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Sollte das Affenhaus im Krefelder Zoo wieder aufgebaut werden?

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Dass mit den Großgehegen im Ursprungsland ist sicher eine nette Idee, aber ich glaube wie du, dass das nur schwer umsetzbar wäre, schon allein wegen dem Platz, den man dafür benötigen würde.
Ich finde auch, dass sich bei vielen Zoos und Tierparks in den letzten Jahren viel getan hat. Die Gehege für die Tiere werden immer größer und zu kleine Gehege findet man, zum Glück, immer seltener. Ist ein Gehege zu klein, macht sich das schließlich auch am Verhalten des Tieres bemerkbar. Man versucht schon den Tieren ein halbwegs artgerechtes zu Hause zu schaffen. Aber ganz artgerecht wird es nie sein, das ist natürlich klar.

Ja, und für das Affenhaus in Krefeld, war auch ein Außengelände in Planung, damit es den dort, teilweise schon sehr lange, lebenden Tieren, besser ergeht und so wären sie auch den Flammen entkommen.
Ich denke, nicht wieder aufbauen. Affen brauchen viel zu viel Bewegungsfreiheit, diesen könnte man dort nicht gerecht werden. Zumindest den Riesen nicht.
 
Dann muss man aber überlegen, ob man zoologische Gärten überhaupt noch stadtnah bauen kann, da ein immenser Platz gebraucht wird.
 
Ich glaube, dass das leider nur ein schöner Traum ist. Die Großgehege werden für die Wilderer keinerlei Hindernis sein. Man muss an die stinkreichen Auftraggeber rankommen und diese weltweit rigoros bestrafen. Lohnt sich das Risiko, das die Wilderer eingehen wegen der dann zu geringen Bezahlung nicht mehr, dann wird auch die Wilderei zurückgehen.

Das Wildern lohnt sich für die Wilderer schon dann, wenn sie die geschossenen Gorillas etc. in den eigenen Kochtopf schnetzeln. Da braucht man gar nicht erst auf irgendwelche "Auftraggeber" warten, die Armut in diesen Ländern in Verbindung mit leicht verfügbaren Waffen, von der Drahtschlinge bis zum Sturmgewehr, macht so ziemlich jeden Eingeborenen zum eifrigen Jäger. Schließlich knurrt der Magen jeden Tag wieder und die Familien wachsen und wollen gefüttert werden, aber von Tiertourismus haben nur wenige einen Anteil, Stellen als Wildhüter sind auch nicht unbegrenzt verfügbar, wovon wollen alle anderen leben? Klar, von billigem "Buschfleisch".

Pech, aber für eine ganze Reihe von stark bedrohten Tierarten sind Zoos die sichersten Aufenthaltsorte, man denke an die Nashörner, die inzwischen rund um die Uhr bewacht werden müssen wie ein Staatsschatz, denn sonst werden sie auf der Stelle abgeknallt. Oft genug liefern sich die Wilderer mit den Wildhütern auch Schußwechsel, jedes Jahr kommen zahlreiche Wildhüter in Afrika in Ausübung ihres Amts zu Tode, ermordet von Wildererbanden.
Und wo es nicht gerade Wilderer sind, die die Tiere bedrohen, sind es schlicht landsuchende Bauern, die den letzten verbliebenen Urwald abbrennen, um neue Felder zu gewinnen, und auf diese Weise den Tieren den Lebensraum rauben. Auch aus purer Not, die Bauern brauchen schließlich Land, um was zu essen anbauen zu können für sich selber und ihre Familien, und ein bißchen Geld für andere lebensnotwendige Dinge möchten sie auch noch verdienen.
 
Nachts sind kostbare Tiere wie Menschenaffen meist sowieso nicht in Außengehegen, schon gar nicht in der Winterkälte und im Krawall von Silvester. Das Risiko ist viel zu groß, daß die Tiere panisch werden und sich in blinden Fluchtversuchen verletzen. 🙄
 
Ich mag Zoos und finde es wichtig, dass auch Menschen in Städten mit Tieren in Kontakt kommen.

Natürlich ist die Haltung oft nicht ideal.
Ein Positivbeispiel ist die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Riesengehege - oft sogar ohne Gitter weil natürliche Hindernisse die Tiere begrenzen. Gleichwohl muss man meist einen Kompromissfinden. 100% artgerecht geht nicht.

Ich kenne das krefelder Affenhaus. Größter Kritikpunkt war der mangelnde Auslauf, aber die Tiere wurden in artgerechten Gruppen gehalten und es war ein relativ großes Gehege. Die Tiere saßen nicht hintern Käfigstangen. Alles in allem mittelmäßig.

