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Situation in Deutschland

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Hi,

ein System kann nur funktionieren, wenn sich genügend Leute unterordnen. So bald eine gewisse Anzahl Menschen nicht mehr mitmacht, beginnt es zu bröckeln.
Und nur eine Änderung unserer eigenen Einstellung kann uns dazu bringen das System nicht mehr zu akzeptieren.

Die westliche Demokratie ist nicht wirklich eine Demokratie. Die meisten Menschen glauben das, was man ihnen sagt. Also wird immer der gewählt, der den meisten Menschen das sagt, was sie hören wollen. Und das schafft letztendlich meist der mit dem meisten Geld. Deutlich zu sehen in den USA.

Das was wir tun können ist, den Menschen auf die wir Einfluss haben (Kinder...) beizubringen selber zu denken und eine tatsächliche eigene Meinung zu haben und nicht eine vorgegebene "eigene" Meinung.

Und sie darauf vorbereiten selbstständig zu überleben, wenn es mal hart auf hart kommt. Wenn es nämlich mal tatsächlich so weit kommen sollte, überleben nur die Leute, die gelernt haben wirklich selbstständig zu sein. Die ganzen Konsum- und Mediengeleiteten Fachidioten (und wenn sie noch so viele Schulabschlüsse haben) schauen dann nämlich ziemlich alt aus.

Gerhard
 
Hi zusammen,

zu diesem Thema habe ich vor über 20 Jahren ein Gedicht geschrieben. Zu dem Zeitpunkt war ich nur wütend, weil immer nur vom kleinen Mann gefordert wurde, die Großen aber nur größer wurden. Es hat sich nichts geändert, das Gedicht passt heute noch, darum stelle ich das hier mal rein.

Der kleine Mann

Nach Korruptions- und Machtgeschwafel
sitzt man an der Vespertafel.
Vereint essen sie und prosten sich zu,
das arme Schwein dabei bist du!

Siehst du die „Dicken, Feisten“?
Du könntest dir so was nicht leisten.
Von deinen Steuern wird’s bezahlt,
vor Gästen wird damit geprahlt.

Für jeden gibt’s die Lieblingsspeisen,
es ist egal zu welchen Preisen.
Seht, wie gut geht’s unserem Land,
ja, wir sind Menschen mit Verstand.

Den Bonzen schwillt vor Stolz die Brust,
wir Deutschen wir sind klug.
Dich, den kleinen Mann, zermürbt der Frust.
Hört auf mit diesem Selbstbetrug.

Bist arbeitslos und hast kein Geld.
„Wir sind die Größten dieser Welt!“
Bei uns geht wirklich alles glatt,
da staunst du, ja, da bist du platt.

Die Sicherheit, die sie dir geben,
zerstört in Wirklichkeit dein Leben.
Der Schuldenberg sich bei dir häuft,
der Bonzen Säckel überläuft.

Sie erneuern, planen alles weg,
uns bleibt zuletzt ein Haufen Dreck.
Sollte man sich da nicht wehren,
endlich einmal aufbegehren?

Alle müssten sich zusammentun,
damit die Großen nicht mehr ruh’n.
Sie sollen seh’n, den kleinen Mann,
geh’n solche Sachen auch was an.

Liebe Grüße
Micky II
 
hallo gerhard,

im prinzip stimme ich dir zu - man kann systeme aber auch mit waffengewalt zusammenhalten - siehe nordkorea...

und ich hoffe, dass es niemals zu so "endzeit-szenarien" kommt wie in manchen filmen..

tja, aber wir sollten uns die selbstständigkeit erhalten - brauchen wir wirklich sowas wie ne elektrische kräutermühle (nur mal als kleines beispiel) *g*

@ micky: immerhin sind wir ja soweit (in deutschland), dass es keine richtigen volksparteien mehr gibt, keine mehr absolut mehrheitsfähig ist - aber die alternativen - siehe npd im osten - sind erst recht keine lösung. die seh ich auf politischer ebene im mom auch nicht.
hoffe, es kommt mal sowas, wenn wir die faulen koalitionskompromisse leid sind.

peter
 
Hi Peter,

Du hast ne elektrische Kräutermühle? geil, muß ich haben *ggg*

Aber es stimmt. Schalte mal bei uns nur mal den Strom ab. Die meisten Leute kämen morgens nicht mal zur Arbeit, was auch keinen Sinn hätte, weil der Computer dort eh nicht laufen würde.

