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Soziale Netzwerke machen mir Angst

G

Gelöscht 118106

Gast
Eigentlich nutze ich gar keine sozialen Netzwerke. Sei es Facebook, Instagram, Twitter oder wie sie alle heißen. Nichts davon nutze ich. Mein Problem ist eher YouTube. Ich nutze die Seite hauptsächlich zum Musikhören. Dabei mache ich leider immer wieder den Fehler und lese mir die Kommentare durch, die, wie ihr vielleicht selber wisst, zum Teil ziemlich gemein und beleidigend sein können (was einer der Gründe ist, warum ich auch keine sozialen Netzwerke nutze). Da fühlt man sich gelegentlich genötigt, auf Kommentare zu antworten, was ich aber nie mache. Man wird eh nur unnötig zur Zielscheibe. Oft lande ich am Ende auch bei irgendwelchen Videos, die ich mir eigentlich gar nicht ansehen wollte, aber irgendwie schaut man sie sich trotzdem an. Und die Videos lößen dann manchmal schon fast eine Panikattacke in mir aus. Dabei müssen das nicht mal schlimme Videos z. B. über Krieg oder Mord sein. Solche Videos schaue ich mir ohnehin nicht an, weil ich ganz genau weiß, was das aus meiner bereits instabilen Psyche macht. Kennt das jemand? Man neigt ja dazu, sich mit anderen Leuten zu vergleichen. Oder vielleicht ist es auch einfach nur eine Reizüberflutung (das bekomme ich auch, wenn ich in der Öffentlichkeit bin). Keine Ahnung, was es ist. Ich weiß nur, dass es Panikattacken in mir auslößt. Wie geht ihr damit um?
 

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Binchy

Aktives Mitglied
Hi,

also ich leide nicht an Panikattacken. Aber warum liest Du Dir dann die Kommentare durch, wenn Du doch weißt, was sie auslösen können bzw. stoppst Dich nicht und guckst videos, die Dir nicht gut tun?

Reizüberflutung kennt wohl jeder heutzutage, da hilft es vielleicht, dass man sich eine bestimmte Zeit für Youtube oder Filme festsetzt.

Du könntest ja auch eine Youtube-Meditation mit schöner Musik anmachen und dich dazu erholen.
 

Doratio

Aktives Mitglied
Abonniere auf YouTube die Kanäle die dir gut tun und wo du dich wohlfühlst.
Natürlich ist es verlockend den Vorschlägen zu folgen. Wenn es dich aber belastet solltest du die Finger davon lassen.
Es gibt doch ausreichend Auswahl, man muss sich nicht alles ansehen. Und die ganzen Kommentare lese ich meist gar nicht.
 
G

Gelöscht 118106

Gast
Aber warum liest Du Dir dann die Kommentare durch, wenn Du doch weißt, was sie auslösen können bzw. stoppst Dich nicht und guckst videos, die Dir nicht gut tun?
Hi Binchy,

genau das ist ja das Problem. Irgendwie kann ich einfach die Finger nicht weglassen. Ich habe keine Selbstkontrolle. :|
Ich habe schon versucht, YouTube ganz zu meiden, aber spätestens bei Langeweile ist YouTube meine erste Anlaufstelle.
 

cafard

Aktives Mitglied
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich nach einer gewissen Zeit diese Kommentare einfach nicht mehr berührt haben. Solche Ergüsse sind einfach nur Müll, das muss man sich klarmachen, nach einer gewissen Zeit prallt es an einem ab wie Insekten an der Windschutzscheibe. Mach dir klar, dass es armselig ist, wenn Menschen sich in der Anonymität so auslassen. Es gibt genug Menschen, die sowas offensichtlich nötig haben. Ich wünsche dir, dass du darüber hinauswächst. Am Anfang ist das mir das auch noch schwergefallen.
 
G

Gelöscht 117973

Gast
Wenn du dich auf youtube nicht wohl fühlst, dann versuch es mal bei Spotify. Da geht es effektiv ums Hören, allerdings weiss ich nicht, ob man dort Kommentare posten kann.
 

Styx.85

Aktives Mitglied
[...] prallt es an einem ab wie Insekten an der Windschutzscheibe.
Ich wünschte, Insekten würde sich so verhalten wie du es beschreibst... würde mir mehrere Autowäschen sparen ;)

Zurück zum Thema:

Ich mache mir beim Lesen von Kommentaren immer bewusst, dass sie schlicht nicht repräsentativ sind, sondern:

- Von Doppelusern sich selbst verstärkend angelegt
- Von Bots gestreut
- Gezielt provokant formuliert
- Dienen dem Zeitvertreib und geben nicht die reale Meinung oder gar ein Meinungsbild wieder
- Es ziehen bestimmte Thematiken auch eine bestimmte Gruppe an Usern an...

Sich das vor Augen zu halten, triggert deutlich weniger, falsche Weltbilder zurecht rücken zu müssen oder am Verstand der Menschheit zu zweifeln.
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Gut finde ich, dass Du Dich selbst reflektiert hast in dem Sinne, dass Du etwas feststellst, was nicht stimmt, und dem Problem nach gehst.

