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Überforderung, Corona, Querdenker-Chef - es kommt alles zusammen.

Petite_85

Neues Mitglied
Guten Morgen, ich arbeite nun seit Januar 2020 in einem kleinen Unternehmen. Mein Job belastet mich eigentlich schon von Anfang an, jedoch habe ich unglücklicherweise kurz vor Corona dort angefangen und seither trotz exzessiver Suche keine neue Stelle bekommen.

Ich wurde dort als Sekretärin für meinen Chef eingestellt, bin aber ständig mit telefonischer Kundenakquise beschäftigt. Das allein ist für mich schon ein riesen Horror, da ich nie in den Vertrieb / Verkauf wollte und mir auch niemals vorstellen konnte, in einem Callcenter o.ä. zu arbeiten. Zudem gibt es Unmengen an Papierkram zu erledigen, den mein Chef mir immer kreuz und quer auf den Schreibtisch wirft, und ich soll dann raten, was wie zusammengehört oder auch nicht.
Das Schlimme ist, dass er selber längst den Überblick verloren hat, ständig sucht er irgendwelche wichtigen Unterlagen, auf seinem Schreibtisch stapelt sich das Zeug, daneben auf dem Fußboden, Fensterbank, alles voll. Egal wie sehr ich es versuche, ich kann nichtmal in meine Arbeit eine gewisse Struktur und Ordnung reinbringen, da er mich dahingehend ja regelrecht "boykottiert" mit seinem Chaos.

Hinzu kommt, ich bin nur Teilzeit, werde aber jeden Tag für 4h ins Büro bestellt. Dort rennen alle ohne Maske rum, Kundentermine werden nicht abgestimmt und so kommt es nicht selten vor, dass auf 20qm plötzlich 6 Leute rumstehen und sich verhalten, als gäbe es keine Pandemie. Meine Frage nach Home Office (denn Kundenakquise kann ich genausogut von zuhause telefonisch erledigen) wurde abgeblockt und mein Chef hat sich zudem schon sehr früh als typischer Querdenker geoutet.

Den lieben langen Tag belastet er mich mit Geschichten über "Chemtrails mit Gedankenkraft verschwinden lassen", erzählt mir ganz stolz von seiner letzten Corona-Demo oder hält mir sein Handy unter die Nase, um mir zu zeigen, was in seiner hochintelligenten Telegramgruppe wieder geschrieben wurde.

Das mag sich vielleicht alles lustig anhören, aber ich bin nervlich wirklich am Ende. Mich macht diese ganze Situation so fertig und ich fühle mich gefangen in diesem grässlichen Job, ohne eine Chance haben, da rauszukommen - denn Vorstellungsgespräche hatte ich in der Pandemie kein einziges, obwohl ich davor nie Probleme hatte, irgendwo eingeladen zu werden.

Ich habe mir sogar schon ziemlich dumme Marotten angewöhnt, und zwar habe ich angefangen, mir die Haare abzuzwirbeln / auszureißen und erschrecke manchmal richtig, wieviele ausgerissene Haare von mir überall rumliegen. Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll. :(
 

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Dunkle Prinzessin

Aktives Mitglied
Aufgrund der nicht eingehaltenen Schutzmaaßnahmen gegen Corona, kannst du sofort kündigen zum Eigenschutz, das wird jeder verstehen. Kündigen mit der Angabe von Gründen, zuvor dem Chef ein Ultimatum wegen dem Pandemieschutz stellen und drohen arbeitsgerichtlich gegen ihn vorzugehen, damit solltest du auf der sicheren Seite sein.
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Du könntest es als Trainingsfeld sehen, um Dich abzugrenzen und für Deine Interessen einzutreten.

Was hindert Dich, den Chef zurückzuweisen, wenn er mit dem Handy kommt? Was hindert Dich, den Raum zu verlassen, wenn zu viele Menschen darin sind. Was treibt Dich an, daß Chaos des Chefs ordnen zu wollen und seine Fehler auszugleichen?

Ich finde, das sind spannende Fragen und hier ist ein tolles Trainingsfeld für Wachstum.

Was kann Dir schon passieren, wenn Du den Chef stehen lässt? Arbeit nicht oder schlecht erledigst, weil die Gegebenheiten nicht ok sind?

Du kannst und willst in der Firma eh nicht dauerhaft arbeiten. Das ist keine gute Firma.

