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Social Media = Gift für Freundschaften??

Ich glaube Du hast etwas in meinem Post überlesen was sehr wesentlich ist: Mir geht es ja eben NICHT um die reinen Facebook Freunde, sondern um Freunde aus meinem realen Umfeld, mit denen ich also im echten Leben befreundet bin. Allerdings ist (ab einer bestimmten Altersgruppe) heute praktisch jeder in den Sozialen Netzwerken drin, so dass man seine realen Freunde eben AUCH dort sieht​

Ich denke, du hast mich missverstanden. Mir ist klar, wie du das gemeint hast. Ich würde mir an deiner Stelle aber die Frage stellen ab wann ich eine richtige Freundschaft definiere und ob meine realen Freunde auch meine realen Freunde wären wenn ich dort nicht bin.
 
Naja... heute sieht man halt auf den sozialen Medien eher, was die anderen so treiben.

Aber es war doch auch früher kein bisschen weniger schmerzlich, wenn man hintenrum erfahren hat (über dritte), dass irgendeine Freundin, die behauptet hat sie hätte keine Zeit weil sie z.B. lernen muss, dann doch mit einer anderen Freundin ausgegangen ist und Spass gehabt hat.

Es ist nie lustig, wenn man ausgelassen wird. Und wenn das öfter passiert, sollte man seinen Freundeskreis überdenken (oder sein eigenes Verhalten). Ganz egal auf welche Art man rausgekriegt hat, dass man übergangen wird.


Was die neuen Medien insgesamt betrifft hängt es doch stark davon ab, wie jeder selbst damit umgeht. Niemand zwingt einem, sich dort selbst darzustellen, oder Freundschaften nur noch virtuell zu pflegen.

Naja... ich gehöre halt auch zu der Generation, die noch ein Leben ohne kannte und mir fällt der vernünftige Umgang damit leicht und ich finde es eine absolute Bereicherung, dass des das WWW gibt. Die junge Generation, die damit aufwächst, bedauere ich aber schon ein wenig...
 
Ich bin auch noch ohne Internet und Handy aufgewachsen. Mit 16 hatte ich mein erstes Handy. Damals noch eine ganz neue Welt für mich. Jedoch lag es meistens bei mir im Zimmer, wenn ich nicht zuhause war und die Schulkameraden mich fragten, wann ich endlich mal mein Handy mit zur Schule bringen würde. Ab diesen Zeitpunkt, so denke ich jetzt, war für mich klar, dass wir uns total abhängig von diesen Handys machten und immer war einer dabei, der hatte wieder ein neueres Modell. Ich habe mir vor 2 Jahren ein Smartphone gekauft und merke auch, wie oft ich da drauf schaue und das mich das auch ganz kirre macht. Lege ich es mal weg, piept und klingelt es ständig. Facebook und den Messenger habe ich vor 3 Monaten komplett runter geworfen und deinstalliert. Mich hat es extrem genervt, dass ich schon Morgens um 6Uhr auf diesem Ding rum gedrückt hatte um die Neuigkeiten zu erfahren. Einige Leute, die mich unbedingt kennen lernen wollten haben es mitbekommen und mich wieder gelöscht. Ich finde es schade, dass die Menschheit heutzutage denkt und glaubt, dass man nur über Facebook neue Menschen kennen lernen kann. Ich mache mir damit kein Stress mehr.
 
Ich selbst bin nicht bei Facebook und auch sonst kaum in sozialen Medien vertreten. Ich halte nix davon, wenn jemand angelich 100Freunde hat, die er real nie kennenlernen wird. Über das Internet habe ich auch schon Leute kennengelernt, mir denen ich mich ab und an austausche, aber ich würde sie niemals als Freunde bezeichnen, dazu kennt man sich zuwenig. Eine Person durfte ich real kennenlernen,🙂 bin dafür auch dankbar, aber das ist die Ausnahme.
Wieviel schöner ist es sich auf ein Schwätzchen privat zu treffen, statt stundenlang am Pc die Finger wund zu schreiben
 
Was mir nicht zusagt, lasse ich. Und so bin ich zb weder bei fb noch bei whatsapp. Man muss einfach Grenzen ziehen. Gute Freunde lernt man wohl immer noch eher im richtigen Leben kennen. Hier bei Hilferuf habe ich zumindest einen mir sehr wichtigen Menschen kennen gelernt.

Selbstdarstellungen angeblich erfolgreicher Menschen langweilen mich zu Tode und würden mir nur die Zeit rauben. Da kann ich auch gleich das bunte Blatt für die Frau mit Herz beim Friseur lesen 😉.
 