Oder schau Dir Leute an, deren Fernseher kaputt ist - die sind hilflos!

Bei der Endzeitdiskussion fällt mir Raumschiff Enterprise ein, so dämlich es auch klingen mag. Dort ist von einem großen Krieg in der "Vergangenheit" die Rede und von einem "postatomaren Zeitalter". Ich denke mal, soo utopisch ist das nicht!

Gerhard
 
hi gerhard,

hoffentlich bleibt uns das (postatomares zeitalter) erspart. wir waren ja im kalten krieg nah dran, und ich hab grad im spiegel über den konflikt japan-china gelesen - sicher fühlen kann man sich nicht..
sowas wie völkerverständigung und frieden ist nicht in sicht, zumindest nicht weltweit.
stattdessen wollen wir das waffenembargo nach china aufheben - naja, wenn wir nicht liefern tuns andere - es ändert sich nichts..

tja, die glotze ist genau wie alk ein betäubungsmittel.

und über stromausfall hab ich auch schon nachgedacht - ich würd zwar prinzipiell damit klarkommen, aber arbeit - sich die brötchen verdienen - wär nicht mehr drin. kannst dann nur noch ne klein-landwirtschaft aufziehen, und was wär mit den großstädten ?

vielleicht sind wir bald soweit, dass ums trinkwasser kriege geführt werden.

na, ich hör besser auf *ggg* - bin manchmal froh, nicht mehr so ganz jung zu sein..

peter
 
Hi ihrs,

ich denke wir haben einfach mehrere sich überlagernde Probleme.

erstmal denk ich auch dass die Chance auf einen neo-faschismus sehr groß ist. Wir haben ja real sicher 6-10millionen arbeitslose, erheblich mehr als 29/30.

Auch haben die Politiker von damals nichts gelernt: das Hauptproblem ist immer noch, dass sich die Politiker hinstellen und so tun als könnten sie die Wirtschaft spürbar beeinflussen. also positiv mein ich, negativ können sie es sicher, aber positiv kann sich die wirtschaft nur aus sich heraus entwickeln.
Dennoch haben sie, z.b. das Wirtschaftswunder der 60er, das nur aufgrund der nötigen Neuanschaffung zerstörter privater Güter (Möbel, Fahrzeug...) und der immensen Bereitstellung von amerikanischen Milliarden entstand, zu einem Erfolg ihres politischen Systems verklärt ("ehrhardsches WW",soziale Marktwirtschaft).

Das machen die Politiker um dem Volk vorzugaukeln, dass sie wirklich kompetent und wichtig in ihrer Bestimmerrolle sind.
Das Problem ist halt, dass sie indem sie dem Volk vorgaukeln dass es "ihr" Aufschwung ist, das Volk die Politiker auch für normale Abschwünge verantwortlich macht.
In den USA wurde schon 1930 die Wirtschaft unabhängiger, als in sich regulatives Prinzip gelesen, mit normalen Rythmen und hat nicht die Politiker für den Abschwung verantwortlich gemacht.
Überall in Europa hatten in Folge der Wirtschaftkrise '29 faschistische bewegungen konjunktur, in den USA nicht.
Das ist das eine Problem, man macht die Politiker verantwortlich für die wirtschaft und bestraft sie dann auch sehr leicht mal, wenns nicht so läuft (siehe rechte Erfolge in konjunkturschwachen Regionen in Ost UND West).

Das andere Problem ist Überalterung, ist nicht negativ gegen Alte gemeint, sondern rein soziologisch gesehen. Es ist nunmal eine Tatsache dass die meisten Menschen sich mit zunehmenden Alter immer weniger verändern, viele irgendwann stehenbleiben. Die meisten älteren stehen Veränderung eher scheu gegenüber, müssen sich langsam dran gewöhnen, neophobes verhalten sozusagen.

