Da ich dieses Thema heute zum ersten mal sehe und es inzwischen 242 Beiträge dazu gibt, kann ich nicht zu dem, was bereits geschrieben wurde Stellung nehmen, da mir einfach die Zeit fehlt, alle Beiträge erst zu lesen.
Aber ich würde gerne meine persönliche Meinung dazu sagen.
Was wollen wir mit der Verurteilung von Mördern oder Vergewaltigern erreichen?
Einerseits empfinden wir diesen Menschen gegenüber Abscheu als Nicht Betroffene und Hass und Rachsucht als Betroffene. Der Tod scheint vielen Befürwortern als schlimmste Strafe zu gelten. Ist sie das wirklich? In dem Moment, wo jemand tot ist, ist für ihn alles ausgestanden. Die Geschädigten sind es, die weiter leiden und bestraft sind. Die Todesstrafe ist nur dann für den Täter wirklich eine Strafe, wenn er, wie so oft berichtet, Jahre auf seinen Tod warten muss und nie weiß, wann er kommen wird. Aber da geht es ihm nicht viel anders als uns Menschen generell? Wir wissen auch alle, dass wir sterben müssen, aber nicht WANN. Also wäre das auch keine Strafe, die sich irgendwie vom normalen Leben unterscheidet.
Ich denke diesen Tätern müsste das Leben so unerträglich wie möglich gemacht werden, wobei es natürlich auf die Schwere der Tat ankommt.
Kommt der Täter nach zweidrittel der Strafe wieder auf freien Fuß, ist es besser alles zu tun, ihn zu resozialisieren, damit er dann möglichst keine Gefahr mehr darstellt. Besteht diese Möglichkeit aber nicht, dann dürfte sein Leben aber auch nicht aus Erleichterungen bestehen. Seinen Opfern wird nämlich diese Erleichterung auch nicht zugebilligt. Sie sind entweder tot oder lebenslänglich in den Folgen der Tat gefangen.
Für den Staat hat die Todesstrafe zwei Vorteile: Es ist sicher gestellt, dass dieser Mensch keinem anderen mehr schaden kann und es erspart dem Staat immense Kosten.
Aber was ebenfalls gegen die Todesstrafe spricht, ist das enorme Risiko einer Fehlentscheidung. Und bestünde nur zu einem Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unschuldiger getötet wird, so wären wir die Mörder. Und dieses Risiko wäre ich niemals bereit einzugehen.
Aus meiner Überzeugung heraus kann ich mich daher nur gegen die Todesstrafe aussprechen.
Ich habe gerade wieder erleben müssen, dass ein V***, der sein Opfer wieder und wieder vergewaltigt hat, aufgrund eines falschen Gutachtens frei gesprochen wurde und seitdem munter weitermacht, ohne dass das Opfer eine Chance hat. Da kommt einem wirklich nur noch der Gedanke: Wäre er doch tot, damit sein Opfer endlich geschützt ist. Aber es würde ja schon reichen, wenn er auf Lebenszeit weggesperrt wäre, dann wäre sein Opfer auch geschützt. eine noch größere Strafe für ihn wäre wahrscheinlich, ihn seiner Männlichkeit zu berauben, damit er keinen Schaden mehr anrichten kann.
Ich stelle gerade selber fest, es ist enorm schwer, das Thema einigermaßen objektiv zu betrachten. In dem Moment, wo man selber involviert ist, und sei es nur, weil man das Opfer kennt und gefühlsmäßig gefangen ist, steigen die niedrigsten Instinkte in einem auf und man wünscht sich den Tod des Täters, nur um sicher zu sein, dass er für immer ausgeschaltet ist.
Also muss ich ehrlicherweise zugeben, dass meine Antwort auf diese Umfrage ziemlich theoretisch ist.
Ergo muss ich zugeben, dass ich vielleicht doch keine feste Meinung zu diesem Thema habe.
Sorry
Luiserl