Hi Kanja_Ewe,
du hast REcht ich neige zu langen Texten...bin halt nicht perfekt in knapper und prägnanter Darstellungsweise. Manche Dinge muss man glaube ich auch ausreichend wiederholen oder in sprachlich unterschiedlicher Formulierung zeigen, damit genügend Verstehen erzeugt wird...sagen Sprachforscher zumindest.
Manchen liegt mein sachlicher Ton auch net...manche sind auch eher auditiv veranlagt, dass heißt können besser sprachlich und übers Hören be-greifen und sind es nicht gewohnt mal eben einen mehrseitigen Text zu überfliegen etc.Den meisten bringt es jedoch was, und das freut mich dann total..allen kann man es eh net recht machen, ist auch nicht mein Ziel, außerdem gibt es hier viele anderen Forumsmitglieder die andere Perspektiven und nen anderen Stil mit reinbringen und so ergänzt sich Vieles und findet seinen Ausgleich...
Was ärgert dich genau an welcher Art und Weise wo und wie über sexuellen Mißbrauch geredet wird? Wie würde man deiner Meinung nach angemessen drüber reden? Ich denke hier hat wohl jeder so seine eigene Erwartungshaltung wie er gerne drüber reden würde..oder es lieber total verschweigen würde, da das Drüberreden oft total schwer fällt..So geht es uns allen..das gesamte Leben ist ja ein Versuch nen Weg zu finden sich auszuformulieren, die Dingen angemessen auszuformulieren..sowas braucht halt seine Übung..aber man sollte glaube ich irgendwann mal damit anfangen...ansonsten wird man oft missverstanden....oder halt, da niemand deine Meinung kennt missbraucht. Da wo ein NEIN und zwar eindeutig körperlich und sprachlich ausformulieres NEIN nicht zum Alltags-Wortschatz gehört..kann es niemand wahrnehmen und wird automatisch instinktiv wahrgenommen von stark egoistisch angelegten Mitmenschen, Triebtätern z.B.
Und da wo man nicht genau erklärt was man erwartet, wie man möchte auf welche Art und Weise über gewisse Themen geredet wird, da kommt es dann auch wieder zu Enttäuschungen...und Missverständnissen....also würde mich interessieren was erwartest du und wie kann man angemessen über ein Thema reden, dass ja traditionsgemäß stark tabuisiert ist, d.h. wir alle an sich nicht gewohnt sind drüber zu reden...wie Königin Sylvia von Schweden es kürzlich sagte, die sich sehr für diese Themen einsetzt..konkret und sachlich...echt topfit..ich bewundere diese Frau.
Wer hat dich so enttäuscht indem verharmlost wurde und nur von Begrabschen oder einem blöden Spruch die Rede war? Und: ist EWE in therapeutischer Behandlung und weiss sie sie mit den flashbacks umgehen kann? Wäre wichtig für sie.
Übrigens: aus der Opferlogik heraus klingt es überhaupt nicht widersinnig Vergewaltigung (warum schreibst du das Wort denn nicht aus? Auch auf dem Tabutripp? = Absolut schädlich!) als weniger grausam zu empfinden..hier bist du gefragt oder ein fitter Therapeut damit man sich in ihre Denkweise hineinversetzen kann (from a distance near! aus analytischer Distanz ganz nah heran) und sie anleitet nen Weg zu finden ihr Trauma aus sich heraus zu formulieren, damit es seine Macht über sie verliert...damit anzufangen die Dinge beim vollständigen Namen zu nennen wäre ein guter Anfang.
Das allerschlimmste ist ihr nen schlechtes Gewissen einzutrichtern indem man im direkten Umfeld die Sache als Peinlichkeit sieht und behandelt, daraus ein Geheimnis macht, nie offen ausspricht...ich bewundere da an sich die Eltern dieser Stefanie..die haben es richtig gemacht..zack voll mit dem ganzen Mist (bis zu den allerschmutzigsten Details in den Videoaufnahmen des Täters) an die Öffentlichkeit..ein harter WEg, aber ein guter Weg insbesondere für Stefanie..sie hat alle Unterstützung die man sich nur wünschen kann und sich für noch so manch anderes Opfer wünschen würde...Man muss sich da entscheiden: TAbuisieren und abisolieren oder mal ein bissel mutig Flucht nach vorne, lernen es auszusprechen und sich damit ablösen zu können.
Auch dir und EWE weiterhin alles Gute!
Tyra