Das führt dazu, dass wenn die Mehrheit der Wähler älter ist, dass sich die Politik ihren Vorstellungen anpasst, und somit größere gesellschaftliche Veränderungen mit zunehmenden Durchschnittsalter immer schwerer werden. Man sagt ja auch so jungen Gesellschaften wie den arabischen gerade deswegen große revolutionsneigung nach.

Es droht also in gewisser Form gesellschaftlicher Stillstand (bzw. man hat die Anfänge in den letzten Jahren schon), weil die Politiker ihre Politik am immer älter werdenden veränderungsscheueren Wähler ausrichten, man will ja auch wiedergewählt werden.

Drittes Problem: durch die zwangsweise geöffneten Grenzen weltweit (ist ja nicht nur EU intern, die WTO macht ja auch Druck bezüglich freihandel), läuft erstmal ein riesiger Kapitaltransfer ab. Man geht einfach mit seinem Geld was man übrig hat, in die Länder wo man mehr dafür kaufen kann. Machen viele Urlauber und machen auch viele richtig Reiche.

Das gute daran ist, dass das Geld zumindest zu einem Teil immer in der Region hängenbleibt, und dadurch die Länder die arm waren langsam reicher werden (solange sie so stabile verhältnisse haben, dass sich niemand um sein eigentum sorgen muss). Naturgemäß fehlt das Geld dann irgendwo, bei uns nämlich, wo man für das gleiche Geld nur noch einen Bruchteil an wirtschaftlichen Aktivitäten ausführen kann. Wer in der Nähe einer Ostgrenze wohnt und da mal in ein Restaurant geht weiß was ich meine. Ich geh in Deutschland einfach nicht mehr ins Restaurant, in Tschechien aber immer.

Das ist einfach ne riesige Umverteilungsmaschine, von oben nach unten. und man trifft sich irgendwann in paar jahrzehnten/hunderten fast weltweit auf einem ähnlichen niveau (mit unterschieden wie zwischen Bayern und meck-pomm, oder so). Wenn man dann auf dem Niveau ist, haben die anderen Länder keinen Standortvorteil mehr, und die Transportkosten werden dann zum nächstmöglichen Sparpotential, wodurch wieder mehr wirtschaft in der nähe der verbraucher entstehen wird.

Also ich werde als Deutscher gerne ärmer, und gehe gerne auch als augebildeter für 4-5euro/netto die Stunde arbeiten, wenn dadurch in ärmeren Ländern die Leute mehr Chancen kriegen.
Das fiese ist halt das die meisten Menschen nicht kapieren, dass kein Politiker der Welt was gegen diese Entwicklung machen kann.

Das nächste Problem ist, dass man eine Wahrheit nicht in den Mund nimmt, dass in ein paar Jahren die Leute in der Wirtschaft fehlen werden, auch wenn wir ab jetzt leicht schrumpfen würden jedes Jahr. Es scheiden immer mehr aus der Wirtschaft aus, und es kommen immer weniger nach, und irgendwann wird man naturgemäß, irgendwoher die fehlenden Arbeiter herkriegen müssen (so 2010-15 rum), ich denke zuerst wird man versuchen mehr frauen zu integrieren, die dadurch nötig werdenden Betreuungsplätze haben ja noch den Effekt, auch den Frauen die eh berufstätig sind mehr möglichkeiten für Kinder zu geben.
dann wird man entweder an die Langzeitarbeitslosen ran, oder die Renteneintrittsgrenze anheben, ich schätze erstmal ersteres, sind einfach mehr Rentner Wähler, die wollen sicher ihre schöne Freizeit behalten. (wobei ich mir auch denke, wenn ich 70jährige topfit auf Fahrrädern sehe "na toll, für dich bezahlen wir noch 20 Jahre" 😉 )

Auch eine Sache ist einfach, dass wir im Moment einfach zu produktiv sind für die Nachfrage nach Produkten, wären alle Menschen in Jobs würden mehr Sachen produziert als gekauft werden. Also entweder fangen alle Deutsche an wie die Amis, nie mehr wirklich zu sparen, am besten noch etliche dinge auf pump kaufen, und am besten noch alles kaufen was es so gibt, egal ob mans braucht, oder wir müssen damit klar kommen, dass ein Teil der Menschen im Moment einfach nicht in der produzierenden Wirtschaft gebraucht werden.

