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Trauer um meine Mama- Bin ich nicht normal?

Eha, Primavera, du hast ja auch genügend Probleme am Hals- nachträglich herzliches Beileid zum Tod deiner Mutter 🙁
Danke.

Hmm, es heisst ja nicht umsonst- in den schwersten Stunden seines Lebens zeigt sich erst wo die wahren Freunde sind und folgerichtig müsste man sich von diesen dístanzieren wenn sie dich in solchen Situationen alleine lassen. Das Problem ist nur daß es oft die EInzigen Freunde sind die man hat und dann von allen zu distanzieren ? !
Es ist in der Tat schwierig. Ich habe auch nicht so viele mir nahe stehende Menschen. Aber leider neigt man dazu, wenn man eh schon nicht viele Menschen hat, von denen man sich Unterstützung erhoffen könnte, dass man sich von den wenigen viel zuviel an Lieblosigkeiten, Gleichgültigkeit und Ignoranz bieten lässt, einfach zu tolerant im negativen Sinne ist. Letztlich steht man mit seinen Problemen aber doch allein da - es ist eigentlich egal, ob man solche Pseudo-"Freunde" (oder in meinem Fall Verwandte) hat oder nicht. 🙁 Im Grunde hat man aber an solchen Menschen nicht viel verloren. Mir haben in meinem Leben, wenn's mir mal so richtig dreckig ging, professionelle Berater effektiver geholfen als Verwandte oder vermeintliche Freunde, die mich meist nur enttäuscht haben.

Ein "nettes" Beispiel aus dem letzten Sommer:
Als es meiner Mutter schon sehr schlecht ging, ca. zwei Monate vor ihrem Tod, rief ich einmal bei einer deutlich älteren Cousine an, die ich nur alle paar Jahre mal sehe. Sie legt offensichtlich auch keinen gesteigerten Wert darauf, mit mir warm zu werden, und hat noch nie von sich aus bei mir angerufen, einfach nur, um zu fragen, wie es geht. Aber ihre Mutter, meine alte Patentante (Schwester meiner Mutter), wohnt mit ihr in einem Haus und hatte mich zuvor bei einem Treffen gebeten, ich möge doch auch mal bei der besagten Cousine anrufen, die würde die Infos über den Zustand meiner Mutter dann an sie weitergeben. Kaum hatte ich bei dem Telefonat mit der Cousine (das erste nach über zwei Jahren!) die ersten (freundlichen!) Worte gesprochen, erklärte diese, sie werde mir mal ihre Mutter (meine Tante) geben, da sie selber (die Cousine) gerade Gelee koche. Das Gelee war wichtiger als meine Sorgen wegen meiner Mutter. Kein Zeichen wirklichen Interesses, geschweige denn Mitgefühls. Ich empfinde so etwas als wenig empathisch, um nicht zu sagen herzlos. Wäre mir im umgekehrten Fall nicht in den Sinn gekommen, jemanden in einer solchen Situation so abzufertigen. Auch nachdem sie ihre Geleegläser gefüllt im Keller stehen hatte, verspürte die Cousine offenbar keinen Drang, mich mal von sich aus anzurufen, um ein ausführlicheres Telefonat nachzuholen. Und das in Kenntnis aller Rahmenbedigungen meines Lebens (also auch der Problemschwester). Bei anderen Verwandten dagegen ruft sie regelmäßig alle ein bis zwei Wochen an. Muss ich noch mehr hinzufügen? 😎 Was habe ich verloren, wenn ich einen solchen Menschen verliere?
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Dauni, das man dir vorwirft nicht normal zu sein, ist eine Frechheit.
Jeder Mensch hat seine eigene Art mit Trauer umzugehen.
Obwohl meine Mama schon vor 7 Jahren verstorben ist. Bin ich manchmal immer noch richtig traurig. Sie fehlt so sehr. Muttertag und Weihnachten finde ich fürchterlich.Wenn ich andere mit ihren Familien sehe werde ich wütend und traurig zugleich. Immer wieder die selbe Frage nach dem Warum?
Meine Mutter starb nach langen Kampf an den Folgen der Multiple Sklerose. Die Menschen die sich einmal Freunde nannten wurden mit beginn der Krankheit immer weniger, mein Vater verließ uns als meine Mutter bettlägerig wurde. Zum Ende hatte meine Mutter nur noch mich und ich sie...
Als sie stab ist ein Teil in mir mit ihr gegangen. Da ich sie pflegte hatte ich zu anfangst nur die schlimmen Bilder im Kopf, ich fühlte mich lange als ob ich neben mir stehe, ich lebte,aber ich fühlte gar nicht mehr so richtig.... ich wollte ihr noch so viel sagen. aber konnte es einfach nicht mehr. gerade 18 geworden stand ich mit allem alleine da. Es hatte sich viel Hass gegen meinen Vater und viel Traurigkeit zusammen gesammelt.... lange hat es gedauert zu verstehen ihren Tod akzeptieren zu müssen und irgendwie weiter zu machen. ich schrieb ihr einen brief in dem ich ihr alles erzählte was ich noch sagen wollte. zwar nur ein kleiner Trost aber es tat irgendwie doch gut die Gefühle aufs Papier zu bringen....
das du dich nicht verabschieden konntest, tut mir wirklich leid ;( ich kenne das gefühl. Meine mama starb im schlaf....ich war mal wieder mit dem Arzt am telefoniern ( ich hatte an diesem tag das gefühl das sie stirbt) er solle zu sehen das er kommt ( ich war schon leicht gereizt und auch voller angst) und als ich das Gespräch beendet hatte und in ihr zimmer ging, fand ich einen leblosen körper vor. oh was habe ich mich gehasst und mir die Schuld gegeben. es waren nur ein paar meter und ich war nicht bei ihr. ich hielt nicht ihre hand. ich war einfach nicht da....
Über die jahre wurde der schmerz erträglicher. Heute kann ich mit einem Lächeln an meine Mama zurückdenken.
Die schlimmen zeiten wurden ohne wenn und aber ganz tief in den gedächnisskeller vergraben ^^


