine Appelle blieben erfolglos, er war wieder an dem Punkt angelangt, wo er mich mit einem Herausschieben einer Entscheidung hinhalten wollte. Seine Beziehung zu der Anderen, sofern man das überhaupt als Beziehung bezeichnen kann, hatte sich nicht weiterentwickelt, sondern war beendet, aber er liebte sie immer noch und für mich hätte er nur Freundschaft übrig.
Nach einem halbherzigen Selbstmordversuch, den die Kinder gottlob nicht mitbekamen, wurde mir dann klar, dass es an mir lag, diese dreimonatige Hölle zu beenden. Obwohl es mir unsäglich schwerfiel, suchte ich mir heimlich eine neue Wohnung. Erst als der Mietvertrag unterschrieben war, und der Umzug organisiert war, stellte ich ihn vor vollendete Tatsachen. Dies war vor allem auch ein Selbstschutz für mich, da ich nicht sicher war, ob ich stark genaug sein würde, das durchzuziehen, und seinen Überredungskünsten zu widerstehen. Ich kann euch sagen, er fiel aus allen Wolken als ich ihm dann einen Tag vor meinem Umzug davon in Kenntnis setzte. Aber für ein zurück war es für mich wie für ihn nun zu spät.

Nach meinem Auszug kam er plötzlich tagtäglich bei mir vorbei, um die Kinder zu sehen, aber er blieb auch noch lange nachdem die Kids im Bett waren. Wenn ich ihn dann darauf ansprach, was er eigentlich bei seiner Frau, die er doch nicht mehr liebte und die er nur noch als gute Freundin ansah eigentlich täglich wolle, wo er doch nun Zeit und Muße hätte, seiner neuen Liebe nachzugehen, dann sagte er, er würde sich vergewissern wollen, dass es mir auch gutginge. Dann ging angeblich seine Waschmaschine kaputt und er bat mich, seine Wäsche zu waschen, da er sich wegen der Unterhaltszahlungen für die Kinder keine neue leisten könne. Also machte ich auch regelmäßig seine Wäsche. Irgendwie passierte es dann auch, dass wir im Bett landeten. Doch jedesmal, nachdem "es" passiert war, zog er sich an und fuhr nachhause. Und dann ging mir endlich auf, dass er mich eigentlich nur verfügbar haben wollte. Ich hatte durch meinen Auszug aber auch rein gar nichts geändert, er trieb sein Spiel genaus weiter wie bisher, nur dass er dieses Spiel jetzt in MEINER Wohnung mit mir trieb.
Nachdem ich das erkannt hatte, machte ich knallhart Nägel mit Köpfen. Ich begann, abends etwas zu unternehmen. Da die Kinder ja noch kleiner waren, brachte ich sie dann zu meinem Mann. Das gewährte mir auch die Gewissheit, dass er genau wusste, dass ich nicht im stillen Kämmerlein litt, sondern viel unternahm. Daraufhin begann er bockig zu werden, war unleidlich und versuchte über die Kinder, mir meine sporadischen Abendunternehmungen zu vermasseln, wie er es während unserer intakten Ehezeit auch von je her immer schon getan hatte. Ich muss zugeben, dass mir diese Abende eigentlich gar nicht recht gefielen, dafür war ich damals allein wegen der Trennung gar nicht in der Stimmung, aber ich zog es durch, nur um ihm zu demonstrieren, dass es für mich anderes gab, als ihn und dass ich diese Situation bestens verabreitet hatte und das Thema Ehe für mich erledigt war. Außerdem verweigerte ich ihm dann das Wäschewaschen. ich hätte keine Zeit, keine Lust und keine Veranlassung mehr, das für ihn zu tun, sagte ich ihm. Außerdem verweigerte ich zusätzlich noch seine Besuche der Kinder bei mir in der Wohnung, sondern er musste die Kinder vor meiner Haustür abholen und dort auch wieder absetzen, ohne dass er mich zu Gesicht bekam. Ich hoffte immer noch, dass er entweder endlich einen Schlussstrich zog und ich anfangen könnte, zu verarbeiten, oder dass er so wachgerüttelt würde, dass er wieder in die Ehe zurückfinden würde. Doch obwohl er immer wieder versuchte, Kontakt aufzunehmen, weigerte er sich, endgültig eine Entscheidung zu treffen.
Schliesslich sah ich mich dann gezwungen, den letzten Schritt zu gehen. Ich beauftragte einen Anwalt mit der Scheidung. Auch das brachte bei ihm keinen Sinneswandel, bis das Schreiben vom Gericht kam, dass ich die Scheidung beantragt hatte und das er sich auch einen Anwalt nehmen sollte. Er hatte wohl wirklich gedacht, ich bluffe. Jedenfalls rief er am gleichen Abend noch an und bat mich eindringlich um ein klärendes Gespräch. Als ich das abblocken wollte, weil ich wieder an seine "Spielchen" dachte, begann er wieder zu weinen, wie am Anfang der unseligen Geschichte und er sagte er müsse mir unbedingt vieles erklären, aber eins wolle er mir bereits am telefon sagen, dass er mich liebt, und immer geliebt hat. Wenn ich mehr erfahren wolle, müsste ich im schon ein persönliches Gespräch gewähren, mehr würde er am Telefon nicht mehr sagen. Tja, welche Frau, die ihren Mann noch liebt, könnte da wohl hart bleiben?
Er kam dann sofort vorbei, und wir redeten die ganze Nacht und endlich kam alles auf den Tisch. Heraus kam dabei, dass er sich von mir immer "untergebuttert" gefühlt hatte. Ich hätte ihm immer alles aus der Hand genommen, sei es Bank- und Versicherungsgeschäfte, Behördenangelegenheiten, Renovierungsarbeiten usw. Ich hätte ihm Entscheidungen abgenommen, und ihn immer erst informiert, wenn ich bereits alles in die Wege geleitet hätte und er hatte dadurch das Gefühl, ich bräuchte ihn nicht, ich wäre die starke und selbständige Frau, die auch ohne ihn bestens durchs Leben käme. Mir selbst war das nie bewusst gewesen und ich hatte auch nie bemerkt, dass ihn das kränkte. Dann kamen plötzlich unerwartet die Gefühle, die er für unsere Tagesmutti entwickelt hatte dazu, sie hätten sich dagegen ´gewehrt, aber irgendwann war es passiert. Er hatte lange dagegen an und mit sich gekämpft. Als ich dann dahinterkam, hatte er nicht damit gerechnet, dass mich das seelisch so fertig macht. Und dadurch erkannte er, hatte er plötzlich Macht über mich. und diese Macht wollte er ausüben um mir und sich selbst zu beweisen, dass auch ich irgendwo an meine grenzen stoße. Außerdem, so gestand er mir, hatte er nachdem die Beziehung zu der Anderen beendet gewesen war, nicht mehr von der "Machtschiene" abweichen können, er war darin zu festgefahren und ich war ein williges Opfer, da ich ihm immer wieder gestattete, Anteil an meinem Leben zu nehmen und ihm deutlich machte, dass ich ihn zurückwollte. Er war sich meiner Liebe gewiss, ohne seine eigene Liebe preisgeben zu müssen und sich so vor mir entblößen zu müssen. Aber nun hatte er endlich realisiert, dass ich endgültig ernst machte und er mich für immer verlieren würde.
Seit diesem Abend sind wir wieder zusammen.