Und für mich gibts ab da nur ein paar Wege,
erstens brauchts ein Lebensgrundeinkommen, find ich HartzIV ehrlich gesagt hoch genug, kann man, wenn man nicht alleinerziehend ist, gut mit auskommen,

zweitens muss man den Wert des Menschen unabhängiger von seiner wirtschaftlichen Tätigkeit definieren, viele fühlen sich ja überflüssig ohne Arbeit, lebensunberechtigt (grad im Osten wo es ja ein Grundrecht auf Arbeit gab, ein menschenrecht zum nützlich fühlen praktisch), arbeit muss in der wichtigkeit im leben mehr hobbycharakter kriegen, und nicht dass man als zweitwichtigste beschreibung eines menschens nach dem geschlecht sofort den beruf angibt. Man sollte persönlichkeit-entwickeln und nicht die arbeit zum lebensinhalt machen.

Drittens ist natürlich unter den Reichen immer noch genug Eigentum wo die Menschen die Verpflichtung daraus anscheinend vergaßen. Bloß macht man sich vom Umfang immer falsche Vorstellungen, entweder man versucht richtig viel da weg zu nehmen, und damit den kompletten Staatshaushalt zu sanieren, dann hauen die aber einfach ins Ausland ab, mit Kohle ist das ja auch leicht, und ne Mauer um Deutschland wird ja wohl keiner errichten wollen, um die vaterlandslosen gesellen von der Republikflucht abzuhalten, mit Schießbefehl sobald er mehr als ne Million mitnimmt. Oder man nimmt ihnen weniger, was aber das Kraut nicht sehr fett machen wird. Die Probleme bleiben.

Der Ausweg daraus, dass die Reichen sich aus der Verantwortung stehlen, die per Steuer und Sozialabgaben versucht wird zu errichten,und man nicht den kleinen Mann in so nem Netz lassen kann, ist freiwillige Verantwortung. Die Reichen zahlen eh kaum Steuern(durch gegügend Steuerschlupflöcher), warum also die mittleren und ärmeren Einkommen? Ich bin da eher für minimalen Staat(nur noch ein Standarteinkommen auf ALG2 Niveau für alle die nicht arbeiten) und dann eine Form von Gewissensappell an die Reichen, die Kirche hat sie früher ja auch mit ein bißßel Drohung mit der Hölle zum zahlen gekriegt.

Und bevor Bismarck die soziale Frage mit staatlichen Mitteln löste, und den Staat damit für die Menschen zum lebensnotwendigen Ernährer, gegen den man am besten nicht revoltiert, machte, gab es ja etliche ansätze, auch von den Industriellen(meist christlichen), Gewinne fair unter ärmeren zu verteilen.
Ich denke man könnte das auch so lösen, einfach eine gewisse Form von Geberkultur, Gewissenszwang aufbauen, jeder der dann nicht karitativ seine Gewinne und Vermögen nutzt und verteilt wird einfach schief angeschaut, gesellschaftlich geächtet.

also im Endeffekt sollte man die Reicheren einfach moralisch mehr in die verantwortung nehmen,(damit meine ich auch jede Familie mit Zweitwagen und jährlichen Urlaub, den kann man auch aller zwei Jahre machen), mit ihrem Geld einfach mehr soziale Arbeitsstellen zu bezahlen, in Altenpflege, Familien-, Armen- und sozialkranken Unterstützung. Zwingen wird man sie nicht mehr können in einer Welt als Dorf und mit schon seit Jahrhunderten offenen Grenzen.

Und das letzte Problem ist, dass die politischen strukturen den wirtschaftlichen in der Zeit hinterherhängen, erst gab es die Zollunion(1832) und dann die währungsunion in Deutschland, und erst 40 Jahre später(1871) wurde das dt. Reich gegründet. erst gab es eine europäische Wirtschaftsunion und erst langsam wird sie zur europäischen Regierung, und zuerst gibts einen welt(frei)handel, langsam vergrößerte weltzollunion, und erst später kommt die weltregierung. Wodurch die ganze Globalisierung ein schönes Antlitz kriegt, dadurch wird die Weltrepublik auf Dauer unausweichlich, dadurch irgendwann weltweiter Frieden möglich.

