Wie war die Arbeitssituation vor der Geburt?
Was war eure Planung zu Abläufen nach der Geburt? Oder habt ihr darüber gar nicht gesprochen (kommt auch häufig vor)?
Tausend Versuche, mit ihm über das Problem zu reden sind bereits gescheitert.
Wie laufen diese Gespräche ab?
Immer gleiches Muster?
Vielleicht wäre es wichtig, ihn zu fragen, wie es ihm mit eurer noch sehr neuen Familiensituation geht. Der Verantwortung. Der finanziellen Seite.
Wie er sich fühlt.
Und ihn mal reden zu lassen.
Zuzuhören.
Auf diese Weise entsteht eventuell ein ganz anderes Gespräch. Und du lernst über deinen Mann vielleicht auf überraschende Weise Neues.
Er will seinen Job nicht wechseln.
Weil er seine Arbeit mag?
Fühlt er sich vielleicht auch unter Druck?
Wie sieht eure finanzielle Lage aus?
Welchen Kompromiss könnte es also geben?
Habt ihr da mal gemeinsam nach Lösungsideen gesucht?
Veränderung der Schlafenszeit wurde hier angesprochen; würde das etwas bringen?
Könnte er Stunden reduzieren, geregelter Arbeiten und somit du arbeiten, wenn er zu Hause ist?
Auf die Unterstützung von unseren Familien können wir leider nicht zählen, da niemand davon in der Nähe wohnt.
Fühlst du dich überlastet, überfordert?
Wo bräuchtest du Unterstützung?
Was wäre wichtig für dich?
Ein wenig Zeit für dich, ohne Kind?
Leihoma?
Was wird bei euch als Unterstützung für junge Familien angeboten?
Was ist mit den anderen Müttern? Gegenseitige Unterstützung?
Dass wenig Paarzeit bleibt, geht vielen so.
Ich finde es sehr gut, dass du dieses Problem siehst.
Hast du ihn mal gefragt, ob ihm das keine Angst macht, dass eure Beziehung leiden oder zerbrechen könnte, wenn es euch als Paar nicht mehr gibt, sondern ihr nur noch als Eltern funktioniert?
Wenn du ihn noch liebst und er so gar nicht zu konstruktiven Gesprächen bereit ist, würde ich die Strategie ändern.
Auch wenn es schwerfällt.
Irgendwann ist er ja zu Hause und hat einen freien Tag.
Lass ihn mit seinem Kind allein.
Plane deinen Tag vorher.
Mach dich schick, drück ihm das Baby in den Arm und hüpfe fröhlich und alles ignorierend zur Tür hinaus: "Schöne Zeit euch beiden, ich habe heute etwas vor."
Das wird sicher Gespräche auslösen.
Und dann solltest du ihm mitteilen, dass eure Beziehung in Gefahr ist.
Was du dir wünscht, dir fehlt.
Dass du von ihm wissen willst, wie er sich fühlt.
Und dass du mit ihm gemeinsam Lösungen suchen möchtest.
Wenn er dich weiter allein mit deinen Sorgen lässt, in welcher Beziehung stehr ihr dann noch?
Wenn er dich aus seinen Sorgen ausschließt - die er bestimmt hat! - in welcher Beziehung steht ihr dann noch?