• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Trauer um Robert Enke

Dem Enke gehört nachträglich noch eine Strafanzeige und eine Aufforderung zum Schmerzensgeld für den Lokführer. Ich finde es voll Aso wenn jemand so einen Selbstmord begeht. Da hätten auch andere mit drauf gehen können oder verletzt werden können.
Am Bahnhof in Frankfurt sterben alle Tage irgendwelche Leute an ner Überdosis. Das sind auch nette Menschen gewesen. Da kräht keine Sau nach.
Im leistungssport nimmt man auch Drogen und Anabolika. Vielleicht hatte Er ja ein Medikamentenabhängigkeitsproblem
 
Ich habe irgendwie das Gefühl, dieser Text, bzw. das Lied passen hier ganz gut rein:

Es ist nicht leicht ein Clown zu sein

Wer immer lacht
dem glaubt man nicht
daß er auch weinen kann.
Und wenn ihm fast das Herz zerbricht
man sieht es ihm nicht an.

Und von mir erwartet ihr
nur Spaß und schönen Schein.
Es ist nicht leicht
ein Clown zu sein.

Wer immer lacht
dem glaubt man nicht
daß er auch weinen kann.
Und wenn ihm fast das Herz zerbricht
man sieht es ihm nicht an.

Und von mir erwartet ihr
nur Spaß und schönen Schein.
Es ist nicht leicht
ein Clown zu sein.

Der Mensch liebt Freunde
die gerne lachen
die ihm das Leben leichter machen.
Doch mit Problemen
mit unangenehmen
ist man doch meistens irgendwie ganz allein.

Wer immer lacht
dem verzeiht man nicht
daß er auch einmal weint.
Sowie man auf das Wetter schimpft
wenn die Sonne mal nicht scheint.

Jeder möcht' von mir mit Recht
ein Lächeln
wär's auch klein.
Es ist nicht leicht
ein Clown zu sein.

Wie soll ich euch nur zum Lachen bringen
wenn mir die Späße nicht gelingen.
Und würd' ich mich zwingen
zu lustigen Dingen
es ginge daneben
ich bin auch nur ein Mensch.

Wer immer lacht
dem glaubt man nicht
daß er auch weinen kann.
Und wenn ihm fast das Herz zerbricht
man sieht es ihm nicht an.

Daß mich heut'
die Welt nicht freut
könnt ihr mir das verzeih'n.
Es ist nicht leicht
ein Clown zu sein.

Gruß
NewMan
 
Als ich den Bericht über Enkes Tod gesehen habe, kamen mir die Tränen und ich bin immer noch schockiert. Ich fühle mich auch verbunden zur Trauerfeier am Sonntag zu fahren oder sie mir zumindest anzuschauen, auch wenn ich ihn persönlich nicht kannte, mit Außnahme durch Fernsehbilder und den zahlreichen Stadionbesuche.

Ich hatte selbst nie Depressionen, kann mir aber vorstellen, wie verlassen sich Enke gefühlt haben muss. Die Angst zu Versagen, die ja häufig in diesen Zusammenhang genannt wird, kenne ich in schwächere Form aus eigener Erfahrung. Wenn sie mein Leben langfristig geprägt hätte, hätte ich jetzt kein Bacherlorabschluss, kein Abitur, hätte 3-4 Ausbildung abgebrochen, würde auf der Straße sitzen und von Hartz IV. leben.

Da ich nie ein Partygänger war und zu Hause rumzusitzen auch nicht das Nonplusultra war (zu meiner Schulzeit, beim Studium hat man gerne mal ne Ruhepause), habe ich mir irgendwann mal einen Tageskarte für das Stadion gekauft. Die Anzahl der Besuche war zunächst sporadisch, aber irgendwann habe ich mir dann eine Dauerkarte zugelegt und nebenbei noch gejobbt, wenn Hannover mal ein Auswärtsspiel hatte. Im Stadion fällt es in der Masse nicht so auf, wenn man allein ist und eher ein ruhiger Typ. Manchmal kommt man aber gerade dort mit Leuten ins Gespräch, was mir außerhalb nie so richtig gelungen ist zu der Zeit.