Erst ab der wirtschaftlichen Vereinigung 1832 wurde es unmöglich dass deutsche kleinstaaten krieg gegeneinander führen, haben sie ja 2Jahrzehnte vorher bei napoleon noch gemacht; erst durch die europäische wirtschaftsunion wird es unmöglich dass Deutsche und Franzosen z.B. nochmal Krieg führen, und erst durch die Globalisierung wird es irgendwann, durch die weltweite verflechtung unmöglich noch krieg mit irgendjemand zu führen.

Dafür kann man etwas ärmer werdende Deutsche schon in Kauf nehmen, Krieg würde zu viel größerer Armut führen.

Mein Tip an jeden dem die Löhne in Deutschland zu schnell sinken in Zukunft, einfach ab in westliche und nördliche Ausland, wenn die Ukrainer für die Polen arbeiten und die Polen für die Deutschen, was hindert die Deutschen für andere, reichere zu arbeiten.

Max
PS: Die Darstellung das die Deutschen nie einen Aufstand wagten kann ja nur von einem Wessi kommen! '89 war eine lupenreine Revolution, die erste erfolgreiche in Deutschland die von unten kam. Wie wichtig das war, dass die Deutschen auch mal revolutionär waren und damit praktisch ihre nation von unten nochmal neu schufen, wird man denk ich erst im nachhinein beurteilen können.
Gewagt haben sie es schon früher, obwohl halt 1848 und 1918 die bürger die unteren Schichten allein ließen. ("Wer hat uns verraten?-Sozialdemokraten!")

"WEnn wir in Deutschland umweltschutz betreiben", hihi. Das was wir zu kyoto beitrugen schafften wir nur, weil 1990 noch die ostindustrie stand und jetzt nicht mehr, daher kommen unsere einsparungen in der kohlendioxidbilanz, der westen pustet sogar mehr in die luft als damals. die amerikaner haben aber z.B. relativ zu der Menge der produzierten Waren co2 eingespart, also im endeffekt wirklich was für die umwelt gemacht. reicht ja nicht nur kraftwerke abzustellen und betriebe zu schließen und weniger zu produzieren, damit soviel einzusparen, dass die übriggebliebenen betriebe in westdt. mehr als vorher in die luft blasen können. ist ne fiese verarsche die man nicht so leicht durchschaut
 
Hi Max,

also so schön Deine Theorie von der Weltregierung auch sein mag. Wir sind davon noch einige Weltkriege entfernt!

Eine Europaregierung mag ja funktionieren, weil wir Europäer uns schon kulturell bedingt ähnlich sind. Aber eine Regierung für kulturell völlig unterschiedliche Völker ist noch weit entfernt.

Oder könntest Du Dir in naher Zukunft eine Regierung vorstellen, die europäische Mentalität z.B. mit der Asiatischen vereint und es beiden recht macht? Und dann sind da auch noch die Amis!

Die Sache mit dem Gewissensapell an die Reichen ist auch ganz toll anzuhören, aber vollkommen weltfremd. Die Reichen scheren sich einen Dreck darum, ob sie von den Armen geächtet werden, wenn sie nichts geben.

Und die Kirche hat in früheren Zeiten auch nur maximal die Mittelschicht dazu bewegt, Geld zu geben. Die wirklich Reichen haben sich dadurch eher noch bereichert, indem sie die Kirche für ihre Zwecke benutzt haben.

Gerhard
 
die weltregierung ist in gewisser form unausweichlich, weil man sich einfach durch die wirtschaftliche zusammenarbeit auch auf gewisse normen in den rahmenbedingungen einigen muss. (ist schon längst in Gang der Prozess). Auf gewisse grundnormen wie eine regierung auszusehen hat, hat man sich auch schon in vielen asiatischen ländern geeinigt. geht es nicht um demokratie oder nicht, sondern wie man mit wirtschaft und bürgern umgeht, was man so alles zu regeln hat als regierung und wie man das macht. die art und weise ist schon überall recht ähnlich, die leute müssen jetzt nur noch ihre staatliche souveränität aufgeben. Was in Deutschland ja auch ein Heidenkampf war (und auch mit unterschiedlichen Mentalitäten, man denke an den von peußen gekauften Bayernkönig). vor hundert jahren hätte jmd. mit dem traum einer so engen deutsch französischen freundschaft und polit.zusammenarbeit auch zu hören bekommen, dass die mentalität zu verschieden ist. kein grund zum pessimismus, wenn sich deutsche und franzosen zusammenraufen schaffen es andere völker auch.

