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Social Media = Gift für Freundschaften??

Ich denke, du hast mich missverstanden. Mir ist klar, wie du das gemeint hast. Ich würde mir an deiner Stelle aber die Frage stellen ab wann ich eine richtige Freundschaft definiere und ob meine realen Freunde auch meine realen Freunde wären wenn ich dort nicht bin.

Vielleicht hast Du recht damit. Dennoch trifft dann auch das den Punkt und ist extrem traurig... denn es bedeutet, dass echte Freundschaften eben immer seltener und noch viel schwerer zu finden und zu halten sind. Wenn Selbstdarstellung und Fangemeinden in Socialmedia Netzwerken zur Verdrängung realer Freunde führen, bzw. zu Ablenkung von diesen oder gar Konkurrenz, dann ist das für mich shr deprimierend und traurig. Es scheint leider so zu sein... Wie schon jemand anders hier zuvor schrieb: Manch einem erscheint der schier unendlich große, neue Kontaktpool online vielleicht reizvoller als die realen, echten Freunde. Noch lustiger, noch schöner, noch attraktiver... Auch die narzisstische Komponente könnte da eine Rolle spielen: Es füttert ja das Ego ungemein, wenn einem online etliche "Fans" ständig zu unzähligen Selfies etc. die schleimigsten Komplimente machen und man z.B. auf Instagram so viel Follower gewinnt, dass man sich ein bisschen wie ein kleiner VIP da fühlen kann. Ich habe ja schon angedeutet, dass jemand, die ich für eine gute Freundin aus meinem realen Leben hielt, sich inzwischen mit ihren Online Fans live verabredet, während sie für mich keine Zeit hat.... ich kann diese Bevorzugung fremder Menschen persönlich absolut nicht verstehen.
 
Mal ehrlich: Wer freut sich denn wirklich aufrichtig darüber, wenn es anderen wesentlich besser geht als ihm selbst? Und das offensichtlich nur, weil sie in mehrfacher Hinsicht bessere Rahmenbedingungen für ihre persönliche Entwicklung hatten.

Vielleicht sollten die Leute auf Facebook eher mal posten, mit welchen Widrigkeiten, Enttäuschungen und Schicksalsschlägen sie denn überhaupt seit dem Abitur fertig werden mussten oder auch nicht. Das würde mit Sicherheit vieles relativieren, was andere einem - unter wesentlich günstigeren Bedingungen - (scheinbar) voraus haben, und das, was die (scheinbar) bloßen Zweit- oder Dritt"ligisten" in diesem Konkurrenzkampf erreicht haben, in dem einen oder anderen Fall als umso beachtlicher erscheinen lassen.


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Zitat von Gruenbaum
Deshalb denke ich, dass solche Netzwerke die Menschen teilweise sehr unter Druck setzen, indem ein Ideal vermittelt wird, dass eigentlich niemand erreichen kann.
Jeder sollte selber einschätzen, wie für ihn das persönliche Schaden/Nutzen-Verhältnis ist.



Da hast du Recht. Für mich wäre es in Anbetracht meiner Biografie wahrscheinlich das Beste, ich würde Facebook ausschließlich nutzen, um mich mit meinen Verwandten in Übersee auszutauschen, und mir die Profile gewisser Bekannter gar nicht mehr anschauen. Das erfordert natürlich sehr viel Selbstdisziplin.

Ich kann Dich sehr, sehr gut verstehen und weiß genau wovon Du sprichst! Es ist wahr, als jemand der nicht nur ideale Bedingungen in seinem Leben hatte, oder jemand der sogar schon viel Tragisches und viele Hindernisse überwinden musste, hat man damit enorm viel Kraft und Durchhaltevermögen beweisen müssen. Aber das ist nichts was man öffentlich darstellen könnte oder wollte... stattdessen fühlt man sich oftmals auch noch so klein mit Hut angesichts der großen Erfolgspräsentationen derjenigen die all diese Schwierigkeiten nicht, sondern viel Unterstützung und ideale Rahmenbedingungen hatten. Auf Facebook sieht man diese ganz unterschiedlichen Ausgangspositionen leider nie, sondern nur den reinen "Erfolg" bzw. die perfekte, schöne Welt derjenigen denen es gut geht... das kann sehr schnell dazu fühlen, dass man sich selbst sehr minderwertig, unterlegen und beschämt fühlt. Eigentlich müssten gerade Menschen wie wir uns deshalb, aus Selbstschutz, ganz von den Sozialen Netzwerken fernhalten. Aber es ist schwer, das muss ich zugeben.... Wer ruft einen schon einfach mal so noch an? Soziale Kontakte finden leider vermehrt sehr oberflächlich über Facebook & Co statt. Ich gebe zu, dass ich Angst habe ganz abgeschnitten zu sein, wenn ich mich von diesen Plattformen ganz zurückziehe. Aber dennoch möchte ich es eigentlich versuchen, weil ich merke, dass es oft Gift für meine Seele ist.
 
Hallo, ich beobachte seit einiger Zeit an mir selbst, dass ich zunehmend misstrauisch und verletzlich in Freundschaften werde, durch das was ich von vermeintlichen "Freunden" auf Social Media Plattformen mitbekomme.

Das sind keine " Freunde " auf diesen Plattformen, sondern Kameraden, Lebensabschnitt Bekannte, ,oder eben nur anonyme Leute, bei denen du dir nicht mal sicher sein kannst ob die ( ECHT ) und authentisch sind.
Da die selben Prämissen anzulegen wie bei Freunden, ist Selbstbetrug:
Freunde hat man nur sehr wenige , viele haben überhaupt keine:
Freundschaften bereichern unser Leben und tragen damit auch wesentlich zu unserer Lebensqualität bei.
Die Freunde, die man morgens um vier Uhr anrufen kann, die zählen.
Man nimmt sich füreinander Zeit, ist füreinander da.
Das heißt aber nicht, dass man sich regelmäßig treffen muss, denn Freunde gewähren einander auch ihre Freiheiten.
Freunde lassen sich gegenseitig so sein, wie man ist.
In einer Freundschaft gibt man gerne, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
[...]
 

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