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Trockene Jugend. Mitte 20. Sechs Jahre Beziehung. Einmal Sex.

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moin weisser rabe,

ich muss hier zufallsdame echt recht geben. ich denke auch, dass sich deine freundin irgendwann einen anderen kerl suchen wird, oder ihn einfach zufällig finden wird und dann mit ihm durch die gegend p***n wird.

was ich ja absolut verstehen könnte, wenn man an anfang nicht soweit ist, ein wenig zeit braucht. gegen sowas ist ja auch nichts einzuwenden. aber mal ehrlich, sechs jahre ist ein wenig übertrieben. ich kann mir das ehrlich nicht vorstellen. vor allem, am anfang hat es ja schon angefangen, warum da auf einmal nix mehr ist, ist für mich unverständlich.

sie wird irgendein problem haben und dich hinhalten. was für eine art problem das ist, weiss wohl nur sie selbst. denn normal ist das in keinster weise.

ich habe selber mal einen typen gehabt, der keinen sex wollte. jedes mal, wenn ich ihn angepackt habe, dann ist er stiften gegangen. ja, sowas nagt verdammt an einem. wir waren zwei jahre zusammen, mein selbstwertgefühl war echt im eimer. vor allem, da ich mit dem typen davor super sex hatte.

ich habe ihn sehr oft gefragt, warum. ich habe niemals eine antwort erhalten. nur ein "ich weiss nicht". ende vom lied war, ich habe mit meinem ex wieder angefangen was am laufen zu haben, obwohl ich ihn gar nicht mehr geliebt habe. nen jahr später hab ich mit dem anderen schluss gemacht, obwohl ich ihn echt geliebt habe und es mir das herz gebrochen hat, aber so habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten. ich bin daran kaputt gegangen. dann lieber nen schrecken mit ende, als ein schrecken ohne ende.

eins will dir gesagt sein. es wird sich niemals was dran ändern, wenn du nicht mal drauf pochst. nein, du sollst sie nicht vergewaltigen. entweder soll sie dir den wahren grund nennen (dann kannst du noch immer gucken, was du machst), oder sie soll ne theraphie machen. du machst dich nur unglücklich ... na ja, bist du ja eh schon ... hört sich wirklich bei euch nach brüderchen und schwesterchen an ... auch wenn du es abstreitest.

also, mach was draus ... so machst du dich nur kaputt. oder willst du für dein zweites mal echt wieder sechs jahre vergehen lassen ...? also - hau rein ... 😉 und viel erfolg
 
Hm,... "gezwungen" hat sie nicht gesagt, Zufallsname. Überredet. Ist auch schon Jahre her. Jedenfalls seh' ich das hier doch anders. Ich denke nicht, dass ich asexuell bin, nur weil ich nicht in dem Moment eben schon anders kann. Also wenn das die Voraussetzung ist - dann schaut's schlecht für mich aus. Aber ich denke, ich werde einmal versuchen wieder offensiver zu sein. Hm...

Fliegenklatsche, ich bin mir gerade nicht sicher, was du mit asexuell in Bezug auf meine Freundin meinst. Ein sexuelles Bedürfnis hat sie ja prinzipiell. Sie befriedigt sich mittlerweile selbst (was sie früher, wie sie meint, nicht gemacht hat), und sie meint eigentlich auch von sich aus, dass es frustrierend ist, dass wir keinen Sex haben. Allerdings ja, sie ist nicht so - wie Zufallsname es sagt - leidenschaftlich. In kaum irgendetwas, was sie tut. Sie ist ein recht müder Mensch. Oft sehr lustlos. Aber das hat sich eben sehr gebessert im letzten Jahr.
Von diesem Thread hier will ich ihr nicht erzählen. Das habe ich schon einmal - und sie hat kein Problem damit, wenn wir zu zweit darüber reden, was wir hin und wieder eben tun (außer wenn sie gerade müde ist, was eigentlich oft der Fall ist, aber grundsätzlich kann man schon mit ihr darüber reden) - aber sie kann es gar nicht leiden, wenn sonst irgendwer davon erfährt. Egal wie anonym das ganze ist (und wenn ich ehrlich sein soll: Leute, die mich auch nur einwenig kennen würden vielleicht mit einwenig Nachdenken und dergleichen auf mich kommen - dafür hab' ich ziemlich sicher genug gesagt).
Als Kind allerdings, dessen bin ich mir sicher, wurde sie nicht Missbraucht oder vergewaltigt. Wir sind zusammen, seit sie 16 ist, und alle männlichen Verwandten und bekannten im Umfeld ihrer Familie sind Leute, mit denen sie sich gut versteht. Also die Interpretation, denke ich, kann ich ausschließen.

