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Überempfindlichkeit belastet mich

Dann nehme ich mal die aktuelle Situation:

Ich arbeite gerade innerhalb einer Gruppe. Und es ist so, dass ich schon mehrmals Dinge, die für die Gruppe wichtig sind, gesagt habe und dies jedesmal vergessen wurde. Oft sage ich etwas und dann werde ich 10 min später wieder genau dasselbe gefragt und das wiederholt sich mit dieser Person wirklich 15 mal und mehr. Man kann ja mal etwas vergessen, das ist kein Problem. Da sag ich nichts. Aber das empfand ich wirklich als extrem. Und dies trat jetzt wirklich täglich ein. So kam es auch dazu, dass ein Missverständnis entstand, weil die Person das von mir 15 mal gesagte und auch im Chat geschriebene, wieder vergessen hatte und ich dachte sie weiß es.
Ich fühlte mich einfach nicht ganz ernst genommen und dachte mir wozu rede ich eigentlich mit der Person, wenn sie mir nie zuhört. Für mich war das sehr anstrengend und für die Gruppenarbeit nicht sehr förderlich. Es wurden durch das Nichtzuhören auch Abmachungen nicht eingehalten. Ich sprach dies auch in einem sachlichen Ton an. Sie sagte eben, dass sie dies und das vergessen hat und das auf ihren Mist gewachsen ist. Trotzdem schwang noch der Satz mit:,,Man kann ja mal was vergessen." Aber wie schon oben beschrieben geschah dies ja nicht ein bis zweimal. Meine Freunde haben das alles die letzten Wochen mitbekommen und meinten schon die Person leide an Demenz.
Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen und empfinde mich als überempfindlich, weil ich das angesprochen hatte. Ich fühlte mich aber wirklich nicht ernst genommen, da ich scheinbar nie erhört wurde :-(
Daher denke ich, dass ich vlt doch meinen Mund hätte besser halten sollen. Dann hätte ich jetzt nicht dieses doofe Gefühl.
 
Hi!

Ich denke, es kommt da auch immer darauf an, was einen trifft.

Kritik oder doofes Verhalten von wichtigen Leuten wie Familie, vielleicht Freunde, auch Kollegen oder Mitschüler, mit denen man ja klar kommen muss, haut vermutlich bei vielen rein. Dafür muss man gar nicht hochsensibel sein.

Wenn allerdings auch das Verhalten völlig unwichtiger Menschen nervt, also nur Leute, die einem zufällig irgendwo begegnen und die keinen Wert fürs eigene Leben haben, läuft etwas schief.
Und es spielt wohl auch eine Rolle wie lange so ein schlechtes Gefühl dann anhält. Wenn es Tage lang runter zieht, ist das fürs normale Leben ja schon sehr hinderlich.

Bei dem Beispiel hätte ich mich aber an deiner Stelle genauso geärgert. Da läuft es deswegen falsch, weil das schlechte Gefühl eigentlich eher die Person haben sollte, die alles vergisst. Ich würde mich da schämen.

Alles Gute!
 
"DU entscheidest, was für Dich ok ist und was Deine Grenzen überschreitet! Und wenn Dein Gegenüber das nicht respektieren kann und noch hinterherhakt, hat er oder sie ein Problem mit der Kommunikation. Nicht Du. Du hast Deine ganz persönlichen Grenzen aufgezeigt und derjenige ist drübergelatscht und latscht auf erneute Grenzziehung gleich noch ein paar Schritte weiter.

Mag sein, dass es manchmal zu Konflikten kommt, wenn man dann noch deutlicher sagt: "Nö, so nicht!", aber diese Kämpfe sind es wert, gekämpft zu werden. Weil sie Dich stärker machen und vielleicht dem einen oder anderen Sprücheklopper klarmachen, dass das Leben nicht die Kommentarspalte von Bild Online ist.


Das sehe ich genauso. Toll und verständlich geschrieben 🙂


Wenn Dich etwas stört, und Du es mehrfach erwähnt hast, schon im Vorfeld, ist es respektlos DEINER Person gegenüber, dass das Gegenüber sein Verhalten doch wieder an den Tag legt.

Deine Geduld hast Du bewiesen, indem Du es bereits mehrfach wiederholt, zeitgleich noch toleriert hast.