Diese ganze Geschichte zog sich insgesamt fast 3 Jahre hin. Drei Jahre, in denen ich die Hölle erlebte, ein Wechselbad der Gefühle erlebte. Wir mussten noch viele Gespräche miteinander führen, bis wir das Erlebte aufgearbeitet hatten. Heute, sechs Jahre später, sind wir einander enger verbunden als je zuvor. Wir haben aus allem gelernt, ich habe mein vertrauen zu ihm wiedergefunden und wir können uns auf einander verlassen.


Ich habe dies jetzt geschrieben, weil ich hoffe, dass ich einigen von euch Mut und Hoffnung geben kann. Man kann eine solche Krise in einer Ehe/Beziehung überwinden. Aber es gehört ein ordentliches Stück Arbeit dazu.
Ich für mich persönlich muss sagen, ich hätte nicht so lange leiden müssen, wenn ich schon viel eher standhaft geblieben wäre und mich nicht immer wieder in die "Opferrolle" hätte drängen lassen.

Zu Trauermaus muss ich sagen, schluck nicht alles! Dein Mann hat den Mist gebaut, er hat dich verletzt. Also muss er auch die Folgen, nämlich deine Nachdenklichkeit, deine Traurigkeit und deine veränderte Persönlichkeit verantworten und nicht bockig sein, weil du nicht himmelhochjauchzend durch die Gegend läufst. Du hättest dich doch nicht so verändert, wenn er nicht aus der Ehe ausgebrochen wäre. Mach ihm klar, dass du an dir arbeiten willst und dass das seine Zeit dauert. Versuche unbedingt, mit ihm über deine Gefühle zu reden, mach ihm deutlich, dass du unter seinem Schweigen leidest und vor allem: sag ihm, was du von ihm erwartest/erhoffst. Er kann keine Gedanken lesen, daher ist er darauf angewiesen, dass du dich mitteilst. 😉
Wenn er erstmal weiss wie du "tickst" wird er sich hoffentlich darauf einstellen können, und dir und somit auch sich selbst bei der Bewältigung des Erlebten helfen.

Jetzt lasse ich es erstmal gut sein, ich habe ja inzwischen einen halben Roman geschrieben.
Ich wünsche dir, Trauermaus, aber auch allen anderen Betroffenen hier, dass sich für euch alles zum Guten wendet, so wie es mir widerfahren ist.
 
