Hm,... danke Euch für die Posts. Ich muss sagen, ich glaube meine Freundin und ich brauchen jetzt ohnehin beide einwenig ruhe von dem Thema. Wir hatten Samstag einen ziemlichen Streit wegen unserer Beziehung. Ich hab' ihr eine ganze Menge Zeug an den Kopf geworfen, das mich gar nicht so wirklich stört, und der Auslöser war auch ein absoluter Unsinn (eine Zutat, die es nicht im Supermarkt gab), aber wir sind wieder zum Thema Sex gekommen. Die letzte Woche war ja relativ unangenehm. Ich weiß nicht, was genau in dem Streit passiert ist, und sie weiß es auch nicht, aber jetzt ist es besser. Wirklich besser (als die letzte Woche).
Ich habe ihr gesagt, sie soll sich Zeit nehmen, soviel sie braucht,um sich zu überlegen, was wir tun. Ich will ihr wirklich keinen Stress machen. Und sie meint, dass sie darüber nachdenkt und wirklich daran arbeiten will. Auch - und das ist der Unterschied zu früher - jetzt. Es gibt nicht dieses eine andere Problem wie die Schule, das Studium, die Eltern, die Arbeitslosigkeit,... was sonst noch belastet. Es gibt nur diese eine Sache - nämlich unsere Beziehung und unser Sexleben. Was wir machen, ist noch nicht klar, erst wollte sie ja das probieren, was der Zufallsname vorgeschlagen hat, einfach einmal langsam an die Sache herangehen. Jetzt braucht sie auch dafür noch einwenig Zeit, aber sie wird auch über eine Paartherapie nachdenken und - ich will ihr jedenfalls auch Zeit geben. Ich vertraue darauf, dass sie darüber nachdenkt und daran arbeitet.
Es klingt jetzt o ironisch nach all den Posts, dass ich ihre jetzt doch wieder Zeit gebe, aber ich denke, dass es das Richtige so ist. Diesmal ist es eben anders, als bisher. Und unsere Beziehung ist mir eben sehr wichtig.
Gast 1, es stimmt, ich bekomme so oder so keine therapeutische Distanz, aber es ist ja auch nicht meine Sache, sie zu therapieren. Es geht um eine Sache zwischen ihr und mir. Ich denke mittlerweile, auch nach den Diskussionen hier, immer mehr, dass es eben ein gemeinsames Problem ist, und kein Problem, das bei ihr besteht. Ich glaube fast, dass sie sich in der Tat mir einem anderen Kerl leichter tun würde, weil evt. die Erwartungen bei ihr nicht so hoch wären etc. Ich habe ihr das auch nicht als Vorschlag gesagt, aber mehr als Sorge um unsere Beziehung. Aber selbst, wenn es so wäre, würde sie keinen anderen Kerl wollen, so meint sie, und das glaube ich ihr auch.
Dass ich es okay fand, ja dass es mich gefreut hat, dass diese einseitige Sache vorbei gegangen ist, hat damit zusammengehangen, dass ich ein schlechtes Gewissen bei der Sache hatte, weil eben nur ich etwas davon habe, sie aber gewissermaßen keine Lustbefriedigung oder so. Darum wollte ich das so nicht, sondern wollte eigentlich, dass wir etwas tun, wovon wir beide etwas haben. Asexuell bin ich nämlich definitiv nicht. Und sie, dessen bin ich mir mittlerweile nach allen Überlegungen sicher, auch nicht.
Hm,... die Frage, warum die Bedürfnisse meiner Freundin so hoch für mich sind ... naja, ich denke, weil sie sie liebe. Und ja, ich glaube, dass in innerhalb der Beziehung tatsächlich Konfrontationen aus dem Weg gehe. Und ich habe auch tatsächlich angst davor, sie zu verlieren. Ich weiß nicht, ob ich allzu bald wen neuen finden würde - mich selbst mag ich eigentlich sehr, also ich finde mich insgesamt cool, weiß aber, dass viele andere das nicht so sehr tun. Sorgen hätte ich schon, aber ich denke, es würde sich schon jemand finden - ich bin ja eigentlich aus diversen Perspektiven ein sehr interessanter Mensch - zumindest sehr unüblich, in vielen Dingen gut, nett, aber aktiv etc. Gibt Sicher wen, der drauf steht - aber ja, einwenig Angst ist schon auch dabei.
Ich bin mittlerweile auch abgekehrt von einem "wir haben alle Zeit der Welt". Ich will eben nicht die Hälfte "aller Zeit" so verbringen. Ich hab' mal gelesen, dass Kerle so ab 30 weniger Lust haben. Keine Ahnung, ob das Blödsinn ist, wahrscheinlich schon, aber unabhängig davon, ich denke mal, seit über 10 Jahren fände ich Sex geil, oder sagen wir seit 10 Jahren ist's eine Zeit in der ich dem Potenzial nach aktiv sein könnte, ... wenn ich bis 60 aktiv bleibe (keine Ahnung wann's wirklich so aufhört), dann ist was wirklich schon ca. ein viertel meiner aktiven Zeit, die ich keinen Sex habe. *kopfkratz* Aber egal... jedenfalls wil lcih mir nicht "alle Zeit der Welt" nehmen.