Im Stadion habe ich dann viel erlebt und irgendwie die "Erkenntnis gezogen", dass es sich lohnt zu kämpfen, auch wenn man kein Selbstbewusstsein hat. Rückstände kann man aufholen. Das Potential war ja bei mir da, es fehlte nur das Selbstvertrauen. Robert Enke habe ich insbesondere als prägenen Charakter erlebt. Er hatte eine vorbildliche Persönlichkeit, war ein fairen Sportler und immer bescheiden und auch etwas ruhiger, was ich sehr angenehm wahrgenommen habe in Relation zu anderen "Proleten", die häufig in der Gesellschaft auffallen.
Allerdings konnte er in den richtigen Momenten die Aktzente setzen und überzeugen. Ich habe es mir dann irgendwann abgewöhnt zu schnell aufzugeben. Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich nahm das Leben als positive Herausforderung, habe angefangen zu arbeiten und damit Erfolge gehabt, sowohl in der Schule, wie auch nebenbei im Job, da ich endlich mit Leuten ins Gespräch kam und gewandter im Umgang wurde durch das "Training im Stadion und im Nebenberuf". Die Noten verbessert sich auch, ich konnte plötzlich freie Vorträge halten und das Ganze gab mir sowas wie Selbstvertrauen. Ich hatte zwar immer noch ein klein wenig Prüfungsangst, die ist aber im Rahmen des üblichen, da man ja vor jeder Prüfung etwas nervös ist. In der Schule war es viel schlimmer als jetzt im Studium. Ich fange rechtzeitig an zu arbeiten und die Zeit effektiv auszunutzen nach dem Motto: "Wenn ich mich vorbereite, dann passt auch das Ergebnis". Das Abitur habe ich dann auch gut gemeistert.
Im Studium lief dann am Anfang auch nicht alles rund, aber irgendwie hat mich bei den weiteren Stadionbesuche das Team weiterhin inspierirt und imponiert, was übrigens für die ganze Mannschaft galt, aber Enke war einer der Kultfiguren von früher, die immer direkt oder indirekt dabei war und jedes Angebot, auch wenn es noch so gut war, von anderen Vereinen ausgeschlagen hat. Nach dem 1. Semester, das ziemlich mässig lief, habe ich angefangen Volgas zu geben und mein Potential endlich mal zu nutzen und abzurufen. Mir hat nie jemand etwas zugetraut, ich kam dann aber doch in Fahrt, was mein eigener Verdienst war, aber gefühlsmäßig waren die Stadionebesuche lehrreicher im sozialen Umgang als viele Vorlesungen. Am Ende habe ich den erfolgreich Bachelor absolviert und bin nun im Masterstudiengang und ich habe irgendwann im Stadion sogar mal Leute von der Uni getroffen, mit denen ich dann auch mal Lerngruppen gebildet habe usw. An der Uni ging man ja mehr oder weniger in der Masse unter, im Stadion war es familärer.
Die Besuche im Stadion waren ein Superausgleich zum tristen Unialltag und ich kam mit vielen Leuten ins Gespräch, die ich vorher nie kannte. Natürlich war das, was auf dem Platz passierte, recht wichtig um etwas mehr Gesprächsstoff zu haben für den Anfang. Es war eine schöne Zeit. Neben den Sportlichen hatte Enke viele Aktionen für Leute und auch für Tiere unterstütz, die eben nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen.
Man hat viel drüber gelesen und ich fand das immer vorbildlich. Ich hatte auch den Eindruck, dass er sich dafür wirklich eingesetzt hat, bei anderen "Promis" sind solche Aktion ja häufig reine Heuchelei.
Mit Robert Enke verlässt uns ein fairer Sportler und ein wunderbare Mensch.
Ich finde es traurig, dass es so enden musste und niemand etwas gemerkt hat und es in diesen Geschäft so wenig Verständnis für entsprechende Probleme gibt.
Enke war noch so jung und hatte viele Visionen. Ich hätte es ihn gegönnt, wenn er nächste Jahr an der WM gewonnen hätte, danach nochmal in der CL bei einen großen Verein spielen könnte und dann vielleicht seine letztes Jahr bei Hannover oder im Portugal, seiner 2. Heimat ausklingen lässt.
Doch dazu ist es leider nicht gekommen und sein Karriere nahm ein tragische Ende. Ich wünsche der Familie alles Gute für die Zukunft und die Kraft, diesen schweren Schicksalsschlag zu verkraften.
Gleichzeitig sollte uns dieser schreckliche Verlust zu denken geben:
In unsere Gesellschaft werden Leute, die offen über Depressionen reden, als verrückt oder Weicheier abgestempelt. Nicht zuletzt waren es bei anderen Vereinen doch die eigene Mitspieler und Fans, die einen Deisler als Deislerin verspottet haben. Jeder kann durch traumatische Erlebnisse oder hohen Druck in eine ähnlich Verfassung geraten und niemand sollte deswegen gleich abgestempelt werden.
 