Es gibt aber auch Menschen, die sehen vieles sehr viel oberflächlicher als man selbst.
Die merken gar nicht, dass Sie Dich gerade verletzt haben. Versuchen dann, das mit anderen Kommentaren zu erklären.


Dennoch möchte man ja kein dauerhaft angespanntes Verhältnis zueinander. Es belastet. Besonders, wenn es dann noch täglich, bei der Arbeit, so ist.


Vielleicht suchst Du nochmal ein Gespräch mit Deiner Kollegin. Keines zwischen Tür und Angel, sondern ehrlich und mit Zeit.
Dass die Möglichkeit auch Ihrerseits besteht, Emotionen zuzulassen, unabhängig vom Arbeitsplatz.
 
Aber wie schon oben beschrieben geschah dies ja nicht ein bis zweimal. Meine Freunde haben das alles die letzten Wochen mitbekommen und meinten schon die Person leide an Demenz.
Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen und empfinde mich als überempfindlich, weil ich das angesprochen hatte. Ich fühlte mich aber wirklich nicht ernst genommen, da ich scheinbar nie erhört wurde :-(
Daher denke ich, dass ich vlt doch meinen Mund hätte besser halten sollen. Dann hätte ich jetzt nicht dieses doofe Gefühl.

Ich kann gut verstehen, dass dich diese Situation genervt hat. In diesem Fall würde ich die besagte Person bitten, sie solle sich das Gesagte notieren. Überhaupt soll sie sich so viele Notizen machen wie für sie nötig sind. Diese Person ist wahrscheinlich nur unkonzentriert oder hat ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Das ist keine Schande, sondern menschlich. Die Kollegen ticken sehr unterschiedlich. Du lernst alle kennen mit ihren Eigenarten, Schwächen und Talenten.
 
Hi radierer, ich las gerade nochmal deinen ersten Beitrag hier im Thread.

Ich hatte das auch so ähnlich lange Zeit, ich war oft sehr empfindlich und schnell überfordert mit Menschen und davon genervt.

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich das änderte, iwas passierte in mir, wo es nicht schlimmer mehr werden konnte für mein Gefühl, vermute ich. Und das war dann wohl der Moment, wo ich vorallem die anstrengenden Leute erstmal beobachtete und anfing interessant zu finden, die Angst vor denen verschwand immer schneller.

Ich hab zwar auch heute noch Momente wo ich nervös werde, aber dann zerlege ich die Leute wieder in ihre Eigenarten und so, dann hört das wieder auf, dass die mich irritieren können.

Im Prinzip hab ich gerne meine Ruhe und bin alleine oder mit entspannten Leuten zusammen, aber es gibt halt auch Zeiten am Tag, wo man unter unangenehme und fremdere Menschen muss.
Ich versuche iwie immer hinter deren Fassade zu blicken und muss dann sogar innerlich über die lachen, vorallem über die, die mich erst stressten. Ich glaube, ich lache mich selbst dann aus, weil ich anscheinend was ändern konnte. Man könnte es "Erleichterung" nennen, ich entspanne und das fällt den Leuten dann auch auf, es wurd mir schon mitgeteilt, dass ich sehr ausgeglichen rüberkomme.

Auch wenn mal einer Kritik ausübt, was ja leider gerade beim Lernen oft vorkommt, man wird halt korrigiert, dann hab ich erstmal auch ein unangenehmes Gefühl, aber dann zerlege ich die Person und nehme das Gesagte auf und versuche es, wenn möglich und nötig, bei Gelegenheit umzusetzen.

Ich war wirklich mal sehr empfindlich und absolut überfordert mit Menschen und hin und wieder passiert es halt noch ein wenig, aber damit komm ich klar. Ich habe dann trotzdem das Gefühl, dass ich die Macht über mich habe und bestimmen kann, was mich erreichen soll.

Ich kann es leider nur so erklären, es ist nicht ganz einfach, das genauer zu erklären. Es sollte nicht zu sehr verwirren. ^^ Jeder muss wohl seine ganz eigene Taktik entwickeln.

Hmm... ich wünsche dir viel Erfolg bei der Arbeit an und mit dir selbst.
 

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