Liebe Daniela,
mach Dir keine Sorgen, mir geht's soweit gut. Gehe seit dieser Woche wieder Arbeiten und das schlaucht mich tierisch. Werde mich im Lauf der Woche noch ausführlicher melden.....bis dahin alles Liebe....denke oft an Dich😉

Hallo Missis,
wow, ist das eine "Geschichte". Werde auch Dir noch später dazu was schreiben.

...bis dahin Grüße Trauermaus.🙂
 
Hallo Trauermaus!

Schön, dass du mein Post gelesen hast. Gerade dich wollte ich in der Hauptsache damit auch erreichen.

Meine "Geschichte" so wie ich sie geschildert habe, ist ja nur die Kurzversion, wirklich, ich könnte eine ganze Enzyklopädie damit füllen, würde ich detailiert alles berichten.
Über meine Gefühle und Gedanken damals brauche ich ja nicht viel zu schreiben, wenn ich deine und auch die Posts der anderen Betroffenen hier lese, weiss ich, dass wir ALLE das gleiche Seelenchaos, die ganze Palette von Liebe bis Hass, von Hoffnung bis Resignation, von Selbstanklage bis Schuldzuweisung... usw. alles durchmachen, bzw. durchgemacht haben. Ich glaube, dass ist auch das schlimmste daran, dieses "In der Luft hängen" nicht zu wissen woran man ist und die Ohnmacht, weil man diese Situation nicht ändern kann. In diesem Sinne sehe ich uns wirklich als Opfer an.

Du hast ja keine Kinder, und ich versichere dir, sei froh, dass es dir dadurch erspart bleibt, das Leid der Kinder mitzuerleben.
Meine beiden waren damals 6 und 8 Jahre, alt genug, um das ganze Elend mitzubekommen. Einen Vater zu erleben, der nur noch launisch und distanziert zur Mutter war und lieber ausser Haus war, die Mutter zu erleben, die wegen jeder Kleinigkeit in Tränen ausbrach und die von einem Tag auf den anderen das Essen einstellte und innerhalb von 14 Tagen über 10 Kilo abnahm und wie ein Gerippe aussah.
Und dann der Schlag für die Kinder, als die Tochter der Tagesmutter (die Kinder waren gut befreundet und gingen auch in die gleiche Schule) meinen beiden freudestrahlend erzählte, dass sie nun bald sowas wie Halbgeschwister wären und der Papa meiner beiden nun auch bald ihr Papa wäre, wenn mein Mann bei ihrer Mutti einziehen würde! Meine beiden wussten bis dahin nicht, um was es bei unserer Krise überhaupt ging, wir hatten ihnen nur gesagt, dass wir verschiedener Meinung wären und feststellen müssten, ob wir uns noch lieben und dass wir beide deshalb oft so traurig wären. Meine Große, die von je her eher zurückhaltend mit dem Zeigen von Gefühlen war, schaltete sofort auf Konfrontation und erklärte rigoros, dass ihr Vater dann eben zu seinem neuen Kind gehen sollte, sie würde dann aber keinen Kontakt mehr wollen.
Mein Sohn, der jüngere meiner beiden, war und ist eher sehr sensibel, er brach sofort in Tränen aus, als die Tochter der Tagesmutti das erzählte. Er war so verängstigt, seinen Papa zu verlieren, dass er sich den ganzen Tag nicht mehr beruhigte und nur weinte.
Ich weiss nicht, ob ihr euch den Hass vorstellen könnt, den ich in dem Moment auf meinen Mann hatte, dass er durch sein schw...gesteuertes Gep...e meinen und erst recht SEINEN eigenen Kindern soetwas antat!
Als meine beiden aufgebracht und weinend vorzeitig nach hause kamen und erzählten, ich brach selbst in Tränen aus, über die Verzweiflung der beiden. Ich versuchte zwar die ganze Zeit, sie zu beruhigen und alles herunterzuspielen, aber innerlich zerriss es mich fast.
Als mein Mann von der Arbeit heimkam, forderte ich ihn daher auch höchst grob auf, gefälligst selbst zuzusehen, wie er seine Kinder wieder beruhigen könnte. Die Große verweigerte jedoch jedes Gespräch mit ihm. Der Kleine liess sich nach und nach von ihm beruhigen, sagte jedoch, von meiner Tochter aufgestachelt, er würde nie niemals seinen Vater besuchen, sollte dieser der "Papa" des anderen Kindes werden.
Dass ich abends, nachdem die Kinder im Bett waren, meinen Gefühlen und Agressionen freien Lauf liess, muss ich wohl nicht eigens erwähnen, oder? 😎

Nun habe ich schon wieder so viel geschrieben, dabei wollte ich doch eigentlich nur mitteilen, dass ich viel Anteil an deiner "Geschichte" nehme und mich freue, dass du dich bei mir melden willst. Aber wie ich gestern schon schrieb, nachdem ich den ganzen Thread durchgearbeitet hatte, und all eure Schicksale gelesen hatte, war plötzlich alles wieder da. Bei jedem Bericht von euch empfand ich die von euch geschilderten Emotionen als wäre ich selbst beteiligt, und dabei war ich bisher der Meinung, ich hätte diese Gefühle hinter mir gelassen.
An meiner Liebe zu meinem Mann ändert das nichts, es reißt keine alten Wunden wieder auf, aber ich habe doch gemerkt, wie mich dieser ganze Thread aufwühlt und mich permanent beschäftigt.
 
