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Überforderung als Schulbegleitung, Kind droht mir mit Falschbeschuldigung sexueller Belästigung

Das ist eine typische Situation. Dis Schule sieht sich als Lückenbüsser für die Versäumnisse des Elternhauses. Und die Mutter sagt ne, mein Kind hat eine Krankheit, und außerdem bin ich ja nicht mit dabei. Wie soll ich das Handeln meines Kindes verantworten, wenn ich gar nicht da bin?!

Weder Schulbegleitung noch Schule sind befugt, den Eltern irgendwelche Vorgaben zu machen oder die sonstwie zu massregeln. Lediglich Jugendamt oder Sozialamt als zuständige Stelle für die Schulbegleitung haben eine Grundlage, um irgendwas einzufordern.

Es kommt auch oft vor, dass sich Kinder in der Schule grundsätzlich anders verhalten als zu Hause. Die Schule berichtet Dinge, die es daheim in dieser Form nicht gibt. Das ist eine laienhafte Idee, dass das Verhalten des Kindes konsistent sei und quasi ein Abbild der häuslichen Umgebung darstellt.
Ne eben. Dir Schule idt ja eine komplett andere Situation . Unterricht, Leistungsanspruch, Menge an anderen Kindern. Das ist ja nur natürlich, dass Kinder dort anders sind als Zuhause.
 
Was mir sagt, dass Du auch denkst, dass der Fisch vom Kopf aus stinkt... dann schreibst Du aber, dass es eine laienhafte Idee ist, dass das Verhalten des Kindes ein Abbild des Elternhauses sei.
Schulbegleitung ist eine Leistung der Eingliederungshilfe nach Sozialgesetzbuch 8 oder 9. Es MUSS eine seelische oder körperliche oder geistige Behinderung vorliegen. Sonst gibt es die Schulbegleitung von vornherein nicht. Und diese Behinderung muss seit mindestens 6 Monaten vorliegen, also chronisch sein.

Was sagt uns das? Der Bedarf für diese Hilfe ergibt sich NICHT auf Grund eines erzieherischen Problems, sondern auf Grund der Behinderung. Und genau das wollen Eltern der Schule immer wieder vermitteln, wenn sie mit den Lehrern herumzanken. Die Lehrer verstehen das aber in aller Regel nicht, da sie nicht einmal ihr eigenes Schulgesetz kennen.

Es kommt natürlich hinzu, dass manchmal auxh zusätzlich erzieherische Probleme der Eltern bestehen. Und bei Kindern kann man Behinderung und Erziehung auch nicht strickt voneinander trennen. Es sind aber dennoch unterschiedliche Dinge.
 
....und es gibt Schulbegleitungen um andere Kinder vor eben diesen auffälligen, zuweilen gewalttätigen Kindern zu schützen bzw. den Unterrichtszeitraum, damit andere Kinder überhaupt zum lernen kommen!

Gruß von Grisu
 
Danke, @Dalmatiner, für die Erklärung. Ich kam schon aus dem Augenrollen nicht mehr raus über all die Kommentare á la "die Kinder von heute", "mal richtig Grenzen aufzeigen", "in Sonderschulen, wo sie hingehören" und überhaupt "heutzutage".

Auch @Grisu : Nein, die Schulbegleitung ist nicht dazu da, die anderen Kinder vor "diesen" Kindern zu schützen. Was ist das denn für ein Mindset?

Wie gesagt, Inklusion ist eine aufregende Sache und es gibt sehr herausfordernde Kinder, ohne Frage. Und das Sytem verheizt so oft gerade die engagierten Leute, weil die Ressourcen einfach nicht da sind. Und das ist vor allem Geld - ausreichend Geld, damit sich mehr Fachleute dem Thema widmen, damit so herausfordernde Kinder ggf. von zwei Fachpersonen betreut werden, damit Zeit für ausgiebige Schulung da ist, Supervision, Fallberatungen, ausreichend Räume usw.

Vor allem gehen dabei Menschen vor die Hunde, nicht zuletzt die betroffenen Kinder, deren emotionale Entwicklung nicht gerade Fortschritte macht, wenn die 7. unbedarfte Schulbegleitung, schlecht oder gar nicht ausgebildet sich an dem Kind versucht und dann nullkommanix das Handtuch wirft.
 