Es gibt Trigger. Ein Trigger kann etwas vollkommen harmloses sein, das jedoch bei bestimmten Personen bestimmte Reaktionen erzeugt, bei der Allgemeinheit dagegen eher nicht.
Dinge, die bei jedem ein über normale Empfindungen hinaus gehendes Unbehagen erzeugen, sind durch den Gesetzgeber sanktioniert, weil die Allgemeinheit ( und somit der durchschnittlich starke Bürger) den Schutz des Staates vor Verletzung genießt. Im weitesten Sinne sind zB Beleidigungen verboten, weil durch diese jeder verletzt sein kann und traurig ist, wenn er keine Möglichkeit hat, sich zu wehren.

Wenn Du also durch irgend etwas angreifbar bist, was andere nicht angreifen würden, kannst Du Dich auf den Schutz nicht beziehen.

Dennoch greift es Dich an und die Frage, die Du Dir stellst ist, wie Du dagegen vorgehen kannst, wenn Du nicht gegen andere vorgehen kannst.

Ich rolle Deine Reaktion, die du vermeiden möchtest, mal von hinten auf. Oben steht das "jetzt", unten die Vergangenheit.

<Panikattacke
< Kommentar/Trigger?
<youtube Video
<Videoauswahl
<PC einschalten
<an den Tisch setzen

Zu jedem Zeitpunkt der Vergangenheit hast du die Möglichkeit gehabt abzubrechen, um nicht in den Zustand "jetzt" zu gelangen.
Jedoch spitzt sich die Situation vom vollkommen normalen ( unten) in das "bedrohliche jetzt"=oben) immer weiter zu. Daher macht es keinen Sinn, Trigger in Normalzuständen zu suchen.
Je weiter Du nach oben gehst, desto wahrscheinlicher wird es, dass Du auf einen Trigger triffst.

Ich bin der Annahme - was einen zentralen Punkt meiner Idee ausmacht - dass Du alles unterhalb der Spitze als "normal" ansehen müsstest, weil Du a) Dich ansonsten zu sehr einschränkst und b) Ersatz-Trigger entwickelst, die das Problem dann immer noch nicht beseitigen.

Also kann es nur so sein, dass Du bis hoch nach oben alles akzeptierst aber die Panikattacke selbst nicht.
Wenn Du es bis dahin nachvollziehen konntest, dann kannst Du das Problem wie folgt angehen:

Du konfrontierst Dich mit der Attacke.
Du führst also die Schritte der Reihe nach wie immer durch und kommst bis zu den Kommentaren.
Hier stoppst du kurz und vergegenwärtigst Dir, dass Du beim Lesen zwingend eine Panikattacke zu bekommen hast! Es war ja immer so. Entweder bekommst Du sie aus Versehen oder gewollt, behältst Dir aber vor, abzubrechen.
Danach rufst Du genau dasselbe Video auf und liest erneut. Du wünschst Dir quasi die Attacke herbei - und brichst ab.
Wenn Du das Video 10mal aufgerufen hast und dieselben Kommentare 10mal gelesen hast, wirst Du garantiert anfangen, das Vorgehen lächerlich zu finden, weil nichts mehr passiert.

Mit etwas Übung schärft sich so Dein Sinn für die Schwachstelle, und Du weisst vorher, dass Du "gefährdet" sei kannst. Jedoch zeigt Dir Deine Logik, dass die Gefahr unreal ist. Sie verblasst und diese Trigger verlieren ihre Wirkung.

Des weiteren verwendest Du Zeit darauf zu ergründen, in welchen Situationen Du ebenfalls Auswirkungen spürst. Indem du wachsam bist und Dich kennen lernst, rechnest Du bereits weit vorher mit einer Panikattacke, die in dem Zeitpunkt noch gar keinen Grund hat.

Das Rechnen mit der Panik wird so zu einem recht allgegenwärtigen Begleiter, der einen Panzer erzeugt, den Du erst später ablegst, wenn zum 100.mal wieder nichts passiert ist.

Weiterhin zerlegst Du die Panik in Bestandteile. Herzklopfen, Schwitzen, Angst etc und klammerst schon vorher! ein Symptom aus. Panik gerne also, diesmal aber ohne Schwitzen etc.
Du lernst sie also zu beherrschen, indem du die Bestandteile enttarnst.
Sie verliert die Wucht und Du das Gefühl, ohnmächtig zu sein.

Hintergrund.
Ich hatte wegen Depressionen eine ausgewachsene Sozialphobie entwickelt, bei der ich in der Tankstelle beim Zigaretten kaufen gezittert und geschwitzt habe, also bereits reif für die Klapse war.
Das Gefühl war unerträglich. Daher habe ich mich am Freitag danach hübsch gemacht und bin in die Skihalle gefahren, mitten unter die feiernden Leute. Ich wollte wissen, ob ich sterbe oder spinne.
Natürlich bin ich fast gestorben, aber da ich es irgendwie überstanden habe, bin ich gleich Samstag wieder hin gefahren. Danach jede Woche dasselbe.
So kam ich recht schnell zu dem Ergebnis, dass meine Phobie einfach nur überflüssig und zusammen gesponnenes Zeug gewesen war.
Das was ich oben geschrieben habe wäre eine Möglichkeit für analoges Vorgehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Finline

Mitglied
Du hörst Musik auf YouTube? Ja, manches muss man nicht verstehen. Ich selber höre Musik oder schaue Musikvideos.
Youtube hat zwar tolle Sachen zu bieten, hat aber auch viel zu viel Schrott dabei.
 

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