Hallo Missis,

Deine Erfahrungen sind sehr interessant und ich finde es sehr gut, dass Du hier so ausführlich darüber berichtest.

Wie ergeht es Dir heute? Hast Du Deinem Mann alles verziehen? Sprecht Ihr noch darüber? Wie geht er heute damit um? Ist er heute noch genauso offen?

Du sagst, dass Eure Beziehung gefestigter und anders ist. Das Gefühl hatte ich in meiner Ehe auch. Und das ist ein tolles Gefühl. Denkst du, dass er es wieder machen könnte? Oder verschwendest Du daran keinen Gedanken?

Deine Geschichte und die von Trauermaus in der jetztigen Situation ähneln sich doch sehr. Finde es sehr erstaunlich.

Von mir aus kannst Du ruhig noch mehr schreiben. Es macht Spaß, Dir zuzulesen 😉

Liebe Grüße sendet Dir
Daniela
 
Hallo Daniela!

Danke für dein positives Feedback. 😀 Ich hatte ja bereits mitgeteilt, dass ich eine ganze Abhandlung schreiben könnte, wenn ich alles auf einmal loswerden würde.
Und glaub mir, es gäbe noch viel zu berichten, z. B. wie ich dahinterkam, das Gespräch, dass ich mit meiner Rivalin hatte, wie er mir noch ein Baby andrehen wollte, dass er vorher partout nicht wollte, damit ich dann "besser" mit seiner Beziehung zu der Anderen zurechtkäme, u. v. m.
Wenn es euch wirklich interessiert, berichte ich gerne darüber. Es ist für mich gewissermaßen, das erstemal, dass ich überhaupt mit anderen (von meiner Freundin mal abgesehen) darüber so intensiv spreche und irgendwie gibt es ein Gefühl der Erleichterung, obwohl ich das alles längst hinter mir gelassen habe.
Aber es ist wohl besser, das ganze Geschehen scheibchenweise zu servieren, sonst würde es den Rahmen sprengen. Daher fange ich erstmal damit an, deine Fragen zu beantworten, auch das wird sicherlich nicht mit 2 Sätzen getan sein. 😉

Tja, wie geht es mir heutzutage? Ich muss sagen, einfach nur gut. 🙂
Wir haben uns damals sehr schnell wieder zusammengerauft. Das erste halbe Jahr haben wir sehr viel und intensiv miteinander geredet, das war für uns beide ein großes Bedürfnis. Klar wallte hin und wieder bei mir die Eifersucht wegen der Anderen wieder auf, obwohl ich wusste, dass es definitiv beendet war, dann wurde ich auch manchmal fies meinem Mann gegenüber.
Doch ich muss sagen, im Laufe der Zeit, als auch das Bedürfnis nachliess, wieder und wieder über alles zu reden, liess auch der Gedanke an den Betrug nach, tat nicht mehr weh, verlor seine Bedeutsamkeit, die man ihm vorher zugemessen hatte und irgendwann war es nur noch eine Erinnerung ohne große Bedeutung.

Hinzu kam, dass ich mich seitdem komplett verändert hatte. Früher war ich (auch wenn ich in seinen Augen zwar zu tatkräftig und zu selbstständig war) eher auf Harmonie ausgerichtet und liess mich daher von ihm in unauffälliger Weise manipulieren um Streite zu vermeiden.

Wenn ich damals etwas unternehmen wollte, so fand er garantiert einen Grund, weshalb ich nicht weggehen konnte. Meist waren es die Kinder, die er vorschob. Auch während meiner aktiven Fußballzeit sorgte er immer dafür, dass ich die Kinder mit hatte, damit ich hinterher ja gleich wieder nach hause kam. Wenn ich meine Eltern, meine Oma oder meine Onkels besuchte und er daheim blieb, weil er mal keine Lust hatte, klingelte garantiert irgendwann das Telefon, dass ich heimkommen müsste, weil irgendwas los war. Dieses Benehmen hatte ich mir immer gefallen lassen, dass es so nicht ok war, der Gedanke kam mir eigentlich nie und wenn, schob ich ihn beiseite, weil ich nicht streiten wollte.

Nachdem wir wieder zusammengefunden hatten, liess ich mir das nicht mehr gefallen. Ich war es von der Trennungszeit her so gewöhnt gewesen, dass ich niemandem für mein Tun Rechenschaft ablegen musste und das wollte ich auch so beibehalten. Zuerst wollte er wieder in die alte Schiene, aber ich liess es nicht mehr zu. Das machte ihn in unserem ersten Nachtrennungsjahr oftmals zu schaffen, aber irgendwann akzeptierte er das. Diese neuerkämpfte Freiheit führte auch dazu, dass ich mich zufriedener fühlte. Ich hatte mir Freiräume erkämpft und er hatte sie akzeptiert.