aber echt, nächste woche rennen die leute wieder unter vollspannung zum weihnachtseinkauf. auch die stehen dann unter stress und hoffentlich springt nicht wieder einer vor den zug. am geilsten war der fan der sein auto auf die gleise gestellt hat. ei, der gehört doch sofort eingesperrt. das ist doch ein terroranschlag. da können unschuldige menschen drauf gehen. das gejammer um den enke ist echt lachhaft. in meinen augen hat der enke echt ne fette anklage wegen versuchtem mord an vielen unschuldigen verdient.
 
Dem Enke gehört nachträglich noch eine Strafanzeige und eine Aufforderung zum Schmerzensgeld für den Lokführer. Ich finde es voll Aso wenn jemand so einen Selbstmord begeht. Da hätten auch andere mit drauf gehen können oder verletzt werden können.
Am Bahnhof in Frankfurt sterben alle Tage irgendwelche Leute an ner Überdosis. Das sind auch nette Menschen gewesen. Da kräht keine Sau nach.
Im leistungssport nimmt man auch Drogen und Anabolika. Vielleicht hatte Er ja ein Medikamentenabhängigkeitsproblem

Ich finde deinen Beitrag in diesen Kontext nicht in Ordnung. [...] Das Ganze ist nur eine Unterstellungen, die sich abseits der Realität bewegt. Deiner Logik nimmst du beispielsweise überführte Dopingsünder aus dem Sport und sagst, alle Sportler sind abhängig von Medikamenten. Aber alle Sportler sind ja auch Menschen. Dann müsste deiner Logik nach ja jeder Mensch Medikamentenabhängig sein?
Eine Depression hat nichts mit Medikamenten oder Drogen zu tun, viel Pech im Leben reicht oft schon aus.
Wie viel Kinder hast du schon verloren, um Enkes Situation auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können? Zusätzlich kamen Rückschläge dazu und er musste alle Probleme schlucken und hat sich durch Arbeit rausgekämpft, war aber nicht wirklich glücklich. In dieser Gesellschaft kann man mit depressiven Probleme schlecht an die Öffentlichkeit, da sie bisher noch nicht aktzeptiert sind.
Solange es nur in der Theorie bleibt, wird man sich viele Gedanken über einen Freitod machen. Aber in dem Moment, in dem es soweit ist, befindet man sich in einen Trancezustand und checkt nicht wirklich, was dort gerade passiert. Wer bei einen solchen Selbstmordversuch rationale Gedanken hat, bricht den Versuch ab. Aufgrund einer schlimmen Krankheit konnte Enke das in der Situation nicht einschätzen.
Ich denke, dass er einfach nur im falschen Moment allein war.
Wenn er kurz vorher durch irgendwas abgelenkt wurde, wie z.B. einen Hund, einen Radfahrer, einen Spaziergänger, spielende Kinder, einen Anruf oder ähnliches, dann wäre er aus dem Zustand herausgekommen und hätte gecheckt, was dort gerade läuft. Dann würde er jetzt noch leben und aktiv etwas gegen seine Probleme tun.
So müssen wir von einen sympathischen Menschen Abschied nehmen und sollte ihn jetzt in Ruhe lassen, er hat niemanden Unrecht getan und hat es nicht verdient, nach seinen tragischen Tod so behandelt zu werden.
Der Lockführer hat letztendlich keine Schuld und statistisch gesehen muss man als Lokführer mit solchen Vorfällen nun mal rechnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es traurig, dass ein Mensch keinen anderen Ausweg sieht. Ich denke, wenn er sich getraut hätte, Hilfe anzunehmen, hätte eine Frau nicht ihren Mann, ein Kind nicht seinen Vater verloren und ein Zugführer jetzt nicht ein Trauma.