Zuletzt bearbeitet:
Freunde sind was seltenes, was du meinst sind da: Kameraden, Bekannte, verwandte, Lebensabschnitt_Partner, u.s.w.
Wenn wir nun über eine Grundidee der aktiven Lebensgestaltung schreiben, gibt es auch immer ganz viele, die anzweifeln, dass man sein Leben überhaupt beeinflussen kann und die wie du sagen: Ich kann ja nichts tun.
Ich habe keine Macht über mein Leben und meine Situation.
Es sind die andern:
Wir fragen uns in letzter Zeit öfters, woran das liegt, daß manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und daß sie nichts tun und nichts ändern können.
Außer weglaufen , umziehen, aber genauso weitermachen wie bisher.
Vielleicht liegt es daran, dass es zu schmerzhaft wäre, sich einzugestehen, dass wir selbst für unsere Situation (Mit)Verantwortung tragen, weil viele das mit Schuld gleichsetzen?
Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass ein schönes und erfülltes Dasein allein eine Sache des Glücks und des Zufalls ist.
Wir kennen inzwischen auch einfach zu viele Menschen, deren Situation sich dramatisch verbessert hat, nachdem sie Verantwortung für sich selbst und ihr Leben übernommen haben.
Es ist belanglos und irrelevant, wer “Schuld” an meiner Situation ist.
Der Staat schenkt einem nicht plötzlich Geld, nur weil man ihm die Schuld zuweist.
Ich kann meine traumatische Kindheit auch nicht ungeschehen machen, indem ich meinen Eltern die Schuld für meine Situation gebe.
Und der Wirtschaft und der Politik ist es restlos gleichgültig, ob du diesen Systemen, andern Menschen die Schuld für deine Situation gibst oder nicht.
Es nützt nichts. Es hat keinen Sinn. Man ändert damit nichts zum Positiven.
Schuldzuweisungen dienen eigentlich nur einer Sache: Der eigenen Selbstberuhigung.
Die anderen sind Schuld, also muss ich ja nichts tun und ich kann so bleiben, wie ich bin....
 
Mich stört an sozialen Netzwerken (hier: Facebook) am meisten der unübersehbare Zwang zur Selbstdarstellung.
Laut Facebook lebt jeder das perfekte Leben, ist immer glücklich und inszeniert sich selbst (am besten mit Selfies) als einen coolen, erfolgreichen Menschen, den man doch gefälligst beneiden sollte.
Den Eindruck habe ich auch. Ich bin zwar auch bei Facebook, aber eigentlich nur, weil ich aufgrund der Auswanderung eines Verwandten (schon vor Jahrzehnten, der Betreffende lebt nicht mehr) sehr viele Verwandte in dem entsprechenden Erdteil habe und auf diese Weise mit ihnen am einfachsten korrespondieren und man gegenseitig am Leben des jeweils anderen teilnehmen kann.

Natürlich stoße ich dabei aber auch auf die Facebook-Auftritte ehemaliger Klassenkameraden und sonstiger früherer Bekannter und habe bei der Lektüre auch ganz oft den Eindruck, dass diese sich nur selbst inszenieren, egal, ob es um die Zahl der Kinder, die Häufigkeit der Reisen (natürlich möglichst Fernreisen) oder den beruflichen Erfolg geht. Vor allem zwei Frauen, die ich aus meinem Heimatort kenne, inszenieren sich dort als Supererfolgsfrauen. Alles vom Feinsten, egal, ob beruflich oder privat. Nur tolle Events, weite Reisen, freudige Ereignisse und Auszeichnungen. Keine Herausforderung zu groß, keine Versagensängste, keine Krankheiten, Pflegefälle, Sorgen, Enttäuschungen oder Misserfolge.

Wenn ich mir das über einen längeren Zeitraum geben würde, dann empfinde ich es als relativ logisch, dass dann Minderwertigkeitsgefühle entstehen, obwohl ich weiß, dass ein Großteil Fassade ist und fast ausschließlich positive Dinge gepostet werden.
So geht es mir auch. Es ist nicht so, als ob ich nichts im Leben erreicht hätte. Aber eben nicht in allen Lebensbereichen. Vor allem habe ich in den letzten 15 Jahren etliche private Schicksalsschläge verkraften müssen, für die ich nichts konnte. Ich habe sogar nach Kräften versucht, die schlimmsten Folgen abzuwenden oder wenigstens abzumildern, aber es lag eben nicht allein in meiner Macht, sondern war auch vom Verhalten anderer Personen abhängig. Das war mehr als eine Dekade chronischer Stress und sehr belastend. Und obwohl dennoch bei mir wenigstens beruflich bisher alles einigermaßen gut gegangen ist, halte es ich für möglich, dass ich vielleicht dem dortigen Stress auf Dauer auch nicht mehr bzw. nicht bis zum regulären Rentenalter gewachsen sein könnte. Muss zwar nicht passieren, kann aber. Finanziell wäre ich dann immer noch relativ gut abgesichert, es gäbe sicherlich schlimmere Katastrophen.