Nachdem mein Mann vor mir "die Hosen runtergelassen" hatte, fiel es mir auch relativ leicht, ihm zu vergeben. Das war ein hartes Stück Brot für ihn gewesen, sein Seelenleben vor mir so auszubreiten. Er war noch nie der große Gefühlsmensch gewesen (das hat unsere Tochter wohl von ihm geerbt 😉 ) und dass er sich nun so ungeschminkt offenbarte, imponierte und bewegte mich mehr als alle "Ich liebe dichs".

Insgesamt gesehen, sind wir in unserer Ehe jetzt zufriedener als zuvor. Wir haben uns beide verändert, was für unsere Ehe und unsere Gefühle füreinander sehr positiv wirkt. Wir vertrauen einander jetzt eher mehr als zuvor. Ich denke das kommt daher, weil wir jetzt über alles reden können und wollen, was uns bewegt und auch über Gott und die Welt philisophieren, was früher undenkbar gewesen wäre. Die alte Geschichte ist kein Thema mehr für uns, weder er noch ich haben mehr das Bedürfnis, darüber zu reden.
Ich habe keinerlei Bedenken, wenn er mal allein unterwegs ist, dazu zeigt er mir immer wieder zu deutlich, dass er mich liebt, daher kommt mir auch nicht der Gedanke/die Befürchtung, dass er erneut ausbrechen könnte. Wir wissen jetzt endlich, was wir aneinander haben und was wir dafür tun müssen, damit es so bleibt und das haben wir aus meiner Sicht, einzig dem Ehebruch und seinen Folgen zu verdanken, auch wenn sich das dämlich anhören mag.

Dass Trauermaus Geschichte der meinen unglaublich ähnlich ist, hat mich emotional sehr aufgewühlt und mich daher auch bewogen, hier zu schreiben. Ich finde diese fast identischen Verhalten unserer Männer einfach frappierend. Aber auch bei anderen Postern in diesem Thread fallen Gemeinsamkeiten auf.

Wichtig ist mir auf jeden Fall, dass diejenigen, die sich jetzt in der gleichen Gefühlslage befinden, in der ich damals war, sehen, dass es durchaus auch ein gutes Ende nehmen kann. Dass sich, auch wenn man denkt und empfindet, die Beziehung ist am Ende, trotzdem alles wieder zum Guten wenden kann.

Es heisst so lapidar, Zeit heilt alle Wunden. Das mag den Betroffenen zunächst kein Trost sein, auch mir wurde das damals gesagt und ich dachte dann immer nur, ihr redet so toll, ihr habt ja keine Ahnung...
Aber es stimmt! Ich habe immerhin 3 Jahre gebraucht, bis ich endlich bereit war, den letzten Schritt zu gehen und die Scheidung einzureichen. 3 Jahre, in denen ich erst permanent alle Qualen durchleiden musste, ehe mir endlich bewusst wurde, dass ich mich soweit entwickelt hatte, dass mir eine Scheidung zwar wehtun würde, aber dies in der Luft hängen mir ungleich mehr weh tat. Ich hatte den Punkt erreicht, an dem ich endgültig loslassen WOLLTE.

Und wie ich anfangs ja bereits befürchtet habe, ist schon wieder aus meiner Antwort ein ellenlanger Text geworden. Ich breche daher an dieser Stelle erstmal ab und sende
 
Hallo Missis,
Deine Geschichte hat auch mich sehr sehr bewegt.


Zitat
Wichtig ist mir auf jeden Fall, dass diejenigen, die sich jetzt in der gleichen Gefühlslage befinden, in der ich damals war, sehen, dass es durchaus auch ein gutes Ende nehmen kann. Dass sich, auch wenn man denkt und empfindet, die Beziehung ist am Ende, trotzdem alles wieder zum Guten wenden kann.

Das ist dir auf jeden Fall bei mir gelungen.Ich befinde mich seit fast zwei Jahren in so einem Cahos. Aber Dank mehrer Beratungsgepreche (Paarberatung aber auch alleine)bin ich auf und auch wir auf dem Weg endlich klare Verhältnisse zu schaffen.Egal wie die aussehn mögen.Getrennt oder gemeinsam.

Liebe Grüsse Lissi
 
Ich habe festgestellt, dass es mir ausnehmend guttut, hier mal alles loszuwerden. Anscheinend schleppe ich doch mit mehr "Altlast" rum, als ich dachte. Ich hoffe sehr, es geht hier keinem auf den Keks, schliesslich ist es ja Trauermaus Thread. Wenn ich also nerve, sagt bitte Bescheid. Aber vielleicht zeigt es ja auch auf, wie die Betrügenden eigentlich gestrickt sind, ob es ein bestimmtes, immer gleiches Muster gibt usw.