Naja, Gast, dass wir am Anfang aufgehört hat, so denke ich, hängt damit zusammen, dass es die ersten Male nicht geklappt hat. Es hat ihr einfach zu sehr weh getan - und dann war sie auch ziemlich verkrampft, ist nicht mehr feucht geworden, und auch trotz Gleitgel war es dann einfach zu schmerzhaft für sie (und nein, ich habe keinen Riesenschwanz). Sie wollte dann eine Weile nur für mich sorgen, was ich schon mehr als nur zugelassen habe 😉 - aber trotzdem hatte ich immer wieder den Gedanken, dass es für mich so zwar okay ist, aber ich hätte es doch lieber, wenn wir sozusagen beide etwas davon hätten. Ich meine, so einseitig war das ja auch nicht das Wahre - und darauf ist sie dann auch irgendwann gekommen. Nur hat sie sich dann dafür entschieden, dass sie das so nicht mehr will, sondern nur richtigen Sex. Was ich völlig okay fand, was mich sogar gefreut hat. Nur wollte sie das halt ... nicht in dem Moment. Und dann ist es bei ihr wieder deutlich stressiger mit ihrem Studium geworden. Und da wollte sie einwenig in Ruhe gelassen werden - und naja. So ging es halt weiter

Wie man damit umgeht, keinen Sex zu haben, das ist natürlich sehr unterschiedlich, und ich denke, dass ein essenzieller Aspekt der ist, ob man schon Sex hatte und welche Erfahrungen man bisher damit so hatte. Ich habe gewissermaßen nicht die Möglichkeit etwas mit irgendeiner Ex anzufangen, und auch wenn ich die Vorstellung mit einer Fremden Sex zu haben gar nicht ablehne, bin ich auch nicht der Kerl, der in die nächste Disko geht und sich dort ein Mädel aufreißt. Ich würde meine Freundin nicht betrügen, dafür bin ich einfach zu ehrlich. Denke ich. Es geht mir, so denke ich, auch weniger (!) "grundsätzlich" um Sex, als vielmehr um Sex mit ihr.

Aber ja, ich habe doch immer wieder die Befürchtung, dass es - vielleicht so in vier oder fünf Jahren - so endet, dass sie einen anderen Kerl findet mit dem's im Bett besser klappt. Vielleicht auch einfach deshalb, weil es frischer ist. Neu ist. Weil keine 6 Jahre Beziehung eine alltäglich Routine etabliert hat - bei anderen Paaren ist der Sex vielleicht auch in die Routine integriert - keine Ahnung. Aber bei uns nicht. Wir kennen uns wirklich ziemlich gut - sie die müde Schlaftablette und ich der langweilige Schwätzer, so erscheinen wir wohl von außen - und das wahrscheinlich auch nicht unberechtigt. Aber das ist so ... nunja. unbefriedigend und langweilig. Und alt. Und trocken.

Hm,.... nein. Ich will nicht nochmal sechs Jahre vergehen lassen. Aber es geht nicht nur um das zweite Mal. Also auch, wenn es in einem halben Jahr soweit sein sollte - ich will eine sexuell erfüllte Beziehung haben. Wir müssen nicht täglich ineinander verwoben werden, und ich habe eben kein Problem, wenn's "heute" einmal nicht ist - und auch nicht wenn "die nächsten zwei Wochen" nichts läuft. Ich will keine Beziehung führen, in der wir zweimal im Jahr Sex haben, und dann alle paar Jahre die abgelaufenen Kondome wegschmeißen, die wir zwei Jahre davor gekauft haben.