Es geht nicht darum dass die Reichen von den armen geächtet werden, sondern dass die Reichen sich untereinander ächten sollten(teils schon machen), wenn der andere unsozial handelt. eine form von Ehrenkodex. Solche reiche gibt es auch jetzt schon genug, die sozial handeln, was solche Polemik wie das alle reichen nur an sich denken, als falsch entlarvt. es müssen einfach wieder mehr werden.

der rest ist deutscher pessimismus. was denn für weltkriege?! USA gegen China? Russland gegen China? Das wird doch von Tag zu Tag utopischer durch die jetzt schon vorhandene weltweite verknüpfung.

Und die Kirche hat sich von den Reichen schon immer dafür bezahlen lassen, dass sie die Verhältnisse stützt (gott was gottes ist, dem kaiser was des kaisers ist; von gottes gnaden). das war für die reichen schon immer teuer. und eine gewisse form von karitativen verhalten wurde schon früher ritualisiert durchgeführt. Klar hat die Kirche auch nur Geld abgezweigt, wies heute auch der Staat in der Verwaltung macht. Aber auch ohne Gesetzeszwang haben die Leute gegeben. So schlecht ist der durchschnittliche (reiche) Mensch nicht, wie sich ärmere immer vorstellen. reiche sind ja auch an stabilen verhältnissen intressiert, nützt ja die kohle nichts, wenn einem irgendwann die armen an die kehle gehen.

max
PS: @Pete: Ohne Strom wäre blöd, würden keine pumpen mehr funktionieren, die meisten Stadtbewohner haben keinen Plan wo sie noch trinkbares Wasser herkriegen könnten, die paar noch öffentlich zugänglichen alten brunnen wären schnell erschöpft. du hättest nach kürzester zeit riesige mengen von verdursteten. auch ist es für stadtbewohner (wie auch die meisten landbewohner) unmöglich den winter zu überleben, wenn stromausfall z.B. unangekündigt passiert, und man nichts gehortet hat. robert merle hat in "malevil" schön beschrieben was passieren würde, die Städte würden zu Todeszonen werden, und Banden von nicht-selbstversorgungs-fähigen Städtern würden versuchen auf dem Land die Vorräte unter ihre Kontrolle zu bekommen. Sobalds dem Menschen ans Essen geht wird er einfach unkontrolliert.
 
hallo !

@ max: wär schön wenn wir unsre ansprüche zurückschrauben würden - wir müssens eh - aber wir sind doch immer froh wenn z.b. der kaffee billig ist, so billig dass die bauern in der dritten welt lieber rauschgift anbauen...
oder - mein sohn ist dein jahrgang, denkt ähnlich idealistisch wie du - aber viele aus seiner stufe studieren betriebswirtschaft - warum wohl ??

gerhard hat wohl recht, dass eine weltregierung oder überhaupt internationale angleichung der lebensqualität noch lange dauert - leider...
dabei (china hat grade seinen wehretat um 12,6 % erhöht, hab ich gelesen), könnten wir (international) ganz anders, wenn die "rüstung" nicht wäre..

ob die "alten" in ein paar jahrzehnten wieder beschäftigung finden, lass ich mal offen - schliesslich schreitet die automatisierung ja auch fort, auch wenn dann in 10 - 20 jahren weniger junge in den industrienationen zur verfügung stehen.
die politik passt sich ja nicht NUR den älteren an - die haben auch einschnitte bei ihren renten - dafür eher der wirtschaft, in dem manche grosskonzerne keine steuern zahlen müssen, es dazu steuerschlupflöcher gibt (man macht die gewinne im ausland, und bei uns die verluste), und der mittelstand muss bluten.

