Ich denke, das ist ein Problem des Blickwinkels, ob das eine lange Leine ist, was du anbietest. Du meinst, sie hätte genug Freiheiten. Wenn ich allerdings deine Schilderungen im Eingangsbeitrag lese, wo du ja ein wenig die Situation umreißt und aus deiner Sicht darstellst, dann sehe ich da grundsätzlich gar keine Einstellung zur langen Leine.
Da kommt mir nur in den Sinn, wie gnädig. Sorry, wenn ich so unverblümt bin. Aber wenn man ständig nur im Hinterkopf haben muss, dass man sich am Riemen reißen muss, um ganz normalen Freizeitaktivitäten nachgehen zu können, dann ist das keine lange Leine, sondern Bevormundung und Demütigung. Das dann eine generelle aufmüpfige oder sogar aggressive Stimmung herrscht, ist mehr als normal, wenn deine Tochter normal ist und das Rückgrad noch nicht völlig gebrochen ist. Für sie muss sich das Bild ergeben, ich werde nur akzeptiert oder geliebt, wenn ich funktioniere. Ein Kind möchte aber, wie jeder andere Mensch auch, um seiner selbst Willen geliebt werden. Ich empfinde, deinen Ansatz schon als völlig falsch, dass es die Befriedigung von Bedürfnissen nur als Belohnung gibt und Verweigerung von Bedürfnissen als Strafe. Noch einmal, man lenkt KEIN Kind durch Strafen. Das ist zwar durchaus Gang und Gäbe in einer bestimmten Erziehungssicht, aber nichts anderes als Ausdruck von Hilflosigkeit, ich finde sogar von Lieblosigkeit.
Dieses Problem teilst du mit vielen Eltern und man kann da durchaus mal ein Angebot machen, um Entgegenkommen zu zeigen. Man tut es gemeinsam, konstruktiv.
Wie gesagt, es herrscht ja bereits eine Atmosphäre der verhärteten Fronten. Sie ist das Kind, du die Mutter. Also solltest du durch eine großzügige Geste und längere Leine die Kommunikation wieder in Gang bringen. Alles andere kann nur scheitern.
Was bedeutet das konkret für deine Tochter? Was willst du damit sagen?
Was willst du damit bezwecken? Zeigen, wer der Stärkere ist, bestrafen? Das kann es doch nicht sein - oder?
VG Alice