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Gelöscht 123805
Gast
Herbstlicht
Zebra
Rubin
Kirsche
Wolfsaugen
Im sanften Herbstlicht wanderte Elora schon den dritten Tag durch den hellerleuchteten Wald, dessen Blätter in ihren wunderbaren Farben den Waldboden schmückten.
Hier und da ertönte ein Knacken des Geästs, ein Flügelschlag oder das Rascheln des Laubes.
Elora war fest entschlossen ihre Reise weiter fortzuführen. Nichts würde ihr Angst einjagen, denn sie hatte den Schutz-Rubin des dunklen Wolfes bei sich.
Neben ihr tanzte ihre kleine Amsel Zea la Zebra durch das bunte Laub.
Elora blieb stehen und betrachtete ihre kleine Freundin bei ihrem Tanz. Sie musste lachen, als sie ihr Blätterkleid sah, in dass sie sich nun befand.
Zea hielt inne und schaute sie an. In ihren dunklen Augen bewegte sich Etwas.
Elora nahm einen Schatten wahr.. der Rubin verstaut in einem Beutel, der fest an ihrem Kleid hing.
Sie hielt die Luft an.. und zog an dem Beutel, der sich aber nicht öffnen lies.
Zea noch immer gebannt, reglos in ihrem Kleid aus Blättern, zog sie fast unmerkbar etwas aus ihrem Gefieder.. es war eine Kirsche, röter als alles was Elora jemals sah.
Mit einem Mal.. befreite sie sich aus ihrem Blätterversteck und erhob sich in die Lüfte.. um der fast unsichtbaren Präsenz die hinter ihnen lauerte die Stirn zu bieten.
Im selben Moment konnte Elora endlich den Beutel öffnen und zog den nun leuchtenden Rubin heraus, dabei drehte sie sich dem Geschehen hin und hielt den Stein ins... Nichts.
Elora kam ins Taumeln.. ihr Atem ging schnell, ihr Brustkorb war schier vorm platzen. So sehr klopfte ihr Herz. Ihr wurde warm und zugleich ganz kalt.
Alles was sie sah, war nichts.
Sie brauchte einige Sekunden um das zu begreifen.
Dann ein Rascheln. Langsam glitt ihr Blick in die Richtung aus dem es kam..
Der Rubin hell erleuchtet.. das Zeichen, dass sie sich nicht irrte. Doch dann erlosch er und sie sah hinter den Bäumen Wolfsaugen.. so leuchtend, dass sie dem Rubin das Licht stahlen.
Um sie herum wurde es dunkler als jemals zuvor.
Alles Licht, alles Helle war aufgesogen und es herrschte absolute Finsternis.. schwärzer als alles Schwarze.
Elora versuchte sich an dieses Nichts zu gewöhnen, suchte etwas an dem sie sich orientieren konnte, doch sie fand nichts und so stolperte sie durch den Wald. Sie rief nach Zea, doch neben des Lichts hatte die Schwärze auch alle Geräusche verschluckt.
Ab und an schaute sie umher, um nach den Wolfaugen zu schauen.. aber sie waren ebenso fort, wie alles andere und so irrte sie zeitlos durch den Wald.
Es war kalt und sie hatte Hunger. Doch in der Finsternis wollte sie nicht rasten. Wollte die Stille nicht hören, nicht akzeptieren.. obwohl sie permanent um sie herum war.
Nach einiger Zeit war sie so müde und so erschöpft, dass sie in einen traumlosen Schlaf fiel.
Wie sollte sie hier auch träumen, in diesem Nichts.
Kurz bevor sie aufwachte vernahm sie so etwas wie Licht.. doch als sie ihre Augen aufschlug, war es immer noch dunkel um sie herum.
Es vergingen wieder Ewigkeiten, in denen sie auf der Suche war.. nach Was? Das wusste sie selbst nicht.
Wie sollte sie jemals wieder hier heraus finden?
Eines Dunkels lies sie sich einfach fallen und hörte tief in sich hinein. Sie wusste, dass sie noch war, denn sie war auf der Suche und sie spürte sich. Auch wenn sie nichts sah.
Es dauerte einige Zeit.. bis sie tief in ihrem Innern etwas wahrnahm. Es war leise, kaum hörbar.. und Elora hatte Angst, dass das Nichts ihr auch das stehlen könnte. Doch immer wenn sie daran dachte, verstummte es in ihr.
Mit der Zeit begriff sie, dass ihre Angst diese leise Stimme in ihr verstummen lies.
Ihr wurde bewusst, dass auch sie leise wurde und nicht mehr sprach, denn alles was sie sagte verschlang das Nichts, dass sich überall ausgebreitet hatte.
Und so fing sie an, wieder zu sprechen, sie sang, sie schrie und sie brüllte gegen alles an, was ihr die Stimme nahm. Müde davon sackte sie zusammen und als sie in ihrem Innern ganz still wurde, da hörte sie diese innere Stimme und sie sprach mit ihr. Sie gab ihr Halt und Vertrauen. Sie gab ihr das wonach sie gesucht hatte.
Sie versank in einen tiefen Schlaf und sie träumte.. sie träumte in allen Farben die es gab und als sie erwachte, war es hell um sie herum.
Neben sich vernahm sie ein Rascheln und als sie hinüber schaute, erkannte sie Zea in ihrem Blätterkleid.
Sie tanzte noch immer.
Langsam kam Elora zu sich und schaute sich um. Vor ihr lag ein Kirschkern. Ihr wurde bewusst, dass sie die Dunkelkirsche gegessen hatte, die sie von dem Hofmagier bekommen hatte.
Sie hatte alles nur geträumt.
All die Dunkelheit und das Nichts. Es war ein Traum und doch wusste sie tief in sich, dass es weder das eine noch das andere war, denn sie hörte nun auch ihre innere Stimme ganz deutlich und ganz klar.
Ende.
Feigenbaum
Luchsfeder
Krokodil
Heizungsmonteur
Muschelsand