Beweise doch erst mal, daß es einen Gott gibt! Wer behauptet, es gäbe rosa Einhörner oder die Zahnfee, sollte ja auch einen Beweis dafür liefern! So herum gehört sich das, bei "übernatürlichen" Dingen, von denen einige wenige erzählen, der größte Teil der Menschheit aber seltsamerweise nie irgendwas mitbekommt (man denke da gern auch an Ufo-Entführungen).
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Entweder hast du meinen Text nicht gelesen oder nicht verstanden. Ich habe überhaupt keine Aussage zu einer Existenz eines Gottes bzw. seiner Nichtexistenz getroffen und woran ich glaube oder nicht glaube. Du schon und wenn man das wissenschaftlich angeht bist du in dem Moment in der Beweislast. Ich könnte auch sagen "Ich kann mich unsichtbar machen wenn keiner hin guckt." und als Beweis anbringen das du mir ja nicht das Gegenteil beweisen kannst. Das umkehren der Beweislast ist aber immer eine ganz schlechte Methode.
Derjenige der in der Wissenschaft eine Definitiv-Aussage trifft ist in dem Moment in der Beweislast. Entweder man kann es beweisen (wie zum Beispiel das die Erde rund ist) oder man kann es eben nicht. Und dann sollte man vorsichtig sein.
Es ist vollkommen okay zu sagen "Ich glaube an einen Gott" oder "Ich glaube nicht an einen Gott" Meinetwegen auch mit Grund XY für die eigene These. Wenn man aber sagt "Ich weiß das es keinen Gott gibt!" oder auch "Ich weiß das es einen Gott gibt!" und erwartet das andere Menschen der eigenen Argumentationslinie folgen, dann sollte man diese Aussage eben auch entsprechend untermauern können. Und das ist eben in der gesamten (!) Religionsgeschichte noch nicht passiert. (weshalb sich auch die meisten Wissenschaftler hier sehr bedeckt halten)
Wie Kinder dazu kommen, sich unsichtbare Freunde auszudenken, läßt sich ganz einfach beantworten: die Spiegelneuronen im Hirn, die in starkem Maß für unser Sozialverhalten, unsere Empathie, unser "Hineindenken" in andere samt der Fähigkeit, sie nachzumachen (also von ihnen zu lernen!) ausschlaggebend sind. Menschen die dort aus irgendwelchen Gründen benachteiligt sind, entwickeln keine sozialen Fähigkeiten, können mit anderen Menschen nicht umgehen, sich in andere (vor allem deren Gefühle) nicht hineindenken, sind deshalb völlig gefühlslos, skrupellos - und haben als Kinder vermutlich auch keine "unsichtbaren Freunde". Weil ihnen das alles einfach fremd ist.
Also muss man einen unsichtbaren Freund gehabt haben um ein empathischer Mensch zu sein? Hui, dass ist eine tolle Aussage. Ein unsichtbarer Freund kann EIN Weg sein die eigenen Gefühle zu regulieren. Es gibt aber auch andere Wege. Wenn man weiterhin betrachtet das unsichtbare Freunde vor allem bei Einzelkindern auftreten kann man ebenfalls darauf schließen das hier die Abwesenheit eines gleich- bzw. ähnlichaltrigen Partners kompensiert wird. Vor allem da die allgemeine Sozialisierung erst später auftritt (deshalb spielen Kinder in der Kindergrippe meist nebeneinander und nciht miteinander)
Der Witz ist, daß bei geistig gesunden Kindern das Alter der unsichtbaren Freunde irgendwann endet. Später erinnert man sich vielleicht mal mit nostalgischen Gefühlen an diese Zeit zurück, aber da spielen die unsichtbaren Freunde im realen Leben dann keine Rolle mehr, man weiß daß es sich nur um altersgemäße Hirngespinste, ein Psychologe würde wohl sagen: ein unbewußtes Selbst-Training für die Entwicklung sozialen Verhaltens, handelte.
Wenn du damit irgendetwas suggerieren willst, dann musst du dir die Frage gefallen lassen warum dann Religion noch so weit verbreitet ist. Und ich rede jetzt nicht von der absoluten Anzahl bzgl. der Weltreligionen (sonst kommst du ja wieder mit der Indoktrinations-Theorie) sondern der multikulturellen Verbreitung. Auch die Naturvölker haben Religion. Werden die alle indoktriniert?
