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Spiritualität und Gesellschaft

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Die allerdings meines Wissens ihre Wohltaten überwiegend nur den eigenen Glaubensbrüdern und -schwestern angedeihen ließen. Sowas hatte ich zumindest mal von den Franckeschen Stiftungen in Halle gehört, soweit ich mich erinnern kann. Wer un- oder andersgläubig war, hatte nicht mit Hilfe zu rechnen.

Das sind halt immer so Dinge, die mich an den meisten Religionen stören. Man gibt sich zwar sozial und hilfsbereit, aber nur solange man zur "peer group" gehört. Wenn nicht, dann mutiert man rasch um unliebsamen Ungläubigen, dem man nicht nur nicht hilft, sondern sogar aktiv ausgrenzt.

Aber ich glaube, wir weichen immer stärker vom Thema Spiritualität ab....

Kommt darauf an wie man es sieht. Wir reden jetzt ja nicht vom 21. Jahrhundert sondern meinethalben vom Mittelalter. Da war nunmal der Großteil der Bevölkerung noch weitesgehend katholisch-christlich. Wie damals deine Chancen auf Hilfe bsp. als Jude waren, dass kann ich dir nicht sagen.
Aber es war halt eine halbwegs organisierte Nächstenhilfe die dort statt fand.
Mir liegen dazu keine statistischen Erhebungen vor. Muslime und Andere waren ja damals noch eine vernachlässigbare Größe.

Heutzutage gibt es solche und solche religiösen Organisationen. Manche helfen ohne Rücksicht auf Religion in der Welt, andere (Stichwort Mutter Theresa) betreiben nichts weiter als erzharte missionierung.

Und das "Ausgrenzen" von anderen ist nun wahrlich keine religiöse Erfindung. Das geht auf unsere ureigensten Rudelinstinkte zurück. Fremde sind in der Gruppe erstmal ungern willkommen.
Um mal einen allseits beliebten NS-Vergleich zu bemühen: Die Nazis (welche mit Religion wirklich nicht viel am Hut hatten, maximal noch ein wenig neuheidnisch) hatten da auch ganz komische Vorstellungen darüber welchen Menschen man helfen sollte und welchen nicht (bzw. welche man sogar vernichten soll). Nur das die das nicht am Glauben, sondern an der Herkunft fest gemacht haben. Oder heute der HipHopper und der Metal-Fan die sich (zumindest in jungen Jahren) bis aufs Blut nicht leiden können.

Das halt nur mal am Rande.
 
Ach ja, wisst ihr worauf das moderne Gerichtswesen in der westlichen Welt beruht? Auf der heiligen Inquisition und das nicht im negativen Sinne.
Genau, der Umstand das man heute einen halbwegs fairen Gerichtsprozess haben kann hat seinen Ursprung darin gefunden das Hexen und Ketzer angeklagt wurden und in diesen Prozessen die Grundsteine für das Prozesswesen gelegt wurden auf das wir heute noch zurück greifen.

Und deswegen sind ja auch so viele Personen, nicht nur Frauen, unschuldig als Hexen verbrannt worden. Weil das damals ja so faire Gerichtsprozesse waren, mit brutaler Folter bis hin zum "Geständnis" ... oder kam die Fairness erst durch Leute in die Welt, die allergisch auf diese Methoden der Inquisition reagierten und/oder realisierten, daß Folter keine Wahrheit ans Licht bringt, sondern nur Lügen, um die Qualen abzukürzen? :mad:
 
Und deswegen sind ja auch so viele Personen, nicht nur Frauen, unschuldig als Hexen verbrannt worden. Weil das damals ja so faire Gerichtsprozesse waren, mit brutaler Folter bis hin zum "Geständnis" ... oder kam die Fairness erst durch Leute in die Welt, die allergisch auf diese Methoden der Inquisition reagierten und/oder realisierten, daß Folter keine Wahrheit ans Licht bringt, sondern nur Lügen, um die Qualen abzukürzen? :mad:

Schön das du fragst. Ich warte schon seid JAHREN dieses Wissen endlich mal mitteilen zu können. 🙂

Um das zu verstehen muss man sich erstmal vor Augen führen wie das damals war. Das Feudalsystem war nicht mit dem was wir heute haben zu vergleichen.
Dein Lehnsherr konnte quasi bestimmen was mit dir passiert und wenn er dich eines Vergehens anklagte, dann hattest du KEINE Chance dich zu verteidigen. Dein Wort galt nichts.

Als Beispiel: Dein Gutsherr kommt in dein Haus, schändet deine Tochter und brennt die Hütte ab. Du versuchst ihn zurück zu halten. Jetzt konnte es zum Prozess (wenn man sich dessen überhaupt die Mühe machte und dich nicht direkt am nächsten Baum aufknüpfte was damals auch das gute Recht des Gutsherren war) kommen, aber nicht gegen den Gutsherren sondern gegen dich weil du ihn behindert hast. Und das Ergebnis hat der Ankläger bereits vorher fest gelegt.

