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Todesstrafe pro und contra

  • Starter*in Starter*in MagicSun
  • Datum Start Datum Start

Wie stehst Du zur Todesstrafe?

  • sollte weltweit abgeschafft werden

    Teilnahmen: 40 75,5%
  • sollte man hier für Mörder wieder einführen

    Teilnahmen: 6 11,3%
  • sollte man hier auch für andere Straftaten wieder einführen

    Teilnahmen: 7 13,2%
  • ich weiß es nicht/ es ist mir egal

    Teilnahmen: 0 0,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    53
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Sollte eine Gesellschaft diese Grausamkeit in ihr Kalkül als Notwendigkeit einschliessen, oder ist diese Grausamkeit an sich verwerflich.

ist doch ganz einfach.

eine grausamkeit, deren anwendung nicht notwendig ist, ist verwerflich.

die todesstrafe ist nicht notwendig, sondern überflüssig, da alle sinnvollen mit ihr erreichbaren ziele auch durch andere juristische instrumente wie die nachträgliche sicherungshaft erreicht werden können.

daher ist die todesstrafe verwerflich.

und das scheint die menschheit auch so langsam zu schnallen. in den letzten hundert jahren haben die meisten staaten die todesstrafe abgeschafft. gängige praxis ist sie nur noch in einigen islamischen staaten sowie den usa und japan. das war jahrhundertelang ganz anders.

und da soll man noch sagen, die menschheit wäre nicht entwicklungsfähig.

denYo
 
Ich finde eigentlich das die todesstrafe nur dann eingesetzt werden soll, wenn es auch wirklich 100% beweissicher ist. ich meine aber, die menschen, die andere menschen durch folter vergewaltigung etc. missbraucht haben, sollten genau dieselben schmerzen zugefügt werden. meine meinung wäre, das, wenn ein man ein frau vergwaltigt sollte von einem anderen vergewaltigt werde, damit der dann weis wie es sich wirklich anfüht, und macht er das ein zweitesmal sollte er hingerichtet werden. oder menschen die andere menschen gefoltert haben sollten genau mit denselben methoden gefoltert werden.

dann wäre es auch gerechtigkeit

du machst den gleichen logischen fehler wie fast alle todesstrafen-befürworter: du verwechselst deine rachebedürfnisse, die du als privatperson hegst, mit den möglichkeiten des staates.

der staat hat in vieler hinsicht mehr rechte als der einzelne bürger. das bedeutet, daß er sich entsprechend mehr seiner verantwortung bewußt sein muß und keine handlungen aus "niederen beweggründen" begehen darf.

wie aus allen "argumenten" pro todesstrafe seitens magic sun, billy73 und dir herauszulesen ist, ist die hauptsächliche motivation für das fordern dieser strafe, die ja von der reinen notwendigkeit her überflüssig ist, das bedürfnis nach rache.

rache ist aber ein sog. "niederer beweggrund". zumindest nach deutschem recht.

ein staat, der die todesstrafe unterstützt, handelt aus niederen beweggründen und damit kriminell. denn außer der ersehnten rache, die manchem hier ein archaisches grundbedürfnis zu sein scheint, bleibt halt keine begründung für diese forderungen übrig.

früher oder später darf wohl gehofft werden, daß die ächtung der todesstrafe ebenso wie heute schon die ächtung der folter in internationalen abkommen festgeschrieben wird. damit entfiele dann (offtopic) auch eins der beliebten pseudoargumente gegen mehr direkte demokratie, die von konservativen politikern gerne vorgebracht werden.

denYo
 
wie aus allen "argumenten" pro todesstrafe seitens magic sun, billy73 und dir herauszulesen ist, ist die hauptsächliche motivation für das fordern dieser strafe, die ja von der reinen notwendigkeit her überflüssig ist, das bedürfnis nach rache.

Ich sehe das anders. Wieso sollte beispielsweise ich Rachegefühle haben gegen jemanden, den ich gar nicht kenne. Das ist kein Rachegefühl, sondern schlicht und einfach der Wunsch nach Gerechtigkeit, der sich da bei mir meldet. Wenn es danach geht, wäre doch jedes Urteil, dass man sich für einen Täter wünscht ein Rachegefühl, sei es "nur" eine hohe Geldstrafe oder eben die Todesstrafe.


sturmy
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe das anders. Wieso sollte beispielsweise ich Rachegefühle haben gegen jemanden, den ich gar nicht kenne.

wenn man die ziele, die man mit den mitteln der strafe erreichen will - schutz der gesellschaft vor gefährlichen personen; demonstration gegenüber dem volk, daß böse taten nicht ungesühnt bleiben - erreichen kann, ohne die todesstrafe anzuwenden, und dann trotzdem die todesstrafe fordert, ist das rachsucht. um rachegelüste zu empfinden muß man nicht selber betroffen sein. die wenigsten menschen auf der welt waren von 9/11 persönlich betroffen, dennoch haben viele vor rachsucht geschäumt. gerechtfertigt wird dieser allzumenschliche trieb dann gerne mit konstruktionen wie "das ist keine rache, sondern gerechtigkeit" (bitte den unterschied definieren) oder "wir sind alle betroffen, da es ein angriff auf unsere kultur war" und ähnlichem käse.

