So ein Haus ist ein hervorragendes Mittel, um Ehen und Beziehungen zu zerstören.
Es geht um eine Kernsanierung. Da die ähnlich viel kostet wie ein Neubau, muss selbst Hand angelegt werden. Es dauert Jahre bis es so aussieht wie geplant. Man lebt im Dreck, arbeitet jedes Wochenende und euer Kind muss aber auch betreut werden.
So eine Haussanierung ist für viele Partnerschaften eine Belastungsprobe das stimmt.
Liebe TE,
Wenn ich ehrlich sein darf: an deiner Stelle würde ich die Rolle deines Vaters in dieser Geschichte hinterfragen.
Du schreibst, dein Vater ist vom Baugewerbe. Mithin dürfte er - im Gegensatz zu dir und dem Vater deines Kindes - eine recht genaue Vorstellung davon haben, wie viele Arbeitsstunden von welcher Tätigkeit zu leisten sind, damit dieses Haus saniert ist.
Hast du ihn mal danach gefragt oder hat er dir das gesagt?
Dann kauft dein Vater dieses sanierungsbedürftige Haus für dich in deinem Heimatort, setzt dir den Floh ins Ohr, dass ihr während der Sanierung schon einzieht und die Sanierung teils in Eigenarbeit von deinem Partner geleistet werden soll.
Was ich eine ziemlich merkwürdige Idee finde.
Klar gibt es vieles, was man selbst tun kann, zumal unter fachkundiger Anleitung.
Aber: Dass Putzabschlagen, neu verputzen, streichen usw die reine Erholung ist, kann mir niemand erzählen.
Offenbar hat der Vater deines Kindes schon einen zeitaufwendigen und nervenaufreibenden Job als Geschäftsführer.
Was vermutlich bedeutet, dass er in erster Linie einen starken betriebswirtschaftlichen Hintergrund hat.
Du erwähnst auch nicht, dass er als Hobby gerne heimwerken würde oder dass er einen Hintergrund im Baugewerbe oder als Handwerker in einem der Gewerke, die am Bau tätig sind, hätte.
Unter diesen Voraussetzungen (wenig Zeit, es selbst zu machen, wenig Zeit, in diesem Bereich dazu zu lernen, wenig intrinsisches Interesse, in diesem Bereich dazu zu lernen) - wie kommst du (oder dein Vater?) überhaupt auf die Idee, dass dein Partner da einen signifikanten Anteil der notwendigen Arbeiten der Sanierung selbst übernehmen kann?
Geht dein Vater da wirklich so blauäugig und naiv davon aus, dass die Situation deines Partners und seine eigene so ähnlich sind?
Denn dein Vater, von dem du schreibst, dass er im Baugewerbe tätig ist, hätte sehr wohl die Möglichkeit, einen signifikanten Anteil dieser Sanierung selbst zu erledigen.
Vermutlich kann und weiß er zum einen selbst sehr viel, zum anderen hat er vermutlich Freunde oder Bekannte, wo man sich als Freundes- oder Nachbarschaftsdienst gegenseitig helfen kann.
Also kauft er dieses Haus - nicht als Kapitalanlage, sondern als Geschenk für für seine Tochter (deren Partner er nicht mag oder zumindest in der Vergangenheit nicht mochte - zumindest schreibst du, dass er ihn in der Vergangenheit schon unschön behandelt hat), die es allerdings noch fertig abbezahlen soll (was hat er dir dann geschenkt?)
Überredet sie, her zu ziehen und dass ihr Partner selbst sanieren sollte (Anleitung des Vaters).
Was mir da in erster Linie einfällt, ist ein Spruch, den ich aus Asterix aufgeschnappt habe:
'Timeo Danaos et dona ferentes'
Wörtlich: ich fürchte die Danaer auch wenn sie Geschenke bringen.
Dieses Zitat stammt ursprünglich aus einem Text zur Geschichte des mythologischen Trojanischen Krieges.
Die Belagerung der Stadt Troja dauerte der Legende nach 10 Jahre und wurde von den Danaern (Griechen) erst dann siegreich beendet, als sie es schafften, ihre Krieger in die Stadt zu bringen (in einem großen Holzpferd versteckt, das sie als 'Abschiedsgeschenk' für die Trojaner am Strand zurück ließen)...