Sie meinte vor ein paar Wochen, sie wollte sich für Sex mit mir Zeit nehmen, und auch Energie haben, nicht schon vorher halb einschlafen. Ich glaube, auch wenn ihr das erste Mal scheinbar irgendwie gefallen hat, war sie vielleicht enttäuscht, weil's eben recht unromantisch war. Nachdem sie nämlich zugestimmt hat, ist sie einfach nicht feucht geworden. besonder's hübsche Geschichte zu erzählen, hm? Ich bin dann ins Wohnzimmer gegangen, während sie sich bereit gemacht hat. Eigentlich bin ich drüben fast eingeschlafen, mit dem Kopf auf der Schreibtischplatte und die Augen zu. Hätte mir nicht gedacht, dass das an dem Tag noch was werden würde, aber dann hat sie mir ja doch ne SMS geschrieben, dass ich rüber kommen sollte...
Und das zweite, für sie wohl enttäuschende - ich bin halt einfach nicht gekommen, bis es ihr zu viel geworden ist, und auch das Blasen (das erste Mal, dass sie das versucht hat), hat nicht so geklappt. Keine Ahnung warum, ehrlich gesagt fand ich's einfach nicht so geil, wie ich's mir vorgestellt habe. Sind also schon eine Menge Sachen, die da nicht ganz hingehauen haben,... hm... also irgendwie scheint's bei uns in der Hinsicht nicht zu klappen. 🙁

Aber nein - ich werd' echt einmal offensiver rangehen. Und ich weiß nicht warum, gerade jetzt, in diesem Moment, fühl' ich mich irgendwie einwenig zuversichtlicher. Also wirklich irgendwie komisch. Ich denke eben, dass mir das Reden darüber hilft.
 
Hm,... gestern hab' ich sie nach einem Abend gefragt, an dem sie nicht müde ist. Hab' wohl ungeschickt formuliert, nämlich hab' ich grafgt "gibt's einen Abend, an dem die nicht müde bist". Sie hat mich gefragt, ob's einen Abend gibt, an dem ich nicht frage...
Hab' ihr dann eine mail geschrieben. Einfach, das sie sich Zeit nehmen kann, darüber nachzudenken. Die hat sie in der Früh gelesen und hat dann aber gleich diskutiert. Hm,... sie meint, ich würde alle Verantwortung und Schuld auf sie schieben, und so klingt es für mich auch. Ich hab' allerdings auch einfach keine Ahnung, was ich machen kann, was ich groß "falsch" mache, und auch das "überreden", so meint sie, funktioniert nicht, wenn ich sie jeden Tag frage.
Allerdings hat sie zugestimmt, dass ich mich einmal nach einer Sexualtherapeutin umschaue.

Außerdem wollte sie wissen, was ich denn genau will - weil ich meinte, dass sich da etwas ändern sollte. Aber ich meine - ich will jetzt nicht sagen "einmal die Woche" oder sowas. Ich meine - mal jeden Tag, mal wochenlang nicht, das ist mir soweit ziemlich gleich, oder so. Sie sollte dabei ja auch Lust haben, und das nicht nur für mich machen. Weiß nicht... ich hoffe nicht, dass das dann so abläuft, dass sie halt meinetwegen mit mir schläft, aber eigentlich gar nicht will, und mir das auch gar nicht sagt. Und irgendwie steht das jetzt zwischen uns - ich meine, würde sie jetzt zu mir kommen und Sex haben wollen, dann würde ich mir schon denken, dass sie das nur für mich macht, und ... naja, selbst wenn - was soll sie dann sagen? "Du wolltest es ja so,..." und irgendwie ist es ja auch so, dass ich eine Veränderung wollte. Sie meinte, sie wäre mir nicht genug... hm,... ich meine - eigentlich stimmt es ja. 🙁
 
Was gibt es dazu noch zu sagen? Von mir ganz knallhart: mit DIESER Frau wirst du niemals eine sexuell erfüllende Beziehung haben. Das hat auch gar nichts mit Schuld zu tun. Es kann ja sein, dass sie sich IRGENGWANN noch mal öffnet, aber wieviel gute Jahre hast DU verloren? Und warum sollst DU dich nach einer Sexualtherapeutin umschauen? Das klingt für mich, als meint sie, du hättest ein Problem. SIE hat für mich Vaginismus, wenn sie nicht sogar asexuell ist. Oder sie geht fremd. Auf jeden Fall hat Sie keinen Respekt mehr vor dir, da hilft auch keine Therapie mehr.
Und für diese Frau willst du dein berufliches Fortkommen opfern? Nein! Trenne dich, und zwar sofort! Im Reden sehe ICH da keinen Sinn mehr. Und vielleicht findest du dann in deinem beruflichen Umfeld eine Frau, die dich liebt, und die dich auch sexuell begehrt.
 