Dauni du trägst deine Mama tief in deinem Herzen da wird sie für immer sein
Ich wünsche dir zutiefst das du bald wieder ein fröhliches Herz in dir trägst.
irgendwann kommt der tag an dem es dich nicht mehr innerlich zerreißt.
Lass dir von solchen Idioten nicht einreden das du nicht normal bist.
Ich finde es absolut ok, dass du noch traurig bist!
Wenn du gerne schreiben möchtest steht dir mein postfach sehr gerne zur Verfügung.
Alles gute für dich 🙂
Lg
 
jeder mensch trauert anders. mach dir keine sorgen du bist ganz normal. es bedeutet nur das du deine mutter geliebt hast. du musst deinen eigenen weg finden um mit der trauer fertig zu werden. da gibt es kein allheilmittel. du kannst glücklich sein das dir dein mann beisteht, aber es wird für ihn auch nicht einfach sein. was deine angeblichen freunde angeht hier eine kleine geschichte
ein junger mann bittet seinen vater seinen 18. geburtstag zu organisieren und alle seine freunde einzulade. der tag der feier war da und von seinen freunden waren nur 3 erschienen. der junge mann wunderte sich und fragte seinen vater wo seine freunde sind. sein vater sagte ich sollte deine freunde einladen sie sind hier. (auf der einladung stand,mein sohn, euer freund hat nicht mehr lang zu leben und bittet euch alle noch einmal zu sehen)
 
Hallo Sadsoul und Lexikon,

erstmal danke für Euer Verständnis. Viele Menschen haben das nicht, sie wissen nicht, sie können es einfach nicht nachempfinden. Jeden Tag die selben Gedanken, immer wieder... Mal kann ich besser damit umgehen und mal weniger...

@Lexikon: ist das wirklich passiert was Du hier geschrieben hast?


Dauni
 
hallo liebe dauni,

ich kenne das! alles!
ich habe vor etwas mehr als einem jahr meinen papa verloren. und danach einen großteil meiner "freunde".
ich muss dir ganz ehrlich sagen dass mir in dieser schweren stunde meines lebens bewusst wurde dass nur eine einzige meiner 10 freunde die ich hatte tatsächlich auch eine freundin war die heute noch zu mir steht. mit allen anderen habe ich heute keinen kontakt mehr und ich möchte es auch nicht. was will ich mit leuten die nicht da sind, wenn es mal nicht so gut läuft. ganz ehrlich, darauf kann ich verzichten. und du ebenfalls.

dafür habe ich in dieser zeit die erfahrung gemacht dass die menschen, die ich eigentlich in der sparte " bekannte vom sport" abgelegt habe hier mein leben am laufen gehalten haben und dafür gesorgt haben dass ich wieder in mein leben zurückfinde. diese menschen sind meine freunde, denn in der schwersten zeit meines lebens waren sie da, obwohl sie mich erst wenige monate kannten und obwohl sie im gegensatz zu meinen "alten freunden" meine familie garnicht kannten.

ich trauere immernoch. sehr sogar. ich komme damit überhaupt nicht klar und will meine freundinnen auch nicht mit meiner trauer belasten. sie kennen diese situation nicht. sie haben mir auch nie in meiner trauer geholfen soindenr nur beim leben. das ist alles was sie tun konnten.

seit kurzem bin ich in einer selbsthilfegruppe für "kinder" die einen elternteil (oder beide) verloren haben. seither geht es mir wieder sehr viel schlechter weil ich jetzt alles von ganz unten nochmal hochhole. und doch glaube ich, dass ich irgendwann gestärkt aus allem hervorgehen werde. auch wenn ich mir jetzt noch nicht vrostellen kann, dass das in den nächsten jahren der fall ist.