Sie will grundsätzlich jedenfalls schon Sex. Das sagt sie immer wieder. Und das glaube ich ihr auch.Ich habe zwischendurch daran gezweifelt, ob sie's mit mir will, oder mich einfach nicht sexy findet, und gerade in einer Situation wie meiner wird man dann doch unsicher. Sie will jetzt ins Fitnesscenter gehen, gemeinsam mit mir. Ist schon recht komisch, wenn dann alle Kerle dort ein bis zwei Köpfe größer sind, als ich und Oberarme haben, die meine Oberschenkel übertreffen. Aber das sind mehr typische Unsicherheit - ich glaub's ich schon, dass sie mich attraktiv findet. Ich schein' auch so ihr Typ zu sein. Sie findet zB. so ein Model ziemlich hübsch, und nachdem ich den gesehen hab' *hust* dachte ich mir ehrlich gesagt, der schaut ja auch wie ich, nur mit roten Haaren. Hatte sogar dieselbe Hühnerbrust.
Sie so einfach zu verführen, den Tipp hab' ich schon öfter bekommen. Ich muss gestehen, ich habe es noch nie derart umfangreich durchgezogen, so richtig mit Kochen usw. Aber ich sage einmal: Kochen tut zwar gut wie immer sie, aber es ist nicht so, als hätte ich noch nie für sie gekocht oder als gäbe es nicht genug Erfahrungen mit ihr, wo ich sie keinen Finger rühren lasse. Ja eigentlich habe ich immer sehr viel für sie getan, auch wenn ich gestehen muss, dass das auch eine Weile her ist. So diese kitschig-romantische Art ... ehrlich gesagt wäre das nicht ich. Ich glaube auch wirklich nicht, dass das so einfach helfen würde. Aber ich glaube, so einen Abend hat sie so oder so auch einmal verdient. Zu unserem sechsten Jahrestag Ende Oktober hab' ich ihr dieses Jahr gar keine Blumen geschenkt, und wir waren auch beide ziemlich einfallslos mit unseren Geschenken.
Aber wie gesagt, ich glaube, wir brauchen beide nach der letzten Woche eine kleine Pause von dem Thema, und nachdem ich ihr gesagt habe, sie soll sich Zeit nehmen, will ich sie auch nicht plötzlich mit einer erneuten Versuch meinerseits überrumpeln.
Edit: Im Übrigen meinte sie gestern, dass sie in dem Streit den wir hatten (also den von Gestern) plötzlich ziemlich Angst um unsere Beziehung hatte, weil ich bei dem thema plötzlich ziemlich kalt geworden bin. Ich meinte, dass ich wollte, dass sie sich halt überlegt, was sie macht, und nachdem sie gefragt hat, bis wann sie sich entschieden haben soll, was wir machen, meinte ich "einen Monat?" (mit fragendem Ton). Es war nciht der eine Monat, der ihr angst gemacht hat, sondern die Art es zu sagen,... was sollte nach dem einen Monat sein? Was wenn nicht... unser Beziehung ist schon 6 Jahre alt und wir empfinden wirklich viel füreinadner. Das darf man nicht vergessen ... Beziehungen kann mich nicht so einfach und rational betrachten, ja ihr Wert liegt gerade nicht in so einer etrachtung. Darum mag ich zB. auch die Frage "warum liebst du mich?" nicht. Ich finde sie Frage lenkt das ganze auf eine Rationale Ebene (und ich bin für gewöhnlich ein außergewöhnlich rationaler Mensch, der leidenschaftlich und gleichzeitig eben leidenschaftlos und trocken über so ziemlich alle Themen diskutieren kann, Für und Wider abwägt und eigentlich sehr kontroverse und emotionsgeladene Themen auf die Argumentation hin in Prämissen und Aussagenverknüpfung hin zerlegt etc). Was soll ich auf so eine frage antworten? "Weil du süß bist"? Und wenn sie das nicht mehr wäre, wenn sie nicht mehr so lustig absurde Diskussionsargumente brignen würde, würde ich sie nicht mehr lieben? etc. Und Erklärungen (stattbegründungen) wären ja noch viel schlimmer... "ich liebe dich, weil ... whatever ... du mir zufällig an diesem und jenen Tag begegnet bist, und rote Haaare hast, die ich mit einem Mädchen, in das ich davor einmal verliebt war, assoziiert habe, und seit dem auf rote Haare stehe? Und dann hat dieses zu nehmen Geführt... ich denke sie Liebe braucht weder Erklärung noch Begründung - sie ist der teutonische Grund. Der letzte aller Gründe - und hinter die Liebe kann man nicht zurück gehen, ohne ihren Wert zu verleugnen - man sollte nicht hinter die Liebe selbst zurück gehen, weil man sonst den topos der Liebe verlässt.