Der Anfang vom Ende unserer Ehe, wie sie damals war, begann, als mein Mann plötzlich anfing, die Kinder abends von der Tagesmutti abzuholen. Ich kam auf dem Weg vom Bahnhof nachhause direkt bei ihr vorbei, es war also kein großer Umstand für mich, der es erfordert hätte, dass er nun zwingend hätte diese Aufgabe übernehmen müssen, zumal er das vorher auch nie getan hatte. Ich fand es auch immer sehr nett, mit der Tagesmutti noch einen Kaffe oder ein Feierabendbier zu trinken und noch ein bisschen zu quatschen. Schliesslich waren wir, wie ich eingangs schon schrieb, auch gut befreundet und hatten einen gemeinsamen Bekanntenkreis. Jedenfalls geschah es plötzlich, dass immer öfter und mit der Zeit dann täglich, mein Mann schon bei der Tagesmutti war und mit ihr Kaffe trank, wenn ich dort ankam. Zu der Zeit begann es dann auch, dass mein Mann zuhause immer brummeliger wurde. Er war oft launisch und wurde noch wortkarger.

Hinzu kamen Vorkommnisse wie wie z. B. dass ich, als ich einmal unerwartet eher Feierabend hatte, beide beim Sonnenbaden in Badebekleidung ertappte, was insofern höchst ungewöhnlich war, weil mein Mann eigentlich bis dahin nichteinmal eine Badehose besaß, da er Baden und Sonnen immer verabscheute. Die Badehose muss er sich also eigens dafür gekauft haben.
In der Folgezeit holte mein Mann weiterhin die Kinder abends ab, schliesslich meinte er dann zu mir, ich bräuchte abends gar nicht mehr bei der Tagesmutti vorbeizukommen, er würde die Kinder schliesslich abholen und ich könnte mir den "Umweg" sparen. Als ich ihm daraufhin zu verstehen gab, dass es 1. kein Umweg wäre und ich 2. gerne abends noch ein wenig mit der Tagesmutti plaudern würde, verfiel er dann auf die Masche, dass er die Kinder weiterhin abholte, und anschliessend mich vom Bahnhof abholte. Ich wurde also sozusagen systematisch von der Anderen abgeschirmt, was ich damals aber noch nicht so deutlich sah.

Weiterhin begab sich dann, dass ich auf dem Beifahrersitz unseres Autos lange blonde Haare sah, die von Farbe und Länge NUR von der Anderen stammen konnten. Nun kam mir die Sache doch etwas merkwürdig vor, ich fragte daher meinen Mann, immer noch relativ arglos, ob er mit ihr zum Einkaufen gefahren wäre (sie hatte keinen Führerschein und liess sich für Großeinkäufe hin und wieder von Bekannten fahren). Mein Gott, ging mein Mann daraufhin ab! Ob ich ihm was unterstellen wolle, er wäre mit ihr nirgendwohin gefahren und die Haare könnte folglich nur meine eigenen sein. Aaah ja, ich als braunhaarige mit schulterlangem Haar hinterlasse also blonde, fast hüftlange Haare, nun ja... Da keimte in mir erstmals der Verdacht, es könnte irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen und ich begann den Gedanken zu spinnen, da könnte irgendwas ablaufen. Hätte er einfach gesagt, ja, wir waren Einkaufen, ich hätte mir weiter keine Gedanken mehr darüber gemacht, aber so...

Dann kam jener Tag, der praktisch das Ende einläutete. Wir drei waren bei einem Bekannten zu einer Feier eingeladen. Den ganzen Abend verhielt sich mein Mann außergewöhnlich zuvorkommend mir gegenüber, was mich angenehm überraschte und meine Zweifel wieder zerstreute. Stress im Beruf, dachte ich mir, man weiss ja wie er ist, erzählt ja nicht viel, nun wird´s wohl ausgestanden sein. Es war schon spät, wohl gegen 3 Uhr nachts, als wir dann mit der Tagesmutti zusammen aufbrachen. Plötzlich meinte mein Mann zu mir, er würde sie noch nach hause bringen, das es schon spät und stockfinster sei, das wäre sicherer, man wüsste ja nie...
Dass die eigene Frau aber ebenfalls allein spät im Dunklen heimgehen musste, dass interessierte wohl nicht. Ich sagte ihm dass dann auch so und da ich mich nicht zum Löffel machen wollte und mich den beiden anschliessen wollte, machte ich mich allein auf den Heimweg.
Er kam am nächsten Mittag erst heim, mittlerweile kochte ich förmlich über. Ich machte ein ziemliches Fass auf und da ich inzwischen die Stimme, die mir sagte, dass da doch etwas zwischen den beiden sein müsse nicht mehr ignorieren konnte, fragte ich auch ziemlich direkt, was die beiden denn die ganze Zeit gemacht hätten. Er faselte daraufhin etwas von Kaffetrinken, Reden, und auf dem Sofa eingeschlafen.
Nun muss man wissen, dass die Tagesmutti kein eigenes Schlafzimmer hatte, sondern dass sie im Wohnzimmer auf der Schlafcouch schlief. Als ich ihm das vorhielt und fragte, wo SIE denn genächtigt hätte, wenn er auf dem Sofa eingeschlafen sei, drehte er völlig durch, nannte mich krankhaft eifersüchtig, sprach von Verfolgungswahn und meinte ich müsste mich für solche Unterstellungen ihm und erst recht der Anderen gegenüber schämen und eine Entschuldigung wäre fällig. Danach verschwand er, kam erst abends wieder und sprach kein Wort mit mir.