Das, liebe Weidebirke, ist eine eindeutige und klare Aussage, die einige Sonderpädagogen aus NRW vertreten. Deshalb haben diese auch eine Petition unterschrieben um zu verhindern das die Inklusion abgeschafft wird. Das wurde mir nämlich von denen geschickt weil ich es auch hätte unterschreiben sollen, da ich mit diesen über viele Jahrzehnte befreundet bin.


So ganz nebenbei: »Die selbst von sozialer Exklusion bedrohten Kinder sollen die behinderten Kinder integrieren.« Zugespitzt formuliert: Die selbst von sozialer Exklusion bedrohten Kinder sollen die behinderten Kinder integrieren. Während man an ihnen und ihren Schulen spart und Kinder überfordert, die eine ruhige Arbeitsatmosphäre und besonders viel Unterstützung nötig haben, sollen Gymnasien mit integrativem Lernen nicht weiter behelligt werden.
Und in RW fahren Sonderschullehrer bereits von Schule zu Schule. Unter diesen Bedingungen können sie weder eine stabile Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern noch zum jeweiligen Kollegium aufbauen. Ihre Arbeitsbedingungen verhöhnen damit jede sinnvolle Integrationsarbeit.

Gruß von Grisu
 
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Besonders oft kommt das bei Kindern mit den Diagnosen ADS oder ADHS vor. Denn die Schule verlangt explizit das, woran es diesen Kindern fehlt: konzentrieren, still sitzen, mental und körperlich über Stunden belastbar sein. Das ist im häuslichen Kontext aber ja nicht so.
Natürlich sind Kinder mit AD(H)S auch zu Hause gefordert, sich zu organisieren oder zu konzentrieren. Sei es bei den Hausaufgaben oder beim Lernen oder auch morgens, wenn es darum geht "voran" zu machen mit dem Waschen, Anziehen und Frühstücken. Da muss man auch noch nicht einmal über lange Zeitspannen reden, denn bei ADS-Kindern ist die Mücke an der Wand auf einmal genauso wichtig wie eine Tasse, die herunterzufallen droht. Es gibt um viele Reize, die auf einmal auf das Kind einprasseln und die es nicht zu ordnen oder gar priorisieren vermag. Ich kann davon ein Lied singen, hab ja selber ein AD(H)S-Kind zu Hause und könnte ein Buch über Situationen schreiben, in dem die mangelnde Konzentration auch im häuslichen Umfeld auffällig war.
 
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Natürlich sind Kinder mit AD(H)S auch zu Hause gefordert, sich zu organisieren oder zu konzentrieren. Sei es bei den Hausaufgaben oder beim Lernen oder auch morgens, wenn es darum geht "voran" zu machen mit dem Waschen, Anziehen und Frühstücken. Da muss man auch noch nicht einmal über lange Zeitspannen reden, denn bei ADS-Kindern ist die Mücke an der Wand auf einmal genauso wichtig wie eine Tasse, die herunterzufallen droht. Es gibt um viele Reize, die auf einmal auf das Kind einprasseln und die es nicht zu ordnenen oder gar priorisieren vermag. Ich kann davon ein Lied singen, hab ja selber ein AD(H)S-Kind zu Hause und könnte ein Buch über Situationen schreiben, in dem die mangelnde Konzentration auch im häuslichen Umfeld auffällig war.
Geht es hier um ein AD(H)S - Kind?
 
Geht es hier um ein AD(H)S - Kind?
Yes.. Aber das allein ist es zu 100% nicht. Also das Kind kann sich super im Unterricht konzentrieren, nimmt aber auch Medis, hat gute bis sehr gute Noten. Klar: mangelnde Impulskontrolle. Das Hauptproblem sind soziale Interaktionen. Also es lässt sich schnell provozieren und ja Prügelei kommen häufig vor, musste am ersten Tag das Kind von einem Mitschüler trennen, auf den es sich gestürzt hatte. Hinzu kommt eine recht verzerrte Wahrnehmung der Situation. Gerade die Pausen sind am problematischen. Da wollen die Lehrkräfte, dass ich eig immer direkt am Kind bin. Das findet das Kind verständlicher Weise überhaupt nicht toll. Daher versuche ich hier das Kind eher von der Ferne im Blick zu haben, weil irgendwie ja auch verständlich, dass es nicht toll findet, wenn ich immer direkt am Kind bin, wenns eig in Ruhe spielen will. Das Kind möchte eig, dass ich es in seiner Wahrnehmung bestärke, aber die ist nun mal verzerrt und ich kann manchmal gar nicht so schnell gucken, wie schnell solche Situationen mit Mitschülern eskalieren.

