Was ist denn das für ein Weltbild, das er dir da vermittelt? Kopf einziehen, Schnauze halten, Pillen fressen. Und als nächstes verschreibt er Dope, damit du eine Leck mich Einstellung bekommst?! 😱
Bezüglich der Schmerzen melde dich bei einer Schmerzambulanz an. Das dauert leider immer lange, bis man einen Termin bekommt, aber es sollte wirklich mal rundum abgeklärt werden, wo die Schmerzen herkommen.
Deine Mutter ist durch den Tod ihres Partners in eine Krise geraten; das muss man verstehen. Es ist aber kein Grund dir die nötige Liebe und Fürsorge zu entziehen.
Was du jetzt lernen musst, ist einerseits deinen eigenen Weg finden und andererseits das einzufordern, was dir zusteht. Du bist 14. Da darf man noch auf mütterliche Unterstützung hoffen/bauen.
Zunächst mal möchte ich sagen, du musst natürlich den Fachleuten um dich herum trauen, dass sie den für dich besten Weg vorschlagen. In diesem Fall eben Antidepressiva und Klinik. Verlier das nicht aus den Augen.
Andererseits möchte ich dir gerne meine Gedanken zu diesem Weg schreiben, damit du dich nicht blind auf etwas einlässt.
Depressionen und Suizidgedanken sind die Folgen einer Überforderung. Auf dich wird momentan konstanter Druck ausgeübt. Du musst mit der häuslichen Situation ebenso fertig werden wie mit den Anforderungen der Schule. Das gibt dir wohl das Gefühl keine Kontrolle über dein Leben zu haben.
Kontrollverlust führt in die Depression und diese in den Suizid (bzw. Gedanken daran).
Antidepressiva tun zwei Dinge. Sie kurbeln einerseits die Produktion der Botenstoffe im Gehirn wieder an. So ist es dir überhaupt erst wieder möglich deine Kraft zu spüren. Zum anderen dämpfen sie, machen müde. Schlaflosigkeit ist ja ein Symptom der Depression. Das soll damit ausgeglichen werden.
Was sie nicht tun, sie heben den Kontrollverlust nicht auf. Wenn sich aber an deiner Lage nichts ändert, werden die Antidepressiva nicht helfen.
Es ist demnach unerlässlich, dass du darüber nachdenken kannst, was du an deiner Lage ändern kannst.
Vielleicht ändert sich ersteinmal nichts, denn manchmal dauert es, bis man die richtige Hilfe findet, aber wenn du es nicht versuchst, wirst du dich immer weiter in dich zurückziehen und immer mehr Angst vor dem "unkontrollierbaren" Leben bekommen.
Verlier den Glauben nicht, dass DU etwas ändern kannst.
Das ist schon schwierig für einen Erwachsenen, wieviel schwerer muss das für dich sein?!
Darum wäre es gut, wenn du deinen Therapeuten einspannen könntest. Mach es zu seiner Aufgabe mit dir gemeinsam die Möglichkeiten durchzugehen. Erzähl ihm, was du in einer Woche alles gemacht hast und welche weiteren Pläne du hast. Das ist die ideale Therapie für dich. Du bist nämlich gerade in dem Alter, da man lernen sollte, dass man selbst die Verantwortung trägt und sich wehren kann!
Deine Mutter scheut sich davor sich dem Schmerz zu stellen. Lieber betäubt sie ihn, indem sie sich zu einem Scharlatan flüchtet. Auch wenn ich daran glaube, dass es grundsätzlich möglich ist mit Toden Kontakt aufzunehmen, ein guter Heiler würde deiner Mutter dabei helfen mit ihrem Schmerz fertig zu werden und würde sie nicht in ihrer Flucht bestätigen.
Ihr würde eine Selbsthilfegruppe für Trauernde sehr viel mehr bringen. Kannst du vielleicht Gruppen raussuchen und ihr das mal vorschlagen? Möglicherweise suchst du dir ein Forum für Trauernde. Das könnte dir helfen deine Mutter besser zu verstehen.
Du musst die Situation nicht aushalten. Du kannst etwsa tun. Ob das notwendigerweise auch Erfolg hat, kann dir niemand versprechen, aber immerhin hast du es versucht.
Spann die Leute in deiner Umgebung ein. Rede mit deiner Schwester, was sie für gut hält. Geh zum sozialpsychiatrischen Dienst und frage nach, was es bei dir am Ort für Möglichkeiten der Familientherapie gibt. Wenn deine Mutter nicht mitgeht, geh alleine hin.
Du bist erst 14. Die Verantwortung ist ein gutes Stück zu groß für dich. Ich will nicht sagen, dass du sie nicht tragen kannst, sondern dass du sie nicht tragen solltest. Darum ist es wichtig, dass du dir Erwachsene suchst, die dich auf deinem Weg begleiten.
Vielleicht kommt für einen kurzen Zeitraum betreutes Wohnen für dich in Frage, damit deine Mutter mal aufwacht und merkt, dass sie dich verlieren wird, wenn sie ihr Verhalten nicht ändert. Es gibt viele Möglichkeiten und Wege. Solange du aktiv bleibst, können dich weder die Depression noch die Selbstmordgedanken im Griff haben. Es stimmt nicht, dass du dich mit der Situation arrangieren musst und das weiter ertragen musst. Du kannst handeln. Und das ist alles, was zählt.
Tuesday