Machtbewußtsein kann aber eben leider auch zu einem signifikanten Größenwahn führen, den ich auch bei manchen Akteuren deutlich sehe. Ich glaube eher nicht, dass die meisten Politiker heute noch allzu viel Angst vor den Wahlen haben. Wenn es darauf noch ankäme, dann würden die sich nicht fast alle gerade selbst demontieren. Ich denke, die Korruption ist wohl leider längst parteiübergreifend viel zu weit fortgeschritten.
Wer bei den Wahlen fällt, der fällt in der Regel ohnehin sehr sanft, er wird dann zumeist aufgefangen von seinen Kontakten und Gönnern außerhalb des politischen Amtes. Die der heute als "schlau" angesehene Politiker ja auch schon längst geknüpft hat. Was dann seinen Entscheidungsspielraum im Sinne von Demokratie natürlich auch sehr nachhaltig einschränkt.
Das Beispiel von Schröder und dessen Weg zu Gasprom hatte damals schon sehr deutlich gemacht, dass viele Politiker heute nicht mehr zu einer eigenen politischen Autonomie stehen wollen. Sie sind längst gleichgültig geworden gegenüber dem Willen des Volkes, das ist für sie nur eine Größe, wenn es um die bestmögliche Täuschung falscher Tatsachen geht.
Sie stehen wohl eher für die wirtschaftlichen Interessen der stärksten Lobby ein. Und dafür werden sie ja auch gerne belohnt. Die Wahlen, ich denke, das zählt bei vielen Politikern wohl auch gar mehr. Es braucht sie ja auch nicht wirklich zu interessieren, denn sie müssen selbst für gravierende Fehlentscheidungen im Sinne des Volkes ja auch gar nicht erst geradestehen. Die Korruption ist hier längst ein schwerwiegendes Problem geworden. Und das hat die oftmals sogar deutlich sichtbar gewordene Interessenpolitik bei Stuttgart 21 für mich leider auch aufgezeigt.