Ah,... ich meine natürlich eine Therapeutin für uns, nicht direkt für mich. Also nicht so, als wäre ich der perverse Kerl, der eine Therapie braucht.
 
Gut...
Mir sind jetzt ein paar Dinge aufgefallen. Zum einen glaube ich, dass du ein sehr passiver Mensch bist. Du akzeptierst einfach alles so, wie man es dir vorsetzt. Deshalb lautet mein erster Ratschlag, die Dinge zu hinterfragen.
"Nur nicht jetzt in diesem Moment" - "Warum nicht?"
"Das Überreden funktioniert nicht, wenn du jeden Tag fragst" - "Warum nicht?"
Dann die Sache mit eurem ersten Mal... Sie hat sich vorbereitet, während du im Nebenzimmer gewartet hast und dann hat sie dich per sms gerufen?! Also echt jetzt... unromantisch ist da ja gar kein Ausdruck! Das ist ja schon fast mehr als klinisch. Also fragst du: "Schatz, warum darf ich nicht dabei sein?"
Dann hier dieses "Gibt's auch einen Abend, an dem du nicht müde bist?", typische passiv-agressive Art. Eine Frage, die einen Vorwurf enthält. Aber du sagst ja selbst, dass es blöd formuliert war. Besser hättest du gefragt: "Sag mal Mäuschen (whatever), warum bist du eigentlich abends immer so müde?"
Und du solltest auch mal fragen: "Du wolltest dir doch Zeit für Sex nehmen, warum tust du das dann nicht auch?" Indem du alles hinterfragst, zwingst du deine Freundin nämlich automatisch dazu, sich Gedanken über sich selbst zu machen. Wahrscheinlich wird das deine Freundin ziemlich anpissen, weil sie es als Vorwurf verstehen wird. Also mach ihr klar, dass du es nicht vorwurfsvoll meinst, sondern du, wie ein kleiner Junge, einfach nur die Welt verstehen willst. Und lass dich um Gottes Willen nicht mit einem "Darum" abfertigen, du willst es wissen und sie schuldet dir eine Erklärung. Trotzdem wird das sicher öfter zu Streit führen, aber den musst du aushalten und nicht um des lieben Freidens Willen klein beigeben.

Mein zweiter Vorschlag lautet: Mach dir einen "Schlachtplan"! Was du willst ist klar - ein erfülltes Sexleben.
Aber wie kommst du dahin? Ich mein, da gibt's unzählige Möglichkeiten. Mein Vorschlag: Ihr tastet euch ganz langsam und allmählich ran. Schritt eins: Aus dem alltäglichen Kuschelabend wird eine Knutschorgie. Ihr fangt an, wie die Teenager zu knutschen... stundenlang.
Schritt zwei: Dreht dabei die Heizung 'ne Stufe höher und wickelt euch nackt in eine Decke.
Schritt drei: Legt, wie bei einem Spiel, vorher die Regeln fest. Was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt. Immerhin ist Sex ja auch ein (Liebes-) Spiel. Legt verrückte und lustige Regel fest, z.B.: "Wir gucken uns beim Küssen so tief in die Augen, dass der andere wie ein Zyklop aussieht." , das lockert die Atmosphäre. Lasst einfach eure Fantasie sprießen. Und mit der Zeit erlaubt ihr immer mehr Sachen und steigert euch so immer weiter.
Vielleicht findest du das ja dämlich, oder kitschig, keine Ahnung... ist ja nur ein Vorschlag.

Egal was ihr macht, eine Sache muss klar sein. Ihr müsst die alten Struckturen aufbrechen und verhindern, in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen. Sag deiner Freundin, dass du nicht erwartest, dass sie von heute auf morgen zur Sexgöttin mutiert. Du willst einfach nur eine Veränderung sehen und sie soll daran aktiv teilnehmen. Aber diese Veränderung, egal wie klein sie auch sein mag, tritt nicht morgen, oder nächste Woche, sondern genau jetzt in Kraft.