Ist er deswegen ein schlechter Mensch? Sicher nicht - er war ein kranker Mann. Jetzt der Gesellschaft die Schuld zu geben, finde ich auch nicht richtig. SO tabu ist das Thema Depressionen nun auch wieder nicht. Und immerhin hätte er die Möglichkeit gehabt, Hilfe anzunehmen - gerade bei dem Verlust des Kindes wäre das sogar von den Medien verstanden worden.

Natürlich hängt er an seinem Job - wie die meisten. Jetzt wird beklagt, dass der Druck dort so groß ist - in der Öffentlichkeit steht. Andererseits bekommt er dafür, dass er seinen Traumjob macht, auch jede Menge Kohle. Er hätte sich eine Auszeit sogar noch leisten können.

Schlimm finde ich wirklich, was er hinterlässt:
Das Adoptivkind, dass jetzt neben den leiblichen Eltern auch noch den Adoptivvater verliert und nun auch eine adoptivmutter hat, die einen schwerten Schicksalschlag erlitten hat

Eine Ehefrau, die nach dem Verlust der Tochter auch noch den Suizid des Mannes ertragen muss und deren Privatleben jetzt in den Medien erst Recht auseinander gepflückt wird.

Einen Lokführer, der überhaupt nichts dafür kann. Der einfach seinen Job gemacht hat und die Bilder dieses Tages wahrscheinlich nie wieder los wird.

Ich finde das schlimm und egoistisch - aber ich weiß, dass er auf Grund seiner Krankheit eben keinen anderen Weg mehr gesehen hat. Ich bedauere diesen Mann, aber mich nervt das Mediengerummel auch.
 
Wie wenig Mitmenschen manchmal in der Lage sind, dem Depressiven zu helfen, sieht man am Fall Robert Enke. Ich habe - nachdem die letzten Bilder und Interviews zu sehen waren - in keiner Weise erkennen können, dass er an Depressionen leidet. Sicher kann man sagen, dass die Tränen und die Verzweiflung erst zuhause - wohlmöglich ganz alleine - ihrem Lauf gegeben werden. Aber mein Verständnis von Depressionen ist, dass in der akuten Phase nichts, aber auch gar nichts möglich ist, nicht einmal der Sprung nach einem Ball. Wie war das möglich, dass er noch diese Kraft der Täuschung aufbringen konnte ...

Vielleicht ist zusätzlich noch etwas passiert. Beziehungsgeschichten vielleicht, emotionale Niederlagen. Anders kann ich mir die letzten Bilder nicht erklären.

Katharina
 
Zitat Gast 19:39 :
Der Lockführer hat letztendlich keine Schuld und statistisch gesehen muss man als Lokführer mit solchen Vorfällen nun mal rechnen.


Ja heißt das der Lokführer hat Pech? Das Könnte man auch anders herum drehen, der R.Enke hat Pech weil sich ja laut Statistik eine bestimmte zahl an Menschen das leben nehmen.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
J Trauer Trauer 10
G Meine Trauer um geliebte Menschen Trauer 12
Leere?Zukunft Kleines Mädchen,Trauer und Unverständnis Trauer 22

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben