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Stress in der Familie seit zwanzig Jahren

W

widder-rebell

Gast
Hallo und guten Abend Euch allen gewünscht.

ich war heute auf dem Dorf bei einer Einweihungsfeier. Da kam auch der Mann von meiner Schwester hinzu. Beide (obwohl: mehr durch seine voreingenommene Meinung) sind der Meinung, ich sei ein schlechter Mensch und behandeln mich auch von oben herab. Neulich mir der Kragen geplatzt und es wurde heftig gestritten ich nannte meine Schwester eine eingebildete Person und hab noch ein anderes hässliches Schimpfwort gesagt. Ihr Mann will mich oder meinte heute in einem arroganten Tonfall, dass er mich bereits angezeigt habe oder will ich noch. Ich sagte nur: "Achso und wo bleibt dann bitteschön der Wisch von der Polizei? Oder kannste nur blöffen?"
Meine Mutter mischte sich ein und meinte, ich soll nicht schon wieder anfangen. Dabei wird immer nur behauptet, dass ich die böse sei die provoziert und anfängt. Klar, dass es neugierige Leute anders aufschnappen und jetzt dort das Gerede wieder los geht von wegen "Guck mal die Tochter von der und der an....!" Ich habe persönlich ein sehr großes Problem mit all den Verstrickungen. Hintenrum wird innerhalb unserer Familie immer nur schlecht geredet über mich geredet usw usf. Mich nimmt es bereits psychisch mit, sodass ich ab und an mal richtige Übelkeit bekomme und mich zweimal schon übergeben musste. Keiner ist interessiert warum ich so wütend reagiere und alle decken sich gegenseitig und wollen ihre Ruhe. Bin ich deswegen ein schlechter Mensch?

Mich kratzt es jedesmal wenn ich zu meinen Eltern fahre, die sowieso nur meinen, ich würde an allem Schuld sein. Aber wenn ich immer klein beigebe und so tu, als sei ich die klügere, gewinnen immer die dummen, so denke ich nunmal. Ich kann mit meiner Schwester nicht sprechen, weil auch ihr Mann alle Nachrichten auf ihrem Handy liest und dann die Sprachnachrichten abhört und es auf ihre eigene Familie immer alles gezogen wird.
Zumal heisst es nur, dass ich angeblich meinen Vater rum kommandiere und ihn schlecht behandele. Was soll das? Ich steh allein da und alle hacken, schimpfen aber niemand hat jemals im ruhigen Ton versucht mit mir zu sprechen.

Als es mir gut ging und ich mal Glück hatte, wurde nur abfällig geredet.
 

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Felidas

Mitglied
Hallo BaggyIce,

das klingt ja nicht sehr toll. Ich habe auch so eine ähnliche Situation in meiner Familie, in der hinter'm Rücken schlecht gemacht wird und irgendwie unverständlich ist, was man als Familie davon hat. Aber das wird auch nicht so empfunden, wenn man dagegen ankämpft, ist man der Unruhestifter oder was auch immer. Ich wohne zum Glück nicht mehr im Ort meiner Eltern/Familie, sondern weit weg von zu Hause, da kann man dem Ganzen gut aus dem Weg gehen. Das scheint bei dir anders zu sein!? Ich glaube, manchmal kann man solche Dinge auch nicht ändern, auch wenn man seine Eltern und Geschwister liebt. Wenn die Ansichten außeinander gehen, ist das sicher immer ein Problem. Vielleicht gehst du mal auf deine Eltern zu, wenn dir etwas daran liegt, dass du nicht als " die Dumme" da stehen willst. Ich finde es schade, dass du darunter leiden musst, daran sieht man ja, dass du nicht absichtlich Unruhe in deine Family reinbringst. Ich wünsche dir, dass ihr mal alle in Ruhe reden könnt, wenn es nicht geht, dann ist es vielleicht richtig, sich ein wenig aus den stressigen Begegnungen zurückzuziehen. Viel Glück dafür :)
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, BaggyIce, hallo Felidas,

bei so komplizierten familiären Verstrickungen ist es schwer zu sagen, welches Verhalten generell das Richtige ist.

Oft ist nicht das Gesagte das Wesentliche, sondern das Unausgesprochene. Nicht selten wird die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft. An manchem Streit sind beide Seiten schuld.

Wenn Interesse daran besteht, eine Beziehung zu anderen Personen zu harmonisieren, ist die Einführung von Fairness-Regeln wichtig. Um bestimmte Fairness-Regeln einzuführen, müssen beide Seiten zur Erkenntnis gelangen, dass die bisherige Umgangsform nicht die richtige war, um harmonisch miteinander klar zu kommen.

