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Trauer um meine Mama- Bin ich nicht normal?

Hallo Dauni,
vielen Dank für Deine Antwort.Ich gehe seit diese Woche wieder Arbeiten.Es fällt mir schwer,da ich bei meiner Arbeit mit Menschen zu tuen habe.Und auf einmal sind die Gedanken wieder bei meiner Mutter.Meine Mutter war 77 Jahre alt und hat im März einen Schrittmachertausch bekommen.Den Entlassungsbericht habe ich gelesen.Dort stand unter anderem auch geschrieben,das Engmaschigere Untersuchungen für Nieren und Lunge durchgeführt werden sollten.Ich kannte aber keine Folgeuntersuchungen für sie.Ich bin schon wieder bei den Vorwürfen,die ich irgend jemand geben will.Heute brachte mein Bruder die Worte heraus,das ein Arbeitskollege ihn sagte,das man mit Lungenproblemen dieses Krankenhaus meiden sollte.Aber was soll das alle hinterher.Wir haben unsere Mutti verloren und kein Mensch dieser Welt gibt sie mir zum reden zurück.Nach meinen Worten werde ich mich im Auto setzen,zu meinen Pflegebedürftigen Vater fahren,ihn das Essen geben und danach noch einmal zum Friehof fahren.Das hat meine Mutter verdient.Und wenn ich dort bin,weiß ich das sie nur noch 2Meter von mir entfernt ist.Das gibt mir wieder etwas Kraft.Und immer wieder kommen mir die Gedanken von den schönen Zeiten mit ihr.Und das zieht mich dann immer wieder tief hinunter.
Ich leide sehr unter den Verlust.
 
Hallo Dauni,
ich denke das es überhaupt keine Rolle spielt wie alt die verstorbene Mutti war,wenn man sie lieb gehabt hatte.Denn nur diese Liebe an unsere Mütter lässt uns so sehr leiden.Ich glaube nicht das es unsere lieben Mütter wollten,das wir so sehr um sie Trauern.Ich Denke mehr das sie uns fröhlicher sehen würden.Aber wie geht das nur.Die Mutter geht von uns entweder zu früh oder mit einmal.Jegliches sprechen und sehen mit der geliebten Mutti ist mit einmal unterbunden.Ich habe Meine Mutti zwei mal am Tag besucht.Einmal früh und dann immer am Abend.Und immer sind zwischen uns ein paar schöne und ruhige Worte gefallen.Es war immer schön und auf einmal gibt es das nicht mehr.Wie schlimm kann ein Abschied sein.
 
Hallo Dauni,
ich vermisse Dich.Wo bist Du.Habe ich Dich in irgend einer Form verletzt.
Ich möchte mich mit Dir schreiben-Habe sonst keine vertraute Person mehr,seit meine Mutter gegangen ist.
 
Liebe Dauni,

meine Mutter ist seit fast 30 Jahren tot. Und im Gegensatz du der belastenden Situation ungeklärter Todesumstände deiner Mama wusste ich immer, woran meine Mam gestorben war mit 62 Jahren.

Dennoch erinnere ich mich noch heute einer Situation - über 2 Jahre nach ihrem plötzlichen Tod - , die meinen Exmann damals ziemlich aus der Fassaung brachte: Wir standen in der Küche und irgendetwas geschah, was mich exakt an meine Mutter erinnerte - und ich fing haltlos an zu weinen....

So nach und nach kam etwas mehr Ruhe hinein, aber selbst jetzt, Jahrzehnte später, wenn es mir sehr schlecht geht und ich mich nur danach sehne, in den Arm genommen und gehalten zu werden, ertappe ich mich dabei (und die Weihnachtszeit ist dafür sehr prädestiniert...), dass mir plötzlich die Tränen kommen und ich wimmere wie ein ganz kleines Kind (als das ich mich in dem Moment auch fühle): "Mami, komm doch wieder, bitte".

Nicht "normal"...? Vielleicht - aber was, Dauni, ist denn schon das, was wir Menschen meinen, als "normal" bezeichnen zu dürfen/können/müssen.... 🙁

Schau - die Mutter ist doch der Mensch (ich weiß, leider gibt es zuviele, die es bitter anders erleben müssen, aber hier spreche ich jetzt mal vom - naja, normalen Aufwachsen eben) , der einen am längsten und lange Zeit auch am besten gekannt hat. Und was immer an Sehnsucht bleibt - nach dem Verlorenen, dem Versäumten, dem Unerfüllten, der Liebe, wie auch immer - , es tut dann einfach weh, sehr, sehr weh und ein Jahr, Liebes, das ist nicht lang.