Ich weiß nicht, hab gerade total den Faden verloren... Ich schick das jetzt einfach erstmal so ab.
 
dear_reader, grundsätzlich ist mein Selbstwertgefühl wirklich sehr ausgeprägt. Also ich bin sehr erfolgreich in meinem Studium und so ziemlich allem, was damit zu tun hat. Darauf ist auch sie recht stolz und gibt damit damit an. Ich selbst bin auch stolz darauf, versuche aber nicht zu viel damit anzugeben. 😉 Ich mach' auch seit Jahren einen Vereinssport und bin da auf der Position, wo ich gewissermaßen das Feld ein Stückweit herumkommandiere - und im Gegensatz zu anderen, die auf der Position spielen, tu' ich das auch. Meine Freundin und ich, wir spielen auch in einer Band, und ich hab so gar keine Probleme damit auf der Bühne zu stehen - also so generell ist mein Selbstvertrauen ziemlich hoch. Ihres nicht. Also leider wirklich nicht. Aber es wird deutlich besser. Sie hat eine sehr dominante Mutter und ist eben seit sie bei mir wohnt beständig dabei sich ihr gegenüber zu emanzipieren. Das war auch einer der Gründe was sie so plötzlich und schnell zu mir gezogen ist. Also grundsätzlich war das schon länger geplant, aber die Wohnung war noch nicht fertig, und dann ging das Ganze nahezu über Nacht. Sie hat nämlich beschlossen, ihr Studium abzubrechen, und da wollte sie nicht zuhause sein. Jetzt meint sie, nichts mehr machen zu wollen, das sie nicht selbst will, was ich gut finde. Wirklich gut. Und ihr Selbstvertrauen wächst... das freut mich sehr, und es schön das zu sehen. Selbstvertrauen find' ich auch sexy. 😛

Abhängige Beziehungsstruktur - hm,... könnte sein, aber anders, als es aussieht. Also bisher - früher - war eher ich ihr Anker, nicht umgeehrt. Im Groben und Ganzen war sie die meiste Zeit über ein eher unglücklicher Mensch, hatte eben ständige Stress - erst war es die Schule, dann das Studium, dann das abgebrochene Studium und die damit verbunden Konsequenzen - sie meinte immer, ich wäre das einzige Gute in ihrem Leben, und wie ich ihre Leben gesehen habe, naja ... glaube ich ihr, dass sie das so gesehen hat. Vielleicht "das einzige", wenn man von Kleinigkeiten absieht, aber naja... also eine Form von Abhängigkeit war schon irgendwie da - aber eben umgekehrt. Hm,... wenn ich so darüber nachdenke, dann könnte das Vertrösten eine Art ... "Retourkutsche" sein... sodass sie wenigstens irgendwo auch mich in die Abhängigkeit bringt um so etwas, wie ein Gleichgewicht schafft.
Aber versteht mich nicht falsch - ich habe wenig Ahnung von Psychoanalyse, auch wenn ich meine Bachelor-Arbeit in dem Bereich geschrieben habe, und eine einzige Vorlesung zu dem Thema hatte, aber ich habe recht viel Ahnung von Wissenschaft - so meine ich - darum ist das jetzt nur eine kleine, Erklärung, die jetzt vielleicht Plausibel klingt aber eben auch ganz falsch sein kann, und halt auch recht eindimensional ist. Man könnte aus der psychoanalytischen Theorie genauso herauslesen, dass sie ja eigentlich alles tun müsste, um mich zu halten... obwohl ich ihr ja auch nie den Eindruck vermittelt habe, sie könnte mich verlieren. Hm,... sie ist auch kaum eifersüchtig, wenn ich mich mit anderen Mädchen treffe, also einer Studienkollegin oder so. Umgekehrt bin ich auch nicht eifersüchtig. Finde ich übrigens auch gut so. Das bezeugt ja Vertrauen in die Beziehung.

Aber ja, mein sexuelles Selbstwertgefühl, glaube ich, leidet schon sehr in der Beziehung. 🙁

Hallo weißer Rabe!