Aber wie bringt man den anderen Menschen zur Erkenntnis?
Ich denke, das fängt mit mir an. Ich muß erst mal selbst für mich erkennen, welche meiner Aussagen unfair und unsachlich sind. Dann sollte ich kritisch meinen Ton überdenken, in dem ich mit anderen rede. Auch wenn ich in der Sache Recht haben sollte, setze ich mich ggf. durch einen falschen, aggressiven Ton ins Unrecht.

Wenn ich für mich gelernt habe, mich und mein Verhalten kritisch zu hinterfragen, kann ich dies auch bei meinem Gegenüber tun. Hierzu könnten folgende Fragen, die ich meinem Gegenüber stelle, hilfreich sein:

Fühlst Du Dich bei diesem Gespräch wohl?
Wäre es nicht schöner für Dich und auch für uns, wenn wir sachliche darüber reden könnten, (ohne gleich Vorwürfe zu machen)?
Warum denkst Du, dass der Vorwurf XY richtig ist?
Kannst Du Dir vorstellen, dass Du Dich evt. in dem Punkt X irrst?
Wenn ich mich falsch verhalten habe, würdest Du mir dann verzeihen, wenn ich Dich darum bitte?
Warum hältst Du es für richtig, dass .... ?

Mit (guten) Fragen lässt sich fast jedes Gespräch in die gewünschte Richtung steuern.

Viel Erfolg, sofern Ihr Eure Gespräche in Richtung Harmonie und Aussöhnung lenken wollt.
LG; Nordrheiner
 
W

widder-rebell

Gast
Hallo, BaggyIce, hallo Felidas,

bei so komplizierten familiären Verstrickungen ist es schwer zu sagen, welches Verhalten generell das Richtige ist.

Oft ist nicht das Gesagte das Wesentliche, sondern das Unausgesprochene. Nicht selten wird die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft. An manchem Streit sind beide Seiten schuld.

Wenn Interesse daran besteht, eine Beziehung zu anderen Personen zu harmonisieren, ist die Einführung von Fairness-Regeln wichtig. Um bestimmte Fairness-Regeln einzuführen, müssen beide Seiten zur Erkenntnis gelangen, dass die bisherige Umgangsform nicht die richtige war, um harmonisch miteinander klar zu kommen.

Aber wie bringt man den anderen Menschen zur Erkenntnis?
Ich denke, das fängt mit mir an. Ich muß erst mal selbst für mich erkennen, welche meiner Aussagen unfair und unsachlich sind. Dann sollte ich kritisch meinen Ton überdenken, in dem ich mit anderen rede. Auch wenn ich in der Sache Recht haben sollte, setze ich mich ggf. durch einen falschen, aggressiven Ton ins Unrecht.

Wenn ich für mich gelernt habe, mich und mein Verhalten kritisch zu hinterfragen, kann ich dies auch bei meinem Gegenüber tun. Hierzu könnten folgende Fragen, die ich meinem Gegenüber stelle, hilfreich sein:

Fühlst Du Dich bei diesem Gespräch wohl?
Wäre es nicht schöner für Dich und auch für uns, wenn wir sachliche darüber reden könnten, (ohne gleich Vorwürfe zu machen)?
Warum denkst Du, dass der Vorwurf XY richtig ist?
Kannst Du Dir vorstellen, dass Du Dich evt. in dem Punkt X irrst?
Wenn ich mich falsch verhalten habe, würdest Du mir dann verzeihen, wenn ich Dich darum bitte?
Warum hältst Du es für richtig, dass .... ?

Mit (guten) Fragen lässt sich fast jedes Gespräch in die gewünschte Richtung steuern.

Viel Erfolg, sofern Ihr Eure Gespräche in Richtung Harmonie und Aussöhnung lenken wollt.
LG; Nordrheiner

"Er" ist von sich aus ein Mensch, der eher missmutig in die Welt hinein blickt. Er vergleicht Menschen und macht dabei Unterschiede was die Menschen tun. Er akzeptiert nur eine Sorte Menschen und kategorisiert sie. Er äussert sich nicht nur, er sagt in einem Befehlston wie bei der Bundeswehr, dass ich Schuld sei und ich anfange und er ja Recht habe, weil er Recht haben will und es genug Leute gibt, die ihm glauben, weil er meint Autorität auszustrahlen und einem angst einzuflössen.

Die wohnen bei unserem Onkel und Onkel sagt auch immer nur, dass ich klein beigeben muss.


Warum muss ich mir denn alles gefallen lassen???
 