Die Inquisition änderte das. Nicht nur das jeder vor ihr landen konnte, es wurden auch alle gleich behandelt. Und du konntest dich selber verteidigen und Argumente bzw. Beweise für deine Unschuld hervor bringen und auf einen Freispruch hoffen. Und wenn du deine Vergehen zugabst und reuig warst, wurde das Strafmaß reduziert. Zu Beginn waren die Strafen auch recht moderat für damalige Verhältnisse, zu Beginn war das Schlimmste was dir verordnet werden konnte eine Wallfahrt nach Konstantinopel.

Aber auch während der Hochzeit, wo das was man heute darunter versteht (Scheiterhaufen, Folter usw.) hatte, hattest du eine Chance auf Freispruch. In Flandern gab es zwischen 1350-1700 beispielsweise 425 Hexenprozesse. Davon wurden 196 verbrannt, 106 verbannt und 78 frei gesprochen. 23 Menschen starben an den Folgen des Prozesses.

Ich nehme nicht an das wir über die Rechtmäßigkeit der Vorwürfe oder die Methoden groß diskutieren müssen (ich denke da sind wir uns alle einig), aber es bleibt eben der Fakt das es so etwas wie ein Prozess gab bei dem der Ausgang nicht vorher bereits fest stand, bei denen der eigene Stand im Prinzip keine Rolle spielte und bei dem Freispruch eine Option war.

Der Bauer konnte frei gesprochen werden, der Adelige verbrannt und beide wurden beim Prozess gleich behandelt. Natürlich gab es auch hier Ausreißer, wie heutzutage auch. Aber im Großen und Ganzen war das damals eine (für damalige Verhältnisse) "faire" Angelegenheit.
Ich wiederhole noch einmal, das war ein Novum im Feudalsystem. Und auch wenn sich die Mittel und die Anklagegründe verändert haben, das was wir heute haben ist Nichts anderes. Vorwurf, Beweise, Urteil.
Und nicht Vorwurf, Urteil.
 
Erinnere mich an einen lustigen Gedankenaustausch:

"Ich glaube nicht an einen Gott."

"An den Gott, an den du nicht glaubst, glaube ich auch nicht."
 
Schön witzig 🙂

Ja Tsunami, Du hast überhaupt nichts geschrieben ob für Dich Geist existiert ob für Dich Spiritualität existiert... und wie du das siehst wenn Menschen seelisch was aufeinander projizieren... ob das reale seelische Auswirkungen für Dich sind oder wieder nur Biologie. Du versteckst Dich dabei haben wir uns hier so viel Mühe für den Thread gegeben.

Danke.

Und ja, ich fange dann an, wenn alle anderen aufhören.
 
Danke.

Und ja, ich fange dann an, wenn alle anderen aufhören.

Komischer Satz, den ich da schrieb, zugestanden. Wenn ich so recht darüber nachdenke, erschließt sich mir der Sinn gar nicht. Vielleicht wollte ich damit einfach nur ausdrücken, dass ich den Faden nicht zu sehr "vereinnahmen" möchte, aber nach wie vor an den Ansichten zum Thema interessiert bin.

~~~

Ganz allgemein denke ich, dass Dinge wie Liebe/Glaube/Spiritualität für das Individuum wie auch die Gesellschaft sehr wichtig und hilfreich sein können. Es ist aber auch ein sehr weites Feld, also, ob jemand glaubt, und was er glaubt - warum bzw. wofür. Manchen ist es ein Bedürfnis, anderen wiederum gar nicht. Im buddhistischen bspw. würde man auch weniger von einem Glauben sprechen, sondern von Erkenntnis.

~~~

Für mich selbst ist das Ergebnis meines bisherigen Lebensweges, dass in allen Menschen und Dingen eine gewisse "Göttlichkeit" steckt. Folge aber keiner bestimmten Lehre oder so. Es hat sich einfach so ergeben, durch alles, was ich im Leben so aufgeschnappt bzw. erfahren habe. Es ist "kein Buch, das ich anderen über den Kopf hauen würde", sondern in erster Linie meine Privatsache bzw. persönliche Angelegenheit, mit der niemand anders etwas anfangen können muss.

Wie der Zufall es so will, habe ich mich erst kürzlich mal wieder mit Marianne Williamson befasst und habe zu meinem Erstaunen festgestellt, dass das, was sie sagt, in etwa dem entspricht, wie ich Spritualität sehe, nur sehr viel "ausgereifter". Ich meine, die Frau hat 11 Bücher geschrieben, 6 davon New York Times Bestseller.

Wenn es nach mir geht, wird die Frau die nächste US-Präsidentin, wofür sie ja auch kandidiert.

Nachfolgend eine Kostprobe dessen, was sie so sagt:

https://www.youtube.com/watch?v=Gu_som0ZPmU

~~~

Und dann vielleicht noch das wohl bekannteste Zitat von ihr:

"Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear ist that we are powerful beyond measure."
 
Zuletzt bearbeitet:
"Und wanderte ich im finstersten Tal, mein Herr und Gott ist bei mir."

Und ja, vielleicht ist das das Einzige, was Glaube/Spiritualität kann.

~~~

Gewiss, das ist ein wenig "kurz" ausgedrückt, aber vielleicht versteht ihr, was ich meine.

~~~

Am Ende des Tages geht es um Verständnis und Gerechtigkeit. Vielleicht eine der schwierigsten Aufgaben, denen sich ein Mensch jemals stellen musste.
 
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