Hat jemand Erfahrung mit dem Thema "Sterilisation von kinderlosen Frauen um die 30" gemacht?
Wie steht ihr dazu? Sollte es für Frauen leichter werden, sich sterilisieren lassen zu können?
Eine gute Freundin von mir ist von dem Thema betroffen. Sie ist jetzt 31 und weiß schon ihr Leben lang, dass sie nie Kinder möchte. Sie ist auch in einer stabilen, langjährigen Beziehung und ihr Partner möchte ebenfalls keine Kinder und das schon sehr lange. Sie hat auch den Wunsch, sich sterilisieren zu lassen, findet aber keinen Arzt. Sie erzählt auch, dass sie sich doofe Kommentare anhören darf.
Ich denke, ganz allgemein betrachtet ist die Gefahr sehr groß, dass es einen gewissen Anteil an Frauen gibt, die das dann irgendwann sehr bereuen würden. Oder dann doch nicht damit klarkommen, wenn sie sterilisiert wurden. Anscheinend kann man eine Sterilisation teilweise rückgängig machen (?), es ist aber nicht erfolgsversprechend und nicht sicher, dass es klappt. Und der Eingriff ist aufwendig und teuer. Deswegen denke ich, dass viele Ärzte an diese Aspekte denken und auch irgendwo Angst haben, dass sie Probleme bekommen, wenn eine sterilisierte Frau dann doch merkt, es war eine falsche Entscheidung für sie und sie bereut das.
Ich selbst kenne auch Leute, die nie Kinder wollten, das kategorisch für sich abgelehnt haben und dann mittlerweile glückliche Eltern sind, weil sie einen entsprechenden Partner gefunden haben, mit dem sie sich das dann doch vorstellen konnten, bzw. der Wunsch in dieser Beziehung geweckt wurde. Die haben davor ganz klar gesagt: Niemals Kinder.
Und wer kennt das nicht: Man ist manchmal in einer Phase, in der kann man sich vieles nicht vorstellen oder denkt anders. Dann entwickelt man sich weiter. Oder man ist sehr unglücklich mit seinem Leben. Oder hat gerade viele andere Dinge im Kopf und Themen, die einen beschäftigen. Das darf man nicht vergessen.
Ich finde aber, jede Frau sollte das Recht haben, frei über sich zu entscheiden, was Sterilisation angeht. Egal in welchem Alter. Und dann sollte sie aber auch die Konsequenzen tragen, falls sie die Sache Jahre später bereut. Oder direkt nach dem Eingriff. Ich würde dies aber nur damit einhergehen lassen, wenn die Frau nachweisen kann, dass sie sich z. B. mit einem Psychologen darüber unterhalten hat, damit klar ist, sie ist sich wirklich der Tragweite bewusst und hat sich damit außeinandergesetzt. Damit man möglichst weitgehend ausschließen kann, es ist eine Kurzschlussreaktion oder der aktuellen Lebensphase oder gewissen Belastungen geschuldet und würde unter anderen Bedingungen ganz anders aussehen.
Urteilen, ob es richtig oder falsch ist, würde ich nie. Das kommt auf die individuelle Situation der Frau an und überhaupt auf sie persönlich und ist ihre freie Entscheidung über ihren Körper. Genauso wie die Frage, ob sie Kinder will oder nicht. Das ist eine persönliche Angelegenheit, die man wertungsfrei sehen sollte. Ich finde es absolut in Ordnung, nicht sein Glück in Kinderkriegen zu sehen. Oder dass man sich absolut nicht als Mutter sieht.