Da ich kein Fan von Affen bin, liegt mir persönlich wenig an einem Wiederaufbau. Auch ist der krefelder Zoo klein im Vergleich zu den ganz großen (Berlin, Gelsenkirchen, Hamburg etc.) und muss sich schon überlegen welche Arten reinpassen wenn es artgerecht sein soll. Vom Geld ganz abgesehen. Das Geld würde ich lieber in den Ausbau andere Gehege stecken. Die Schneeleoparden, Geparden oder Servale könnten mehr Platz brauchen. Ja ich mag Katzen, aber das Serval Gehege ist wirklich nur ein Gitterkäfig und Verschlag.
 
Zoos werden nicht aus Steuergeldern finanziert, sondern aus Spenden, Erbschaften, den Einnahmen aus dem Eintritt, Tierpatenschaften und anderen privaten Quellen, dazu ggf. Fördermittel der jeweiligen Stadt, da Zoos ja auch ein gewaltiges Wirtschaftsgut für Tourismus und Freizeit etc. sind. Mit ihrer oft parkartig großen Fläche gehören sie auch zu den "grünen Lungen" jeder Stadt, zusammen mit den normalen Parks und Grünanlagen und auch den Friedhöfen.
 
Auf dem Bildschirm sieht man heute auch blaue Aliens, die auf Drachen durch die Lüfte fliegen ("Avatar"). Für viele Kinder von heute sind Kühe grundsätzlich lila und schei... Schokolade. 🙄
Auf die immer realistischeren Computerspiele mit ihren Wesen und Monstern will ich gar nicht erst eingehen.
Allenfalls hat man noch eine Katze oder ein Meerschweinchen als Haustier oder sieht die Langhaarratzen, sorry Handtaschenpudel auf der Straße flanieren, mal eine Amsel oder ein Spatz im Gebüsch, das war´s mit Tieren.

Das ist die Lebensrealität der Kinder von heute, gerade in den großen Städten,
um so größer dann das Erstaunen, wenn so ein Kind beim Zoobesuch merkt, daß Tiere auch gewaltig groß sein können, wenn man nur das mickrige Handtaschenniveau gewöhnt ist, so ein Kamel, eine große Antilope, ein ausgewachsener Tiger, der sich direkt vor einem am trennenden Panzerglas scheuert, eine Giraffe oder der Obergorilla ... da erst kommt Respekt vor der Natur auf.
Mit irgendwas, was sich per Knopfdruck beliebig abschalten und jederzeit wieder neu starten läßt, egal ob Naturdoku oder Fantasy-Game, beeindruckt man heute kein Kind mehr. Und da kommt auch kein Verantwortungsgefühl auf, warum denn, wenn man etwas beliebig kopieren und weiterschicken kann.
Die reale Natur aber läßt sich nicht kopieren oder neu erschaffen, wenn die erst mal weg ist, die Tiere ausgerottet, dann ist Sense. Für immer. Dinosaurier, Tiger, Nashörner, Wale? Wer ist der nächste Kandidat fürs endgültige Verschwinden?
Oder juckt das keinen mehr, der eh sein ganzes Leben mit den Flimmerbildern im Bildschirm verbringt?
 
Ich denke nicht, dass es den Tieren dort im Affenhaus gut ging. Es war ja gerade mal 2000qm groß, ohne Zugang zu einem Außengehege und bestand aus 4 Affengehegen. Heißt also abzüglich der Wege, Lagerräume, etc. höchstens 450qm pro Gruppe. Dazu keine Frischluft und kein Sonnenlicht.

Schön finde ich das nicht.

Wenn man was für diese Tierarten tun will dann sollte man meiner Meinung nach an den WWF oder so spenden. Aber ich fürchte, dass der Zoo genug Spenden erhalten wird um das Affenhaus wieder aufzubauen. Vermutlich werden die mit der ganzen Geschichte auch einen Haufen Kohle machen.
 
Man könnte mit den Spenden ja auch ein größeres Affenhaus mit Fluchtmöglichkeiten in ein Außengehege und Sprinkleranlage errichten. Ich spende übrigens auch regelmäßig für den WWF.
Im Übrigen denke ich, dass Wilderer in Afrika und anderswo weitaus unbarmherziger mit den Tieren umgehen als die Tierpfleger im Zoo.

Ich war mal im Burger's Zoo in den Niederlanden. Der hat mir recht gut gefallen.
 
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