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soziale Inkompetenz behandeln

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Verstehe ich das richtig - ihr schlagt jemandem mit Sozialphobie, Ängsten und u. a. anderen psychischen Baustellen vor, als Heilerziehungspflegerin mit stark hilfebedürftigen Menschen zu arbeiten? Sorry, aber das kann doch nicht funktionieren...
Warum sollte das nicht funktionieren? Wie viel Ahnung hast Du von psychischen Erkrankungen?

Ich arbeite trotz Angststörung und anderen psychischen Erkrankungen im psychiatrischen Bereich und bin genau an der Stelle sehr erfolgreich. Ich will nicht sagen, dass es für mich einfach ist, aber das ist ja nicht das Thema.
 
Man stirbt nicht an seinen Ängsten, auch wenn es sich so anfühlt.
Nicht an Todesangst und auch nicht an Sozialphobie.
Anstatt zu vermeiden und damit zu kultivieren, wäre es hilfreich sich zu stellen.
Einfach ist das nicht. Sehr vieles im Leben ist schwierig oder gar außerordentlich schwierig. Man kommt aber nicht weiter, wenn man vor allem den einfachen Weg nimmt oder nur etwas, das sofort als gut machbar erscheint. Man wächst an den Herausforderungen. Ohne Wachstum keine Entwicklung. Ohne Entwicklung kein Vorankommen.

Ich würde dir raten, dass du mit kleinen Schritten ins Handeln kommst. Du bist nicht mit Phobien auf die Welt gekommen. Entsprechend sind sie erworben und nicht angeboren. Alles was erworben ist, kann man wieder ablegen.


Nachfolgend eine Anekdote zu Goethe wie er das gemacht hat. Ganz ohne Therapeut.

 
Das Problem ist, dass andere Menschen diese Angst spüren.
Die Reaktionen sind dann oft sehr negativ.
Bis hin zu Mobbing und ähnlichem.
Das ist das große Problem dabei.
Man macht sich leichter angreifbar.
 
Danke für die Antwort.
Eine Bürotätigkeit werde ich mit meinem Werdegang höchstwahrscheinlich nicht mehr finden ( das habe ich ja schon während der Ausbildungsplatzsuche gemerkt).
Ist aber auch nicht schlimm ( Büro ist sowieso nicht mein Traumberuf).
Die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin habe ich vor einigen Jahren angefangen ( hat mir auch gut gefallen).
Dort wurde ich dann allerdings von der Einrichtungsleitung massiv gemobbt.
Gespräche ( auch im Beisein eines Lahrers) haben nichts gebracht.
Mein Praktikum wurde dann als nicht bestanden gewertet.
Eine Wiederholung war dann auch nicht möglich und ich für mich war das Thema damit erledigt.
Wie weit bist Du denn mit der Ausbildung als Heilerziehungspflegerin gekommen ?
Vielleicht kannst Du ja dort wieder einsteigen, evtl. wird ein Teil der Ausbildung noch anerkannt.

Bei Mobbing kann ja auch der Praktikumsplatz grundsätzlich gewechselt werden.
Ich kann aber von außen natürlich nicht einschätzen inwieweit die Sozialphobie dagegensteht.

Wie schätzt Du das selbst ein?
 
Wie weit bist Du denn mit der Ausbildung als Heilerziehungspflegerin gekommen ?
Vielleicht kannst Du ja dort wieder einsteigen, evtl. wird ein Teil der Ausbildung noch anerkannt.

Bei Mobbing kann ja auch der Praktikumsplatz grundsätzlich gewechselt werden.
Ich kann aber von außen natürlich nicht einschätzen inwieweit die Sozialphobie dagegensteht.

Wie schätzt Du das selbst ein?
Habe die Ausbildung nur bis zum Ende des 1 Ausbildungsjahres gemacht.
Ein Wechsel wäre damals schon allein aus organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen ( die Praktikumsplätze wurden von der Schule zugeteilt).
 
Habe die Ausbildung nur bis zum Ende des 1 Ausbildungsjahres gemacht.
Ein Wechsel wäre damals schon allein aus organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen ( die Praktikumsplätze wurden von der Schule zugeteilt).
Kannst Du dir denn vorstellen, dort wieder einzusteigen oder eine ähnliche Ausbildung zu machen ?
Wie ist das mit der Sozialphobie, gab es deswegen die Probleme beim Praktikum oder hatte es andere Gründe?
 
Irgendwie könnte man sagen, dass ich mich an die Absagen ein Stück weit gewöhnt habe.
Das ist eine Art Schutz.

Ich habe in meinem Job viel mit Menschen zu tun, die in Deiner Lage sind. Auf der einen Seite genug an Prügel eingesteckt, auf der anderen Seite hat man ihnen auch immer wieder gesagt, ihr Leben ist vorbei, sie können eh nichts.

Es geht darum, die richtige Art von Unterstützung zu finden. Ich sehe, wie die Leute bei uns aufblühen, weil wir sie ganz einfach in unseren Arbeitsalltag einspannen, sie plötzlich gebraucht werden und wirklich sinnvolle Arbeit machen.

Mir bricht immer das Herz, wenn wieder jemand vor mir sitzt beim ersten Treffen und auf meine Frage "was kannst Du denn?" antworten sie "Nichts!". Das war bei jedem einzelnen von ihnen so absolut gar nicht der Fall.