Natürlich gibt es verschiedene Theorien zur "Gottwerdung" Eine der simpelsten ist die des kausalen Zusammenhang. Höhlenmensch Klaus schlägt mit einem Knüppel gegen einen Baum und hört das es ein krachendes Geräusch gibt. Dann hört er den Donner und schlußfolgert das da ein größerer Mensch mit einem größeren Knüppel gegen einen Baum schlägt. Und schon ist Gott geboren. So KANN es gelaufen sein, es KANN aber eben auch anders sein. Und das ist das ganze Problem bei der Sache.
Religion und den Gottesglauben ist etwas, dass es den Forschungen nach seit Anbeginn der Menschheit gibt. Zumindest so lange zurück wie der Mensch in der Lage war sich auszudrücken. Es gibt aber keine Möglichkeit mehr heraus zu finden was die Ursachen hierfür waren und daher kann man eben auch keine Aussage darüber treffen.
Hinzu kommt das die meisten Religionen unglaublich anpassungsfähig waren im Laufe der Geschichte. Gott wohnt im Himmel, dann erforschten wir den Himmel und er war nicht da. Aber das Gott im Himmel wohnt, ist nur eine deutsche Angelegenheit. In unserer Sprache unterscheiden wir nämlich nicht zwischen den Himmel über unseren Köpfen und Gottes Himmel (das merkte schon Martin Luther, als er die Bibel übersetze)
Ein Gottesbeweis scheitert schon alleine daran, dass Gott ein Überwesen ist. Nehmen wir jetzt mal für eine Minute theoretisch an es gibt einen Gott der das Universum erschaffen hat und der über uns wacht und unser Leben beeinflussen kann wie er will. Dies wäre ein Wesen, was für uns kaum vorstellbar wäre und uns IMMER einen Schritt voraus wäre. Wenn er nicht will das wir ihn beweisen können, dann können wir das auch nicht.
Ich vergleiche das gerne mit einer Ameisenfarm. Ich baue jetzt ein Terrarium mit einem autarken System und setze da einen Stamm Ameisen herein. Dann verlasse ich den Raum und kehre nie wieder zurück, sondern beobachte alles durch eine versteckte Kamera, reguliere Raumtemperatur usw.
Die Ameisen könnten jetzt NIEMALS feststellen ob sich ihr Terrarium von selber erschaffen hat oder ob es ein "höheres Wesen" (in dem Falle ich) erschaffen hat.
Und jetzt kommt die Gretchenfrage. Welche Rolle spielt es eigentlich? Ist Religion eine geistige Krankheit? An Gott zu glauben oder nicht ist etwas, das jeder mit sich persönlich ausmachen soll.
Natürlich gab und gibt es Kriege im Namen der Religion. Aber wenn die Menschheit eines bewiesen hat, dann dass sie immer einen Grund findet sich gegenseitig zu diskriminieren, zu töten ect. Der Kommunismus lehnt einen Gott total ab. Dafür baut man eben einen Personenkult auf. In Nordkorea gibt es zum Beispiel die Todesstrafe für den Besitz einer Bibel.
Im Namen der Religion sind im übrigen auch gute Dinge entstanden. Die ersten, sozialen Hilfswerke usw. waren alle christlich geprägt.
Ach ja, wisst ihr worauf das moderne Gerichtswesen in der westlichen Welt beruht? Auf der heiligen Inquisition und das nicht im negativen Sinne.
Genau, der Umstand das man heute einen halbwegs fairen Gerichtsprozess haben kann hat seinen Ursprung darin gefunden das Hexen und Ketzer angeklagt wurden und in diesen Prozessen die Grundsteine für das Prozesswesen gelegt wurden auf das wir heute noch zurück greifen.
Ich persönlich finde diesen modernen Atheismus zum Teil echt zum kotzen. Da wird zum Teil ein Weltbild propagiert das eine offene Anfeindung gegen Religionen fordert. An allem Unglück der Welt sind die Religionen schuld und überhaupt wäre es das reinste Zuckerbäcker-Land wenn wir keine Religion hätten, was immer mehr und mehr gesellschaftsfähig wird. Ganz ehrlich Leute, sucht euch ein anderes Feindbild. Beispielsweise Phantominen oder Leute die im Kino flüstern.
(Und bevor mir jemand schlau kommt: Bei religiösen Hardlinern finde ich das genauso schlimm.)