Felidas

Mitglied
BaggyIce, also ist die Ursache der Freund deiner Schester!? Gefallen lassen musst du dir gar nichts! Mit ihm reden kann man scheinbar auch nicht! Und ihm aus dem Weg gehen geht nicht?

Guten Abend Nordrheiner,
das mit dem Reden klingt immer einfach. Bei mir ist es so, dass man, wenn man etwas sagt, was auch nur ansatzweise klingt wie Kritik, es sofort sehr persöhnlich genommen wird, sodass es nicht möglich ist, über Probleme zu reden!
jeder andere, den ich kenne, reagiert ganz normal, meine Eltern meinen aber, dass die Kinder Respekt haben müssen und nicht das Recht haben, ihre Eltern zu kritisieren. Man kann nicht über Probleme reden, ohne die Dinge beim Namen zu nennen. Weil du schreibst, dass man sich keine Vorwürfe machen soll. Natürlich bringt es nichts, von A-Z alles aufzuzählen, was einem einfällt und womöglich alte Kamellen herrauszuholen. Aber wie gesagt, man muss auch sagen dürfen, was man für Probleme hat und warum man nicht gut miteinander reden kann! Und irgendwann resigniert man einfach, weil der Weg immer über Streit führt.
 
W

widder-rebell

Gast
BaggyIce, also ist die Ursache der Freund deiner Schester!? Gefallen lassen musst du dir gar nichts! Mit ihm reden kann man scheinbar auch nicht! Und ihm aus dem Weg gehen geht nicht?

Guten Abend Nordrheiner,
das mit dem Reden klingt immer einfach. Bei mir ist es so, dass man, wenn man etwas sagt, was auch nur ansatzweise klingt wie Kritik, es sofort sehr persöhnlich genommen wird, sodass es nicht möglich ist, über Probleme zu reden!
jeder andere, den ich kenne, reagiert ganz normal, meine Eltern meinen aber, dass die Kinder Respekt haben müssen und nicht das Recht haben, ihre Eltern zu kritisieren. Man kann nicht über Probleme reden, ohne die Dinge beim Namen zu nennen. Weil du schreibst, dass man sich keine Vorwürfe machen soll. Natürlich bringt es nichts, von A-Z alles aufzuzählen, was einem einfällt und womöglich alte Kamellen herrauszuholen. Aber wie gesagt, man muss auch sagen dürfen, was man für Probleme hat und warum man nicht gut miteinander reden kann! Und irgendwann resigniert man einfach, weil der Weg immer über Streit führt.
Die beiden sind verheiratet. Schwester meint ja schon bei jeder noch so kleinen Kritik, dass ich gleich ihre Familie beleidigen würde. Und sie hatte sich hintenrum bei unseren Eltern beschwert.
 

Felidas

Mitglied
Ist eine verzwickte Situation, leider! Ich hoffe, das sich das Verhältniss wieder bessen lässt. Bei mir hat es ja nicht gut geklappt, man bekommt zwar die Schuld, wenn man sich zurückzieht und sich selten meldet, aber man bekommt nicht diesen psychischen Druck, das ist auf Dauer echt nicht gesund!
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
"Er" ist von sich aus ein Mensch, der eher missmutig in die Welt hinein blickt. Er vergleicht Menschen und macht dabei Unterschiede was die Menschen tun. Er akzeptiert nur eine Sorte Menschen und kategorisiert sie. Er äussert sich nicht nur, er sagt in einem Befehlston wie bei der Bundeswehr, dass ich Schuld sei und ich anfange und er ja Recht habe, weil er Recht haben will und es genug Leute gibt, die ihm glauben, weil er meint Autorität auszustrahlen und einem angst einzuflössen.

Die wohnen bei unserem Onkel und Onkel sagt auch immer nur, dass ich klein beigeben muss.
Meine Frage an Onkel und Tante wäre: Warum soll das richtig sein? Was für Gutes kann entstehen, wenn man so tut, als ob falsche Behauptungen richtig sind?

Warum muss ich mir denn alles gefallen lassen???
Meine Antwort an Dich: Einer erwachsenen Frau tut es i.d.R. nicht weh, wenn ein Kleinkind ihr auf die Füße tritt. Es liegt oft im Auge des Betrachters, ob er sein Gegenüber als Kind oder als Riesen betrachtet.

Es ist schwer für mich zu diskutieren mit Menschen (Deinem Schwager), die ich nicht kenne. Manchmal kann schon ein kleines Detail einer Diskussion Anlass sein, die Frage zu ändern oder einen Kommentar einzufügen. Insofern, wenn ich Dir Tipps gebe, berücksichtige bitte, dass meine Tipps je nach Situation angepasst werden müssen.