Die Lehrer wollen, dass ich alle Situationen genau beobachte, damit ich dem Kind aufzeigen soll, dass es eben häufig nicht rexht hat. Das finde ich absolut den falschen Ansatz, weil es dadurch eben noch mehr in die Not kommt, beweisen zu müssen bzw. Noch mehr darauf pocht, recht zu haben. Ich finde, dass man da am besten nicht drauf eingehen sollte, also klar sagen, dass ich darauf jetzt nicht eingehen werde und gut ist.

Außerdem hat es einen sehr hohen Leistungsdruck und kaum Fehlertoleranz. Wenn es nicht der beste ist, dann eskaliert es schnell. Viele Diskussionen, weiß nicht wann stop ist. Die Lehrer können das nicht leisten. Langweilt sich schnell im Unterricht. Es wirkt auf andere sehr arrogant und muss immer sofort wissen, wie die Leistung sind z.B. Bundesjugendspielen. Warten ist fast unmöglich.

Laut Mutter sind die Probleme nur in der Schule. Dazu muss man sagen fördert die Mutter auch dieses "ich muss der beste sein" weil sie es dies sehr häufig fragt: "Und bist wieder der Beste?" Damit bestärkt sie leider dieses Verhalten sehr. Wenn das Kind mich wieder fragt ob es der beste in xy ist, dann gehe ich da schon nicht mehr drauf ein, weil es wirklich ständig vorkommt.
 
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Natürlich sind Kinder mit AD(H)S auch zu Hause gefordert, sich zu organisieren oder zu konzentrieren. Sei es bei den Hausaufgaben oder beim Lernen oder auch morgens, wenn es darum geht "voran" zu machen mit dem Waschen, Anziehen und Frühstücken. Da muss man auch noch nicht einmal über lange Zeitspannen reden, denn bei ADS-Kindern ist die Mücke an der Wand auf einmal genauso wichtig wie eine Tasse, die herunterzufallen droht. Es gibt um viele Reize, die auf einmal auf das Kind einprasseln und die es nicht zu ordnenen oder gar priorisieren vermag. Ich kann davon ein Lied singen, hab ja selber ein AD(H)S-Kind zu Hause und könnte ein Buch über Situationen schreiben, in dem die mangelnde Konzentration auch im häuslichen Umfeld auffällig war.
Ja genau. morgens scheint im allgemeinen schwieriger zu sein (will häufig nicht los bzw sich fertig machen, trödelt viel etc.), Mutter mit Kind kommt eig immer auf den letzten Drücker.

Laut der Mutter hat das Kind zuhause keine Probleme. Das kann ich mir kaum vorstellen, wenn ich ehrlich bin. Klar, ist dieses Kind sicherlich anders zuhause. Ich habe selber auch ADHS und war in der Schule auch häufig sehr anders als zuhause, aber manche Sachen waren aber doch gleich. Ich glaube häufig kommen diese Aggressionen des Kindes durch Überfordern bzw Reizüberflutung.
 
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Das Kind möchte eig, dass ich es in seiner Wahrnehmung bestärke, aber die ist nun mal verzerrt und ich kann manchmal gar nicht so schnell gucken, wie schnell solche Situationen mit Mitschülern eskalieren.
Das ist auch sehr typisch. Kinder mit ADHS (und auch Autisten) haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sie können Unrecht nicht tolerieren. Leider kommt dann die geringe Impulskontrolle hinzu, und im Nu gibt es eine Keilerei auf dem Schulhof.

Einsicht erzeugen ist eigentlich nicht möglich. Man muss so ein Kind aus der Situation herauslenken oder am besten solchen Situstionen vorbeugen. Etwas Ruhiges über die Pause anbieten, auch mal mit und vor der Klasse über solche Vorfälle sprechen, dem Kind aufzeigen wie es im Streit am besten reagieren kann.

Das ist alles aufwändig und führt nicht immer zum Erfolg. Aber anders geht das nicht.
 

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