Ich würde zunächst genau überlegen, wo meine Grenzen sind und dann jedes Mal versuchen danach zu handeln. Du suchst eh einen neuen Job. Was Du auf dieser Stelle lernen kannst, Vorgesetzte und Mitarbeiter in ihre Schranken zu weisen, konsequent zu bleiben, nicht immer freundlich irgendwelchen Quatsch über Dich ergehen lassen, auf klaren Arbeitsanweisungen zu bestehen, auf Einhaltung Deines Arbeitsvertrages.
Auf Dein Recht auf homeoffice. Wenn Du keine Aquise machen möchtest und das in Deinem Arbeitsvertrag nicht aufgeführt ist, dann mach es nicht. Wenn die Arbeitsbedingungen gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen, dann drohe damit, Behörden einzuschalten und ziehe es ggf. durch. Das ist alles nicht so leicht, fällt Dir sicher sehr schwer, sonst hättest Du Dich längst abgegrenzt. Aber wo, wenn nicht bei dem eh ungeliebten Job könntest Du das üben? Und im nächsten Job wird Dir das sehr helfen, Dich nicht ausnutzen zu lassen und von vornherein gute Arbeitsbedingungen für Dich durchzusetzen.

Vielleicht hilft es Dir, wenn Du den Fokus auf das Training und Deine persönliche Entwicklung legst, für den Übergang bis Du eine bessere Stelle gefunden hast. Ich wünsche Dir viel Glück, daß es bald klappt und Du die Chaosfirma hinter Dir lassen kannst.
 
Zuletzt bearbeitet:

Jusehr

Sehr aktives Mitglied
Mit Hilfe eines Anwalts für Arbeitsrecht die Kündigung vorbereiten, gewürzt mit "Anklagen" im Hinblick auf diverse Rechtsverletzungen des Arbeitgebers.
 

Petite_85

Neues Mitglied
Und eine Meldung an das Ordnungsamt und Gesundheitsamt nicht vergessen.
Das hatte ich mir ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, aber dann dachte ich mir, was soll da passieren.. das Ordnungsamt hier ist heillos überlastet, da geht im worst case noch nichtmal wer ans Telefon. ;) Also wie es ausschaut haben die gar nicht die Kapazitäten aktuell, um solchen Meldunge nachzugehen.
 

_cloudy_

Urgestein
Das hatte ich mir ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, aber dann dachte ich mir, was soll da passieren.. das Ordnungsamt hier ist heillos überlastet, da geht im worst case noch nichtmal wer ans Telefon. ;)
Hallo.

Woher weißt du, wie überlastet das Ordnungsamt bei euch ist?

Versuche es doch. Das ist eine Gefährdung deiner Gesundheit, so wie es zugeht bei dir.

Wenn du einfach kündigst, wirst du gesperrt.
 

Herzpflaster

Mitglied
Mir fällt zunächst auf, dass dir die Arbeit einfach nicht gefällt, Corona hin oder her. Das ist zunächst etwas, was du selber beeinflussen kannst: ein Arbeitsplatz, der dir Aufgaben bietet, die dich intetessieren und mit denen du dich identifizieren kannst.
Der zweite Punkt wurde hier auch schon angesprochen. Du fühlst dich mit einigen Konstellationen im Büro nicht wohl (und das völlig zurecht). Es ist deine Aufgabe, deinen Standpunkt vehement zu vertreten und dir ggfs. behördliche Hilfe zu suchen. Home Office wurde inzwischen regierungsseitig angeordnet und dein Arbeitgeber darf es nach deinen Schilderungen auch nicht verweigern.
 

Yado_cat

Aktives Mitglied
Auch wenn dein Chef selbstständiger Unternehmer ist, heißt das nicht das sein Bürogebäude rechtsfreier Raum ist, in dem er als Querdenker nach Gutdünken seine eigenen Regeln macht.

Es ist nicht fair als Chef die Abhängigkeit eines Mitarbeiters dermaßen auszunutzen.
Er hat ja auch eine Fürsorgepflicht dir als Angestellte gegenüber, du bist nicht sein Eigentum und hast auch das Recht auf eine eigene Meinung, die nicht unbedingt konform geht mit seiner!

Wenn dich das so sehr streßt, kannst du dich genauso vom Arzt krankschreiben lassen um runterzukommen und um dich selbst zu schützen. Und das du schon total neben der Spur bist, siehst du ja selbst an deinen ausgerissenen Haaren.
 

Yang

Sehr aktives Mitglied
Mach eine Meldung an das Ordnungsamt.
Denn du hasst ein Recht auf gesundheitlichen Schutz und dein Chef hat eine Fürsorgepflicht seinen Mitarbeitern gegenüber.
Seine politische Haltung muss du nicht mittragen, das kannst du ihm auch sagen, wenn er dir mal wieder sein Handy unter die Nase hält, sagst du: Chef ihre politische Haltung ist nicht die meine.
Versuche weiterhin einen anderen Job zu finden, auch wenn es noch schwierig ist, die Zeiten ändern sich aber wieder.
Wenn du von dir aus kündigst bekommst du eine Sperre vom Arbeitsamt.
Du könntest aber ein 4-Augen-Gespräch mit deinen Chef suchen und ihn um eine unverfängliche Kündigung bitten, wenn du es so gar nicht mehr dort aushältst.
 

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