Vorausgehende Situation als Beispiel: Du hast angeblich etwas falsch gemacht.

Meine Tipps:
1) Bei Behauptungen, die nicht sachlich begründet sind, hinterfrage ich möglichst immer die Behauptung:
"Warum denkst Du, ich hätte etwas falsch gemacht?"
"Wenn Du XY glaubst - und nicht mir - wieso denkst Du, dass Du damit zur richtigen Ansicht gelangst?
Hast Du nicht auch den Eindruck, dass Du mich ungerecht behandelst? Ich frage Dich: Warum machst Du das? Was habe ich Dir getan?"

2) Bleibe immer ruhig und eher freundlich, eher lächeln als wütend auszusehen. Das Lächeln ist oft die beste Art und Weise, dem Gegner die Zähne zu zeigen.

Hilft Dir das weiter? Ansonsten solltest Du konkrete Beispiele bringen.

LG, Nordrheiner
 
W

widder-rebell

Gast
Ist eine verzwickte Situation, leider! Ich hoffe, das sich das Verhältniss wieder bessen lässt. Bei mir hat es ja nicht gut geklappt, man bekommt zwar die Schuld, wenn man sich zurückzieht und sich selten meldet, aber man bekommt nicht diesen psychischen Druck, das ist auf Dauer echt nicht gesund!
Nein, ich weiß es definitiv, dass sich diese Menschen nicht mehr ändern. Mir auch egal. Ich kann sie nicht mehr ändern, das können die nur an sich selber, wenn sie es denn bemerken, dass sie falsch denken und handeln. Aber dem wird so nicht sein und ich kann auch nicht die Welt verbessern.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Guten Abend Nordrheiner,
das mit dem Reden klingt immer einfach. Bei mir ist es so, dass man, wenn man etwas sagt, was auch nur ansatzweise klingt wie Kritik, es sofort sehr persöhnlich genommen wird, sodass es nicht möglich ist, über Probleme zu reden!
jeder andere, den ich kenne, reagiert ganz normal, meine Eltern meinen aber, dass die Kinder Respekt haben müssen und nicht das Recht haben, ihre Eltern zu kritisieren. Man kann nicht über Probleme reden, ohne die Dinge beim Namen zu nennen. Weil du schreibst, dass man sich keine Vorwürfe machen soll. Natürlich bringt es nichts, von A-Z alles aufzuzählen, was einem einfällt und womöglich alte Kamellen herrauszuholen. Aber wie gesagt, man muss auch sagen dürfen, was man für Probleme hat und warum man nicht gut miteinander reden kann! Und irgendwann resigniert man einfach, weil der Weg immer über Streit führt.
Deinen Eltern stimme ich insofern zu, dass Respekt einfach grundsätzlich wichtig ist. Daher sollte auch mit Kritik an den Eltern vorsichtig umgegangen werden.

Ich empfehle Dir, keine direkte Kritik zu äussern, sondern auf indirektem Wege deutlich zu machen, dass Du dieses oder jenes für falsch hältst. Das kannst Du mit Fragen gut errreichen:

Warum glaubst Du, dass dies oder jenes richtig ist?
Könnte es nicht richtig sein, wenn x dies tut und nicht das, weil damit das Ziel A besser und ohne Probleme erreicht wird?
Ich habe gelernt, dass Deine Meinung falsch ist. Die Begründung die ich hörte, war .....
Jetzt höre ich von Dir aber, dass Du denkst, Deine Meinung sei richtig. Ich würde gerne von Dir lernen, warum.

Stell als eine anderslautende Meinung - im Gegensatz zu der Meinung Deiner Eltern - erst in den Raum und dann in Frage. Und lasse Deine Eltern begründen, warum die von ihrer Meinung abweichende Meinung falsch sein soll. Wenn sie die Falschheit der abweichenden Meinung nicht begründen können, haben die Eltern ein Problem - ohne dass Du ihre Meinung kritisiert hast.

Z.B.: Wenn Du Deine Meinung nicht begründen kannst, wie soll ich da von Dir lernen?

Falls Du meiner Taktik zustimmst, wirst Du Deine Eltern nicht ändern, aber Dir Respekt verschaffen, ohne selbst angriffig und damit respektlos zu wirken.

Und manchmal ist das Nichthinhören auch ganz praktisch. Ich sage mir schonmal: "Ich muss nicht auf alles reagieren...."

Ich hoffe, Du verstehst... und meine Gedanken helfen auch Dir.

LG, Nordrheiner
 

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