die reichen - soweit ich weiss gibts in skandinavien (schweden) eine gesetzliche regelung, dass die unternehmenssteuern sofern das kapital im land bleibt moderat sind, aber wehe wenns ins ausland transferiert werden soll. so ganz scheint das modell aber auch nicht zu greifen (siehe ikea).. und volvo gehört ja auch nicht mehr den schweden..

es wird noch mächtig knirschen, aber ich hoff auch dass in ein paar jahrhunderten sich die lebensstandards auf der erde angeglichen haben werden..

mit immer mehr wettbewerb (interessanterweise klammern sich die wettbewerbshüter da ja als beamte aus), und ständigen zuwachsraten gehts allerdings nicht.
grad die zuwachsraten - da werden dinge produziert die a) garnicht unbedingt nötig sind, und b) entweder mit eingeschränkter haltbarkeit, oder man weckt durch mode/neues design den bedarf nach was neuem, altes wird weggeworfen ohne kaputt zu sein, und so werden unnütz ressourcen verbraucht..

dein optimismus mit dem ehrenkodex der reichen in allen ehren, max, aber ich fürche das wird noch lange dauern..

hast recht - ich bin zwar ein landei und noch mit brunnen (wir waren sogar mal ein vierteljahr ganz ohne strom, also mit petroleumlampen), plumpskloo, kohlebadeofen und ofenheizung grossgeworden (kann mich erinnern, dass mein vater und ich in dem extrem heissen sommer 1957 wasser mit einkochkessel und leiterwagen aus dem nächsten ort geholt haben - ca. 1 km entfernt) - aber es gäb mord und totschlag ohne ende bei längerem elektrizitätsausfall. grad weil es auch die alten quellen der wasserversorgung nicht mehr gibt..

peter
 
bin nicht idealistisch, das wär ich würde ich noch glauben können, dass ein radikal anderes system möglich wäre(beobachtung von dutzenden experimenten hat uns anderes gelehrt),

ich bin realistisch, weil z.B. die entwicklung, von wirtschaftlicher einheit zu politischer einheit in jeder phase der geschichte beobachtbar ist.

die angleichung der lebensverhältnisse auf dem niveau Bayern-MecPom für 90-95%der Weltbevölkerung würde ich in maximal 150-250 Jahren erwarten, eine Weltregierung auf dem niveau der heutigen europäischen regierung schon in 50-70 Jahren.(auch das verhältniss ist geschichtlich beobachtbar, das erst wirtschaftliche und politische einheit kommt und erst im laufe dieser entwicklung langsamer die angleichung der verhältnisse (was ja auch in den westbundesländern, auch ohne 89, noch im gange war, trotz schon 130 Jahren Reichseinheit, und 170Jahren wirtschaftlicher)

ich bin Geschichts-LK in einem sehr diskussionsfreudigen kurs gewesen und da lernt man die parallelen zwischen entwicklungen zu sehen.

bezügl. atomarer kriege denk ich auch das die wahrscheinlicher werden, aber ich denk auf viel kleinerer Basis, man wird keine große blockbildung mehr haben und dann weltweite kriege sondern maximal ein zerstörtes kaschmir und paar andere indische und pakistanische städte. man merkt aber auch den beiden an, dass sie schon etwas von der herbheit der neuen situation begreifen, sie gehen etwas sanfter miteinander um.also regionalkonflikte mit a-waffen geedelt denk ich werden mit der zeit immer mehr werden.

(den General Lebed(RUS) kennen sicher ein paar, der ist ja ein paar Monate nachdem er öffentlich bekannt gegeben hat, dass, als er chef der streitkräfte war, in den Beständen 40 der 80 russischen Atombomben in Fliegerkoffern bei einer überprüfung fehlten, mit nem hubschrauber abgestürzt. Soll man mal nichts blödes denken... also ich schätze ja mal mit hoher sicherheit haben die amis, die europäer oder die israelis, wenn es damals anfang der 90er solche sicherheitslücken gab, diese koffer mit staatlicher kohle aufgekauft, oder ..., naja..)