meine liebe dauni, wir beide sitzen im gleichen boot, nur dass meines ein einsitzer ist und in deinem noch eine familie sitzt. wir sind starke mädels, wir schaffen das. wir dürfen trauern, wütend sein, schreien und weinen. und das dürfen wir auch jetzt wo ein jahr vorbei ist. und wenn uns danach ist, dann dürfen wir das auch noch in 2, 3, oder 10 jahren. wir müssen uns nicht verbiegen nur um unserem umfeld zu gefallen. die menschen die deine wahren freunde sind, die lieben dich auch wenn du traurig bist!
vielleicht findest du in deiner umgebung ja eine ähnliche gruppe?
ich würde es mir für dich wünschen..

ich drück dich in gedanken und schicke dir den rest meiner kraft der mir noch übrig ist.

alles alles liebe für dich
 
Meine mutter ist 2004 plötzlich vestorben. Es tut mir immer noch entsetzlich weh...

Es wird besser.....vielleicht nicht nach einem jahr... Du bist nicht alleine mit deinem schmerz, vielleicht ist das einwenig tröstlich für dich:blume:


Die Mutter wars, was solls der worte mehr....


:blume:
 
Hallo,
habe letzte Woche auch meine geliebte Mutter durch eine schwere Lungenentzündung verloren.
Mache mir Vorwürfe,das ich sie nicht eher zu einer näheren Untersuchung gebracht habe.Vielleicht brauchte sie auch in diesem Fall eine Spezialklinik.Hätte das Krankenhaus es selbst merken sollen und sie in einer solchen Klinik weiter leiten sollen.Alles diese offenen Fragen kommen mir jetzt in den Sinn.Ich gehe seit Heute wieder Arbeiten,aber öffters am Tag bekomme ich sehr nervöse Unruhe in mir.
Ich kann nicht mit dem Tod meiner Mutter umgehenund verstehen und denke immer noch,das sie noch lebt.Aber dann sehe ich wieder die Beerdigung von voriger Woche vor meinen Augen.
Ich sehe keine Ende meiner Situation.
 
Lieber Gast,

ich denke, man wird nie verstehen das die eigene Mutter nicht mehr ist. Eine Mutter ist etwas sehr besonderes und man hat nur eine und sie wird einem immer fehlen. Mir zumindest.

Es gibt wohl Menschen, die kommen schneller damit klar, sie finden schneller zurück ins Leben. Ich habe gelernt das ich anderst bin, ich brauche länger um damit fertig zu werden. Es ist einfach so und das laß ich mir nicht nehmen. Es war meine Mama und ich trauere solange ich muß.

Setzt Du Dich bitte auch nicht unter Druck, bei Dir ist das ganze noch sehr frisch.

Ich fühle mit Dir! Du bist nicht alleine!

LG
 
Hallo,
vielen,vielen Dank für die ergreifenden Worte.
Ich habe mir gerade den Text durchgelesen.Ich kann ja auch nichts dafür,das ich ein solches Weichei bin,aber auf mine geliebte Mutter habe ich schon bei Ihren Lebzeiten nichts darauf kommen lassen.Ist das nicht schlimm,ich bin 55 Jahre alt und bin total am Ende,das meine Mutter nicht mehr ist.Ich war Heute am Grab und musste auch gleich wieder gehen-es macht mich total fertig.
Wie soll ich das alles überstehen,ich kann nicht mehr mit ihr reden.
 
Lieber Gast, Du bist kein Weichei. Hallo??? Wie kommst Du denn da drauf? Es ist egal wie alt Du bist, es war Deine Mama! Du darfst traurig sein! Du darfst wütend sein! Du darfst das Leben hassen! So ein Verlust ist einfach furchtbar! Schau, ich lebe irgendwie seit zwei Jahren ohne meine Mama, unglaublich aber leider war! Es muß! Niemand frägt mich ob ich will! Ich hab es nie geglaubt aber die zeit macht es ein wenig anderst. Man lernt mit diesem schrecklichen Verlust zu leben. Naja, wenn ich ehrlich bin, es fällt mir heute noch sehr sehr schwer. Es vergeht kein Tag wo ich nicht an sie denke, ich will auch immer an sie denken. Jeden Tag. Ich habe sie sehr geliebt und diese Liebe kann nichts trennen. Ich kann auch oft nicht mehr weil sie mir so fehlt... Ich war schon in stationäer Behandlung weil ich hätte es auch verhindern können und müssen das sie nicht mehr ist... Mit dieser Schuld muß ich irgendwie klar kommen... Wie alt war denn Deine Mama? Meine nur 49 :-( Ich höre Dir gerne zu wenn Du willst und bin für Dich da! Dauni
 

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