Das ist kein Rachegefühl, sondern schlicht und einfach der Wunsch nach Gerechtigkeit, der sich da bei mir meldet.
siehe oben. auch wenn du es anders benennst - wenn für eine bestimmte form der strafe keine notwendigkeit vorliegt und man sie trotzdem haben will, ist das rache. das kannste drehen und wenden, genau so ist rache nun mal definiert.

und wie schon wiederholt erwähnt: nur weil du als privatperson etwas empfindest, gibt das dem staat noch lange nicht das recht, aufgrund dieser empfindungen zu handeln. übrigens auch nicht, wenn tausende von leuten sich das wünschen.

Wenn es danach geht, wäre doch jedes Urteil, dass man sich für einen Täter wünscht ein Rachegefühl, sei es "nur" eine hohe Geldstrafe oder eben die Todesstrafe.
...oder eben die folter. oder die folter und die anschließende todesstrafe. und so weiter.

es geht um angemessenheit. und eine strafe, die aufgrund der tatsache, daß alle erreichbaren ziele (mit ausnahme der befriedigung der rachsucht) auch mit weniger grausamen mitteln erreicht werden können, ist nun mal nicht angemessen.

(ganz abgesehen von den sattsam bekannten einwänden in richtung justizirrtümer etc., die eine diskussion darüber eigentlich völlig unnötig machen, weil klar sein sollte, das sowas einfach nicht geht in einer zivilisierten gesellschaft).

denYo
 
um rachegelüste zu empfinden muß man nicht selber betroffen sein. die wenigsten menschen auf der welt waren von 9/11 persönlich betroffen, dennoch haben viele vor rachsucht geschäumt.

Ich danke dir für dieses Beispiel - damit hast du recht, wie ich finde. In dem Bezug werde ich meine Meinung hiermit korrigieren, was den Unterschied zwischen Rache und Gerechtigkeitsempfinden angeht. Denn auch ich habe damals "vor rachsucht geschäumt" - und im Grunde tue ich das noch heute...
 
yo... genau deshalb ist es eben in meinen augen so wichtig, daß staaten bzw. gesetzgeber sich nicht von solchen emotionen leiten lassen.

das "besondere" an 9/11 war ja nicht die tragödie als solche, sondern die mediale ausschlachtung derselben. es fanden und finden viele katastrophen statt, die ähnlich blutig sind - die "lupenreinen demokratischen freunde" deutschlands in usbekistan richten mit deutschen waffen massaker und menschenrechtsverletzungen an, aber die wenigsten protestieren. putin metzelt in tschetschenien, frankreich und die usa hetzen seit jahrzehnten menschen in verschiedenen afrikanischen staaten aufeinander... usw. usf. verspürt irgendwer in bezug auf diese dinge das, was du nach 9/11 verspürt hast?

der springende punkt ist: es gibt massenhaft schreiendes unrecht auf der welt. manches paßt gut in die mediale aufarbeitung, anderes nicht. und medien machen emotionen.
vor nicht allzu vielen jahren wurden, dank einer besipiellosen hetzkampagne von rupert murdochs boulevardzeitungen, in großbritannien mehrere menschen ermordet und in den selbstmord getrieben, weil der brodelnde volkszorn sie für kinderschänder hielt. um nur ein beispiel zu nennen, wie medienmanipulation wirken kann.

es ist schlimm genug, daß staaten manchmal aufgrund solcher manipulationen einknicken. dies sollte man als mündiger bürger kritisch im auge behalten und gegebenenfalls dagegen vorgehen, anstatt noch mitzumachen.
und darum halte ich die forderung nach todesstrafe für sinnlos und gefährlich, denn das würde den volkszorn, der sich bekanntlich dreht wie der windsack im wind, in die gesetzgebung einfließen lassen. und in so einem staat möchte ich nicht leben.

denYo
 
Da ich dieses Thema heute zum ersten mal sehe und es inzwischen 242 Beiträge dazu gibt, kann ich nicht zu dem, was bereits geschrieben wurde Stellung nehmen, da mir einfach die Zeit fehlt, alle Beiträge erst zu lesen.
Aber ich würde gerne meine persönliche Meinung dazu sagen.

Was wollen wir mit der Verurteilung von Mördern oder Vergewaltigern erreichen?
Einerseits empfinden wir diesen Menschen gegenüber Abscheu als Nicht Betroffene und Hass und Rachsucht als Betroffene. Der Tod scheint vielen Befürwortern als schlimmste Strafe zu gelten. Ist sie das wirklich? In dem Moment, wo jemand tot ist, ist für ihn alles ausgestanden. Die Geschädigten sind es, die weiter leiden und bestraft sind. Die Todesstrafe ist nur dann für den Täter wirklich eine Strafe, wenn er, wie so oft berichtet, Jahre auf seinen Tod warten muss und nie weiß, wann er kommen wird. Aber da geht es ihm nicht viel anders als uns Menschen generell? Wir wissen auch alle, dass wir sterben müssen, aber nicht WANN. Also wäre das auch keine Strafe, die sich irgendwie vom normalen Leben unterscheidet.