Ich erwarte eigentlich gar nichts anderes mehr und rechne nicht mit einer positiven Antwort.
Verzweiflung spüre ich inzwischen nicht mehr.
Du rennst im Grunde immer wieder gegen die gleiche Wand und da ist es kein Wunder, wenn man aufgibt. Es braucht eine neue Strategie, eine andere Art von Unterstützung.

Ich setze mich auch nicht mehr so starke unter Druck wie früher ( auch wenn ein gewisser Druck noch besteht).
Druck ist völliger Quatsch. Das bringt keinen Menschen weiter.

Eigentlich geht es darum, den inneren Funken wieder anzuzünden. Im Moment unterdrückst Du das innere Feuer, was eine unglaubliche Kraft braucht. Wenn man es aber schafft, diesen Funken wieder zu entzünden, wenn das innere Feuer wieder brennt, dann wird diese ganze Energie umgeleitet und geht in die Umsetzung der eigenen Träume.

Ich war ja selbst an dem Punkt, wo ich mir nicht mehr erlaubt habe zu träumen. Ich kann mir also gut vorstellen, dass Du mir gerade innerlich den Vogel zeigst. Ich hätte das damals bei einer solchen Aussage getan. Ich war so überzeugt davon, dass mein Leben vorbei ist, dass ich nur noch verschlossene Türen gesehen habe.

Demletzt habe ich eine Aussage gehört, die hat mir sehr geholfen. Da sagte jemand: "Man hat mir ständig alle Türen vor der Nase zugeschlagen. Bis ich verstanden habe, warum bleibe ich denn im Türrahmen stehen? Das mindeste was ich tun kann, ist doch, in den Flur zu gehen und mir andere Türen zu suchen."

Du hast eigentlich nichts mehr zu verlieren. Und wie Pipi Langstrumpf sagt: "Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe."

Vielleicht magst Du erst einmal zur EUTB gehen und Dich erkundigen, welche Möglichkeiten es überhaupt für Dich gibt, einer Tätigkeit nachzugehen. Es gibt eine Reihe von Förderprogramme und die können Dir helfen, das beste rauszusuchen - auch gerade im Hinblick darauf, dass Du schwer weitere Enttäuschungen verkraften kannst. Und das ist etwas ganz normales, egal, was die Besserwisser Dir an der Stelle erzählen wollen, irgendwann bricht jeder Mensch, wenn er immer nur gegen Mauern rennt.

Auch ich kann Dir nur sagen, nach meiner Erfahrung ist es besser, wenn man aufhört, gegen Wände zu rennen. Vielleicht brauchst Du jetzt erst mal Zeit in Form einer EU-Rente, um einen neuen Weg zu finden? Da kann die EUTB helfen zu schauen, wie Du Dir erst mal den Druck der Jobsuche nehmen kannst.

Bewerbungen schreiben ist auch irgendwie zu einer Pflicht geworden.
Ich selber sehe jetzt das einfache Schreiben von Bewerbungen nicht mehr wirklich als zielführend und sehe quasi null Chancen.
Und dsa wird man ihnen dann auch anmerken. Oder?

Ich sehe es aber auch nicht als zielführend einfach irgendeine Weiterbildung zu besuchen.
Da könnte es eben hilfreich sein, jemanden an Deiner Seite zu haben, der Dich dabei unterstützt zu schauen, was könnte denn die richtige Weiterbildung sein.

Und könnte auch nicht entspannt zu einem Gespräch oder Probearbeiten gehen.
Die Ängste blockieren an allen Stellen. Und es kommt ein innerer Mechanismus zum Tragen, mit dem wir uns selbst boykottieren. Bevor man sich einsetzt und Hoffnungen aufbaut, boykottiert man sich lieber selbst und zerstört die Mögilchkeit. Das ist weniger schmerzhaft.

Ich habe gerade keine wirkliche Vorstellung wie ein gutes Leben aussehen soll.
So extrem viel habe ich nie geplant.
Heißt das auch, dass Du noch nie ein Leben geführt hast, was Du als gutes Leben ansiehst? Nichts, zu dem Du zurück gehen möchtest?

Aus dem Nichts heraus ist es sehr schwer etwas aufzubauen. Das erlebe ich bei vielen Leuten, die eben keine Ahnung haben, auf was sie zugehen und die nie erlebt haben, wie die Leichtigkeit des Lebens aussieht. Die sind so an die Schwere gewöhnt, dass es ihnen an Antrieb fehlt, die Situation zu ändern. Wenn es mir heute schlecht geht, halte ich die Welt an. Sozusagen. Ich weiß, das geht anders, besser. Und dahin will ich zurück. Aber wenn man den Vergleich nicht hat, dann geht man und geht und geht und denkt, das Leben ist eben so.

Du hast von Deiner begonnenen Ausbildung als Heilerziehungspflegerin gesprochen. Hast Du schon mal von EX-IN Genesungsbegleitung gehört? Ich kann mir gut vorstellen, dass Du dort eine Möglichkeit findest, Deine Träume umzusetzen. Da brauchen wir Menschen wie Dich.

Es gibt den Teilhabeberater, Peer-Berater. Im Moment findet man häufiger Weiterbildungen zum Peer-Berater in Sachen Mental Health. Im Bereich der Psychiatrie wird mehr und mehr Wert auf die Mithilfe der Betroffenen gelegt. Zu Recht. Und da sind alle Deine Erfahrungen von großem Wert.




 

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