Wenn ich dann aber diese Erfolgsstorys lese von Leuten, die sich offenbar nicht nur nie gestresst fühlen, sondern auch noch mühelos eine Superkarriere als Unternehmerin oder zumindest als Ärztin hingelegt haben, mit ihrem Traummann seit über 25 Jahren im großen Eigenheim mit Garten wohnen und sechs Kinder bekommen haben, die ihrerseits erfolgreich im Ausland studieren oder sich dort im Schüleraustausch befinden (bezeichnenderweise muss es immer Australien sein, die USA oder Kanada besitzen offenbar schon nicht mehr genügend Angeberpotential, da nicht weit genug weg), ihr Medizinstudium im Ausland "mit Bravour" bestanden und gleichzeitig promoviert haben, dann zieht mich das nur noch mehr herunter. Manche verstehen es wirklich blendend (vielleicht im wahrsten Sinne des Wortes), sich und ihre engsten Angehörigen in jeder Hinsicht als die Tollsten darzustellen. Obendrein wird von der Facebook-Gemeinde noch erwartet, dass sie dies bestaunen, bewundern und beklatschen soll.

Mal ehrlich: Wer freut sich denn wirklich aufrichtig darüber, wenn es anderen wesentlich besser geht als ihm selbst? Und das offensichtlich nur, weil sie in mehrfacher Hinsicht bessere Rahmenbedingungen für ihre persönliche Entwicklung hatten.

Vielleicht sollten die Leute auf Facebook eher mal posten, mit welchen Widrigkeiten, Enttäuschungen und Schicksalsschlägen sie denn überhaupt seit dem Abitur fertig werden mussten oder auch nicht. Das würde mit Sicherheit vieles relativieren, was andere einem - unter wesentlich günstigeren Bedingungen - (scheinbar) voraus haben, und das, was die (scheinbar) bloßen Zweit- oder Dritt"ligisten" in diesem Konkurrenzkampf erreicht haben, in dem einen oder anderen Fall als umso beachtlicher erscheinen lassen.

Deshalb denke ich, dass solche Netzwerke die Menschen teilweise sehr unter Druck setzen, indem ein Ideal vermittelt wird, dass eigentlich niemand erreichen kann.
Jeder sollte selber einschätzen, wie für ihn das persönliche Schaden/Nutzen-Verhältnis ist.
Da hast du Recht. Für mich wäre es in Anbetracht meiner Biografie wahrscheinlich das Beste, ich würde Facebook ausschließlich nutzen, um mich mit meinen Verwandten in Übersee auszutauschen, und mir die Profile gewisser Bekannter gar nicht mehr anschauen. Das erfordert natürlich sehr viel Selbstdisziplin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mich stört an sozialen Netzwerken (hier: Facebook) am meisten der unübersehbare Zwang zur Selbstdarstellung.
Laut Facebook lebt jeder das perfekte Leben, ist immer glücklich und inszeniert sich selbst (am besten mit Selfies) als einen coolen, erfolgreichen Menschen, den man doch gefälligst beneiden sollte.

Wenn ich mir das über einen längeren Zeitraum geben würde, dann empfinde ich es als relativ logisch, dass dann Minderwertigkeitsgefühle entstehen, obwohl ich weiß, dass ein Großteil Fassade ist und fast ausschließlich positive Dinge gepostet werden.

Und dann bekommst du eben auch mit, welche "geilen" Dinge deine Freunde außerhalb deiner Einflussphäre so machen, während du alleine zu Hause sitzt und dich fragst, warum du nicht dabei bist...

Ich denke, dass durch soziale Netzwerke der Kontaktpool drastisch zugenommen hat, wodurch wiederum ein quantitativer Anstieg in der Gruppe der "Bekanntschaften" zu verzeichnen ist.
Die Qualität der Freundschaften leidet darunter, weil es nun mehr Menschen gibt, unter denen man seine begrenzte Zeit aufteilen muss.
So können "enge Freundschaften" in Mitleidenschaft gezogen werden und im Endeffekt steigt die Oberflächlichkeit in der Gesellschaft.
(das wird schon daran deutlich, wie inflationär der Begriff "Freund" heute verwendet wird...)

Außerdem gibt es (wie du bereits erwähnt hast) einen viel größeren Konkurrenzdruck, da es nun relativ einfach ist, jemanden zu finden, der interessanter, schöner, klüger oder witziger als die "alten" Freunde zu sein scheint.

Deshalb denke ich, dass solche Netzwerke die Menschen teilweise sehr unter Druck setzen, indem ein Ideal vermittelt wird, dass eigentlich niemand erreichen kann.
Jeder sollte selber einschätzen, wie für ihn das persönliche Schaden/Nutzen-Verhältnis ist.
Ich nutze kein Facebook, da für mich reine Nachrichtenprogramme sinnvoller sind, in denen mir viele Dinge, die ich ansonsten unfreiwillig erfahren würde, vorenthalten bleiben.

Dass ich deswegen schief angeguckt werde und aus vielem einfach ausgeschlossen bin, ist der Nachteil.
Es gibt eben wenige Dinge, die nur Vorteile haben...


Vielen Dank!!! Du bringst das was ich meinte bzw. das Problem, komplett auf den Punkt!!!
 

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