Ich denke diesen Tätern müsste das Leben so unerträglich wie möglich gemacht werden, wobei es natürlich auf die Schwere der Tat ankommt.
Kommt der Täter nach zweidrittel der Strafe wieder auf freien Fuß, ist es besser alles zu tun, ihn zu resozialisieren, damit er dann möglichst keine Gefahr mehr darstellt. Besteht diese Möglichkeit aber nicht, dann dürfte sein Leben aber auch nicht aus Erleichterungen bestehen. Seinen Opfern wird nämlich diese Erleichterung auch nicht zugebilligt. Sie sind entweder tot oder lebenslänglich in den Folgen der Tat gefangen.

Für den Staat hat die Todesstrafe zwei Vorteile: Es ist sicher gestellt, dass dieser Mensch keinem anderen mehr schaden kann und es erspart dem Staat immense Kosten.
Aber was ebenfalls gegen die Todesstrafe spricht, ist das enorme Risiko einer Fehlentscheidung. Und bestünde nur zu einem Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unschuldiger getötet wird, so wären wir die Mörder. Und dieses Risiko wäre ich niemals bereit einzugehen.

Aus meiner Überzeugung heraus kann ich mich daher nur gegen die Todesstrafe aussprechen.

Ich habe gerade wieder erleben müssen, dass ein V***, der sein Opfer wieder und wieder vergewaltigt hat, aufgrund eines falschen Gutachtens frei gesprochen wurde und seitdem munter weitermacht, ohne dass das Opfer eine Chance hat. Da kommt einem wirklich nur noch der Gedanke: Wäre er doch tot, damit sein Opfer endlich geschützt ist. Aber es würde ja schon reichen, wenn er auf Lebenszeit weggesperrt wäre, dann wäre sein Opfer auch geschützt. eine noch größere Strafe für ihn wäre wahrscheinlich, ihn seiner Männlichkeit zu berauben, damit er keinen Schaden mehr anrichten kann.
Ich stelle gerade selber fest, es ist enorm schwer, das Thema einigermaßen objektiv zu betrachten. In dem Moment, wo man selber involviert ist, und sei es nur, weil man das Opfer kennt und gefühlsmäßig gefangen ist, steigen die niedrigsten Instinkte in einem auf und man wünscht sich den Tod des Täters, nur um sicher zu sein, dass er für immer ausgeschaltet ist.

Also muss ich ehrlicherweise zugeben, dass meine Antwort auf diese Umfrage ziemlich theoretisch ist.

Ergo muss ich zugeben, dass ich vielleicht doch keine feste Meinung zu diesem Thema habe.
Sorry
Luiserl
 
und wie schon wiederholt erwähnt: nur weil du als privatperson etwas empfindest, gibt das dem staat noch lange nicht das recht, aufgrund dieser empfindungen zu handeln. übrigens auch nicht, wenn tausende von leuten sich das wünschen.

denYo

Wer repräsentiert denn den Staat, Privatpersonen die ihren Job machen und wie in jedem anderen Beruf auch, sind es Menschen die ihre eigenen Gefühle, Werte und Machtvorstellungen in die Gesetze einfließen lassen.
Als Unternehmer spürt es die Belegschaft und als "Staat" spürt es das ganzes Volk.
 
Wer repräsentiert denn den Staat, Privatpersonen die ihren Job machen und wie in jedem anderen Beruf auch, sind es Menschen die ihre eigenen Gefühle, Werte und Machtvorstellungen in die Gesetze einfließen lassen.

genau deshalb ist es sehr wichtig, daß es richtlinien gibt, die es dem staat ermöglichen, gemäß seiner verantwortung zu handeln und nicht auf basis von unlogik und reiner emotionalität.
ansonsten könnten wir uns nämlich einen könig anschaffen, der nur aufgrund seiner eigenen gefühle, werte und machtvorstellungen regiert.

Als Unternehmer spürt es die Belegschaft und als "Staat" spürt es das ganzes Volk.
noch ist zumindest der staat deutschland nicht auf das demokratische niveau irgendeines unternehmens abgesackt, insofern ist das ein zum glück hinkender vergleich.

denYo
 
genau deshalb ist es sehr wichtig, daß es richtlinien gibt, die es dem staat ermöglichen, gemäß seiner verantwortung zu handeln und nicht auf basis von unlogik und reiner emotionalität.
ansonsten könnten wir uns nämlich einen könig anschaffen, der nur aufgrund seiner eigenen gefühle, werte und machtvorstellungen regiert.

noch ist zumindest der staat deutschland nicht auf das demokratische niveau irgendeines unternehmens abgesackt, insofern ist das ein zum glück hinkender vergleich.

denYo

Über das Niveau dieses Staates möchte ich lieber nicht diskutieren - zumal wir das ja schon hatten.
 
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