Selbstwert und Selbstvertrauen meinen nicht dasselbe. Du hast bestimmt ein gutes Selbstvertrauen, das wird gefestigt, wenn wir etwas tun, was klappt oder was wir gut können (Deine Uni-Aktivitäten, in der Band spielen). Wenn wir auf etwas stolz sind, was wir tun, oder andere auf uns stolz sind, kann uns das "aufwerten", wir erhöhen üblicherweise so unseren Selbstwert - aber genau das kann zu Problemen führen, weil wir unseren Wert mit einer Leistung verbinden. Deshalb sollten wir den Selbstwert nicht im "Außen" festmachen, also auch nicht in einer Beziehung, sondern den irgendwie in uns selbst finden.
Wenn wir erkennen, dass wir auch ohne Leistungen etwas wert sind, einfach weil wir sind wie wir sind und natürlich versuchen, Gutes für uns und andere zu tun, dann treten wir auch für unsere Würde ein.
Eure Beziehung wird von ihr dominiert, aber nur weil Du es zulässt. Ihr habt Verhaltensmuster entwickelt. Ich kenne das auch, dass Konflikte nach einem Schema ablaufen können, weil man irgendwie nicht die Ursache des Konflikts löst, sondern nur an den Symptomen herumprobiert.
Und ich weiß mittlerweile auch, dass wenn mein Partner sich Sex wünscht und ich das weiß, aber gerade keine Lust habe und das auch vielleicht für ein paar Tage und aus den und den Gründen, und noch dazu steckt die Beziehung in ner Krise, dann nervt mich schon die fragende, tendenziell vorwurfsvolle Grundhaltung meines Partners. Ich hab dann das Gefühl, dass Sex nur noch im Vordergrund steht, und das schlimmste ist aber die bedürftige Grundhaltung, und dass ich das Gefühl habe, ihn nur so glücklich machen zu können. Aber wie gesagt, für ne Zeitlang halte ich das in ner Beziehung für normal, dass es da etwas kriselt, aber bei euch ist das schon ein extremer Fall und ich würde keine Zeit verstreichen lassen an Deiner Stelle, denn so wie ihr miteinander umgeht, werdet ihr doch nicht weitermachen können - Du bist doch schon unglücklich. Es kann auch nicht sein, dass Du die ganze Zeit fast allein versuchst, euer gemeinsames Problem zu lösen. Eine Paartherapie ist nichts, wofür man sich schämen braucht...
 
Hm,... wir hatten dann gestern, bevor ich eure beiden Posts gelesen habe, eine recht lange Unterhaltung. Sie meint, sie habe nie gesagt, dass ich nie da bin, wenn sie gerade Lust hätte. Sie traue sich nur nicht, dann zu mir zu kommen oder mir sonst irgendwie Bescheid zu geben. Sie sei nervös, weil es mir so wichtig zu sein scheine, und überhaupt allen so wichtig sei.ein wenig seltener Fragen würde helfen.
Allerdings habe ich dann schon auch angebracht, dass es auch Phasen gab, in denen ich sie in Ruhe gelassen habe was auch nicht wirklich zum Ergebnis geführt hat. Erst lief es ungefähr darauf hinaus, dass ich wohl auf gut Glück hin und wieder zB. einmal die Woche, fragen soll, ob sie Lust hat, und wenn ich da offenbar die falsche Minute erwische, naja.... das ist mir so nicht ganz Recht.
Außerdem scheint es auch so zu sein, dass sie nicht mehr "spontan" Lust bekommt, sondern nur mit Reizen - wenn sie was liest oder anschaut. Warum das nicht mehr so wie früher ist, weiß sie nicht. Damals ist's ja vorgekommen, dass sie Lust bekommen hat, wenn sie nur auf meinem Schoß gesessen ist (also auch noch, bevor wir zusammen waren - aber auch danach hatte sie ständig Lust).
Ich musste dann gehen, allerdings haben wir beide das Dilemma eingesehen, und sie meinte auch sie wolle ja auch etwas tun. Das Problem war, dass wir schlichtweg keinen Ansatz hatten.