Traurig nur, wenn deine sog. Freunde das nicht verstehen können.....Aber orientiere dich nicht an ihnen - du hast deinen Mann, deine Familie, halte dich an sie.
Und schäme dich nicht deines Schmerzes, deiner Tränen und Trauer - du darfst das alles genauso fühlen, wie es dir ums Herz ist!

Sei sanft umarmt

Chris
 
hallo Chris,
es kann auch alles anders kommen,wie es halt bei mir gekommen ist.
Meine liebe Mutter stirbt im Mai und hinterlässt einen leicht Pflegebdürftigen Mann.Dieser wiederrum hat zwei Söhne.Der eine Sohn hat Mitleid um seinen Vater und sagt sich"Vater du gehst nicht ins Heim" und lässt ihn in sein Einfamilienhaus weiter leben und nimmt sich jeden Tag 2Stunden nach der Arbeit Zeit fürn Vater.
Der andere Junge sagt"ich kann keinen Mensch Pflegen ".Der Fall ist für ihn erledigt.
Der pflegende Junge,was ich bin, ist sauer auf sein Bruder seine Aussage und übernimmt die Pflege selber.Die Geschichte hat kein Ende.Jetzt wird meine Frau langsam sauer,da ich nicht mehr Zeit für das gemeinsame Abendbrot habe.Also fängt bei uns zu Hause auch langsam die Luft an zu brennen.
Die Mutter kann ich auf den Friedhof auch nicht mehr nach einem Rat fragen.
Eine Mutter ist wie ein Bahnhof-alle kommen bei Ihr-wenn sie nicht mehr da ist,dann hält auch keiner mehr an.
Es ist sehr,sehr traurig darüber nachzudenken,was eine Mutter einmal zusammen gehalten hat.
 
Hey Dauni,

ich spreche Dir mein Mitgefühl aus, weil ich sehr wohl weiß, in welcher Situation Du dich befindest. Auch meine Mutter ist nun schon über 2 Jahre tot und es vergeht kein Tag, an welchem ich nicht an sie denke.

Auch ich befand mich in einer teilstationären Behandlung wegen meiner Trauer-Depressionen und habe viele Menschen gehen sehen, die mir vorher sehr nah waren - nur weil sie meine Form von Trauer nicht ebenso empfanden oder aber "für richtig" hielten.

Ich kann dir nichts sagen, was dein Befinden bahnbrechend verbessert - nur betonen: WIR sind nicht "unnormal". Viel mehr sind es jene, die Menschen wie ein Massenprodukt sehen und den Verlust der Mutter als "eben passiert" abstempeln. Einerseits bewundere ich diese Leichtigkeit, einfach einen Strich zu ziehen - andererseits verabscheue ich diese Handhabe zu tiefst.

Gott verdammt! Unsere Mütter waren unsere Mütter - und werden es immer sein. Wie um Himmelswillen soll ich das "einfach" wegstecken? In der Regel bleibt gerade die Mutter der nächste Mensch - und wenn der fehlt, ist es so als würde ein Stück von einem selbst entrissen, man selbst ist unfähig diesen Teil zu füllen - gar zu ersetzen.

Ich hoffe, dass es dir baldig besser geht und auch die Selbstzweifel einem Zustand weichen, mit dem du zurecht kommst.

Deine Mutter wird immer deine "Mama" bleiben - und es ist egal, wie lange du über ihren Verlust nicht hinweg kommst. Kein anderer Mensch hat dir vorzuschreiben, wie lange es Dir weh tut, sie nicht mehr bei dir zu wissen.

Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann morgens aufstehen und nicht mehr traurig sind, sondern nur noch die schönen Erinnerungen hin und wieder bedenken können, ohne dabei in ein tiefes Loch der Traurigkeit zu fallen.

Grüße,
dreamy
 
Ich gebe Dir Recht,aber wann hört dieses Trauergefühl auf-wenn ich nicht mhr jeden Tag meine Mutter auf dem Friedhof besuchen gehe???
 
Vielen Dank liebe Dreamfighter...

Deine Worte haben mich bewegt und mir die Erinnerung zurück geholt das ich trauern darf.... Es war meine Mutter und auch nach drei Jahren fehlt sie mir jeden Tag...

Ja, die Menschen... Sie haben keine Ahnung...

Danke für Deine Zeilen.

LG Dauni
 

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