Am nächsten Tag wollte ich eine Wäsche waschen. Als ich die leere Maschine befüllte, sah ich plötzlich seine Seidenshorts, die ich ihm mal geschenkt hatte und die er an dem Abend der Feier getragen hatte, in der ansonsten leeren Trommel. Verwundert fragte ich mich, wieso er, der sonst kaum in der Lage war, seine getragene Wäsche in den Schmutzwäschekorb zu packen, mit einemal Veranlassung fand, seine Unterhose in die Maschine zu tun. Da ich Kochwäsche anmachen wollte, holte ich die Unterhose wieder heraus. Und dann traf mich fast der Schlag. In der Unterhose war eindeutig getrocknetes Sperma. Ich glaube, dass war der Moment, wo mir endgültig klar wurde, dass meine Befürchtungen zutrafen. Meine Wut in dem Moment ist kaum vorstellbar. Ich schaffte es, die Unterhose mit blossen Händen in etliche Stücke zu zerfetzen. Nichts, was er mit einer anderen besudelt hatte, sollte in meiner Waschmaschine wieder sauber gemacht werden! Bezeichnenderweise fragte er niemals, wo denn seine Unterhose geblieben wäre, und ich sagte es ihm auch nicht.

Als ich meinen Mann darauf ansprechen wollte, blockte er völlig ab, verwies nur auf seine Aussagen vom Vortag und redete von da an KEIN Wort mehr mit mir. Wir waren einander soweit entfernt, wie es nur Fremde sein können. Alle Versuche meinerseits, einzulenken scheiterten an seiner unglaublichen Kälte und seinem totalen Schweigen. Ja, ich war bereit alles beiseite zu schieben, kein Wort mehr darüber zu verlieren und das Spiel "Alles Einbildung" mitzuspielen, wenn er nur endlich wieder gut mit mir sein wollte! Ich glaube, dass sagt schon viel darüber aus, wie unglaublich bescheuert ich damals gewesen war.

Dieser Zustand zog sich gut 3 Wochen hin, ich stand völlig neben mir, litt ohne Ende und verzweifelte immer mehr. Dann stand wieder eine Geburtstagsfeier in der Bekanntschaft an, wieder waren wir 3 eingeladen und wir wollten dorthin. In letzter Minute sagte allerdings die Tagesmutti ab. Gegen 0.00 Uhr wollte ich dann heim, mein Mann blieb aber noch. Er kam wiederum am nächsten Mittag heim, es war bis zum Morgen gefeiert worden und er war dort eingeschlafen.
Er legte sich dann auch sofort wieder hin um weiter zu schlafen. Dann klingelte das Telefon, mein Vater, der ebenfalls auf der Feier gewesen war, bat mich eindringlich um ein persönliches Gespräch. Ich ging also zu meinem Vater. Dort kam dann der Hammer!

Mein Mann und er hatten auf der Feier bis morgens miteinander geredet. Mein Mann hatte ihm mitgeteilt, dass er sich in die Andere verliebt hatte. Er wüsste noch nicht, wie er sich entscheiden und alles regeln würde, darüber müsste er sich noch klarwerden. Vor allem wollte er einen Weg finden, dass ich die Kinder im Falle der Trennung weiterhin von der Anderen betreuen lassen würde, so hätte er die Gewissheit, dass er die Kinder weiterhin täglich sehen könnte, wenn ich "fies" werden würde. Er nahm meinem Vater das Versprechen ab, Stillschweigen mir gegenüber zu bewahren, bis er einen Weg gefunden hätte um seine "Wünsche" zu realisieren. Mein Vater sah sich aber außerstande zuzusehen, wie ich verarscht würde und er wollte mich nicht ins offene Messer laufen lassen, daher hatte er sein Versprechen gebrochen.

An allem, was daraus folgte, war in den Augen meines Mannes damals mein Vater schuld. Mein Vater war schuld, dass ich wie eine Furie nachhause stürmte, ein riesen Theater machte und verlangte, dass mein Mann sofort verschwinden sollte. Mein Vater war schuld, dass alles herausgekommen war. Er war schuld, dass ich auf Bitte der Tagesmutti ein intensives Gespräch mit ihr führte. Schuld, dass ich die Kinder nicht mehr zur Tagesmutter brachte. Schuld, dass die Beziehung zu der Anderen sich in (Un)Wohlgefallen auflöste, Schuld, dass alle im Bekanntenkreis Bescheid wussten (obwohl ER auf der Feier im Beisein von allen anderen ganz öffentlich mit meinem Vater und auch anderen, die sich in das Gespräch einklinkten darüber unterhielt).

Ich kann es heute noch nicht fassen, geschweige denn damals, mit welcher Impertinenz mein Mann damals meinen Vater als Sündenbock hinstellte und sich selbst als "Opfer" der "Tratscherei" meines Vaters sah. Kann jemand ernstlich erwarten, dass ein Elternteil stillschweigend dabei zusieht, wie das eigene Kind bei seinem Ehemann auf der Abschussliste steht und nur noch Gnadenfrist hat, bis alles zur Zufriedenheit des Mannes in die Wege geleitet ist, um dann den finalen Arschtritt verpasst zu kriegen? Über solch ein Unmaß an geballter Blödheit und Naivität kann ich selbst heute noch nur staunen.

Vielleicht interessiert es euch ja, wie die Tagesmutti damals reagierte und was mein Mann noch für "Klopper" brachte. Wenn ich darf, würde ich gerne auch darüber noch berichten.
Außerdem würde mich interessieren, ob jemand von den Betroffenen hier bis jetzt schon Gemeinsamkeiten im Verhalten unserer "lieben" Partner feststellen konnte.

Ich nehme alle leidenden Betroffenen hier mal ganz fest in den Arm, besonders aber dich, Trauermaus.






 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Elli!

Es freut mich sehr, dass meine "Geschichte" etwas in dir bewegen konnte. Es ist ungemein wichtig, so eine Sache zu einem Abschluss zu bringen und Zeit ist dabei ein ungemein wichtiger Faktor.
Ich glaube, je mehr Zeit man benötigt, desto "richtiger", bzw. zufriedenstellender wird das Ergebnis.

Klar will man sowas möglichst schnell hinter sich bringen, damit die Seele endlich wieder Frieden finden kann. Leider ist das nicht, oder vielmehr meist, nicht möglich. Man versucht eine Entscheidung herbeizuführen, aber irgendwas spielt dann oft nicht mit. Sei es, wie in Trauermaus oder auch meinem Fall die Männer, oder im anderen Fall man selbst, wenn das Ergebnis der Entscheidung nicht im eigenen Sinne liegt.
Von daher glaube ich mittlerweile, dass Zeit das beste ist, was in so einem Fall geschehen kann.
Wäre bei mir damals nicht soviel Zeit vergangen, es wäre alles gaaanz anders ausgegangen. Dabei war es damals überhaupt nicht in meinem Sinne, dass ich so lange litt, die Erkenntnis, wie wichtig das für mich gewesen war, kam mir erst später, als endlich alles wieder in Ordnung war.
Andererseits gibt es sicher Fälle, wo innerhalb kurzer Zeit eine Entscheidung fällt. Das hängt sicher von jedem Einzelnen ab, wie schnell man mit der Situation fertig wird, wie engagiert beide Partner sind, die Probleme zu lösen, usw.
Letztendlich meine ich, ist es der Betroffene selbst, der den Zeitrahmen für sich selbst bestimmt, irgendwann ist für ihn der Punkt erreicht, wo er ganz von sich aus soweit ist, dass er aus vollster Überzeugung in die eine oder andere Richtung geht.

Ich wünsche dir gaanz viel Erfolg hinsichtlich der Partnerberatung, und dass das Ergebnis dabei herauskommt, welches du dir erhoffst!
 
Hallo Missis,

dein Erfahrungsbericht ist sehr interessant zu lesen. Auch dass du mit deinem Mann nach dieser schlimmen Zeit enger verbunden bist als vorher finde ich sehr schön. Auf meine eigene Situation bezogen macht mich dieses aber traurig. In meinem Falle war ich diejenige, die von außen einbrach. Obwohl ich nichts davon wusste und mir eingeredet wurde, dass die vorherige Beziehung schon länger vorbei und abgehakt ist, er also frei ist. In Wahrheit gab es die ganze Zeit über Kontakt zwischen den beiden, wie weit der letztendlich ging will ich lieber nicht wissen. Dann zog sich die andere zurück und er dachte, sie hätte nen anderen und hat mit mir die Beziehung weiter aufgebaut. Aber oh Wunder: die andere kam zurück und fing an zu kämpfen. Es kam die Zeit, wo er sich nicht entscheiden konnte. Dann aber doch für mich. Als von der anderen ne CD im Briefkasten lag, die er ihr mal geschenkt hatte, und dann noch ein Fahrrad im Garten stand - da hat er wohl gemerkt, dass er sie verliert. Wie bei deinem Mann mit der Einreichung der Scheidung wohl vergleichbar. Er ist dann zu ihr zurück und ich bin davon überzeugt, dass diese Geschichte die beiden noch enger zusammen gebracht hat.

Sorry Trauermaus, dass ich jetzt auch noch in deinem Thread mit meinen Sachen komme .... aber wenn ich das in meinen Thread geschrieben hätte, würde Missis das vielleicht gar nicht lesen.

Missis, schreib bitte weiter.

Liebe Grüße an euch von Novemberstern
 

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