Dein Vorschlag aber, Zufallsname, gefällt mir im Grunde, und sie findet ihn auch ein Stückweit okay. Heißt: Sie meint, dass wir das machen können. Ich hab' allerdings nicht vorgeschlagen, die Kuschelabende deswegen sausen zu lassen. Die sind nämlich schön. Ich hab' vorgeschlagen, dass wir die nächsten zwei Wochen zweimal die Woche, so eine halbe Stunde Knutschen einlegen. Ist recht "drucklos" weniger, finde ich, aber sie meint, eine Halbe stunde wäre unheimlich viel. Mal schauen, wie es läuft. Sie will sich nur darauf einstellen, darum fangen wir nächste Woche damit an. Hm,... ich hoffe, dass wir wirklich damit anfangen. Ich glaube "sich langsam ran wagen", habe ich schonmal probiert - vor ein paar Jahren, aber da war die Zeit auch einfach eine andere.


Grundsätzlich halte ich mich jetzt für passiv. wie gesagt, ich mache sehr viel, richte mir die Dinge, wie ich sie haben will, soweit es geht, etc. Allerdings vor allem in anderen Bereichen. Dort, so scheint mir, habe ich auch eine Menge Leidenschaft - und die ist im Grunde auch nicht unbedingt vom Erfolg abhängig, weil ich im Sport eher schlecht bin. Aber ich habe viel Ahnung (weiß viel, kann wenig). Hm,... für gewöhnlich ist es bei mir auch so, dass mich Sachen umso mehr reizen, je besser ich sie kenne, immer weiter in die Tiefe, immer weiter in die Sache. Das hat manchmal gar nicht so viel mit Leistung zu tun - ich spiele auch Rollenspiele, bei denen es nicht um die Leistung geht, und ich aber trotzdem hm,... naja, doch mein bestes auch geben will, das stimmt.
Aber passiv bin ich sonst nicht, und auch in unserer Beziehung bin ich nicht der, der ständig erschöpft ist und nichts tut. Aber ja, des Friedens wegen nachgeben ist schon recht typisch für mich. Die Formulierung war übrigens ganz besondern ungeschickt, ich meinte nämlich etwas anderes - mehr ein: "Wann bist du denn nicht müde, dass ich dich an dem Tag fragen kann?" Aber ich denke, da hat sich auch eine Form den Freud'schen Versprechers eingemischt. Ich hab' eben schon das Gefühl, dass ich kämpfe, und sie eher die ist, die ... weniger macht. Die sich weniger Mühe gibt,... keine Ahnung.
Das mit dem "warum"-Fragen funktioniert bei ihr kaum, weil man sehr schnell an dem Punkt ankommt, bei dem sie einfach nicht weiß warum. Warum sie sich nicht trau, das weiß sie nicht. Sie kommt dann nur zu Vermutungen, und es ist ja auch nicht nur ihre Sache, so meint sie. Hm,...

Jedenfalls werden wir's jetzt (hoffentlich gemeinsam) damit probieren, uns da ein Stück langsamer nochmal ranzutasten.

Edit: Hm,... habe nochmal kurz deinen Post gelesen, dear_reader. War beim ersten Mal offenbar einwenig oberflächlich. Also ich denke nicht, dass ich meinen Wert alleine daran festmache, wie mein Erfolg ist oder wie meine Bezieheung ist. Aber es spielt definitiv eine Rolle, und dich denke, das lässt sich kaum umgehen - schon alleine nicht, weil man beständig mit seinem Außen in Beziehung steht. Würde man die Reaktion des Außens grundsätzlich ignorieren, wenn man sich ein bild von sich selbst macht, dann wäre das schon eigenartig - es hat oft Gründe, wenn einen Leute nicht leiden können (Egoismus, falsches Verhalten, Moralappostel, was auch immer). Das heißt ja nicht, dass man sich 1🤐 ändern muss, aber hm,... ich will jetzt nciht zu philosophisch werden. Darüber könnte ich sicher sehr lange schreiben. Aber ich denke jedenfalls, dass ich im Grunde eineziemlich gefestigte Person bin und eigentlich meine Erfüllung nicht alleine in der Beziehung sehe. Ich liebe meine Freundin wirklich sehr. Aber ich könnte auch ohne sie leben. Will aber ... deutlich liebe rmit ihr sein. Ja.
 
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