das gefährlichste ist bushs strategieideen zum einsatz sehrkleiner a-bomben bei schlachten und zum bunkerbrechen. Sobald man sowas wirklich zur normalen kriegswaffe macht, wirds langsam echt grenzwertig. die amis können das fieserweise ja auch in den gebieten von andern ländern hochgehen lassen, weil good old homeland bis jetzt noch sehr weit außerhalb der raketenreichweite der kleineren staaten liegt.

dann könnte man nur noch versuchen per, und hier kommt lebed ins spiel, bombe im koffer in irgendeinem westlichen land einen effekt zu bekommen (wenn z.B. bei den mehreren tausend soldaten im schlechter geschützten ramstein hochgehen ist der effekt sicher ähnlich als wenn sich jemand versuchen müsste sowas in deren land zu schmuggeln, was ja schwerer ist durch die ozean-barriere.) aber pakistans bomben bauer-freak (name entfallen), würde ich auch locker zutrauen seine bombe auf koffergröße zu kriegen mit der zeit.

naja, wäre schon lustig wenn in Serbien oder im Rest vom vernachlässigten Balkan jemand mal ne a-bombe mitsamt rakete in die hand bekäme, so von nem andern staat als geschenk, dann hätten wir auch dringenden einigungsbedarf wie indien und pakistian *g*.
hilft auch nur auf Dauer: Geschäfte miteinander machen, wer Geschäfte miteinander macht, macht keinen Krieg, Geschäfte bringen allen Kohle, Krieg bringt nur einem kleinen Teil der Wirtschaft Kohle (aber denen richtig).

und das ist auch ökonmie und deshalb ist bwl gut, der markt zwingt die gesellschaften zu frieden, ruhe und maximaler freiheit, was trotz einiger krasser nachteile trotzdem ein ziemliches geschenk eigentlich ist, wären da nicht diese fiesen leviathanischen staatsgebilde, die jeden markt mit gesetzen ersticken (20 Bücher mit Vorschriften zum Schornsteinbau hab ich mal gehört).

ich finde nicht das das schwer ist reichen karitatives verhalten beizubringen, weil es seit jahrhunderten eigentlich drin steckt, nur bismark hat durch seine organisierte karitativität jedem faul sein lassen, keiner brauchte sich mehr um das Einkommen und Auskommen seiner Oma oder Mutter sorgen machen, niemand brauchte sich mehr Gedanken machen angesichts eines arbeitslosen Freundes, die wirkliche Bettlerkultur starb (jeder weiß dass der staat einem alles zahlt), und schlussendlich hat die wirtschaft, die ja aus menschen besteht, auch ihr ding gemacht.

man muss die leute nur an die alten verantwortlichkeiten erinnern. (ich denke grade in einer alternden gesellschaft kann man solche sachen gut nahe bringen, es würden ja viele rentner locker aus solchen erwägungen auf einen teil der rente verzichten (wenn sie es können) wenn ein enkel von ihnen mehrere kinder kriegt.)
ich denke, man sollte einen viel modernen pakt machen, in den usa legen sie z.B. in manchen staaten das einkommen von jedem menschen offen, man kann das im internet abfragen,

man müsste sich einig sein, dass wieder jeder für seine armen verwandten und für verwandtschaftlose arme aufkommt, weil er privat beim verteilen seiner überschüsse viel schlauer ist, als ein reglementierter beamter, und er kostet nicht so viel wie dieser beamte. dann könnte man eine reihe von steuern senken, und dann weniger geld für die gleichen leistungen ausgeben. nach alg2 sind die VERWALTUNGSkosten im arbeitsamt...äh arbeitsagencie oder so, explodiert. was man mit dem ganzen verschwendeten Geld alles kaufen könnte, und damit wirtschaft und arbeit produzieren!

sowas setzt aber riesige umschwünge vorraus und richtigerweise seh ich das schwierig mit der alternden gesellschaft. im endeffekt seh ich meine zukunft also im ausland. am besten irgendwo wo immer die sonne scheint und winterdepression im sprachschatz nicht vorkommt 😉. ich hab mal gehört das in der schweiz die leute glücklicher sind die mehr mitbestimmung haben, und da bin ich mal ziemlich sicher, dass das auf mich zutrifft.
Max
 
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